(werbung)
(werbung)
Prada: Jahresgewinn sinkt um 16 Prozent

Der Gewinn des italienischen Modekonzerns Prada SpA ist im Geschäftsjahr 2016/17 deutlich geschrumpft. Das Unternehmen will nun mit einem Maßnahmenpaket, das Einsparungen ebenso wie gezielte Innovationen enthält, wieder auf Erfolgskurs einschwenken. Im zweiten Halbjahr konnte das Modehaus seinen Abwärtstrend immerhin schon etwas bremsen.

Bereits im Februar hatte das Unternehmen vorläufige Zahlen zur Umsatzentwicklung im vergangenen Geschäftsjahr veröffentlicht, das am 31. Januar abgeschlossen worden war. Demnach sanken die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent (währungsbereinigt -9 Prozent) und erreichten nur noch 3,2 Milliarden Euro. Hoffnungen machte dem Management, dass der Umsatzschwund im zweiten Halbjahr (-6 Prozent) weit weniger dramatisch ausgefallen war als in den ersten sechs Monaten (-13 Prozent). „Unser Aktionsplan, mit dem wir auf die Bedürfnisse eines sich ständig wandelnden Marktes reagieren, hat bereits zu einer Trendverbesserung beim Umsatz und zur Stabilisierung der Margen geführt“, erklärte das Unternehmen in einer Mitteilung.

Dank Restrukturierungsmaßnahmen: Prada sieht Aufwärtstrend

Neben einschneidenden Sparmaßnahmen hatte Prada unter anderem Veränderungen im Vertrieb eingeleitet: So wurde die internationale Expansion mit eigenen Boutiquen gebremst. Nun soll erst einmal das bestehende Filialnetz "rationalisiert" und durch neue Konzepte aufgefrischt werden.

Strategische Priorität hat aber der Ausbau des digitalen Angebots durch die Einführung von umfassenden Omnichannel-Modellen im eigenen Einzelhandel und die verstärkte Zusammenarbeit mit wichtigen Online-Händlern im Großhandelsgeschäft. Erste Resultate der schon im vergangenen Jahr geschlossenen Partnerschaften mit MyTheresa, Net-a-Porter und Mr. Porter seien „ermutigend“, erklärte das Unternehmen.

Zauberwort Omnichannel: Prada setzt auf den Ausbau seines digitalen Ökosystems

Obwohl es durch die bereits umgesetzten Spar- und Rationalisierungsmaßnahmen gelang, die operativen Kosten in den letzten Monaten vor dem Jahreswechsel deutlich zu reduzieren, wurden die Ergebnisse für das Jahr 2016/17 noch maßgeblich vom schwachen ersten Halbjahr geprägt. So sank der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 14 Prozent auf 431 Millionen Euro. Der Konzernüberschuss schrumpfte sogar um 16 Prozent auf 278 Millionen Euro.

CEO Patrizio Bertelli sprach in seinem Jahresfazit trotzdem von „befriedigenden Zahlen“, die „im Rahmen der Markterwartungen“ gelegen hätten. Insgesamt sei 2016/17 „ein herausforderndes Übergangsjahr für das Unternehmen“ gewesen.

Hoffnungen setzt er nun in die Digitalisierungsstrategie: „Um unseren stationären Einzelhandel und die Online-Vertriebskanäle zu integrieren, werden wir weiterhin beträchtliche Ressourcen in die Entwicklung eines Omnichannel-Angebots investieren“, sagte er. Wichtige Schritte seien die Einführung einer neuen globalen digitalen Plattform, die Zusammenarbeit mit Online-Händlern und digitale Innovationen in den stationären Boutiquen.

Prada: Geschäftsjahr 2016/17
Umsatz 3,2 Milliarden €
Nettogewinn 278 Millionen €

Foto: Prada
Interaktiver Zeitstrahl – JD Sports, sechs Jahre auf der Suche nach der perfekten Akquisition

Der britische Modefilialist JD Sports hat in den vergangenen sechs Jahren sein Portfolio an Sportswear-, Athleisure- und Lifestylebrands immer weiter ausgebaut. Von Cloggs über Blacks’ bis hin zu Perry Sport hat der Modehändler seine Produktrange weit über Sneaker hinaus aufgestellt. Auch in Deutschland ist das Unternehmen auf dem Vormarsch.

Nach seiner Eroberung der britischen Heimatmarktes und einiger Märkte in Kontinentaleuropa will das Unternehmen nun den australischen Markt angehen. FashionUnited betrachtet die Expansion der vergangenen sechs Jahre im interaktiven Zeitstrahl.

JD Sports Business ist in den vergangenen sechs Jahren, dank des Sports- und Athleisurewear-Booms, stark gewachsen. Erst im letzten Jahr konnte es einen 45-prozentigen Anstieg des Jahresumsatzes ausweisen. Die Kette ist nun in 12 Ländern vertreten.

Foto:JD Sports Store.

Eterna erzielt Rekordumsatz und reduziert Verlust

Der Hemden- und Blusenspezialist Eterna Mode Holding GmbH hat das Geschäftsjahr 2016 mit einem Rekordumsatz abgeschlossen. Der Nettoverlust fiel deutlich geringer aus als im Vorjahr. Das geht aus dem aktuellen Geschäftsbericht hervor, den das Unternehmen am Mittwoch veröffentlichte.

Insgesamt erwirtschaftete Eterna im vergangenen Jahr einen Nettoumsatz in Höhe von 101,7 Millionen Euro. Im Vergleich zu 2015 bedeutete das eine Steigerung um 4,3 Prozent. Besonders erfreulich entwickelten sich die Geschäfte auf dem Heimatmarkt: In Deutschland wuchsen die Erlöse um 5,0 Prozent auf 74,3 Millionen Euro. Im Ausland wurde der Umsatz um 2,4 Prozent auf 27,4 Millionen Euro verbessert. Deutlich zulegen konnte Eterna auch im eigenen Einzelhandel: Auf vergleichbarer Fläche sei „ein niedriges zweistelliges Umsatzwachstum“ erzielt worden, heißt es im Geschäftsbericht. „Dies ist ein deutliches Zeichen für den Erfolg der Unternehmensstrategie, welche sich in der gestiegenen Begehrlichkeit der Marke und Produkte verdeutlicht“, erklärte das Unternehmen.

Der Nettoverlust schrumpfte auf 4,5 Millionen Euro

Aufgrund einer niedrigeren Materialkostenquote, die nach Angaben des Unternehmens mithilfe „einer erfolgreichen Wareneinsatzoptimierung sowie durch Veränderungen beim Produktmix“ erreicht wurde, konnte Eterna höhere Ausgaben in anderen Bereichen kompensieren. So stieg das Betriebsergebnis von 0,2 auf 1,2 Millionen Euro.

Unter dem Strich standen trotzdem rote Zahlen. Diese seien aber wie schon in den Vorjahren auf eine „planmäßige, aber nicht liquiditätswirksame Abschreibung auf den Firmenwert in Höhe von 6,4 Millionen geprägt, der 2006 im Rahmen eines Leveraged-Buyout angesetzt wurde“, erklärte das Unternehmen. Immerhin wurde der ausgewiesene Nettoverlust gegenüber dem Vorjahr von 5,5 auf 4,5 Millionen Euro reduziert. Bereinigt um die genannte Abschreibung stieg das Konzernergebnis von 0,9 auf 1,9 Millionen Euro.

2017 sollen Umsatz und Ergebnis weiter verbessert werden

„Mit dem Rekordumsatz deutlich über Marktentwicklung haben sich unsere Erwartungen an das Jahr 2016 vollends erfüllt“, erklärte der geschäftsführende Gesellschafter Henning Gerbaulet. „Dies zeigt, dass die neugestalteten Produktions- und Vertriebsprozesse, die Modernisierung der Kollektion und der Markenrelaunch Früchte tragen und wir gut positioniert sind, um dem Wandel im Modemarkt erfolgreich zu begegnen.“

Und so soll es im laufenden Geschäftsjahr weiter aufwärts gehen: Das Unternehmen erwartet sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) Zuwächse im einstelligen Prozentbereich. Zum zukünftigen Erfolg sollen auch positive Effekte der kürzlich abgeschlossenen Refinanzierungsmaßnahmen beitragen: „Die neue Finanzierung verschafft uns durch einen geringeren Kapitaldienst mehr Spielräume, um weitere Investitionen in unsere Marke und Produkte zu tätigen“, erklärte Gerbaulet.

Foto: Eterna
Ahlers: Gewinn schrumpft im ersten Quartal um 17 Prozent

Die Aufgabe von Geschäftsaktivitäten und Verschiebungen bei den Lieferterminen haben die Resultate des Herforder Bekleidungskonzerns Ahlers AG im ersten Quartal 2016/17 belastet. So musste das Unternehmen am Dienstag Rückgänge beim Umsatz und Ergebnis melden. Hinsichtlich der kommenden Monate sorgte das aber nicht für Verunsicherung: Die bestehenden Jahresprognosen wurden ausdrücklich bestätigt.

Im Auftaktquartal, das am 28. Februar endete, belief sich der Konzernumsatz auf 63,1 Millionen Euro. Damit wurde das entsprechende Vorjahresniveau um 4,7 Prozent verfehlt. Das Unternehmen machte die Verschiebung von Lieferungen ins zweite Quartal, die Aufgabe der Marke Gin Tonic und den Ausstieg aus dem Private-Label-Geschäft für den Rückgang verantwortlich: Bereinigt um diese Faktoren sei der Umsatz um 1,5 Prozent gestiegen. „Wir freuen uns über diesen positiven Trend, der von der guten Entwicklung unserer Marken Baldessarini, Pierre Cardin und Pioneer Authentic Jeans in einem schwierigen Markt getragen wird“, erklärte Vorstandschefin Stella Ahlers in einer Mitteilung.

Das Unternehmen hält an seinen Jahresprognosen fest

Sparmaßnahmen und die Trennung von margenschwachen Aktivitäten wirkten sich positiv auf das Ergebnis aus. Trotzdem konnten die Folgen des Umsatzrückgangs nicht komplett kompensiert werden. So sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 13,8 Prozent auf 5,6 Millionen Euro, der Quartalsüberschuss schrumpfte um 17,1 Prozent auf 2,9 Millionen Euro.

Die aufgrund der geänderten Liefertermine in den ersten drei Monaten fehlenden Umsätze hofft das Unternehmen nun im zweiten Vierteljahr zu verbuchen. „Zum Ende des Monats März 2017 ist bereits die Hälfte des Rückstandes aufgeholt worden“, heißt es im Quartalsbericht.

Insgesamt sieht sich der Vorstand jedenfalls auf Kurs: „Nach dem ersten Quartal bewegen sich unsere Umsatz- und Ertragszahlen innerhalb der Planungen für das gesamte Geschäftsjahr 2016/17 und wir können die im Geschäftsbericht veröffentlichte Jahresprognose bestätigen“, erklärte Stella Ahlers. Somit rechnet das Unternehmen für das laufende Jahr weiterhin mit einer „weitgehend stabilen Umsatzentwicklung“ sowie einem „stabilen bis leicht steigenden Ergebnis nach Steuern“. Zuwächse bei den Marken Baldessarini, Pierre Cardin und Pioneer Authentic Jeans sollen dabei die durch die Aufgabe von Gin Tonic und den Ausstieg aus dem Private-Label-Geschäft entfallenden Erlöse kompensieren.

Foto: Baldessarini
LVMH startet mit deutlichem Umsatzplus ins neue Jahr

Der französische Luxusgüterkonzern Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH) hat im ersten Quartal 2017 seinen Umsatz überraschend deutlich gesteigert. Die Zahlen, die das Unternehmen am Montag in einer Zwischenmitteilung präsentierte, übertrafen die Erwartungen der Analysten. Der Konzern dämpfte allerdings die Hoffnungen auf eine ungebrochenen Fortsetzung des Wachstumstempos: Aufgrund der Folgen der Terroranschläge in Paris vom November 2015 seien die Vergleichszahlen des Vorjahres vor allem in Europa außergewöhnlich niedrig gewesen.

Insgesamt erwirtschaftete LVMH im ersten Vierteljahr einen Umsatz in Höhe von 9,9 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutete das eine Steigerung um 15 Prozent. Organisch, also bereinigt um Währungseffekte und Veränderungen in der Konzernstruktur, lag die Wachstumsrate bei 13 Prozent.

Im Mode- und Lederwarensegment stieg der Umsatz um 15 Prozent

Der weltgrößte Luxuswarenanbieter konnte in allen Marktregionen zulegen und in allen Produktgruppen zweistellige Zuwächse verbuchen. Im Segment Mode und Lederwaren, der umsatzstärksten Sparte des Konzerns, stiegen die Erlöse um 15 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Nach Angaben des Unternehmens gelang dem Label Louis Vuitton ein „guter Start“. Fendi habe erneut gute Ergebnisse vorweisen können, bei den Marken Céline, Kenzo, Loewe und Berluti seien „Fortschritte“ gemacht worden. Die Umsätze des deutschen Gepäckhersteller Rimowa, bei dem LVMH kürzlich für 640 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung erworben hat, werden erst im zweiten Quartal in die Bilanz einfließen.

Erfreulich war die Entwicklung auch in den übrigen Sparten: Das Einzelhandelssegment, in dem die vor allem in Flughäfen vertretenen Ketten Sephora und DFS geführt werden, steigerte seine Erlöse um 15 Prozent (organisch +11 Prozent) auf knapp 3,2 Millionen Euro. Die Umsätze mit Parfüm und Kosmetik wuchsen um 15 Prozent (organisch +12 Prozent) auf 1,4 Milliarden Euro, mit Weinen und Spirituosen um 16 Prozent (organisch +13 Prozent) auf 1,2 Milliarden Euro und mit Uhren und Schmuck um 14 Prozent (organisch +11 Prozent) auf 879 Millionen Euro.

Foto: Louis Vuitton
Tom Tailor vergibt Lizenz für Kindermode

Der Hamburger Bekleidungskonzern Tom Tailor Group lässt die Kindermode seiner Hauptmarke künftig von einem Lizenzpartner produzieren und vermarkten. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, wurde eine entsprechende Partnerschaft mit dem in Pliezhausen ansässigen Kidswear-Spezialisten Kids Fashion Group geschlossen. Durch die Zusammenarbeit, die am 1. Juni beginnen wird, solle „das Vertriebsnetzwerk ausgebaut und das Umsatzwachstum nachhaltig gesteigert werden“, teilte Tom Tailor mit.

Ab Juni entwickelt und vermarktet die Kids Fashion Group die Kidswear-Kollektionen von Tom Tailor

Im Rahmen der Partnerschaft wird die Kids Fashion Group in den kommenden zehn Jahren die Kollektionen von Tom Tailor Kids entwickeln, produzieren und „den Wholesale-Vertrieb als Lizenzprodukt“ übernehmen. Die Produkte werden in den Filialen von Tom Tailor und im Online-Shop der Marke, aber auch bei zahlreichen Handelspartnern der Kids Fashion Group erhältlich sein. Die erste von der Kids Fashion Group entwickelte Kollektion soll im Frühjahr 2018 auf den Markt kommen.

Der Kindermodehersteller verfügt derzeit über ein Portfolio von 14 Marken, darunter sind die entsprechenden Lizenzen für populäre Linien wie Marc O’Polo Junior und Steiff Collection. Sein Vertriebsnetzt umfasst nach Angaben von Tom Tailor „mehr als 280 eigene Läden sowie weitere 3.500 Points of Sale, davon allein 2.000 in Deutschland“.

Tom Tailor erwartet Einspareffekte und größere Wachstumschancen im Kidswear-Segment

Von der neuen Partnerschaft erhofft sich die Tom-Tailor-Gruppe Wachstumschancen für ihre Kidswearmarke, aber auch Einspareffekte: „Durch die Lizenzvereinbarung wird unser Kids-Geschäft von den Ressourcen eines auf Kinderbekleidung spezialisierten Partners profitieren“, erklärte Finanzvorstand Thomas Dressendörfer in einer Mitteilung. „Die Zusammenarbeit von zwei starken Partnern ermöglicht es unter anderem, das Vertriebsnetzwerk auszubauen, das Umsatzwachstum anzukurbeln und die notwendige Kosteneffizienz zu schaffen.“

Der Hamburger Bekleidungskonzern, zu dem die Dachmarken Tom Tailor und Bonita gehören, hat sich nach schwachen Zahlen umfassende Sparmaßnahmen verordnet. So wurden Filialen geschlossen, Mitarbeiter entlassen und Marken eingestellt. Außerdem straffte das Unternehmen die internen Strukturen und zog sich aus einigen Auslandsmärkten zurück. Im Gegenzug soll verstärkt in die E-Commerce-Angebote und die Profilierung der verbliebenen Marken investiert werden.

Foto: Tom Tailor
Yoox Net-a-Porter und Valentino planen innovative Multichannel-Plattform

Der Online-Versender Yoox Net-a-Porter Group (Ynap) und das Modehaus Valentino planen eine zukunftsweisende Online-Plattform. Um das ganz deutlich zu machen, soll das gemeinsame Projekt „New Era“ heißen und nichts weniger als „eine Neuerfindung der Beziehung zwischen Luxusmarken und Online-Händlern“ bedeuten.

Die Grundzüge der neuen Plattform, die Anfang 2018 an den Start gehen soll, stellten beide Unternehmen am Freitag vor. Geplant ist demnach eine umfassende Omnichannel-Lösung, die das globale Netzwerk von Yoox Net-a-Porter mit der gesamten Produktpalette von Valentino kombiniert und eine Vielzahl von Bestellmöglichkeiten und Vertriebswegen einschließt.

„New Era“ ist die nächste Stufe einer langjährigen Zusammenarbeit: Bereits seit 2008 betreibt die Yoox Net-a-Porter Group den Online-Store von Valentino. Nun wollen beide Partner ihre Fähigkeiten noch stärker vernetzen und die Grenzen zwischen dem Online-Auftritt von Valentino und den Multimarkenstores Net-a-Porter und Mr. Porter weitgehend aufheben.

Mehr Komfort für die Verbraucher, umfassende Kundenprofile für die Anbieter

So werden im Rahmen von „New Era“ die Bestände des Valentino-Shops und die Angebote der Marke in den beiden Multibrand-Stores digital zusammengeführt. Die Besucher von Net-a.Porter und Mr. Porter erhalten damit Zugriff auf das gesamte Repertoire von Valentino. Damit die Ware reibungslos zum Kunden kommt, sollen die Distributionskapazitäten des Modehauses – also auch die stationären Boutiquen – und das weltumspannende Vertriebsnetzwerk von Yoox Net-a-Porter gleichermaßen genutzt werden.

Gleichzeitig wird auch der Online-Store Valentino.com modernisiert. Angesichts der Veränderungen im Nutzverhalten sollen hier künftig mobile Endgeräte – also Smartphones und Tablets – im Vordergrund stehen. Deren Anteil am Online-Handel ist gerade im Mode-Sektor zuletzt stetig gestiegen. Durch den Einsatz „künstlicher Intelligenz“ sollen Angebote stärker auf die individuellen Vorlieben des Besuchers zugeschnitten werden, gleichzeitig erhält das Modehaus „ein umfassendes Profil seines Kundenstammes“.

Mobile Endgeräte sollen eine zentrale Rolle spielen

Auch in den stationären Boutiquen werden digitale Zusatzangebote künftig eine größere Rolle spielen. So soll die Smartphone-basierte Plattform dafür sorgen, dass der Kunde sich individuell orientieren kann, ohne auf das Ladenpersonal angewiesen zu sein. Auch Bezahlvorgänge könnten den Planungen zufolge künftig per Mobiltelefon und damit unabhängig von den Mitarbeitern erfolgen.

Weniger futuristisch klingen die Visionen für eine stärkere Verknüpfung aller Vertriebswege. Bestellungen in den Shops und im Internet und deren Auslieferung an selbst gewählte Adressen – sei es eine individuelle des Kunden oder eine Valentino-Boutique – sollen künftig vollkommen flexibel gehandhabt werden. Gleiches gilt für die Rückgabe von Produkten.

Mit den Plänen für „New Era“ könnten Yoox Net-a-Porter und Valentino tatsächlich einen Innovationsschub im Modehandel einleiten. Sollten die vollmundigen Ankündigungen Realität werden, würden die Auswahl und der Einkaufsprozess für den Kunden tatsächlich komfortabler werden. Gleichzeitig erhalten die Anbieter das wertvollste Gut in der modernen Informationsgesellschaft: Detaillierte Kenntnisse über das Kaufverhalten und die Vorlieben ihrer Kunden. Das erleichtert sowohl das Bestandsmanagement, als auch die Planung zukünftiger Kollektionen und hilft damit, effizienter und kostengünstiger zu agieren.

Foto: Yoox Net-a-Porter Group/Valentino

Kaufhof in Turbulenzen: Die Umsätze sinken, der Chef geht

Turbulente Zeiten für Kaufhof: Nur eineinhalb Jahre nach der Übernahme des Konzerns durch die kanadische Hudson's Bay Company (HBC) verlässt Firmenchef Olivier Van den Bossche Hals über Kopf den Handelsriesen. Der Rückzug fällt in eine Zeit, in der sich beunruhigende Nachrichten über den Konzern häufen. Kaufhof kämpft nicht nur mit Umsatzrückgängen. Im Geschäftsjahr 2016/17 schrieb das Europageschäft von HBC unter dem Strich auch rote Zahlen. Nun soll es ein neuer Europachef richten.

Der HBC-Verwaltungsratsvorsitzende und Großaktionär Richard Baker bemühte sich am Freitag bei einem Besuch der Kaufhof-Filiale an der Düsseldorfer Kö, Sorgen über die Zukunft der deutschen Kette zu zerstreuen. Seine Botschaft: Die Kanadier sehen Europa als Markt mit großen Chancen.

Durch die Eröffnung neuer Warenhäuser und Outlet-Stores in Deutschland und den Niederlanden wollen sie die Verkaufszahlen in den nächsten zwei Jahren um 20 Prozent steigern. Rund 400 Millionen Euro wollen die Kanadier dafür in die Hand nehmen. Knapp die Hälfte davon sind für den deutschen Markt bestimmt. Damit werde HBC der am schnellsten wachsende Kaufhauskonzern in Europa, sagte Baker.

In Deutschland sollen in diesem Jahr die ersten fünf Filialen der Designer-Outlet-Kette Saks off 5th an den Start gehen. Der Flagship-Store soll Anfang Juni in Düsseldorf die Tore öffnen. Auch die Modernisierung der bestehenden Kaufhof-Warenhäuser, in denen HBC künftig mit mehr Service und besserer Einkaufsatmosphäre punkten will, soll weitergehen - allerdings etwas langsamer als ursprünglich geplant.

HBC-Chef Gerald Storch betonte: "Es sind herausfordernde Zeiten für die Warenhäuser weltweit." Nicht nur der Online-Handel mache der Branche zu schaffen. Zu beobachten sei auch ein sinkendes Interesse an Bekleidung insgesamt. Die Warenhäuser müssten deshalb besser werden.

Den richtigen Mann dafür glaubt HBC gefunden zu haben: Wolfgang Link - bis vor kurzem Europachef des Spielwarenhändlers Toys R Us. Er soll künftig das Europageschäft von HBC leiten. Der deutsche Manager hat große internationale Erfahrung. Zuletzt war er für das Toys-R-Us-Geschäft in neun europäischen Ländern verantwortlich, darunter Deutschland. Davor war er bei Elektronikketten und im Metro-Großhandel tätig.

Erfahrungen im Geschäft mit Damen- und Herrenmode hat er allerdings nicht. Doch aus Sicht von HBC-Chef Storch könne das sogar ein Vorteil sein: Angesichts der neuen Herausforderungen brauche es eine neue Herangehensweise an das Thema Warenhaus, hieß es. Wäre Van den Bossche geblieben, wäre Link wohl sein Vorgesetzter geworden. Das sei auch ein wesentlicher Grund für den Abgang gewesen, wird in Kaufhof-Kreisen signalisiert.

Das kanadische Konzept für einen Kaufhof 2.0 stößt allerdings nicht überall auf Begeisterung. "Es ist ein bisschen das Prinzip Hoffnung, dass die Renaissance der Warenhäuser kommt. Aber darauf warten wir jetzt schon seit 40 Jahren", warnt etwa der Handelsexperte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein. (DPA)

Bild: via Galeria Kaufhof website