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Nord Holding übernimmt Damenmodemarke Olsen

Die in Hamburg ansässige DOB-Marke Olsen hat einen neuen Eigentümer. Die ebenfalls in der Hansestadt beheimatete Nord Holding übernahm kurz vor Weihnachten sämtliche Geschäftsaktivitäten des Modeunternehmens im Rahmen eines Carve-Out-Verfahrens. Vorbesitzer war die in der Schweiz ansässige Veldhoven Group.

Die Marke Olsen wurde 1995 gegründet. Der Strickspezialist entwickelte sich schnell zu einem international agierenden Unternehmen. Nach Angaben des neuen Eigentümers wird für das Geschäftsjahr 2016 ein Umsatz in Höhe von etwa siebzig Millionen Euro erwartet. Das würde eine Verbesserung um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeuten. Den Großteil seiner Erlöse erwirtschaftet Olsen mittlerweile in Kanada (35 Prozent) und Deutschland (33 Prozent). Weitere wichtige Märkte sind Polen und Großbritannien.

CEO Michael Simon kehrt zu Olsen zurück

„Mit der Fokussierung auf die Zielkundin im Modern Classic Segment hat sich Olsen auf eine attraktive und tendenziell markentreue Zielgruppe spezialisiert, die über ein überdurchschnittliches Einkommen verfügt und deren Anteil an der Gesamtbevölkerung in den relevanten Zielmärkten zukünftig weiter steigen wird“, begründete Matthias Kues, der Sprecher der Geschäftsführung der Nord Holding, die Investition. „Diese Positionierung bietet für Olsen überdurchschnittliches Wachstumspotenzial im Vergleich zu anderen Segmenten der Modebranche.“ Für die Beteiligungsgesellschaft ist es das zweite Engagement im Bekleidungssegment: 2015 hatte sie bereits den Hosenspezialisten Hiltl übernommen.

Im Zuge des Eigentümerwechsels kehrte Michael Simon als CEO an die Spitze von Olsen zurück. Er hatte das Unternehmen bereits von 2013 bis 2015 geführt und in dieser Zeit „erfolgreich neu ausgerichtet“, erklärte die Nord Holding. „Wir freuen uns, mit Herrn Simon den Architekten der erfolgreichen Ausrichtung von Olsen und mit der Nord Holding einen starken Partner für die Zukunft gewonnen zu haben“, sagte Michael Greiner, der bei Olsen für die Region DACH zuständig ist. Mit der Rückkehr des erfolgreichen Geschäftsführers „gewährleisten wir unseren Kundinnen ein verlässliches Markenversprechen und unseren Geschäftspartnern Kontinuität in der weiteren Entwicklung“, so Greiner weiter.

Foto: Olsen
Tut Alibaba genug gegen gefälschte Produkte?

TIMELINE Angesichts Alibabas letztem Rückschlag im Kampf gegen gefälschte Produkte - die USA haben seine Online-Plattform Taobao gerade letzte Woche wieder auf die Liste "notorischer Märkte" gesetzt - hat sich FashionUnited die Schritte angeschaut, die der chinesische Internetriese in den letzten Jahren unternommen hat, um gegen gefälschte Produkte auf seinen Websites anzugehen.

Der Überblick der unternommenen Maßnahmen zeigt, dass Alibaba aktiv zu werden scheint, wann immer das Unternehmen einen Rückschlag hinnehmen musste - sei es das Hinzufügen seiner Websites auf Schwarzen Listen, Kritik an Gründer Jack Mas Kommentaren über die Qualität gefälschter Produkte oder Klagen aufgebrachter Luxusmarken. Laut dieser generellen Entwicklung dürfte die nächste Gegenmaßnahme Alibabas bevorstehen. Oder vielleicht sollte der chinesische Internetriese proaktiver werden und handeln, bevor sich die Beschwerden häufen.

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Foto: Alibaba Group

Recht und Praxis: Nur dekorative Benutzung oder schon Markenverletzung?

Eine Vielzahl an Zeichen, Mustern, Logos und Formen sind als Marke geschützt. Oftmals stellt sich daher für Designer und Hersteller die Frage: Ist nun wirklich jegliche Verwendung dieser Zeichen verboten? Dürfen etwa gar keine Krokodile mehr auf Bekleidungsstücken abgebildet werden, ohne dadurch automatisch gegen Markenrechte von Lacoste zu verstoßen? Darf man überhaupt noch zwei ineinander verschlungene Cs oder Halbkreise als Teil eines Musters verwenden oder werden dadurch schon die Rechte von Chanel verletzt?

Hier gilt es zu unterscheiden: Das Markenrecht verbietet nicht jegliche Verwendung einer Marke durch Dritte, sondern nur sogenannte „markenmäßige“ Benutzungshandlungen. Eine solche markenmäßige Benutzung ist dann gegeben, wenn der angesprochene Verkehr ein Zeichen als Herkunftskennzeichnung von Waren eines Herstellers auffasst, das Zeichen also dazu dient, die Waren eines Unternehmens von den Produkten anderer Unternehmen zu unterscheiden. Um Markeninhabern einen weiten Schutz zu bieten, wird diese Voraussetzung der „markenmäßigen Benutzung“ von der Rechtsprechung großzügig ausgelegt.

Wird ein Zeichen aber ausschließlich als beschreibende Angabe, als schmückendes Beiwerk oder als rein dekoratives Element verwendet, so kann es an einer markenmäßigen Benutzung fehlen.

Nach der bisherigen Rechtsprechung zu dieser Frage spielen vor allem die folgenden Umstände für das Verständnis des angesprochenen Verkehrs, ob es sich nun um einen Herkunftshinweis oder reines Dekor handelt, eine Rolle:

Positionierung des Zeichens auf dem Bekleidungsstück

Wird das Zeichen als großflächiger Druck auf der Brust, dezent nur auf der oberen linken Brust, auf der Innenseite des Kragens oder am unteren Rand eines T-Shirts angebracht, so erkennt der angesprochene Verkehr hierin in der Regel einen markenmäßigen Gebrauch. An eben diesen Stellen erwartet er nämlich einen Hinweis auf den Hersteller. Das Gleiche gilt für die Anbringung eines Stofffähnchens mit dem Zeichen an der hinteren Gesäßtasche.

Bekanntheit der älteren Marke

Daneben ist auch der Bekanntheitsgrad der verwendeten Marke entscheidend. Die Gerichte gehen hier davon aus, dass die hohe Bekanntheit einer Marke dazu führt, dass der Verkehr das Zeichen eher wiedererkennt und dann auch als Herkunftshinweis wahrnimmt. Daher wird die identische Darstellung einer bekannten Marke – selbst an einer ungewöhnlichen Stelle der Bekleidung – in der Regel eine Markenverletzung darstellen. Demgegenüber wird ein kreatives Abbild einer eher unbekannten Marke als dekoratives Element viel eher erlaubt sein.

Art des Zeichens

Das Verkehrsverständnis wird auch durch die konkrete Art des Zeichens beeinflusst. Handelt es sich bei einer eingetragenen Marke etwa um eine einfache geometrische Form, so nimmt der Verkehr ein solches Zeichen wesentlich eher als Dekor wahr als eine ungewöhnliche graphische Gestaltung oder einen Namen. So hat das OLG Köln etwa angenommen, dass die Verwendung des nachfolgend gezeigten Musters auf einem Pullover keine markenmäßige Benutzung der daneben abgebildeten Marke darstellt: Recht und Praxis: Nur dekorative Benutzung oder schon Markenverletzung?

Sinngehalt des Zeichens

In der Regel keine markenmäßige Benutzung ist in der Verwendung von lustigen oder beschreibenden Sprüchen im Brustbereich eines Shirts oder Pullovers zu sehen. Die meisten Gerichte gehen davon aus, dass solche Zeichen als dekorativ wahrgenommen werden und gerade nicht als produktbezogener Hinweis auf die Herkunft der Ware. Eine Verletzung von Markenrecht durch derartige Schriftzüge wurde bereits in zahlreichen Entscheidungen abgelehnt, etwa bei der Aufschrift „Tussi ATTACK“ auf einem Shirt oder „Mit Liebe gemacht“ auf einem Babystrampler. Ganz ausschließen kann man eine Verletzungshandlung in solchen Konstellationen aber nicht: Das OLG Hamburg hat zuletzt entschieden, dass der großflächige Aufdruck „ZICKE“ auf Bekleidungsstücken eine markenmäßige Benutzung darstellt.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass generell von der Verwendung von bekannten Marken (bzw. deren Abwandlungen) dringend abzuraten ist, ebenso wie von der Anbringung von Marken Dritter gerade an denjenigen Stellen, an denen der Verkehr einen Herstellerhinweis erwartet. In den übrigen Fällen muss eine sorgfältige Abwägung aller Umstände des Einzelfalls erfolgen. Dabei sollte man im Hinterkopf behalten, dass die markenmäßige Benutzung weit ausgelegt wird.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel keine Rechtsberatung darstellt und eine solche nicht ersetzen kann.

Geschrieben von Valentina Nieß.

Valentina Nieß ist Rechtsanwältin in der Praxisgruppe IP & Medien im Münchener Büro der Sozietät Noerr LLP. Sie ist spezialisiert im Bereich Gewerblicher Rechtsschutz und Wettbewerbsrecht und berät deutsche sowie internationale Mandanten zu allen Fragen des Marken-, Design- und Domainrechts. Dies umfasst u.a. die Beratung beim Aufbau von Marken- und Designportfolios, die Rechtsdurchsetzung und Prozessführung sowie die rechtliche Prüfung von Werbekampagnen und die Bekämpfung von Produktpiraterie.

Foto: Chanel, Catwalkpictures

Besser als erwartet: Nike überzeugt mit starken Quartalszahlen

Der Marktführer hat im zweiten Quartal 2016/17 Stärke gezeigt. Die Zahlen, die der US-amerikanische Sportartikelkonzern Nike Inc. am Dienstag präsentierte, fielen insbesondere dank guter Geschäfte in Westeuropa und China um einiges besser aus, als die Analysten im Vorfeld erwartet hatten. Der weltgrößte Sportartikler konnte sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn überraschend deutlich zulegen.

Der Konzernumsatz belief sich im zweiten Quartal, das am 30. November abgeschlossen wurde, auf 8,18 Milliarden US-Dollar (7,87 Milliarden Euro) und übertraf damit den entsprechenden Vorjahreswert um sechs Prozent. Bereinigt um Wechselkursveränderungen stiegen die Erlöse sogar um acht Prozent. Der Umsatz der Hauptmarke Nike stieg um sechs Prozent (währungsbereinigt +8 Prozent) auf 7,72 Milliarden US-Dollar, das kleine Label Converse legte um fünf Prozent auf 416 Millionen US-Dollar zu.

Die Kernmarke verbuchte vor allem in Westeuropa, China und den aufstrebenden Märkten deutliche Zuwächse. Während die Erlöse in Nordamerika, dem mit Abstand wichtigsten Markt, nur um drei Prozent auf 3,65 Milliarden US-Dollar stiegen, wuchsen sie in Westeuropa um sieben Prozent (währungsbereinigt +12 Prozent) auf 1,39 Milliarden US-Dollar und in der Region Großchina sogar um zwölf Prozent (währungsbereinigt +17 Prozent) auf rund 1,05 Milliarden US-Dollar. Auch in den aufstrebenden Märkten wurde die Milliarden-Dollar-Schwelle übersprungen. Dort stieg der Umsatz um sechs Prozent (währungsbereinigt +13 Prozent) auf knapp 1,05 Milliarden US-Dollar.

Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn konnte Nike im zweiten Quartal die Erwartungen übertreffen

In Japan profitierte der Konzern von Währungseffekten: Dort wuchsen die Erlöse um 16 Prozent (währungsbereinigt -2 Prozent) auf 238 Millionen US-Dollar. Die Geschäfte in Mittel- und Osteuropa entwickelten sich ebenfalls eher schwach: Dort stieg der Umsatz nur um ein Prozent (währungsbereinigt +1 Prozent) auf 328 Millionen US-Dollar.

Beim Ergebnis konnte der Konzern die aufgrund höherer Produktionskosten und Rabatte niedrigere Bruttomarge durch Kostensenkungen im Marketing und Vertrieb kompensieren. Zudem wurden positive Sondereffekte verbucht. So stieg der Quartalsüberschuss trotz höherer Steuerbelastungen um sieben Prozent auf 842 Millionen US-Dollar (810 Millionen Euro). Der verwässerte Gewinn pro Aktie wuchs aufgrund von Rückkäufen sogar um elf Prozent auf 0,50 US-Dollar. So konnte der Konzern beim Ergebnis wie auch beim Umsatz die Erwartungen der Analysten deutlich übertreffen.

Im ersten Halbjahr 2016/17 kam Nike damit auf einen Umsatz von 17,2 Milliarden US-Dollar, was eine Verbesserung um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutete. Der Nettogewinn fiel mit 2,09 Milliarden US-Dollar um sechs Prozent höher aus.

Nike: 2. Quartal 2016/17
Umsatz 8,18 Milliarden $
Nettogewinn 842 Millionen $
Foto: Nike
Infrastruktur für den Onlinehandel: Hermes und ECE investieren 600 Millionen Euro

Der Versanddienstleister Hermes stellt sich auf die wachsende Bedeutung des Onlinehandels ein: Zusammen mit dem Projektentwickler ECE will das Unternehmen mehr als eine halbe Milliarde Euro in den Ausbau seiner Logistikkapazitäten investieren.

Hermes plant den Bau von neun zusätzlichen Logistikzentren in Deutschland. Die neuen Anlagen sollen in Bad Rappenau, Mainz, Augsburg, Hamburg, Borgholzhausen, Köln, Leipzig und Dresden sowie im Raum Berlin entstehen. Die erste Einrichtung soll bereits im kommenden Jahr in Betrieb gehen, bis 2019 sollen alle neuen Logistikzentren fertiggestellt sein. „Das Großprojekt gehört zu einem umfangreichen Zukunftsprogramm, mit dem der Consumer-Logistiker seine Infrastruktur auf zusätzliches Wachstum aus dem Onlinehandel ausrichtet und die Paketzustellung weiter beschleunigt“, erklärte die ECE.

Das Hamburger Unternehmen, ansonsten vor allem als Entwickler und Betreiber von Shopping-Centern bekannt, übernimmt als Projektentwickler „alle Aufgaben von der Planung bis zur schlüsselfertigen Übergabe der Immobilien“, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Hermes wird demnach insgesamt 300 Millionen Euro in die neuen Projekte investieren, die ECE die gleiche Summe „für die Gebäude und Flächen“ beisteuern.

Bis 2019 errichtet die ECE neun neue Logistikzentren für Hermes

„Mit den neuen Standorten rücken wir näher an unsere bestehenden und potenziellen Auftraggeber aus dem Onlinehandel heran. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Partner für E-Commerce-Akteure zu sein“, erklärte Dirk Rahn, der Managing Director Operations von Hermes Germany. „Wir freuen uns, dass wir mit der ECE einen erfahrenen Partner haben, der unsere hohen Anforderungen an Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit der Immobilien umsetzen kann.“

Für die als Projektentwickler beteiligte ECE sei das Megaprojekt „ein Meilenstein“, erklärte Andreas Mattner, der Geschäftsführer für den Bereich Office, Traffic, Industries bei der ECE. „Noch nie hat ein einzelner Entwickler so viele Logistikimmobilien in einer so engen Taktung realisiert.“

Die neun Hermes-Anlagen werden auf der Basis eines von der ECE entwickelten Prototyps errichtet. Pro Standort sollen jeweils 250 neue Arbeitsplätze entstehen. Nach der Inbetriebnahme könnten in den neuen Logistikzentren „täglich über 200.000 Sendungen“ bearbeitet werden, teilte die ECE mit.

Foto: ECE
Trotz Hoffnungsschimmer bleibt Geldentwertung für indische Textilindustrie schwierig

UPDATE Mehr als einen Monat, nachdem die Geldentwertung von 500- und 1000-Rupien-Noten in Indien am 8. November angekündigt wurde, um Schwarzgeld, Korruption und Terrorismus zu bekämpfen und den allmählichen Umstieg auf eine bargeldlose Wirtschaft zu bewältigen, ist die Situation noch weit von ihrem Ideal entfernt und Ministerpräsident Narendra Modis Ziel, nach 50 Tagen wieder Normalität zu erreichen, scheint zweifelhaft. Allerdings zeigt sich jedoch ein Hoffnungsschimmer für die Textil-und Bekleidungsindustrie am Horizont.

Auch wenn die Schlangen vor den Banken etwas kürzer geworden sind, finden sich viele Menschen immer noch ohne Bargeld in der Tasche wieder oder mit 2000-Rupien-Noten, die nur wenige Händler wechseln können. Alle Sektoren sind betroffen; die Textil- und Bekleidungsindustrie bietet da keine Ausnahme. In einigen Teilen Indiens sind lebhafte Städte durch die Bargeldkrise zu Geisterstädten geworden, zum Beispiel die traditionelle Textilstadt Bhiwandi, nicht weit von Mumbai entfernt, einst Powerloom-Hauptstadt des Landes, die jetzt verlassen daliegt.

Trotz Hoffnungsschimmer bleibt Geldentwertung für indische Textilindustrie schwierig

Vor allem Saison- und Zeitarbeitskräfte sind betroffen, da sie selten Bankkonten haben und somit bar bezahlt werden müssen. Wie bereits berichtet, wurden deshalb 10.000 indische Textilarbeiter bereits entlassen . Allerdings sollte sich dieser Zustand bald ändern, denn das indische Textilministerium fördert den bargeldlosen Zahlungsverkehr innerhalb der Branche und fordert insbesondere der Textilarbeiter, Handwerker und Weber auf, Bankkonten zu öffnen. Laut der Economic Times haben in den letzten zehn Tagen bereits über 500.000 Textilarbeiter Bankkonten eröffnet, darunter 220.000 Weber und 275.000 Arbeiter aus der Juteindustrie, viele davon aus Textilzentren wie Tirupur, Bhiwandi und Surat.

Indische Textil- und Bekleidungsbranche beschäftigt fast 120 Millionen

Auch wenn dies langfristig der richtige Schritt ist, wird das Überleben kurzfristig weiterhin hart bleiben, da sich die Eröffnung eines Bankkontos, das bereits vor der Geldentwertung zwischen 2 Wochen und 2 Monaten dauerte, hinziehen könnte, da die Bankangestellten bereits mit einfachen Transaktionen wie Einzahlungen und Abhebungen alle Hände voll zu tun haben. 2015-16 beschäftigte der indische Textil- und Bekleidungssektor 51 Millionen Menschen direkt und 68 Millionen indirekt; der Powerloom-Sektor allein fast 6,5 Millionen Menschen.

Angesichts der Anstrengungen der indischen Regierung, die Probleme der Textilindustrie direkt anzugehen, zeichnet sich jedoch ein Silberstreif am Horizont ab. Sie fordert Textilverbände dazu auf, bargeldlose Transaktionen zu fördern und zu priorisieren. Zudem hat das Textilministerium bereits über 900 temporäre Stellen zur Einrichtung von Bankkonten im ganzen Land errichtet. Es drängt textile Betriebe, seine Bemühungen zu unterstützen, indem sie selbst bargeldlosen Transaktionen Vorrang einräumen und Arbeiter dazu ermutigen, Bankkonten zu eröffnen. Nach Angaben der Textilrätin Kavita Gupta ist das Ziel des Ministeriums, dass alle Textilarbeiter in Indien innerhalb der nächsten drei Monate ein Bankkonto eröffnet haben sollen.

Darüber hinaus hat der Bund aller Händler Indiens (CAIT) den aufgefordert, 2017 zum "Less Cash Year" zu deklarieren, um Händler zu ermutigen, digitale Zahlungssysteme sowohl auf B2C- als auch auf B2B-Ebene anzunehmen. Um dies zu tun, plant CAIT ab dem 1. Januar 2017 eine 60-tägige nationale Kampagne, die Konferenzen über digitale Zahlungen in verschiedenen Staaten für Führungskräfte der Wirtschaftsverbände sowie Veranstaltungen, Less Cash-Märsche, Straßentheater, Seminare und Workshops in Märkten in ganz Indien umfasst, zudem Outdoor-Werbekampagnen, Kurzvideos und WhatsApp-Filme über die Vorteile digitaler Zahlungsweisen.

Fotos: Partha S. Sahana & McKay Savaga; via flickr
Wolford: Halbjahresumsatz schrumpft um knapp 15 Prozent

Das österreichische Bekleidungsunternehmen Wolford AG ist im ersten Halbjahr 2016/17 aufgrund eines deutlichen Umsatzrückgangs tiefer in die Verlustzone gerutscht. Der in Bregenz beheimatete Spezialist für Wäsche und Legwear haderte angesichts der mageren Zahlen mit „schwachen Kundenfrequenzen“ in wichtigen Märkten. Zum Umsatzrückgang habe allerdings auch die Verschiebung von Lieferterminen beigetragen, erklärte das Unternehmen.

In den Monaten Mai bis Oktober belief sich der Umsatz auf 67,6 Millionen Euro. Damit verfehlte er das entsprechende Vorjahresniveau um 14,7 Prozent. Bereinigt um Wechselkursveränderungen sanken die Erlöse um 13,1 Prozent. In allen Vertriebskanälen war der Umsatz rückläufig. Im Großhandelsgeschäft schrumpfte er um zwanzig Prozent, was das Unternehmen unter anderem mit Änderungen bei den Auslieferungsterminen begründete. So sei ein Liefertermin für die Herbst/Winter-Kollektion „näher an die Weihnachtssaison und damit in das dritte Quartal verschoben“ worden.

Auch im eigenen Einzelhandel blieben die Erlöse deutlich unter dem Vorjahresniveau: Nach Angaben von Wolford sanken sie aufgrund der „sinkenden Kundenfrequenz in den Boutiquen“ um zwölf Prozent und blieben damit „deutlich unter den Erwartungen“. Sogar im Online-Geschäft gab es einen Rückschlag: Dort ging der Umsatz um drei Prozent zurück.

Neben den Terminverschiebungen im Großhandelsgeschäft machten schwierige Rahmenbedingungen dem Unternehmen im ersten Halbjahr zu schaffen. „In wichtigen Kernmärkten Europas schwächelte die Bekleidungsbranche“, erklärte Wolford. Letztlich waren die Umsätze in allen Regionen rückläufig. In Österreich (-7 Prozent), Deutschland (-9 Prozent) und Spanien (-4 Prozent) hielt sich der Abwärtstrend noch in Grenzen, in den übrigen europäischen Ländern, in den USA und in Asien schrumpften die Erlöse um zweistellige Prozentsätze.

Der Halbjahresverlust wächst auf 8,45 Millionen Euro

Die unbefriedigende Umsatzentwicklung belastete naturgemäß das Halbjahresergebnis. Zudem sorgten Sonderbelastungen im Rahmen der laufenden Restrukturierungsmaßnahmen, darunter etwa Abfindungszahlungen an entlassene Mitarbeiter, dafür, dass das Unternehmen tiefer in die roten Zahlen rutschte. So wuchs der Fehlbetrag vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 0,28 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 8,24 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust in Höhe von 8,45 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2015/16 hatte er lediglich bei 0,90 Millionen Euro gelegen.

Für das gesamte Geschäftsjahr gibt sich der Vorstand noch verhalten optimistisch. „Im zweiten Halbjahr sollte das laufende Maßnahmenprogramm zur nachhaltigen Umsatz- und Profitabilitätssteigerung erste positive Kosteneffekte zeigen, während ein Großteil der Restrukturierungs-Aufwendungen im ersten Halbjahr zu Buche schlugen“, erklärte das Unternehmen. Zudem würden die ins dritte Quartal verschobenen Liefertermine für entsprechend höhere Umsätze im Großhandelsgeschäft sorgen. Auch die jüngste Entwicklung im eigenen Einzelhandel gibt Anlass zu Hoffnungen: „Im November konnte Wolford den negativen Umsatztrend brechen und im eigenen Retail auf flächenbereinigter Basis wieder leichte Zuwächse erzielen“, teilte Wolford mit.

Nach dem schwachen ersten Halbjahr sei es jedoch eine „große Herausforderung“, die selbstgesteckten Ziele für das laufende Geschäftsjahr zu erreichen, räumte das Unternehmen ein. Derzeit erwartet das Management für 2016/17 „leicht nachgebende Umsätze und ein negatives operatives Ergebnis im niedrigen einstelligen Bereich“. Ob diese Prognosen erfüllt werden können, hängt nach Einschätzung der Geschäftsführung „entscheidend“ von der Umsatzentwicklung im dritten Quartal ab, in dem das wichtige Weihnachtsgeschäft verbucht wird.

Foto: Wolford AG, Bregenz
Zara-Mutter Inditex: Umsatz und Ergebnis wachsen kräftig

Der spanische Textilkonzern Inditex, zu dem unter anderem der populäre Filialist Zara gehört, konnte in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2016/17 solide Zuwächse beim Umsatz und Gewinn verzeichnen. Auch der Start ins vierte Quartal, in dem das wichtige Weihnachtsgeschäft verbucht wird, fiel vielversprechend aus.

In den Monaten Februar bis Oktober erwirtschaftete Inditex mit seinen Konzepten Zara, Pull & Bear, Massimo Dutti, Bershka, Stradivarius, Oysho, Zara Home und Uterqüe einen Konzernumsatz in Höhe von rund 16,4 Milliarden Euro. Damit übertraf er das entsprechende Vorjahresniveau um elf Prozent. In den jeweiligen Lokalwährungen stiegen die Erlöse sogar um 14,5 Prozent.

Zahlreiche neue Filialen trugen zum Wachstum bei. Zwar schloss der Konzern seit Jahresbeginn 13 Läden der Konzepts Zara Kids, trotzdem wuchs die Gesamtzahl der Stores bis Ende Oktober auf 7.240 in nunmehr 93 Ländern. Ein Jahr zuvor waren es 6.913 gewesen. Im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres expandierte der Konzern in fünfzig Ländern, im dritten Quartal wurden die ersten Filialen in Vietnam und Neuseeland eröffnet. Gleichzeitig erweiterte der Konzern auch seine internationale Online-Präsenz, etwa durch die Eröffnung eines eigenen Webshops in der Türkei, die im Oktober vollzogen wurde. Mittlerweile sind die Marken des Unternehmens in 41 Ländern sowohl in stationären Stores als auch Online erhältlich.

Trotz hoher Expansionskosten stieg der Nettogewinn in den ersten neun Monaten um neun Prozent

Trotz zusätzlicher Ausgaben für Neueröffnungen und höherer Vertriebskosten stieg auch das Ergebnis kräftig. Das Unternehmen begründete das mit einer „strikten Kontrolle“ der allgemeinen Betriebskosten. So wuchs der operative Gewinn (EBIT) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 2,8 Milliarden Euro, der Periodenüberschuss nach Minderheitenanteilen stieg ebenfalls um neun Prozent auf 2,2 Milliarden Euro.

In den ersten sechs Wochen des Schlussquartals konnte der Konzern seine Wachstumsrate noch einmal steigern: Im Zeitraum vom 1. November bis zum 12. Dezember stiegen die Erlöse verglichen mit dem Vorjahreszeitraum währungsbereinigt um 16 Prozent. Der wirtschaftliche Erfolg der Herbst/Winter-Saison sei aber maßgeblich von den Geschäften in der besonders umsatzträchtigen Periode unmittelbar vor und nach den Feiertagen abhängig, erklärte das Unternehmen.

Zara: Erste neun Monate 2016/17
Umsatz 16,4 Milliarden €
Nettogewinn 2,2 Milliarden €

Foto: Inditex