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Kering steigert Umsatz im ersten Quartal um 31 Prozent

Der französische Luxusgüterkonzern Kering hat einen Blitzstart ins Geschäftsjahr 2017 hingelegt. Im ersten Quartal konnte der Mutterkonzern des deutschen Sportartiklers Puma seinen Umsatz mächtig steigern. Das geht aus einem Zwischenbericht hervor, den Kering am Dienstag vorlegte. Wachstumstreiber waren vor allem die edlen Modemarken der Unternehmensgruppe. Vor allem das lange kriselnde Label Gucci erlebte einen rasanten Aufschwung.

In den ersten drei Monaten des Jahres stieg der Konzernumsatz aus fortgeführten Geschäften um 31,2 Prozent auf 3,57 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis, also bereinigt um Währungseffekte und Veränderungen in der Gruppenstruktur, wuchsen die Erlöse um 28,6 Prozent. Nach Angaben des Unternehmens wurden zweistellige Zuwächse in allen Marktregionen mit Ausnahme von Japan erzielt.

Konzernchef François Pinault freute sich über die „rasante Beschleunigung des Umsatzwachstums“, die zu neuen Rekordzahlen geführt habe. Neben „etwas besseren Rahmenbedingungen“ seien die „gewissenhafte Umsetzung unserer Strategie“ und die „kreative Kühnheit“ der einzelnen Marken für den Aufschwung verantwortlich gewesen.

Im Luxusgütersegment wuchsen die Erlöse um 34 Prozent

Besonders erfolgreich war die Luxusgütersparte: Ihre Umsätze wuchsen im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres um 34,0 Prozent (währungsbereinigt +31,6 Prozent) auf 2,42 Milliarden Euro. Überdurchschnittlich entwickelte sich dabei der eigene Einzelhandel: In den Boutiquen des Konzerns stiegen die Erlöse währungsbereinigt um 36,6 Prozent, im Online-Geschäft wurden sie sogar um 60,1 Prozent verbessert. Der Großhandelsumsatz übertraf das Vorjahresniveau währungsbereinigt um 20,2 Prozent.

Von den im Segment geführten Marken verzeichnete Gucci die höchsten Zuwächse: Die Erlöse des Modehauses stiegen um 51,4 Prozent (währungsbereinigt +48,3 Prozent). Der Konzern führte das auf den „durchschlagenden Erfolg der kreativen Neuerfindung“ des Labels zurück. Deutlich zulegen konnte auch Yves Saint Laurent (+35,4, währungsbereinigt +33,4). Bei Bottega Veneta stiegen die Erlöse um 4,7 Prozent (währungsbereinigt +2,3 Prozent), der gemeinsame Umsatz der übrigen Luxusmarken des Konzerns, zu denen unter anderem Balenciaga, Brioni, Stella McCartney und Alexander McQueen zählen, wuchs um 12,3 Prozent (währungsbereinigt +11,1 Prozent).

In der Sparte Sport und Lifestyle sorgte der deutsche Sportartikelhersteller Puma mit einem starken Quartal dafür, dass die Erlöse um 16,5 Prozent (währungsbereinigt +14,0 Prozent) auf 1,06 Milliarden Euro wuchsen. Der Umsatz von Puma stieg um 17,9 Prozent (währungsbereinigt +15,3 Prozent) auf 1,01 Milliarden Euro, die gemeinsamen Umsätze der Marken Volcom und Cobra schrumpften demgegenüber um 3,5 Prozent (währungsbereinigt -6,3 Prozent) auf 55,2 Millionen Euro.

Foto: Gucci Facebook-Page
Ludwig Beck: Kleines Umsatzminus im ersten Quartal

Der Münchener Modehändler Ludwig Beck AG ist mit einem leichten Umsatzrückgang ins neue Jahr gestartet. Das geht aus den Zahlen für das erste Quartal 2017 hervor, die das Unternehmen am Dienstag veröffentlichte. Der Verlust fiel ähnlich hoch aus wie im Vorjahreszeitraum. Angesichts der vorliegenden Resultate bestätigte der Vorstand seine Jahresprognosen.

Im ersten Quartal belief sich der Bruttoumsatz des Konzerns auf 36,6 Millionen Euro. Damit lag er um 1,9 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresniveau von 37,3 Millionen Euro. Im traditionellen Kerngeschäft, das neben dem Stammhaus am Münchener Marienplatz unter anderem auch den Online-Shop einschließt, sanken die Bruttoerlöse um ein Prozent auf 20,8 Millionen Euro, im zweiten Konzernsegment, dem 2015 übernommenen Herrenmodehändler Wormland, schrumpften sie um drei Prozent auf 15,8 Millionen Euro.

Der Nettoumsatz auf Konzernebene ging um 1,9 Prozent auf 30,8 Millionen Euro zurück. Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen im deutschen Modehandel bewertete der Vorstand die Geschäftsentwicklung in den ersten drei Monaten insgesamt als „zufriedenstellend“.

Der Nettoverlust belief sich in den ersten drei Monaten auf 2,6 Millionen Euro

Beim Ergebnis profitierten die Münchener von Einsparungen – und vom Wetter: „Durch die kalte Witterung konnte die margenschwächere Winterware im Verhältnis zum Vorjahr überproportional gut abverkauft werden“, erklärte das Unternehmen in einer Mitteilung. So lag der operative Verlust auf EBIT-Basis mit 2,4 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Während die Sparte Ludwig Beck ein kleines Plus erwirtschaftete (0,1 Millionen Euro), stieg der Betriebsverlust im Segment Wormland von 2,4 auf 2,6 Millionen Euro. Der Konzernverlust vor Steuern blieb mit 2,7 Millionen Euro konstant, der Fehlbetrag nach Steuern stieg leicht von 2,5 auf 2,6 Millionen Euro.

Die vorgelegten Quartalszahlen gaben dem Vorstand keinen Anlass, etwas an den Jahresprognosen zu ändern. So rechnet er für 2017 weiterhin mit einem Warenumsatz auf Konzernebene zwischen 170 und 180 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll vier bis sechs Millionen Euro erreichen. Im vergangenen Jahr hatte das EBIT bei 6,3 Millionen Euro gelegen.

Foto: Ludwig Beck AG
LVMH plant vollständige Übernahme von Christian Dior

Der französische Luxusgüterkonzern Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH) hat am Dienstag angekündigt, das Modehaus Christian Dior Couture komplett übernehmen zu wollen. Sollte das Vorhaben gelingen, wird der Konzern die Traditionsmarke in seine Mode- und Lederwarensparte integrieren.

LVMH hält bereits rund 74 Prozent der Anteile an Christian Dior. Für die noch ausstehenden Aktien bietet die Arnault Family Group, die Finanzholding des Konzernchefs Bernard Arnault, den gegenwärtigen Anteilseignern eine Kombination aus Bargeld und Anteilsscheinen am französischen Modehaus Hermès. Das Angebot ist mit einem Wert von 260 Euro pro Aktie so bemessen, dass die Anteilseigner einen Aufschlag von rund 15 Prozent auf den aktuellen Börsenkurs von Christian Dior erhalten werden. Geplant sind zudem alternative Angebotsvarianten, die eine vollständige Zahlung in bar oder in Hermès-Aktien vorsehen.

LVMH will durch die Übernahme Strukturen vereinfachen und seine Modesparte stärken

„Dieses Projekt bildet einen wichtigen Meilenstein für die Gruppe“, erklärte LVMH-Chef Bernard Arnault. „Die Transaktion erlaubt es uns, Strukturen zu vereinfachen, was die Märkte seit langem gefordert haben.“ Außerdem werde die Mode- und Lederwarensparte von LVMH durch die Übernahme „einer der ikonischsten Marken der Welt“ gestärkt, so Arnault.

Nach Angaben von LVMH unterstützt die Unternehmensführung von Christian Dior die Pläne. Ein offizielles Kaufangebot will der Konzern Ende Mai abgeben, die Transaktion soll in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden. Voraussetzung ist die Zustimmung der zuständigen Wettbewerbs- und Finanzbehörden.

Foto: Christian Dior Facebook-Page
Neuer Rekord für Skechers: Mehr als eine Milliarde Dollar Umsatz im ersten Quartal

Der US-amerikanische Schuhhersteller Skechers Inc. hat einen starken Start ins Geschäftsjahr 2017 hingelegt. In den ersten drei Monaten des Jahres schaffte es das in Kalifornien beheimatete Unternehmen erstmals, den Quartalsumsatz über die Milliarden-Dollar-Schwelle zu hieven. Für Euphorie sorgten die Zahlen trotzdem nicht: Beim Ergebnis wurde das Vorjahresniveau aufgrund deutlich höherer Investitionen in die internationale Expansion nicht erreicht. Auch die Prognosen für das zweite Quartal fielen recht zurückhaltend aus.

Seinen Umsatz konnte Skechers im Vergleich zum Vorjahresquartal um 9,6 Prozent verbessern. Mit 1,07 Milliarden US-Dollar (987,2 Millionen Euro) war es das erste Vierteljahr in der Unternehmensgeschichte, in dem die Erlöse zehnstellig ausfielen. Besonders erfolgreich war der Schuhhersteller im internationalen Großhandel (+16,8 Prozent) und im eigenen Einzelhandel (+12,8 Prozent). Die Retail-Erlöse stiegen nicht nur aufgrund der Eröffnung von 59 neuen Stores im In- und Ausland, sondern auch durch eine Verbesserung auf vergleichbarer Fläche (+2,9 Prozent). Das Großhandelsgeschäft in den USA entwickelte sich hingegen weniger erfolgreich: Der Umsatz stagnierte dort auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Skechers investiert weiter in die Auslandsexpansion

Obwohl der Umsatz auf einen neuen Rekordwert gesteigert wurde, gab das Ergebnis nach. Zwar blieb die Bruttomarge stabil, die Betriebskosten fielen aber aufgrund der Flächenexpansion und gesteigerter Investitionen in das Auslandsgeschäft deutlich höher aus als im Vorjahresquartal. Um die Abhängigkeit vom schwächelnden Heimatmarkt zu verringern, hatte das Unternehmen im Laufe des Quartals kostspielige Strukturveränderungen in wichtigen internationalen Märkten vorgenommen und lokale Joint Ventures und Tochterfirmen finanziell gestärkt. Die Ausgaben für diese Maßnahmen bezifferte Skechers auf 18,3 Millionen US-Dollar.

„Der Umsatzanteil des internationalen Geschäfts einschließlich des eigenen Einzelhandels ist aufgrund der Stärke der Marke in zahlreichen Märkten im ersten Quartal auf 51,3 Prozent gestiegen“, erklärte David Weinberg, der CFO und COO des Unternehmens. „Auch wenn wir Möglichkeiten sehen, unser Geschäft in den USA auszubauen, glauben wir, dass die internationalen Märkte uns weiterhin die besten Wachstumschancen bieten.“ Um diese Potenziale zu heben, werde Skechers auch weiterhin in die Infrastruktur und das Marketing im Ausland investieren, so Weinberg.

Der Quartalsüberschuss sinkt um knapp vier Prozent

Die jüngsten Investitionen trugen dazu bei, dass der operative Gewinn im ersten Quartal um 10,2 Prozent auf 124,4 Millionen US-Dollar zurückging. Der Konzernüberschuss nach Minderheitenanteilen sank aufgrund niedrigerer Steuerbelastungen lediglich um 3,7 Prozent auf 94,0 Millionen US-Dollar (86,5 Millionen Euro), der verwässerte Gewinn pro Aktie schrumpfte von 0,63 auf 0,61 US-Dollar.

Im zweiten Vierteljahr wird die Milliarden-Dollar-Marke nicht in Reichweite sein: Das Unternehmen prognostizierte einen Umsatz in Höhe von 950 bis 975 Millionen US-Dollar, was aber immerhin einen Rekord für ein zweites Quartal bedeuten würde. Beim verwässerten Gewinn pro Aktie liegt der Zielkorridor zwischen 0,42 und 0,47 US-Dollar. Im Vorjahresquartal hatte der Umsatz bei 942,4 Millionen US-Dollar gelegen, der verwässerte Gewinn pro Aktie bei 0,42 US-Dollar. Trotz der in Aussicht gestellten Zuwächse zeigten sich Analysten wenig begeistert von diesen Prognosen.

Skechers, 1. Quartal 2017
Bruttoumsatz 1,07 Milliarden $
Nettogewinn 94,0 Millionen $

Foto: Skechers
Fallstudie: Einblicke in Primarks Haltung zu verantwortungsvoller Mode

EXKLUSIV Primark, der irische Modehändler, der zu Associated British Foods (ABF) gehört, wird als eine der größten Erfolgsgeschichten des Mode-Einzelhandels der letzten zehn Jahre gesehen. Der High Street-Stammgast ist am besten unter dem Slogan "tolle Mode zu tollen Preisen" für seine niedrigen Preise und sein hochwertiges Angebot bekannt und hat seine Reichweite in ganz Europa und in den Vereinigten Staaten erweitert. Trotz seines Erfolgs im Einzelhandel muss Primark sich jedoch bemühen, die vorgefasste Meinung der Verbraucher zu überwinden, dass Fast Fashion nicht nachhaltig sei und sicher nicht auf ethische Weise hergestellt werde.

Nach dem tragischen Einsturz des Rana Plaza-Gebäudes, dem tödlichsten Unfall in der Geschichte der Bekleidungsindustrie, fragen sich immer mehr Menschen, wie ein T-Shirt, das so wenig kostet wie zum Beispiel 2 Pfund, jemals verantwortungsvoll hergestellt werden kann. Am 24. April 2013 stürzte ein Gebäude mit fünf Bekleidungsfabriken in der Nähe von Dhaka, Bangladesch ein, die Produkte für etwa 28 Marken herstellten, und kostete 1.138 Arbeitern das Leben; mehr als 2.000 Personen wurden verletzt. Die Tragödie wurde nicht nur als Weckruf für die internationale Modebranche gesehen, um zusammenzuarbeiten und die Schwächsten ihrer Lieferketten zu schützen - es war auch ein sofortiger Aufruf zum Handeln für Primark, der von New Waves Bottoms herstellen ließ, einem der Rana Plaza-Zulieferer, um seine ethischen und CSR-Richtlinien genauer zu betrachten und zu sehen, wo sie verbessert werden könnten.

Fallstudie: Einblicke in Primarks Haltung zu verantwortungsvoller Mode

Primark gehörte zu den ersten Einzelhändlern, die das Abkommen zu Brandschutz und Gebäudesicherheit in Bangladesch unterzeichneten, das von IndustriALL und UNI Global Union ins Leben gerufen wurde. Er war auch einer der ersten, der sicherstellte, dass die durch den Einsturz betroffenen Opfer und deren Familien unmittelbar nach der Katastrophe finanzielle Unterstützung und Nahrungsmittel erhielten. Der Einzelhändler verpflichtet sich, sowohl kurz-als auch langfristig finanzielle Entschädigung für die Betroffenen zu leisten und hat bis jetzt insgesamt 14 Millionen US-Dollar gezahlt - 11 Millionen davon an die bei seinem Lieferanten New Waves Bottom beschäftigten Arbeitnehmer und ihre Familien. Seitdem hat Primark weiterhin mit Partnern vor Ort und Non-Profit-Organisationen zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass alle den Arbeitern und ihren Familien gewährten Mittel und Unterstützungen auch sicher sind, indem sie finanzielle Hilfe und Beratung anboten. Darüber hinaus startete der irische Einzelhändler das "Pashe Achi-Projekt", um sicherzustellen, dass die Entschädigungsempfänger Zugang zu ihrem finanziellen Ausgleich erhalten und sich über ihre Rechte im Klaren sind.

Dieser kurze Film zeigt die Arbeit von Primark nach Zahlung der langfristigen Wiedergutmachung mit Organisationen vor Ort, die die Arbeiter und Familien von New Wave Bottoms unterstützen; die Fabrik, die Bekleidung für Primark im eingestürzten Rana Plaza-Gebäude herstellte.

Welche Schritte hat Primark unternommen, um nach Rana Plaza verantwortungsvoller zu werden

Schließlich hat Primark auch sein Programm zur strukturellen Überprüfung von Gebäuden in Bangladesch eingeführt, um die Standsicherheit der Fabriken beurteilen zu können, von denen sie herstellen lassen. Im Moment hat Primark als Teil seines Ethical Trade Teams ein Team von über 80 Fachleuten, die sich um Nachhaltigkeit, ethische Mode und Schulungen der Arbeiter kümmern. Diese Teams in neun wichtigen Beschaffungsstandorten wie China, Indien, Bangladesch und der Türkei, fungieren als "die Augen und Ohren des Einzelhändlers vor Ort", so Katharine Stewart, Primarks Direktorin für ethischen Handel, Umwelt und Nachhaltigkeit. Primark besucht auch regelmäßig Fabriken und hat eine "führende" Rolle in Bezug auf das Bangladesch-Abkommen eingenommen und ist auch in ständigem Kontakt mit allen anderen Fabriken, in denen das Unternehmen herstellen lässt. Aber Primarks ethische und nachhaltige Initiativen gehen über Rana Plaza hinaus.

Im Gegensatz zu Fast-Fashion-Konkurrenten wie H&M, dessen Kommunikation nachhaltiger Initiativen durch Kampagnen wie "Close the Loop" für die Öffentlichkeit sehr offen war, ist Primark relativ ruhig zu dem geblieben, was es in Sachen Nachhaltigkeit, Ethik und Arbeitsrechte tat. Zumindest bis vor kurzem. Nach dem Ausbau des "Nachhaltigen Baumwollprogramms", durch das Primark mit CottonConnect und der Selbstständigen Frauenvereinigung (SEWA) zusammenarbeitet, um über 11.000 Baumwollbäuerinnen in Indien zu unterstützen, sowie das zunehmende Interesse der Öffentlichkeit an Primarks eigenen nachhaltigen und ethischen Praktiken, hat Primark sich entschlossen, sich mehr über seine Verpflichtungen zur Herstellung verantwortungsbewusster Mode zu äußern.

Fallstudie: Einblicke in Primarks Haltung zu verantwortungsvoller Mode

"Vorher, als wir nichts sagten, glaubten die Leute, dass wir überhaupt nicht nachhaltig seien, dass wir nur versuchen würden, uns durch die Kommunikation damit abzufinden", erklärt Stewart. "Es ist nichts Neues, die Geschäfte laufen wie üblich und wir haben es schon lange so gemacht. Aber jetzt fragen uns unsere Kunden danach, also reden wir auch mehr darüber ... vor allem jetzt, wo unsere Kunden älter werden, wollen sie mehr wissen." Im Laufe der Jahre hat Primark eine Reihe von sich verändernder Strategien und Initiativen implementiert; von der Verbesserung der Lebensgrundlagen ihrer Bekleidungsarbeiter, zur Verringerung der CO2-Bilanz sowie der chemische Nutzung, des Wasserverbrauchs und der Abfallproduktion bis zur Nutzung von nachhaltigeren Materialien.

"Wir wollen sichere, nahrhafte, bezahlbare Nahrung und Kleidung anbieten, bei der das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Indem wir das tun, tragen wir dazu bei, das Leben von Millionen Menschen zu verbessern", so George Weston, CEO des Primark-Mutterkonzerns Associated British Foods in einem Statement zur unternehmerischen Verantwortung aus dem Jahr 2016. "Unsere dezentrale Struktur, kombiniert mit der Vielzahl unserer Aktivitäten, macht es für Außenstehende jedoch nicht gerade einfach, zu erkennen, welchen Unterschied wir für die Gesellschaft ausmachen. Aus diesem Grund haben wir überlegt, wie wir unsere Aktivitäten besser darstellen und den Einfluss unseres Handelns belegen können."

Reichen Primarks Nachhaltigkeits-Bemühungen aus, um den Unterschied zu machen?

Aber macht Primark genug? FashionUnited zeigt mehr Informationen im und schaut genauer auf die Nachhaltigkeits- und Ethik-Initiativen des Händlers. Lesen Sie die komplette Fallstudie zu Primarks Nachhaltigkeitsbemühungen hier in Englisch.

Vorwort von Vivian Hendriksz, Autor & Senior UK Editor bei FashionUnited:

Diese umfassende Fallstudie zu Primarks Sozial- und Nachhaltigkeitsbemühungen zeigt eindrucksvoll die Komplexität und die Probleme auf, mit denen die globale Modeindustrie in ihrem tiefgreifenden Umbruch konfrontiert wird. Sie unterstreicht zudem die gegensätzlichen Meinungen in der Branche, ob Nachhaltigkeit und Fast Fashion Hand in Hand gehen können.

Fallstudie: Einblicke in Primarks Haltung zu verantwortungsvoller Mode

Credit visuals:

Homepage photo: Manchester store Primark. Credit: Primark.

Rana Plaza disaster photo: AFP. Credit: Zakir Hossain Chowdhury / ANADOLU AGENCY

Podcast: Primark Offers Compensation to Dhaka Factory Victims. Credit: PRI’s The World

Video: PRIMARK | Rana Plaza: Kushi Mela. Credit: Primark

Milan, Italy Primark store photo. Credit: Primark.

Milan, Italy Primark in-store photo. Credit: Primark.

Chinas JD-Plattform will mit deutschen Marken Alibaba überholen

Deutsche Marken sind in China sehr gefragt, und das zunehmend auch außerhalb der angestammten Exportsegmente im Maschinen- oder Fahrzeugbau. Egal ob Produkte für den Haushalt, Designartikel oder Mode - das Gütesiegel „Made in Germany“ ist derzeit kaum irgendwo auf der Welt so angesagt wie in China.

Profitieren wollen von dem Boom nun auch vermehrt Chinas Händler, die bei der Zusammenstellung ihres Produktportfolios immer öfter auf deutsche Waren setzen und diesem Umstand sogar dazu nutzen, die Konkurrenz auszustechen. Ganz nach dem Motto „Mein Sortiment ist deutscher als deines“, treten nun auch die beiden größten E-Commerce Plattformen des Landes, der Branchenprimus Alibaba und der Konkurrent JD gegeneinander an.

Richard Lius, Gründer und Chef des nach Alibaba zweigrößten chinesischen E-Commerce-Händlers JD, kündigte gegenüber dem Wirtschaftsmagazin „Capital“ bereits an, Alibaba auch mithilfe deutscher Produkte die Marktführerschaft in China streitig machen zu wollen. Während Alibaba in den vergangenen Monaten immer wieder durch den Verkauf von Billigimitaten und Marken-Fakes auf sich aufmerksam machte, will JD künftig vor allem durch qualitativ hochwertige Waren beim stets anspruchsvoller werdenden, chinesischen Publikum punkten.

Chinesen wollen Qualität

JD-Chef Lius verspricht deutschen Herstellern daher bereits gute Geschäfte in China. „Ich möchte noch mehr europäische Waren auf meiner Website JD.com verkaufen. Die chinesischen Konsumenten sind hungrig nach Qualität und großen deutschen und europäischen Marken", so Lius gegenüber „Capital“. Der Konzernchef weiß: „Chinesen haben Fälschungen satt. Sie wollen Verlässlichkeit“.

Lius hat erkannt, dass sich die Shoppinggewohnheiten der Chinesen in den letzten Jahren signifikant geändert haben: „An erster Stelle steht Qualität, dann Service, erst dann ist der Preis wichtig." JD.com, mit rund 226 Millionen Kunden oft auch als „Amazon Chinas" bezeichnet, profitiert von dieser Entwicklung laut Lius besonders: „Wir verkaufen keine White Label-Produkte. Der zweite Grund unseres Erfolgs: Wir verkaufen keine Fälschungen. Unser Geschäftsmodell sind vor allem Direktverkäufe. Dabei kontrollieren wir die Qualität und Echtheit." Auf diese Weise sei sein Unternehmen in den letzten zwölf Jahren im Schnitt um 150 Prozent pro Jahr gewachsen.

Aktuell befindet sich Lius auf Europareise, um Vertreter von Markenherstellern zu treffen und kräftig einzukaufen. Und der Mann hat ehrgeizige Pläne. Innerhalb von vier Jahren will er zur größten B2C-Plattform Chinas wachsen und so Alibabas Tmall überholen.

Foto: JD Website

Burberry: Schwaches Pfund sorgt für Umsatzplus im zweiten Halbjahr

Auch in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2016/17, das am 31. März abgeschlossen wurde, konnte der Luxusmodekonzern Burberry plc. seinen Umsatz nur aufgrund der Schwäche des Britischen Pfunds steigern. Das geht aus einem Zwischenbericht hervor, den das Unternehmen am Mittwoch veröffentlichte.

Weil die Berichtswährung nach dem Brexit-Votum im vergangenen Sommer massiv an Wert verloren hatte, wuchs der Konzernumsatz im zweiten Halbjahr verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 1,6 Milliarden Britische Pfund. Währungsbereinigt sanken die Erlöse um ein Prozent. Schon in der ersten Jahreshälfte hatte nur der Kursverfall des Pfunds den Modekonzern vor einem Umsatzrückgang bewahrt. Immerhin erlebte das Unternehmen in den vergangenen sechs Monaten einen Aufwärtstrend: Im ersten Halbjahr war der Umsatz nur um fünf Prozent gestiegen (währungsbereinigt -4 Prozent).

Im eigenen Einzelhandel stiegen die Erlöse um 19 Prozent

Für das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte sorgte der eigene Einzelhandel: Dessen Erlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 19 Prozent (währungsbereinigt +3 Prozent) auf knapp 1,3 Milliarden Britische Pfund. Im Großhandel sank der Umsatz aufgrund strategischer Maßnahmen um ein Prozent (währungsbereinigt -13 Prozent) auf 327 Millionen Britische Pfund, die Lizenzeinnahmen gingen um 26 Prozent (währungsbereinigt -38 Prozent) auf zwölf Millionen Britische Pfund zurück. Auch das war einer unternehmerischen Entscheidung geschuldet: Burberry hatte seine Lizenzen in Japan auslaufen lassen, um das dortige Geschäft in Eigenregie zu übernehmen.

Erfolgreich war Burberry vor allem in Großbritannien und China

Währungseffekte spielten in allen Marktregionen eine entscheidende Rolle: So stiegen die kombinierten Groß- und Einzelhandelserlöse in Asien um 19 Prozent auf 659 Millionen Britische Pfund, bereinigt um Wechselkursveränderungen wuchsen sie nur um ein Prozent. Ein deutliches Umsatzplus auf vergleichbarer Fläche konnte Burberry in Festlandchina erzielen, in Hongkong und Südkorea waren die Erlöse demgegenüber weiter rückläufig.

In der Region EMEIA, die Europa, den Nahen Osten, Indien und Afrika umfasst, erwies sich erneut der Heimatmarkt als Wachstumsmotor: Das schwache Pfund machte Großbritannien als Einkaufsziel für ausländische Touristen attraktiver. Insgesamt stieg der Umsatz in der gesamten Region um 16 Prozent (währungsbereinigt +5 Prozent) auf 536 Millionen Britische Pfund. In Amerika wuchsen die Erlöse um sieben Prozent auf 400 Millionen Britische Pfund, währungsbereinigt schrumpften sie um zehn Prozent. Das Unternehmen begründete den Rückgang mit „schwierigen Rahmenbedingungen“, insbesondere auf dem wichtigen US-amerikanischen Markt.

Foto: Burberry
Kate Spade: Gewinneinbruch im ersten Quartal

Der US-amerikanische Modekonzern Kate Spade & Company hat am Dienstag ernüchternde Zahlen für das erste Quartal 2017 vorgelegt. Der Umsatz verfehlte das Vorjahresniveau, der Nettogewinn schrumpfte um fast neunzig Prozent. Zum möglichen Verkauf des Unternehmens an den Konkurrenten Coach gab es indessen nichts Neues.

In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres erzielte Kate Spade einen Umsatz in Höhe von 271,2 Millionen US-Dollar. Verglichen mit dem Vorjahresquartal bedeutete das einen Rückgang um 1,2 Prozent. In Nordamerika sanken die Erlöse der Marke dabei um 0,6 Prozent auf 217 Millionen US-Dollar, im internationalen Geschäft erreichten sie mit 49 Millionen US-Dollar das Vorjahresniveau.

Der Quartalsüberschuss sank um 88 Prozent

Schwach entwickelte sich der eigene Einzelhandel: Dort ging der Umsatz auf vergleichbarer Fläche um 2,4 Prozent zurück. Während das Online-Geschäft zweistellig zulegte, fielen die Zahlen in den stationären Boutiquen unbefriedigend aus (flächenbereinigt -8,1 Prozent). Die Konzernsparte Adelington Design Group musste einen Umsatzrückgang um 29,3 Prozent auf fünf Millionen US-Dollar hinnehmen.

Obwohl die Bruttomarge aufgrund von effizienzsteigernden Maßnahmen und eingeschränkten Rabattaktionen verbessert wurde, brach der Quartalsüberschuss ein. Schuld waren höhere Vetriebs- und Verwaltungskosten, aber auch Sondereffekte. So belasteten Wertberichtigungen im stationären Einzelhandel im Volumen von sieben Millionen US-Dollar und Kosten im Rahmen der Suche nach „strategischen Alternativen“ – also einem Übernahmeinteressenten – in Höhe von zwei Millionen US-Dollar das Ergebnis. Der operative Gewinn sank daher um 61,1 Prozent auf 6,9 Millionen US-Dollar. Der Quartalsüberschuss fiel sogar um 88,3 Prozent auf 1,4 Millionen US-Dollar und verfehlte damit die Erwartungen.

Für den möglichen Verkauf des Unternehmens gibt es noch keinen konkreten Zeitplan

Eine Hängepartie bleibt der geplante Verkauf des Unternehmens. Im Februar hatte Kate Spade mit der Suche nach „strategische Alternativen“ begonnen, Presseberichten zufolge hatten sich mehrere Unternehmen an einer Übernahme interessiert gezeigt. Als aussichtsreichster Kandidat galt zuletzt der US-amerikanische Lederwarenspezialist Coach. Zu einer Einigung kam es bisher jedoch nicht.

Das Management von Kate Spade mochte diesbezüglich auch am Dienstag keine konkreten Aussagen machen. Das Führungsteam könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt „keinen definitiven Zeitplan für den Abschluss des Prozesses“ vorlegen, teilte das Unternehmen mit. Überhaupt sei nicht absehbar, ob die Bemühungen „zu einer Transaktion oder sonstigen strategischen Alternativen“ führen würden. Angesichts der unsicheren Zukunft verzichtete das Management auf jegliche Prognosen für das laufende Geschäftsjahr.

Kate Spade: 1. Quartal 2017
Umsatz 271,2 Millionen $
Nettogewinn 1,4 Millionen $

Foto: Kate Spade