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Globales Baumwoll-Ranking hat 10 deutsche Modeunternehmen im Visier

Bereits im letzten Jahr untersuchten der WWF, Solidaridad und das Pesticide Action Network (PAN) UK in ihrem nachhaltigen Baumwoll-Ranking die internationalen Unternehmen mit dem weltweit größten Baumwollverbrauch auf ihre Nachhaltigkeitsstrategien und nachhaltige Baumwollnutzung.

Dieses Jahr ist die Liste gewaltig angewachsen - von 37 Konzernen auf 80 - um eine globalere Repräsentation von Unternehmen zu erzielen, die Schätzungen zufolge mehr als 10.000 metrische Tonnen Baumwollmull verbrauchen, und schließt auch Unternehmen aus Wachstumsmärkten und Onlinehändler ein.

War im letzten Jahr mit Adidas nur ein deutsches Unternehmen vertreten, sind es in diesem Jahr bereits zehn und damit ein Achtel aller weltweit untersuchten Betriebe - und zwar außer Adidas auch die Adler Modemärkte, Gerry Weber International, Hugo Boss, Maxingvest (Tchibo), die New Yorker Group, Otto Group, s.Oliver Group, Tom Tailor und Zalando.

Amazon, Zalando & Co. - 2017 auch Onlinehändler dabei

Neu dabei sind in diesem Jahr unter anderem Amazon, Arcadia, Asics, Benetton, Bestseller, Decathlon, El Corte Ingles, Esprit, Forever 21, Giorgio Armani, Levi Strauss & Co., Lululemon Athletica, die Max Mara Fashion Group, Metersbonwe und die Youngor Group.

„Indem wir ein zweites Baumwoll-Ranking im Jahr 2017 veröffentlichen, ewarten PAN UK, Solidaridad und der WWF, dass mehr Unternehmen Schritte in Richtung ihrer nachhaltigen Baumwollstrategie, Nachweisbarkeit und Beschaffung unternommen haben. Da diese drei Organisationen Transparenz und die Verantwortung Verbrauchern gegenüber als absolut vorrangig ansehen, werden für die von einem Unternehmen erreichte Punktzahl nur öffentlich zugängliche Informationen verwendet“, hieß es in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung.

Man darf gespannt sein, ob die untersuchten 37 Konzerne ihre Ergebnisse vom letzten Jahr halten bzw. verbessern konnten: Laut dem Bericht 2016 schaffte es die Ikea Group als einziges Unternehmen in den grünen Bereich als Wegbereiter. Drei Firmen - C&A, H&M und Adidas - schafften es in den gelben Bereich, Unternehmen, die auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit sind.

Vier Unternehmen - Nike, Marks & Spencer, VF Corporation und Kering - befanden sich im letzten Jahr zumindest am Anfang des Weges und damit im orangenen Bereich. Für alle anderen - und dies waren mit 29 Firmen immerhin die Mehrheit - blieb nur die rote Karte, da sie noch nicht einmal in den Startlöchern waren. Zu dieser Grupe gehörten unter anderem Inditex, Walmart, Fast Retailing, Gap, Hermes und Coach.

Unternehmen können sich noch bis zum 20. Februar melden

Die drei Organisationen begrüßen Rückmeldungen von Unternehmen, die glauben, dass ihr Baumwollverbrauch zu hoch oder zu niedrig eingeschätzt wurde, sowie von Firmen, die in der Liste nicht enthalten sind, aber gerne dabei sein würden. Diese können sich noch bis zum 20 Februar 2017 melden.

Globales Baumwoll-Ranking hat 10 deutsche Modeunternehmen im Visier

Der Bericht wird diesmal auch ein Markt-Update zur Verfügbarkeit und dem Verbrauch von Baumwolle der Hauptnachhaltigkeitsstandards (Biobaumwolle, Fairtrade, Cotton made in Africa und der Better Cotton Initiative) einschließen, da im Jahr 2014 10 Prozent des weltweiten Baumwollanbaus unter einem von ihnen erfolgte, aber weniger als ein Fünftel dieses Anteils auch als nachhaltigere Baumwolle verkauft wurde. Der Rest aufgrund eines Nachfragemangels von Marken und Unternehmen als konventionelle Baumwolle unter den Hammer.

Baumwolle wird in rund 80 Ländern weltweit angebaut und ist - mit 32 Prozent aller verwendeten Fasern - eines der wichtigsten Rohmaterialien der Textilindustrie. Nachhaltigkeitsprobleme werfen der weit verbreitete Gebrauch von Pestiziden und ein extrem hoher Wasserverbrauch beim Anbau sowie bei der Verarbeitung auf.

Fotos: Sustainable Cotton Ranking-Bericht
René Lezard: Abstimmung der Anleihegläubiger scheitert an mangelnder Beteiligung

Der Bekleidungshersteller René Lezard Mode GmbH muss einen zweiten Anlauf bei den Bemühungen nehmen, seinen Anleihegläubiger zu weiteren Zugeständnissen zu bewegen. Eine Abstimmung ohne Versammlung über Änderungen an den Konditionen der Anleihe, die in der vergangenen Woche durchgeführt wurde, war aufgrund mangelnder Beteiligung nicht beschlussfähig. Die Abstimmung habe „nicht die erforderliche Teilnahme von mindestens 50 Prozent der ausstehenden Teilschuldverschreibungen“ aufgewiesen, erklärte das Unternehmen. Nun werde „umgehend“ eine zweite Gläubigerversammlung einberufen.

Die Zeichner der Anleihe sollten unter anderem eine Verlängerung der Stundung von fälligen Zinszahlungen beschließen. Bereits im November hatten sie einem Aufschub bis zum 31. März zugestimmt, nun soll die Frist bis zum 31. Mai verlängert werden. Außerdem sollten sie einwilligen, bis Ende Mai auf bestimmte Kündigungsrechte zu verzichten. In der vergangenen Woche fanden sich aber nicht genügend Gläubiger bereit, diesen Maßnahmen ihre Zustimmung zu erteilen.

Die Zeichner der Unternehmensanleihe sollen nun auf einer zweiten Gläubigerversammlung weitere Zugeständnisse beschließen

Eine ähnliche Hängepartie bei seinen finanziellen Restrukturierungsbemühungen hatte René Lezard bereits im Herbst erlebt. Auch damals hatten die Anleihegläubiger erst im zweiten Anlauf unter anderem jene Zugeständnisse gemacht, die nun zeitlich noch einmal verlängert werden sollen. Die Änderungen bei den Konditionen der Anleihe sind ein Bestandteil des umfassenden Refinanzierungskonzepts, an dem das Unternehmen seit Monaten arbeitet. Das ist nötig, weil die aktuellen Bankenfinanzierungen im Frühjahr auslaufen werden. Eigentlich sollte in den Plänen ein neuer Investor die Schlüsselrolle übernehmen und die langfristige Finanzierung sicherstellen. Der schon sicher geglaubte Geldgeber sprang allerdings im November kurzfristig ab. Seither ist das Unternehmen auf der Suche nach einem neuen Investor.

Auch im Tagesgeschäft lief es für René Lezard zuletzt nicht rund. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2016/17 sank der Umsatz um rund sechs Prozent, der operative Fehlbetrag fiel höher aus als im Vorjahreszeitraum. Wie viele andere Unternehmen aus der Bekleidungsbranche haderte auch René Lezard mit den „ungewöhnlich milden Temperaturen im September“, die für einen schwachen Start in die Wintersaison und enttäuschende Geschäfte in den eigenen Boutiquen verantwortlich gemacht wurden.

Foto: René Lezard
Recht und Praxis: Keine Preisangabe in Schaufenstern mehr erforderlich

AKTUALISERUNGDer Bundesgerichtshof hat kürzlich entschieden, dass in Schaufenstern präsentierte Ware nicht mit Preisen ausgezeichnet werden muss (Urteil vom 10. November 2016, Az. I ZR 29/15).

Im konkreten Fall ging es um in Schaufenstern ausgestellte Hörgeräte, für die keine Preise angegeben waren. Die Wettbewerbszentrale hatte die fehlende Preisauszeichnung als wettbewerbswidrig beanstandet, ist mit ihrer Klage jedoch vor allen drei Instanzen gescheitert. Die Gerichte sahen die Schaufensterausstellung der Produkte nicht als „Angebot“, sondern als bloße Werbung an, die nicht zu einer Preisangabepflicht nach der Preisangabenverordnung (PAngV) führt.

Die Vorinstanzen hatten ihre Entscheidungen unter anderem noch damit begründet, dass die ausgestellten Hörgeräte nicht für eine sofortige Kaufentscheidung geeignet seien, weil sie aufwändig angepasst werden müssten. Der Bundesgerichtshof hat diese Begründung jedoch nicht übernommen, sondern allgemeiner argumentiert. Das Urteil legt nahe, dass ein bloßes Ausstellen von Waren in Schaufenstern generell nicht als Angebot im Sinne der Preisangabenverordnung anzusehen ist.

Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs gilt damit erfreulicherweise auch für die Modebranche. Unternehmen dürften nunmehr frei entscheiden können, ob sie ihre in Schaufenstern ausgestellte Ware mit Preisen versehen möchten oder nicht.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel keine Rechtsberatung darstellt und eine solche nicht ersetzen kann.

Geschrieben von Janina Voogd, LL.M. (Cape Town), Noerr LLP

Janina Voogd ist Rechtsanwältin und Senior Associate in der Praxisgruppe Gewerblicher Rechtsschutz im Münchener Büro der Sozietät Noerr LLP. Sie berät nationale und internationale Unternehmen in allen Bereichen des Marken- und Designrechts. Darüber hinaus berät sie im Wettbewerbsrecht sowie in Domain-Streitigkeiten. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Beratung von Unternehmen in der Modebranche. Janina Voogd ist Lehrbeauftragte für Marken- und Designrecht an der AMD Akademie Mode & Design in München.

Bild: Pexels

Charles Vögele Niederlande muss Konkurs anmelden

Das Schweizer Modeunternehmen Charles Vögele kommt weiter in Bedrängnis und will sich daher von einigen seiner internationalen Tochterunternehmen verabschieden. Als erstes hat es nun Charles Vögele Netherlands B.V getroffen – die Firma musste am 27. Januar 2017 Insolvenz anmelden.

Das Bezirksgericht Amsterdam hab den Antrag direkt bewilligt und Johan Westerhof und Hans Hendriks als Konkursverwalter eingesetzt, heißt es vonseiten des Unternehmens. Diese sollen das operative Geschäft nun bis zur Abwicklung des Konkursverfahrens leiten.

Die Sempione Retail AG, seit dem 16. Dezember 2016 Hauptaktionärin der Charles Vögele Holding AG, hatte im Rahmen des öffentlichen Kaufangebots im September 2016 angekündigt, sich bei Vollzug des Angebots auf die strategischen Märkte Schweiz, Österreich, Ungarn und Slowenien zu konzentrieren. Aus diesem Grund habe man in den letzten Monaten mit Hochdruck verschiedene Optionen zur Weiterführung der Unternehmung evaluiert, die sich aber nicht hätten umsetzen lassen, so das Management. Die niederländische Geschäftsleitung habe deshalb keine Möglichkeit mehr zur Weiterführung der Organisation gesehen.

Charles Vögele hat im Jahr 1999 in den Niederländischen Markt expandiert und verfügt dort aktuell über 95 Standorte mit rund 700 Mitarbeitern, die sich nun berechtigte Sorgen um ihren Job machen müssen. Ob und wann Charles Vögele in den Niederlanden tatsächlich abgewickelt wird, steht noch nicht fest.

Foto: Charles Vögele

Rekordjahr für LVMH: Trendwende für die Luxusbranche?

Die Luxusgüterindustrie galt lange Zeit als wirtschaftlicher Überflieger. Die Nachfrage nach teurer Mode, Uhren oder Schmuck stieg stetig, vor allem aus Russland, China und den arabischen Ölstaaten. Dann kamen die Wirtschaftskrise, der Ölpreisverfall und die Wirtschaftssanktionen gegen Russland, und die Luxusbranche fand sich plötzlich auf dem absteigenden Ast wieder. In der Folge fielen die Umsätze in diesem Segment weltweit auf Tiefstwerte. Selbst die schweizerische Uhrenindustrie, eine über Jahre mit satten Umsatzsteigerungen verwöhnte Branche, setzte 2016 so wenig um wie seit Jahren nicht mehr.

Doch nun zeichnet sich für die Luxusartikler eine Trendwende ab: Der Branchenprimus LVMH meldet für das vergangene Jahr einen Rekordumsatz in Höhe von 37,6 Milliarden Euro, was einer Steigerung von fünf Prozent gegenüber 2015 entspricht. Im vierten Quartal kam LVMH mit einem vergleichbaren Plus von acht Prozent sogar noch etwas schneller voran.

Erwirtschaftet werden konnte das unerwartete Plus vor allem dank gestiegener Nachfrage nach edler Mode und teuren Handtaschen. Auch Uhren und Spirituosen waren gefragt, heißt es seitens des Unternehmens. Und auch das Einzelhandelsgeschäft des Konzerns wuchs deutlich. Zu LVMH gehören beispielsweise der Douglas-Konkurrent Sephora, Luxuskaufhäuser, Duty-Free-Geschäfte an Flughäfen oder Läden auf Kreuzfahrtschiffen.

Chinesen wieder spendabler

Der um Sonderposten bereinigte Gewinn stieg im Gesamtjahr um gute sechs Prozent auf sieben Milliarden Euro – mehr als von den meisten Analysten erwartet. Netto verdiente LVMH mit rund vier Milliarden Euro satte elf Prozent mehr als im Vorjahr. Angesichts der vielen geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten habe sich der Konzern hervorragend geschlagen, sagte Vorstandschef und Großaktionär Bernard Arnault. Im laufenden Jahr dürfte LVMH seine Position weiter verteidigen, dennoch blicke er auf 2017 mit Vorsicht.

Dabei gibt es durchaus Grund für etwas mehr Optimismus. Vor LVMH hatte es nämlich bereits ebenfalls sehr ermutigende Nachrichten von dem britischen Trenchcoat-Schneider Burberry und der Schweizer Cartier-Mutter Richemont gegeben, die ebenfalls wieder zulegen konnten. Es zeichnet sich also ab, dass die Geschäfte im Luxus-Segment generell wieder an Fahrt aufnehmen. Befeuert wird die neue Flamme der Hoffnung vor allem durch ein sich erholendes China-Geschäft.

Nach dem Einbruch der Branche auf dem dortigen Markt hatten viele Luxusanbieter ihre Preise gesenkt, anscheinend mit Erfolg. Mittlerweile kaufen viele gut betuchte Chinesen wieder teure Produkte in der Heimat. Die Reisefreudigkeit früherer Tage lässt bei Asiaten jedoch generell weiter zu wünschen übrig, da Terrorängste betuchte Käufer nach wie vor von Shoppingtrips nach Europa abhalten.

Foto: LVMH

Recht und Praxis: Ist das noch dieselbe Marke? Rebranding und rechtserhaltende Benutzung der Marke

Oftmals werden Marken im Laufe der Zeit weiterentwickelt, verändert und modernisiert. Gründe für eine solches „Rebranding“ können z.B. betriebliche Veränderungen, Erweiterungen des Produktangebots oder schlicht eine stilistische Anpassung an den Zeitgeist sein. Auch wenn derartige Veränderungen aus Sicht des Marketings zwingend erscheinen, so können sie aus rein markenrechtlicher Sicht mit erheblichen Risiken verbunden sein.

Löschung der nicht benutzten Marke

Im Gegensatz zu anderen Schutzrechten können Marken grundsätzlich ohne zeitliche Begrenzung aufrechterhalten und deren Eintragung im Markenregister immer wieder verlängert werden. Zentrale Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Marke von ihrem Inhaber auch tatsächlich für die für sie eingetragenen Waren und Dienstleistungen benutzt wird. Dies wird als sog. „rechtserhaltende Benutzung“ bezeichnet. Mit dieser Regelung soll verhindert werden, dass Marken auf Verdacht und für alle erdenklichen Waren und Dienstleistungen eingetragen werden, ohne dass der Inhaber selbst sie überhaupt verwendet und ein berechtigtes Interesse daran hat, ihre Verwendung durch Dritte zu verhindern. Fehlt es an der rechtserhaltenden Benutzung wird die Marke „löschungsreif“ und kann unwiederbringlich aus dem Markenregister gelöscht werden.

Veränderung des kennzeichnenden Charakters?

Bei jeder Veränderung der eigenen Marke muss sich der Inhaber also die Frage stellen, ob auch die Benutzung dieser veränderten, „neuen“, Marke für seine Produkte noch eine rechtserhaltende Benutzung der älteren, eingetragenen Markenform darstellt. Laut § 26 Abs. 3 MarkenG ist auch die Benutzung in einer Form, die von der Eintragung abweicht, als Benutzung der Marke in ihrer eingetragenen Form zu sehen, soweit die Abweichungen den kennzeichnenden Charakter nicht verändern. Ob eine Veränderung des kennzeichnenden Charakters vorliegt, wird nach der Rechtsprechung danach beurteilt, ob der Verkehr die Marke im Gesamteindruck nach noch als „dieselbe“ Marke ansieht.

Recht und Praxis: Ist das noch dieselbe Marke? Rebranding und rechtserhaltende Benutzung der Marke

Das ist in der Regel dann der Fall, wenn die bloße Schrifttype oder -farbe geändert, zwischen Groß- und Kleinschrift gewechselt oder aber graphische Bestandteile verändert werden, die nur eine Verzierung darstellen und keine eigene kennzeichnende Bedeutung aufweisen. Kritisch wird es allerdings, wenn die Schreibweise in einer Art und Weise abgeändert wird, die eine ersichtliche Veränderung im Gesamteindruck bewirkt oder aber graphische Ausgestaltungen gewählt werden, die ein neues, eigenständiges Bild entstehen lassen. Vorsicht ist auch beim Weglassen von Wort-oder Bildbestandteilen geboten: Bei einer Marke, die aus mehreren Worten oder aber aus einem Wort- und einem Bildbestandteil bestehen, sollten einzelne Elemente nur dann weggelassen werden, wenn ihnen keinerlei eigene kennzeichnende Bedeutung zukommt.

Wie diese Erwägungen verdeutlichen, hängt die Beurteilung, ob es sich aus Sicht des Verkehrs noch um „dieselbe Marke“ handelt, stark von den Umständen des Einzelfalls ab. Es kann daher nur dazu geraten werden, bei jeglicher Veränderung der eigenen Marke umsichtig vorzugehen und genau zu prüfen, ob die neue Form den „Kerngehalt“ der eingetragenen Marke beibehält.

Ob der Markeninhaber neben der Ursprungsmarke auch die modernisierte Markenfassung als Marke anmeldet oder nicht, hat im Übrigen keine Bedeutung für die Frage der rechtserhaltenden Benutzung. So hat der EuGH entschieden, dass dem Markeninhaber kein Nachteil daraus entstehen darf, dass er für den selbständigen rechtlichen Schutz des aktualisierten Markendesigns sorgt.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel keine Rechtsberatung darstellt und eine solche nicht ersetzen kann.

Geschrieben von Valentina Nieß, LL.M. (Berkeley), Noerr LLP

Valentina Nieß ist Rechtsanwältin in der Praxisgruppe IP & Medien im Münchener Büro der Sozietät Noerr LLP. Sie ist spezialisiert im Bereich Gewerblicher Rechtsschutz und Wettbewerbsrecht und berät deutsche sowie internationale Mandanten zu allen Fragen des Marken-, Design- und Domainrechts. Dies umfasst u.a. die Beratung beim Aufbau von Marken- und Designportfolios, die Rechtsdurchsetzung und Prozessführung sowie die rechtliche Prüfung von Werbekampagnen und die Bekämpfung von Produktpiraterie.

Bildern: Wikimedia Commons, Holger.Ellgaard und Pixabay

Charles Vögele findet Käufer für deutsche Filialen

Mit der Übernahme durch das italienische Konsortium Sempione Retail war der Rückzug des schweizerischen Bekleidungshändlers Charles Vögele vom deutschen Markt beschlossene Sache. Nun hat das Unternehmen nach eigenen Angaben Käufer für die meisten seiner hiesigen Filialen gefunden.

„Die deutschen Handelsunternehmen Tedi, Woolworth und Kik haben eine Vereinbarung mit Charles Vögele Deutschland GmbH für den Kauf eines Großteils des deutschen Filialnetzwerks unterzeichnet“, teilte der Bekleidungshändler am Montag mit. Um wie viele der derzeit 284 deutschen Shops es sich dabei genau handelt, wurde nicht bekannt.

Bereits bei der Veröffentlichung der Übernahmepläne im vergangenen Herbst hatte Sempione Retail klar gemacht, kein Interesse am Deutschlandgeschäft von Charles Vögele zu haben. Nun wird der Markenname komplett vom deutschen Markt verschwinden. Die drei Käufer der Filialen würden „vorbehaltlich der Zustimmung der Vermieter die Mehrheit der Filialen künftig unter ihrem jeweiligen Markennamen und mit ihrem spezifischen Geschäftskonzept betreiben“, erklärte Charles Vögele. Es sei geplant, „die Mietverträge im zweiten Quartal 2017 überzuleiten“. Für die Beschäftigten in den Filialen gab es eine gute Nachricht: Ihnen werde „die Möglichkeit auf Weiterbeschäftigung angeboten“, teilte das Unternehmen mit.

Charles Vögele war im vergangenen Jahr von einem italienischen Konsortium übernommen worden

Charles Vögele hatte schon seit Jahren mit Problemen zu kämpfen. Das Geschäftsjahr 2015 schloss das Unternehmen auf Pfäffikon mit einem Umsatzrückgang um elf Prozent ab, der Nettoverlust stieg auf knapp 62 Millionen Schweizer Franken. (58 Millionen Euro). Daraufhin war bereits im vergangenen Sommer der Rückzug vom belgischen Markt beschlossen worden. Dort wurden bis Ende November Käufer für 14 von 41 Filialen gefunden, die restlichen mussten in die Insolvenz gehen.

Im September legte das italienische Konsortium Sempione Retail, ein Zusammenschluss des Handelskonzerns OVS mit zwei weiteren Investoren, Pläne für die Übernahme des angeschlagenen Einzelhändlers vor. Die sahen unter anderem den Verkauf der deutschen Filialen vor. Im November wurde die Übernahme erfolgreich abgeschlossen. Die verbliebenen Shops von Charles Vögele in der Schweiz sowie in Ungarn, Österreich und Slowenien sollen nun in das Filialnetz von OVS integriert werden.

Foto: Charles Vögele
Eterna schließt 2016 mit Umsatzplus ab

Der Hemden- und Blusenspezialist Eterna Mode Holding GmbH hat sich im Geschäftsjahr 2016 trotz widriger Rahmenbedingungen im Bekleidungshandel gut behauptet. Das Unternehmen aus Passau konnte seinen Umsatz steigern und damit die eigenen Erwartungen erfüllen. Das geht aus vorläufigen Zahlen hervor, die Eterna am Montag vorlegte.

Demnach erzielte das Unternehmen einen Bruttoumsatz in Höhe von 106,7 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete das ein Wachstum um 4,2 Prozent. Überdurchschnittlich fiel die Steigerungsrate im Inland aus: In Deutschland wuchsen die Bruttoerlöse trotz des allgemein schwierigen Marktumfeldes um 5,3 Prozent. Auch im Ausland verbuchte Eterna nach eigenen Angaben ein kleines Plus. Besonders gut liefen insgesamt die Geschäfte mit Blusen (+8,1 Prozent).

"Wesentlicher Wachstumstreiber" seien im vergangenen Jahr die eigenkontrollierten Flächen gewesen, teilte das Unternehmen mit. Dort sei "ein zweistelliges Plus entgegen des generellen Frequenzrückgangs im Handel" erzielt worden. Aktuell betreibt Eterna 56 eigene Läden und beliefert etwa 5.000 Fachhandelspartner.

Eterna erwägt die Ausgabe einer neuen Unternehmensanleihe

Entsprechend positiv fiel das Fazit des Geschäftsführenden Gesellschafters Henning Gerbaulet aus: "Mit dem erneuten Umsatzanstieg auf 106,7 Millionen Euro liegen wir im oberen Bereich unserer Erwartungen", erklärte er in einer Mitteilung. "Das ist ein erneuter Umsatzrekord für uns, daher bin ich auch sehr zufrieden." Auch beim Ergebnis, für das noch keine konkreten Zahlen veröffentlicht wurden, liegt das Unternehmen offenbar im Plan. Für den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) "gehen wir entsprechend unserer früheren Erwartungen von einer stabilen Entwicklung in 2016 aus", erklärte Gerbaulet. Der Eterna-Chef wertete die vorgelegten Resultate als Bestätigung der Unternehmensstrategie: "Die Modernisierung unserer Produkte und der Markenrelaunch tragen Früchte. Diesen Weg werden wir weiter konsequent verfolgen."

Neben den vorläufigen Umsatzzahlen veröffentlichte Eterna auch Informationen zur weiteren Finanzplanung. Das Unternehmen habe "Investmentbanken beauftragt, eine Anschlussfinanzierung ihrer im Jahr 2012 begebenen Unternehmensanleihe im Volumen von 55 Millionen Euro auf den Weg zu bringen", heißt es in der Mitteilung. "Im Rahmen des Refinanzierungskonzepts" werde "unter anderem auch die Emission einer neuen Anleihe erwogen". Den Zeichnern der bestehenden Anleihe, deren Fälligkeitsdatum der 9. Oktober ist, will Eterna dann ein entsprechendes Umtauschangebot machen.

Foto: Eterna