(werbung)
Bündnis für Nachhaltige Textilien startet in die nächste Phase

Nach intensiven Verhandlungen hat sich der Steuerungskreis des Bündnisses für nachhaltige Textilien auf den Rahmen des Review-Prozesses geeinigt. Demnach müssen alle Mitglieder bis Ende Januar 2017 eigene Roadmaps mit Zielsetzungen erstellen, die im Laufe des Jahres umgesetzt werden sollen. Anfang 2018 wird die Erfüllung der Ziele durch eine unabhängige Dritte Instanz überprüft und verifiziert. Mit diesem hart errungenen Kompromiss sind nun die Weichen dafür gestellt, dass konkrete Verbesserungen innerhalb der Lieferkette angegangen werden.

Festlegung von anspruchsvollen Zielen

Der Steuerungskreis hat dazu ein Indikatorenset und die Mindestanzahl an zu setzenden Zielen verabschiedet. Dieser Entscheidung ist ein intensiver Verhandlungsprozess vorausgegangen. In drei Facharbeitsgruppen (AG Naturfasern, AG Chemikalien und AG Sozialstandards und existenzsichernde Löhne) wurden Maßnahmen zur Umsetzung und Indikatoren erarbeitet. Die Kampagne für Saubere Kleidung begrüßt diese Einigung und sieht dies als wichtigen ersten Schritt hin zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Lieferkette. Inwiefern das Textilbündnis jedoch langfristig erfolgreich sein wird, ist daran zu bewerten, ob sich die Situation für die Arbeiter und Arbeiterinnen in den Produktionsländern verbessert. Hierfür ist es jetzt notwendig, dass sich die Mitglieder für ihre Roadmaps anspruchsvolle Ziele setzen und die Erfüllung dieser Ziele unabhängig und glaubwürdig verifiziert wird.

„Wesentlich ist, welche Verbesserungen durch das Textilbündnis für die Arbeiterinnen und Arbeiter in der Textilindustrie erreicht werden. Daran muss sich das Bündnis messen lassen“, sagt Maik Pflaum, Kampagne für Saubere Kleidung. Er ergänzt: „Seriöse Aussagen zum Erfolg des Textilbündnisses können somit erst nach der ersten unabhängigen Verifizierung der Zielerreichung getätigt werden. Dies wird Anfang 2018 das erste Mal der Fall sein.“

Für die Zivilgesellschaft ist deshalb ein wichtiges Element, dass die Roadmaps, also die Zielsetzungen, aller Mitglieder für das Jahr 2017 veröffentlicht werden sollen und ein mühsam errungener Kompromiss, dass sie zumindest ab dem Jahr 2018 veröffentlicht werden müssen. Entsprechend soll auch die individuelle Zielerreichung für das Jahr 2018 in einem Performance-Steckbrief für jedes Mitglied veröffentlicht werden und muss verpflichtend ab dem Jahr 2019 veröffentlicht werden.

Auch der Gesetzgeber ist gefordert

„Diese errungene Verpflichtung ist für die Zivilgesellschaft ein zentrales Anliegen, denn die damit geschaffene Transparenz ist eine absolut wichtige Basis für eine bessere Information für die Verbraucherinnen und Verbraucher“, sagt Berndt Hinzmann, Kampagne für Saubere Kleidung. Aus Sicht der Kampagne für Saubere Kleidung ist das Bündnis nur ein erster Schritt, da es lediglich auf freiwillige Selbstverpflichtung setzt. Gisela Burckhardt, Kampagne für Saubere Kleidung: „Wir setzen uns zusätzlich für eine gesetzliche Regulierung ein, damit z.B. die Entschädigung von Opfern, wie im Fall von Rana Plaza, nicht allein Ermessenssache der Unternehmen ist.“ Sie erläutert: „Wir benötigen in Deutschland eine gesetzliche Regulierung, die Unternehmen zur Vorsorge verpflichtet und diese auch in Haftung nimmt, wenn sie diese Vorsorge nicht leisten.“

Foto: Textilbündnis / T.Ecke

Übernahme geglückt: Sempione Retail hält fast 83 Prozent der Anteile an Charles Vögele

Das italienische Konsortium Sempione Retail hat den Großteil der Anteilseigner von Charles Vögele mit seinem Kaufangebot überzeugen können. Am Dienstagmorgen gab der designierte Eigentümer bekannt, dass er inzwischen 82,62 Prozent der Stimmrechte an dem schweizerischen Bekleidungshändler hält.

Im Rahmen der Angebotsfrist, die am 16. November abgelaufen war, seien dem Konsortium von den bisherigen Anteilseignern rund 5,5 Millionen Charles-Vögele-Aktien angedient worden, heißt es in einer Mitteilung. Das entspricht 78,38 Prozent aller ausstehenden Aktien. Sempione Retail, ein Zusammenschluss des italienische Handelskonzerns OVS, der Retails Investment S.R.L. sowie der Trust Services Limited als Treuhänderin des Charles-Vögele-Großaktionärs Elarof Trust, hatte 6,38 Euro für jede Aktie geboten.

Übernahme geglückt: Sempione Retail hält fast 83 Prozent der Anteile an Charles Vögele

Durch weitere börsliche und außerbörsliche Ankäufe baute Sempione Retail seinen Anteil an der Charles Vögele AG auf mittlerweile knapp 83 Prozent aus. Damit seien die im Kaufangebot vom 19. Oktober formulierten Bedingungen erfüllt, erklärte das Bieterkonsortium. Zudem habe es inzwischen „alle wettbewerbsrechtlichen Freigaben erhalten“. So steht einer Übernahme des schweizerischen Handelskonzerns nun nichts mehr im Weg.

Die Filialen von Charles Vögele sollen in das Netzwerk von OVS integriert werden

Den verbliebenen Altaktionären von Charles Vögele gibt Sempione Retail die Möglichkeit, doch noch auf das Angebot einzugehen. Die entsprechende Nachfrist läuft vom 23. November bis zum 6. Dezember. „Sempione Retail zeigt sich zufrieden mit diesem Zwischenresultat und bleibt zuversichtlich, dass weitere Charles Vögele Aktionäre die Vorteile einer Annahme des Angebots erkennen und demzufolge während der Nachfrist ihre Aktien im Rahmen des Kaufangebots andienen werden“, heißt es in einer Mitteilung.

Übernahme geglückt: Sempione Retail hält fast 83 Prozent der Anteile an Charles Vögele

Nach dem Vollzug des Kaufangebots will der neue Eigentümer Charles Vögele von der Börse nehmen. Die bestehenden Stores der Schweizer sollen dann in das Filialnetzwerk des italienischen Handelskonzerns OVS integriert werden. Der Verwaltungsrat von Charles Vögele hatte die Übernahmepläne von Anfang an einstimmig befürwortet. Durch den Zusammenschluss mit OVS ergäben sich „strategische, operative und finanzielle Vorteile“, teilte das Gremium bereits im September mit.

Fotos: Charles Vögele
Recht und Praxis: Black Friday ist eine Marke

Der kommende Freitag, der 25. November 2016 ist nicht nur in den USA ein besonderer Tag. Es ist der Tag nach Thanksgiving und damit der Tag, an dem in den USA traditionell das Vorweihnachtsgeschäft beginnt. Am "Black Friday" locken die Händler seit jeher mit besonders günstigen Angeboten. Auch hierzulande ist der Black Friday dabei, sich immer stärker zu etablieren. Angeblich war es das US-amerikanische Unternehmen Apple, das im Jahr 2006 die ersten Black-Friday-Rabatte auch in Deutschland anbot. Inzwischen nutzen nicht nur Elektronik-, sondern vor allem auch Modeunternehmen den Tag intensiv dazu, Kunden mit besonderen Angeboten in die Läden bzw. Onlineshops zu locken. Es ist nicht überraschend, dass viele Unternehmen bei ihren Werbeaktionen den Begriff "Black Friday" benutzen.

"Black Friday" ist als deutsche Wortmarke eingetragen

Den Begriff hat sich jedoch ein Unternehmen vor einiger Zeit als Marke eintragen lassen. Aus dem Markenregister ergibt sich, dass am 20.12.2013 zugunsten der Super Union Holdings Ltd. mit Sitz in Hongkong die deutsche Wortmarke "Black Friday" eingetragen wurde. Die Marke genießt Schutz für eine Reihe von Waren und Dienstleistungen, u.a. für Elektronikartikel, Sonnenbrillen sowie Einzelhandelsdienstleistungen für diverse Waren, darunter auch Mode und Sportwaren. Die Marke wurde offenbar kürzlich mit einem Löschungsantrag angegriffen, eine Entscheidung gibt es jedoch noch nicht.

Doch was bedeutet die Markeneintragung für Unternehmen, die den Black Friday nutzen und das Zeichen "Black Friday" in ihrer Werbung verwenden wollen? Zunächst einmal gilt für Marken, die in das Register eingetragen sind, dass die Gerichte an die Eintragung gebunden sind. Prinzipiell kann die eingetragene Marke "Black Friday" daher auch verletzt werden.

Recht und Praxis: Black Friday ist eine Marke

Zeichen ohne Unterscheidungskraft dürfen nicht als Marke eingetragen werden

Allerdings spricht vieles dafür, dass die Marke "Black Friday" jedenfalls für Einzelhandelsdienstleistungen gar nicht in das Register hätte eingetragen werden dürfen. Das Gesetz verweigert solchen Zeichen den Schutz, die nicht geeignet sind, auf die Herkunft der Waren oder Dienstleistungen hinzuweisen, für die sie geschützt werden sollen. Solchen Zeichen fehlt die nötige "Unterscheidungskraft". Auch darf nicht eingetragen werden, was für einen fairen Wettbewerb frei bleiben muss. Ein Beispiel: Das Wort "Diesel" dürfte für Kraftstoffe nicht als Marke eingetragen werden. Anderenfalls wären Kunden nicht in der Lage, das Angebot einem bestimmten Unternehmen zuzuordnen, weil "Diesel" nun mal die Ware selbst beschreibt. Außerdem muss es anderen Händlern weiterhin möglich sein, den Begriff beim Vertrieb von Kraftstoffen zu benutzen. Bekanntlich liegen die Dinge für Bekleidung anders, da das Wort "Diesel" solche Waren nicht beschreibt und Wettbewerber auf den Begriff nicht angewiesen sind.

Auf "Black Friday" gemünzt bedeutet das: Geht man davon aus, dass der Black Friday auch in Deutschland ein inzwischen etablierter Einkaufstag ist, liegt es nahe, dass das Wort "Black Friday" jedenfalls für Einzelhandelsdienstleistungen nicht als Marke hätte eingetragen werden dürfen. Man könnte einen Vergleich zum Begriff "Winterschlussverkauf" ziehen. Das Markenregister zeigt, dass schon mehrfach versucht wurde, dieses Wort für verschiedene Waren und Dienstleistungen zu schützen - allerdings stets ohne Erfolg.

Recht und Praxis: Black Friday ist eine Marke

Geringer Schutzumfang und "markenmäßige" Benutzung

Auch wenn die Marke (derzeit) eingetragen ist und Gerichte an diese Eintragung gebunden sind, wäre die fehlende Unterscheidungskraft in einem Prozess zu berücksichtigen. Ein Gericht hätte den Schutzumfang der Marke wohl als ganz gering zu bewerten, so dass der Inhaber der Marke nur bestimmte Benutzungen seiner Marke verbieten könnte. Hinzu kommt, dass eine Markenverletzung überhaupt nur vorliegen kann, wenn das geschützte Zeichen auch "als Marke", nämlich zur Kennzeichnung von Waren und Dienstleistungen, benutzt wird. Wird ein Zeichen rein beschreibend oder rein dekorativ benutzt, kann es an einer Benutzung "als Marke" fehlen.

Im Ergebnis ist damit das Zeichen Black Friday zwar (noch) als Marke eingetragen. Die Benutzung des Zeichens kann daher im Grundsatz zu einer Verletzung von Markenrechten führen. Ob eine Verletzung vorliegt, hängt aber davon ab, ob das Zeichen als Marke benutzt wird oder nicht. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass die Marke wohl keine Unterscheidungskraft besitzt und ihr Schutzbereich damit gering sein dürfte. Unternehmen sollten aber jedenfalls in diesem Jahr genau prüfen, wie sie auf den Black Friday hinweisen, um das Risiko einer Markenverletzung auszuräumen.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel keine Rechtsberatung darstellt und eine solche nicht ersetzen kann.

Geschrieben von Janina Voogd, LL.M. (Cape Town), Noerr LLP.

Janina Voogd ist Rechtsanwältin und Senior Associate in der Praxisgruppe Gewerblicher Rechtsschutz im Münchener Büro der Sozietät Noerr LLP. Sie berät nationale und internationale Unternehmen in allen Bereichen des Marken- und Designrechts. Darüber hinaus berät sie im Wettbewerbsrecht sowie in Domain-Streitigkeiten. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Beratung von Unternehmen in der Modebranche. Janina Voogd ist Lehrbeauftragte für Marken- und Designrecht an der AMD Akademie Mode & Design in München.

Foto 1, Flickr, Foto 2 & 3: Flickr, by m01229 and Diariocritico de Venezuela

Eterna: Umsatzplus nach neun Monaten

Der Hemden- und Blusenspezialist Eterna Mode Holding GmbH kann auf ein solides Dreivierteljahr zurückblicken. Der Umsatz wurde vor allem aufgrund guter Zahlen in Deutschland gesteigert. Der Periodenverlust fiel angesichts höherer Investitionen aber größer aus als im Vorjahreszeitraum.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahrs 2016 erwirtschaftete das Unternehmen aus Passau einen Umsatz in Höhe von 72,2 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutete das eine Steigerung um 3,2 Prozent.

Vor allem in Deutschland fielen die Zahlen erfreulich aus: Dort wurden die Erlöse um 4,3 Prozent gesteigert. Damit habe sich Eterna in der Heimat „deutlich besser als der Markt“ entwickelt, erklärte das Unternehmen am Montag. Wachstumsmotor war der eigene Einzelhandel, der seinen Umsatz um einen zweistelligen Prozentsatz verbesserte. Im Auslandsgeschäft konnte Eterna „den schwierigen Marktbedingungen im Russland- und Ukrainegeschäft und den allgemeinen Unsicherheiten in Zusammenhang mit dem Brexit“ trotzen und den Umsatz um 0,5 Prozent steigern.

Der Nettoverlust von Eterna stieg auf 4,1 Millionen Euro

Das Ergebnis litt unter ungünstigen Währungseffekten und höheren Investitionen, etwa in die Erweiterung des Filialnetzes und „intensivierte Vertriebs- und Werbemaßnahmen“. So sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 7,6 auf 7,2 Millionen Euro. Der Nettoverlust fiel daher höher aus: Nach 3,5 Millionen Euro in den ersten neun Monaten 2015 belief er sich nun auf 4,1 Millionen Euro. Rote Zahlen schrieb Eterna aber wiederum nur aufgrund von langfristigen planmäßigen Abschreibungen. Diese beliefen sich im Berichtszeitraum wie im Vorjahr auf 4,8 Millionen Euro. „Bereinigt um diese planmäßige Firmenwertabschreibung resultiert ein positives Konzernergebnis von 0,7 Millionen Euro“, erklärte das Unternehmen.

Geschäftsführer Gerbaulet erwartet ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft

Nun hofft Eterna auf ein gutes Weihnachtsgeschäft. Die Indikatoren scheinen auf einen erfolgreichen Jahresendspurt hinzudeuten: „Aufgrund eines überproportional hohen Auftragsbestandes für das letzte Quartal sowie der zu erwartenden starken Performance der eigenkontrollierten Flächen und des Onlinegeschäfts im Schlussquartal wird ein einstelliges Umsatz- und Ergebniswachstum für das Gesamtjahr 2016 erwartet“, erklärte Geschäftsführer Henning Gerbaulet in einer Mitteilung.

Auch mittelfristig scheint das Unternehmen seinen Wachstumskurs halten zu können. „Mit einem prozentual einstelligen Anstieg sieht – trotz der allgemeinen Branchenherausforderungen – auch der Auftragseingang für die Frühjahr-Sommer-Saison 2017 per Mitte November 2016 gut aus“, so Gerbaulet.

Foto: Eterna
McArthurGlen meldet Rekordzuwachs und baut weitere Standorte

McArthurGlen, einer der führenden europäischen Eigentümer, Entwickler und Betreiber von Designer Outlets, meldet für das aktuelle Jahr einen Rekordzuwachs. Der Jahresumsatz der gesamten der in neun Ländern tätigen Gruppe wuchs um 13 Prozent - somit schließt das Unternehmen das 21. Jahr in Folge mit einem Umsatzzuwachs ab.

Insgesamt gehören 22 Designer Outlets zum Portfolio, die einen Umsatz von insgesamt vier Milliarden Euro erwirtschaftet haben. Zu finden sind die in den Ländern Belgien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Kanada, den Niederlanden, Österreich und im Vereinigten Königreich.

Designer Outlet Ochtrup entwickelt sich gut

Positiv habe sich der Kauf des Designer Outlets Ochtrup ausgewirkt, so das Unternehmen. Es habe sich als einer der größten Umsatzbringer der Aquisitions-Strategie von McArthurGlen erwiesen, der Umsatz des Centers, das in McArthurGlen Designer Outlet Ochtrup umbenannt wurde, hat sich seit der Übernahme des Managements durch McArthurGlen im Februar 2016 um 14 Prozent gesteigert. Ochtrup wurde als dritter deutscher Standort der Gruppe im letzten Jahr durch ein Joint-Venture mit den Gründern des Centers übernommen. Bisher gab es ein deutsches Outlet in Berlin und in Neumünster/Hamburg.

Passend zu den guten Zahlen plant McArthurGlen den Neu- und Ausbau von Standorten. Dieser Plan sieht vor, dass die derzeitigen 600.000 Quadratmeter Bruttomietfläche (GLA) bis 2020 auf 900.000 Quadratmeter anwachsen werden. Hierzu werden sechs neue Designer Outlets in fünf Ländern eröffnet und acht bestehende Center erweitert.

Das 23. Center der Gruppe soll im Frühjahr 2017 in der Provence, Frankreich, an den Start gehen. Für ein Center in Màlaga, Spanien, sollen die Bauarbeiten 2017 beginnen. Mit dem Center in Malaga wird zudem die Geschäftstätigkeit auf ein zehntes Land ausgeweitet. Für das Jahr 2019 soll dann auch das vierte Outlet in Deutschland an den Start gehen, es soll in Remscheid entstehen.

In den Outlet Centern in Roermond, Niederlande, und im österreichischen Parndorf nahe Wien, die beide auch für deutsche Kunden relevant sind, werden im Frühjahr 2017 neue Bau-Phasen fertig gestellt. Mit dem Umsatz und der Quadratmeterfläche ist auch die Anzahl der Markenpartner gewachsen. Insgesamt bietet McArthurGlen Outlet-Stores für knapp 1.000 Marken - von Armani bis Versace und Zegna. 95 Marken haben 2016 erstmalig in einem McArthurGlen Designer Outlet eröffnet.

Foto: McArthurGlen Vancouver

Infografik - der Männermodemarkt

Der Männermodemarkt wächst derzeit schneller als der Damenmodemarkt, was eine Veränderung in der Modebranche andeutet. Angesichts der Tendenz, dass mehr Männer darauf achten, welche Marken sie kaufen und welche Styles sie tragen, wird das Segment zum wichtigen Wachstumsantrieb für Designer- und Massenmarken gleichermassen. Dies führt zu einem Anstieg eigener Modewochen für Männermode in London, Paris, New York und Mailand. Die Zukunft der Männermodewochen bleibt jedoch ungewiss, da eine zunehmende Anzahl von Marken ihre Männer- und Damenmodenschauen in einer Veranstaltung kombiniert. An diesem Wendepunkt des Männermodemarkts nimmt sich FashionUnited einen Moment Zeit, um einige Fakten und Zahlen zur Männermode zu präsentieren.

Infografik - der Männermodemarkt

Dies ist der zehnte und letzte Teil einer neuen Serie, die auf Modestatistiken beruht, einem Produkt der FashionUnited Business Intelligence. Diese Seiten beinhalten Daten zur Größe eines bestimmten Bekleidungs- und Schuhmarkts, Fakten und Marktwerte der größten Modeunternehmen sowie Statistiken zum Arbeitsmarkt. Für weitere Daten zu den Modewochen, wenden Sie sich bitte an BI@fashionunited.com.

Haben Sie andere Teile der Serie verpasst? Dann finden Sie Infografiken 1-9 hier.

Infografik: FashionUnited

Gap: Quartalsgewinn schrumpft um fast 18 Prozent

Dass der US-amerikanische Bekleidungskonzern Gap Inc. das dritte Quartal 2016/17 mit einem Gewinnrückgang abschloss, war erwartet worden. Beunruhigend klangen aus Sicht der Analysten aber die ernüchternden Aussichten für das laufende Weihnachtsgeschäft, die das Management in der vergangenen Woche präsentierte. So brach der Aktienkurs von Gap im Anschluss an die Veröffentlichung der jüngsten Zahlen kräftig ein.

In den Monaten August bis Oktober litt der Konzernumsatz nicht nur unter der anhaltenden Schwäche zweier Hauptmarken sondern auch unter den Folgen eines Brandes im wichtigen Distributionszentrum in Fishkill/NY. Daher sanken die Erlöse im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,5 Prozent auf 3,80 Milliarden US-Dollar (3,57 Milliarden Euro).

Dem Abwärtstrend konnte wieder einmal die Marke Old Navy trotzen. Ihr Umsatz stieg um 5,1 Prozent auf 1,71 Milliarden US-Dollar. Auch die kleineren Konzepte des Konzerns, darunter Athleta und Intermix, verbesserten ihre Erlöse: Sie kamen zusammen auf 173 Millionen US-Dollar, was ein Wachstum um 8,8 Prozent bedeutete.

Angesichts anhaltender Probleme im Einzelhandel kündigte der Konzern zusätzliche Filialschließungen an

Die beiden anderen Hauptmarken schwächelten hingegen weiter. Die Umsätze des Labels Gap schrumpften um 7,5 Prozent auf 1,34 Milliarden US-Dollar, bei Banana Republic sanken sie um 7,5 Prozent auf 580 Millionen US-Dollar.

Der Konzern konnte im abgelaufenen Quartal zwar seine Bruttomarge verbessern, musste aber auch deutlich höhere Kosten aufgrund neu eröffneter Shops, laufender Restrukturierungsmaßnahmen und des Brandes in seinem Distributionszentrum verbuchen. So sank der operative Gewinn um 6,0 Prozent auf 389 Millionen US-Dollar. Der Quartalsüberschuss schrumpfte aufgrund höherer Steuerbelastungen sogar um 17,7 Prozent auf 204 Millionen US-Dollar (192 Millionen Euro), der verwässerte Gewinn pro Aktie um 16,4 Prozent auf 0,51 US-Dollar. Bereinigt um Restrukturierungskosten, also unter anderem die Ausgaben für von Ladenschließungen und Entlassungen, lag der Gewinn pro Aktie nach Angaben des Unternehmens bei 0,60 US-Dollar. Damit entsprach das Ergebnis den Erwartungen.

Weniger erfreulich waren die Aussichten für das so wichtige Weihnachtsgeschäft: Auch im November habe der Konzern mit sinkenden Kundenfrequenzen in seinen Läden zu kämpfen, räumte Finanzchefin Sabrina Simmons in einer Telefonkonferenz mit Analysten ein. Für das gesamte Quartal sei weiterhin mit schwierigen Bedingungen im Einzelhandel zu rechnen. Daher kündigte der Konzern zusätzliche Schließungen an: Hatte er bislang geplant, sein Filialnetz im laufenden Geschäftsjahr um fünfzig Standorte zu verkleinern, soll es nun um 65 Läden schrumpfen.

Gap: 3. Quartal 2016/17
Konzernumsatz 3,80 Milliarden $
Nettogewinn 204 Millionen $

Foto: Old Navy
Laurèl plant Rettung in Eigenverwaltung

Vor einer Woche musste die Laurèl GmbH Insolvenz anmelden. Nun herrscht zumindest Klarheit darüber, wie es mit dem Modehaus aus Aschheim in näherer Zukunft weitergehen soll: Das Unternehmen, das nach dem Absprung eines chinesischen Übernahmeinteressenten zahlungsunfähig geworden war, will sich in Eigenverwaltung retten.

Am Freitag teilte Laurèl mit, dass das zuständige Amtsgericht München einem entsprechenden Antrag zugestimmt habe. Damit kann der Vorstand nun weiterhin die Geschäfte führen. Kontrolliert wird er dabei von einem vorläufigen Sachwalter, der gewährleisten soll, dass die insolvenzrechtlichen Regeln gewahrt bleiben.

Christian Gerloff wurde vom Amtsgericht München zum vorläufigen Sachwalter bestellt

Diese Aufgabe übertrug das Gericht einem in der Materie ausgesprochen bewanderten Juristen: Der Rechtsanwalt Christian Gerloff hat einige Erfahrungen mit insolventen Modeunternehmen aus dem Münchener Raum: So fungierte er als Insolvenzverwalter bei Rena Lange und Escada, dem früheren Mutterkonzern von Laurèl. Beim Bekleidungshändler Rudolf Wöhrl, der nach seiner Insolvenz im vergangenen Sommer ebenfalls eine Sanierung in Eigenverwaltung anstrebt, wurde er im September als Chief Restructuring Officer in den Vorstand berufen.

Laurèl hat dieses Verfahren gewählt, um seinen eingeleiteten Restrukturierungsprozess weiter verfolgen zu können. Das bestehende Konzept, das nach schwachen Geschäften in den vergangenen Monaten notwendig geworden war, scheiterte schließlich nur daran, dass der chinesische Investor Shenzhen Oriental Fashion Asset Management vor gut einer Woche die Verhandlungen über eine Übernahme des angeschlagenen Modehauses abgebrochen hatte.

„Dieses Verfahren erhält der Laurèl GmbH, geschützt vor Vollstreckungen und Zwangsmaßnahmen der Gläubiger, die Handlungsfähigkeit im operativen Geschäft. Der Geschäftsführer kann die begonnene finanzwirtschaftliche Restrukturierung uneingeschränkt fortführen und somit die Sanierung mit den nun möglichen rechtlichen Mitteln umsetzen“, erklärte das Unternehmen in einer Mitteilung.

Die Suche nach einem Investor wird „unverzüglich“ wieder aufgenommen

Eine tragende Rolle bei den Rettungsbemühungen soll künftig der Düsseldorfer Rechtanwalt Jörg Nerlich spielen, der zum Generalbevollmächtigten für die Sanierung ernannt wurde. Nerlich verfüge „über langjährige Kontakte zu Unternehmen und Beratern in der Modebranche“ und sei „seit vielen Jahren als Sanierungsexperte tätig“, teilte Laurèl mit.

Nachdem die rechtlichen und personellen Bedingungen des Insolvenzverfahrens geregelt sind, will sich das Unternehmen nun wieder auf die Suche nach einem Geldgeber machen. „Die Eigenverwaltung wird unverzüglich den Investorenprozess wieder aufnehmen und hat bereits von mehreren Investoren entsprechende Interessensbekundungen erhalten. Parallel haben große institutionelle Anleihegläubiger angekündigt, aktiv einen Insolvenzplan zu unterstützen“, heißt es in einer Mitteilung. Das scheint auch der einzige Weg zu sein, um das Unternehmen zu retten. Schon vor einigen Wochen hatte das Modehaus eingeräumt, dass „der Einstieg eines strategischen Investors zwingend erforderlich“ für die Sanierung sei.

Foto: Laurèl