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Ludwig Beck: "zufriedenstellendes" Ergebnis, zurückhaltende Prognose

Das Münchener Handelsunternehmen Ludwig Beck AG hat ein schwieriges Geschäftsjahr hinter sich. Der Umsatz wurde nur dank der Übernahme von Wormland im Vorjahr gesteigert, das Ergebnis ging deutlich zurück. Am Ende wurde dank eines starken Weihnachtsgeschäfts immerhin die im vergangenen Oktober reduzierte Gewinnprognose übertroffen. Das Unternehmen sprach von einem „insgesamt zufriedenstellenden Ergebnis“ angesichts großer Herausforderungen im abgelaufenen Jahr. Die Aussichten für 2017 sind aber eher verhalten.

Bereits im Januar hatte das Unternehmen Eckdaten zur Umsatzentwicklung im abgelaufenen Jahr veröffentlicht: Demnach wurden die Bruttoerlöse gegenüber dem Vorjahr um 11,7 Prozent auf 177,1 Millionen Euro gesteigert. Das lag jedoch nur daran, dass der Jahresumsatz des im Mai 2015 übernommenen Herrenmodehändlers Wormland erstmals vollständig in die Bilanz eingeflossen war. Das im Segment Ludwig Beck geführte traditionelle Kerngeschäft musste einen Rückgang um 2,8 Prozent auf 101,1 Millionen Euro hinnehmen.

Der Konzernüberschuss sank von 15,2 auf 2,9 Millionen Euro

Am Dienstag veröffentlichte das Unternehmen nun sein vollständiges Zahlenwerk für 2016. Demnach belief sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 6,3 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte es noch bei 18,3 Millionen Euro gelegen. Allerdings hatte das Unternehmen 2015 auch einen „steuerfreien Konzernertrag aus der Erstkonsolidierung der Wormland Gruppe“ in Höhe von 9,8 Millionen Euro verbuchen können. Immerhin wurde die im Herbst nach unten korrigierte Prognose klar übertroffen: Anfang Oktober hatte der Vorstand nach enttäuschenden Monaten lediglich ein EBIT zwischen vier und fünf Millionen Euro erwartet. Der Konzernjahresüberschuss schrumpfte von 15,2 auf 2,9 Millionen Euro.

Für 2017 stellte das Unternehmen keine großen Verbesserungen in Aussicht: Prognostiziert wird ein Jahresumsatz im Bereich von 170 bis 180 Millionen Euro, also höchstens eine kleine Steigerung gegenüber 2016. Beim EBIT rechnet das Management sogar mit einem weiteren Rückgang: Hier liegt der aktuelle Zielkorridor bei vier bis sechs Millionen Euro. „Wir werden unser ganzes Engagement in 2017 auf unsere Kunden fokussieren. Für uns ist dies das zentrale Kernthema in herausfordernden Zeiten“, erklärte Vorstand Dieter Münch.

Ludwig Beck AG, Geschäftsjahr 2016
Bruttoumsatz 177,1 Millionen €
Nettogewinn 2,9 Millionen €

Foto: Ludwig Beck
Tom Tailor rechnet mit deutlicher Ergebnisverbesserung im "Übergangsjahr" 2017

Der Hamburger Bekleidungskonzern Tom Tailor Holding AG hofft im laufenden Geschäftsjahr auf erste positive Auswirkung seiner Restrukturierungsmaßnahmen. Das Sanierungsprogramm „RESET“ werde voraussichtlich „ab dem vierten Quartal 2017 seine volle Wirkung entfalten“, erklärte das Unternehmen am Dienstag. Daher soll der Betriebsgewinn deutlich höher ausfallen als im Vorjahr.

„Bereits heute ist die Tom Tailor Group ein völlig anderes Unternehmen als noch vor einem Jahr“, erklärte Vorstandschef Heiko Schäfer. „Nachdem wir im Jahr 2016 die Weichen neu gestellt haben, konzentrieren wir uns heute konsequent auf unser gesundes Kerngeschäft.“ Das neu formierten Vorstandsteam habe bereits „wichtige Initiativen zur Verbesserung von Effizienz und Ertragskraft eingeleitet“.

Tom Tailor rechnet mit deutlicher Ergebnisverbesserung im "Übergangsjahr" 2017

Das Sanierungsprogramm soll Ende des Jahres abgeschlossen werden

Bestandteile des Programms sind unter anderem die Schließung unprofitabler Shops, die Einstellung wenig erfolgreicher Produktlinien und der Rückzug von einigen Auslandsmärkten. Bis zum Jahresende sollen die Rationalisierungspläne vollständig umgesetzt werden, verkündete das Unternehmen. „Erste Erfolge belegen, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, erklärte Schäfer, „gleichzeitig ist uns bewusst, dass noch eine ordentliche Strecke vor uns liegt. Die Schlagzahl bleibt auch im Übergangsjahr 2017 hoch.“

Die durch die Sparmaßnahmen frei werdenden Mittel will Tom Tailor vordringlich in die „schärfe Profilierung“ der Konzernmarken und den Ausbau der digitalen Kapazitäten investieren. „Mit wegweisenden E-Commerce-Aktivitäten, einer zukunftsfähigen Omnichannel-Plattform und nachfragestarken Filialstandorten wird das Unternehmen seine Position in den Kernmärkten weiter verbessern und eine solide Basis für künftiges profitables Wachstum schaffen“, erklärte der Konzern.

Der Vorstand rechnet für 2017 mit einem kleinen Umsatzplus und einem deutlich höheren EBITDA

Der Vorstand erwartet nun, dass die Maßnahmen bereits im laufenden Geschäftsjahr zu einer Ergebnisverbesserung führen werden: „Nachdem die mit dem RESET-Programm verbundenen einmaligen, überwiegend nicht cash-wirksamen Sonderbelastungen bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr verarbeitet wurden, sollen die positiven Effekte der Neuausrichtung im Laufe des Jahres deutlich sichtbar werden“, erklärte das Unternehmen. Das Management rechnet daher mit einem „starken Anstieg“ beim ausgewiesenen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). Erwartet wird darüber hinaus ein leichtes Umsatzwachstum, zu dem „vor allem die Dachmarke Tom Tailor“ beitragen soll.

2016 musste Tom Tailor einen Nettoverlust von 73 Millionen Euro verbuchen

Im vergangenen Jahr hatte der Konzern seinen Umsatz um 1,3 Prozent auf 968,5 Millionen Euro gesteigert. Zuwächse im Retail- und Wholesale-Geschäft der Marke Tom Tailor konnten einen deutlichen Umsatzrückgang bei der zweiten Dachmarke Bonita mehr als ausgleichen. Das EBITDA schrumpfte vor allem aufgrund von restrukturierungsbedingten Kosten um 84,8 Prozent auf 10,3 Millionen Euro, unter dem Strich stand ein Nettoverlust in Höhe von 73,0 Millionen Euro.

Foto: Tom Tailor
G-III: Jahresgewinn schrumpft um mehr als die Hälfte

Der Kauf des Modeunternehmens Donna Karan International und hohe Wertberichtigungen in der Einzelhandelssparte haben den Gewinn des US-amerikanischen Bekleidungskonzerns G-III Apparel im Geschäftsjahr 2016/17 einbrechen lassen. Der Umsatz wurde immerhin leicht gesteigert. Das geht aus dem aktuellen Geschäftsbericht hervor, der am Montag veröffentlicht wurde. Für das laufende Jahr prognostizierte das Unternehmen eine weitere Umsatzverbesserung, aber auch einen erneuten Gewinnrückgang.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das am 31. Januar endete, kam G-III auf einen Umsatz von knapp 2,4 Milliarden US-Dollar (2,2 Milliarden Euro). Damit wurde das Vorjahresniveau um 1,8 Prozent übertroffen. Zum leichten Plus trug die Anfang Dezember vollzogene Übernahme von Donna Karan bei. Das Modehaus steuerte in den letzten beiden Monaten des Geschäftsjahres etwa 29,0 Millionen US-Dollar zum Konzernumsatz bei. Zuwächse verbuchte die Gruppe auch im Großhandelsgeschäft mit allen Produktgruppen außer Oberbekleidung, im eigenen Einzelhandel gingen die Erlöse demgegenüber zurück.

Im vierten Quartal schrieb G-III einen Verlust von rund zwanzig Millionen US-Dollar

Der Kauf von Donna Karan beflügelte den Umsatz, belastete aber auch das Ergebnis. So brachte der Neuzugang einen operativen Verlust in Höhe von 9,2 Millionen US-Dollar in die Bilanz ein, außerdem fielen im Zuge der Übernahme Einmalbelastungen in Millionenhöhe an. Zudem musste der Konzern im schwächelnden Einzelhandelssegment Wertberichtigungen im Volumen von 10,5 Millionen US-Dollar vornehmen. So wurde im vierten Quartal ein Nettoverlust in Höhe von 20,1 Millionen US-Dollar verbucht. Im gesamten Geschäftsjahr erreichte der auf die Anteilseigner entfallende Überschuss daher nur noch 51,9 Millionen US-Dollar (47,7 Millionen Euro), was einen Rückgang um 54,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutete. Der verwässerte Gewinn pro Aktie sank von 2,46 auf 1,10 US-Dollar.

Die Übernahme von Donna Karan soll sich ab der zweiten Jahreshälfte auszahlen

„2016/17 war ein weiteres wichtiges Jahr für unser Unternehmen“, erklärte Konzernchef Morris Goldfarb. Durch die Übernahme von Donna Karan International mit den Marken Donna Karan und DKNY sei G-III nun Eigentümer von „zwei der ikonischsten und weltweit bekanntesten ‚Power Brands’“, erklärte er. Kurzfristig belaste der Zukauf zwar die Zahlen, ab der zweiten Hälfte des laufenden Jahres werde der geplante Relaunch beider Labels aber positive Wirkung zeigen, so Goldfarb. Konkret erwartet das Unternehmen für 2017/18 einen Umsatz in Höhe von 2,73 Milliarden US-Dollar und einen Nettogewinn im Bereich von vierzig bis 45 Millionen US-Dollar.

Neben Donna Karan und DKNY gehören dem Konzern unter anderem die Marken Vilebrequin, Eliza J, Andrew Marc, Marc New York, Bass und Jessica Howard. Zudem hält G-III Lizenzen namhafter Labels wie Calvin Klein, Tommy Hilfiger, Karl Lagerfeld, Kenneth Cole, Cole Haan, Guess, Ivanka Trump, Levi's und Dockers.

G-III, Geschäftsjahr 2016/17
Umsatz 2,4 Milliarden $
Nettogewinn 51,9 Millionen $

Foto: Vilebrequin
PVH: Calvin Klein und Tommy Hilfiger lassen Jahresumsatz steigen

Dank solider Zuwächse bei den Hauptmarken Calvin Klein und Tommy Hilfiger hat der US-amerikanische Bekleidungskonzern PVH Corp. seinen Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht verbessern können. Der Gewinn fiel allerdings nicht zuletzt aufgrund von negativen Währungseffekten niedriger aus als im Vorjahr. Für das laufende Jahr rechnet die Konzernleitung mit weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen. Daher erwartet sie nur ein kleines Umsatzplus und einen weiteren Rückgang beim Ergebnis.

Im Geschäftsjahr 2016/17, das am 29. Januar abgeschlossen wurde, erwirtschaftete PVH einen Konzernumsatz in Höhe von 8,2 Milliarden US-Dollar (7,5 Milliarden Euro). Gegenüber dem Vorjahr bedeutete das eine Steigerung um zwei Prozent. Bereinigt um Wechselkursveränderungen stiegen die Erlöse um vier Prozent. Als Wachstumsmotoren erwiesen sich die beiden Hauptmarken. Sowohl Calvin Klein als auch Tommy Hilfiger hatten zwar mit der Nachfrageschwäche in Nordamerika zu kämpfen, konnten aber im Ausland deutlich zulegen.

Die Hauptmarken Calvin Klein und Tommy Hilfiger konnten im Ausland deutlich zulegen

Der Jahresumsatz von Calvin Klein stieg um sieben Prozent (währungsbereinigt +9 Prozent) auf 3,1 Milliarden US-Dollar. Zwar gingen die Erlöse im nordamerikanischen Einzelhandel auf vergleichbarer Fläche um vier Prozent zurück, im Ausland stiegen sie aber um sechs Prozent. Zudem erzielte die Marke in Europa, China und Nordamerika „signifikante Zuwächse“ im Großhandelsgeschäft.

Auch bei Tommy Hilfiger gingen die Einzelhandelserlöse in Nordamerika flächenbereinigt zurück (-9 Prozent), während sie im Ausland deutlich zulegten (+9 Prozent). Insgesamt stieg der Umsatz der Marke um vier Prozent (währungsbereinigt +5 Prozent) auf 3,5 Milliarden US-Dollar.

Der Gesamtumsatz des Segments „Heritage Brands“, in dem die übrigen Konzernmarken, darunter namhafte Labels wie Arrow, Van Heusen und Speedo, zusammengefasst sind, sank um zehn Prozent auf 1,6 Milliarden US-Dollar. Hier machte sich unter anderem die Schließung aller Shops der Marke Izod im Laufe des Vorjahres bemerkbar.

Negative Sondereffekte belasteten den Nettogewinn

Beim Ergebnis machten sich neben negativen Währungseffekten zahlreiche Sondereffekte im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen bemerkbar. Zudem fiel der Steuersatz deutlich höher aus als im Vorjahr. So schrumpfte der auf die Anteilseigner entfallende Nettogewinn um vier Prozent auf 549,0 Millionen US-Dollar (505,1 Millionen Euro). Der verwässerte Gewinn pro Aktie sank aufgrund von Rückkäufen lediglich um 1,5 Prozent auf 6,79 US-Dollar.

Die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2017/18 fielen zurückhaltend aus. „Wir verfolgen bei unseren Planungen angesichts von makroökonomischen und geopolitischen Risiken, der Unsicherheiten im globalen Einzelhandel und des steigenden Dollarkurses weiterhin einen vorsichtigen Ansatz“, erläuterte CEO Emanuel Chirico. So erwartet der Konzern eine Umsatzsteigerung um zwei Prozent (währungsbereinigt +4 Prozent), die vor allem durch starke Zuwächse bei der Marke Calvin Klein (+5 Prozent, währungsbereinigt +7 Prozent) erreicht werden soll. Der Jahresgewinn pro Aktie wird voraussichtlich auf 6,20 bis 6,30 US-Dollar absacken. Als Gründe dafür nannte das Unternehmen neben den Auswirkungen der erwarteten Wertsteigerung des US-Dollar auch Sonderbelastungen, etwa zusätzliche Kosten aufgrund eines neuen Sourcing-Abkommens mit dem chinesischen Handelskonzern Li & Fung. Um den Gewinn pro Aktie zu stabilisieren, kündigte der Konzern eine Aufstockung seines laufenden Rückkaufprogramms an.

PVH, Geschäftsjahr 2016/17
Umsatz 8,2 Milliarden $
Nettogewinn 549 Millionen $

Foto: Calvin Klein
Erst der Brexit, dann sein langer Schatten: zwölf Monate Achterbahnfahrt bei europäischen Einzelhandelsumsätzen

Das FashionUnited Business Intelligence Team analysiert die Entwicklung der Einzelhandelsverkäufe von Textilien, Bekleidung und Accessoires in Europa, die auch nach zwölf holprigen Monaten in 2016 nicht besser zu werden scheinen. Einzelhändler im Vereinigten Königreich, Frankreich und Belgien trifft es am schlimmstem, während ihre spanischen Kollegen die einzigen sind, die einen Lichtstreif am Horizont sehen.

Die Analyse beruht auf kürzlich veröffentlichten Daten von Eurostat, die sich mit der Entwicklung der Verkäufe von Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren in Fachgeschäften in Europa beschäftigen und die Zahlen des Jahres 2016 mit der gleichen Periode im Vorjahr vergleichen.

Händler in Frankreich und Belgien schwer von Terrorismus-Folgen getroffen

Im Laufe des Jahres 2016 wurden Mode- und Textilhändler von mehreren Schlägen hart getroffen: In Frankreich und Belgien bekamen sie die Nachwirkungen des Terrorattacken zu spüren, im Vereinigten Königreich erzeugt der anstehende Brexit Marktunsicherheit und in Frankreich, Griechenland und Italien steigen die Arbeitslosenzahlen weiter an. Diese Faktoren, zusammen mit dem sogenannten ‚Amazon-effekt’ (Konsumenten wandern zur digitalen Konkurrenz ab), führen zu sinkenden Gewinnen bei Mode-Fachhändlern.

Belgien war das von diesen Entwicklungen am schlimmsten getroffene Land, es musste einen Rückgang von 3,2 Prozent hinnehmen, gefolgt von Frankreich (-2,7 Prozent) und UK mit minus zwei Prozent. Auch wenn das europaweite Ergebnis ein leichtes Plus von 0,7 Prozent aufweist, konnten die Verluste nicht ausgeglichen werden.

Spanien, Italien und die Niederland waren bei den positiven Umsatzzahlen führend, und konnten jeweils ein Plus von 1,05 Prozent, 0,8 Prozent und 0,7 Prozent aufweisen.

Dabei ist es wichtig, in Erinnerung zu behalten, dass die Terrorangriffe von Brüssel, Paris, Rouen und Nizza die Einnahmen durch Tourismus deutlich eingeschnitten und so den generellen Trend im Einzelhandel noch weiter verstärkt haben.

Die Karte zeigt die monatliche Entwicklung im Fiskaljahr 2016 der gesamten Verkäufe von Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren im Fachhandel in der EU. Quelle: Eurostat. ..

Brexit-Effekte sollen die Gewinnspannen der europäischen Einzelhändler kurzfristig weiter aushöhlen.

Analysten der Fung Group gaben an, dass „selbst vor dem Brexit-Votum der Bekleidungsmarkt in Kontinentaleuropa und in UK vor Herausforderungen stand, bei dem Kleidungsverkaufszahlen rückläufig waren und eine deflationäre Preispolitik betrieben wurde.“

Leider werden die negativen Auswirkungen der zuvor erwähnten Ereignisse noch eine Weile anhalten. „Es wird erwartet, dass der Trend des Bekleidungshandels, schlecht zu performen, weiter anhält, weil die Kaufkraft der Kunden weiterhin von der Unsicherheit nach der Wahl beherrscht wird. Verständlicherweise haben die Konsumenten in wirtschaftlich unsicheren Zeiten und Marktturbulenzen einen größeren Anreiz zu sparen“, fügte die Fung Group ein ihrem Report hinzu.

Währungseffekte bei Importkosten und beim Sourcen neuer Materialien und anderer Produkte aus Asien, die in Dollar gehandelt werden, kosten europäische Einzelhändler, die in Euro rechnen, größere Bruttoverluste bei ihren Margen.

Hier können Sie die monatliche Entwicklung der Einzelhandelsverkäufe bei Bekleidung und anderen Textilerzeugnissen für jedes europäische Land im Fiskaljahr 2016 nachverfolgen:

Daten von Eurostat

Polen – ein aufstrebender Stern am milchig-grauen Himmel

In solch einem unsicheren Marktumfeld wurde ausgerechnet Polen zum sicheren Hafen des Einzelhandels. Das osteuropäische Land zeigt eine positive Gesamtentwicklung von 21,7 Prozent. Dabei ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass das Land sich vorgenommen hatte, schnell mit dem Rest der ‚alten Garde’ der EU gleichzuziehen, als es 2004 zum gemeinsamen Marktraum hinzustieß. Seither sind dort die Leitprinzipien ökonomisches Wachstum und die Verbesserung des Lebensstandards für die Bürger des Landes. Im vergangenen Jahr wuchs die polnische Wirtschaft um 2,8 Prozent und für 2017 sind 3,2 Prozent vorausgesagt.

Als Beweis für das wirtschaftliche Vertrauen in Polen lässt sich der von der Weltbank herausgegebene ‚Ease of Doing Business 2017’-Report lesen, der Polen auf Platz 24 von 190 Ländern sieht und das Land im Vergleich zum Vorjahr eine Stelle weiter nach vorne platziert.

Darüberhinaus soll dieser Aufwärtstrend zwar langsamer, aber dennoch gleichmäßig weiter fortgesetzt werden: YoY-Einzelhandelsumsätze in Polen sollen laut Trading Economics globaler Makromodelle und Erwartungen der Analysten am Quartalsende bei 1,1 Prozent liegen. Mit Blick in die weitere Zukunft prognostiziert das FashionUnited Business Development Team YoY-Einzelhandelsumsätze von 2,5 Prozent in zwölf Monaten.

Alle Infografiken von FashionUnited

Milliardärs-Ranking: Jeff Bezos, CEO von Amazon, hat sein bestes Jahr aller Zeiten

Für manche mag es ein hartes Jahr gewesen sein, aber für Jeff Bezos, CEO des Onlineriesen Amazon, war es das beste aller Zeiten – zumindest im Bezug auf Geld. Kein anderer Milliardär der Welt konnte vergangenes Jahr finanziell so zulegen wie Bezos, dessen Vermögen um unglaubliche 27,6 Milliarden Dollar (etwa 25,6 Milliarden Euro) anwuchs.

Bezos hat damit ein Vermögen von 72,8 Milliarden Dollar (67,5 Milliarden Euro) angehäuft — das macht ihn laut Forbes-Liste der reichsten Milliardäre der Welt zum drittreichsten Mann des Planeten, hinter Bill Gates und Warren Buffett. Erst im vergangenen Jahr war Bezos überhaupt das erste Mal unter die Top Ten gekommen und dank diesem außergewöhnlich erfolgreichen Jahr konnte er für das 2017er-Ranking noch einmal zwei Plätze gutmachen. Der Löwenanteil des Vermögens von Bezos liegt in Anteilen an seinem Unternehmen Amazon, an dem er 17 Prozent hält.

CEO von Amazon legt an Vermögen um 27,6 Milliarden Dollar zu

Über das vergangene Jahr konnte die Amazon-Aktie einen Zuwachs von 67 Prozent verzeichnen. Das lag vor allem an dem erfolgreichen Cloud Computing Unit mit dem Namen Amazon Web Services, sowie weiteren Investments in Mode und der Erschließung neuer Märkte wie Indien. Amazon wird als führendes E-Commerce-Unternehmen gesehen und ist das Unternehmen, das als schnellstes in der Geschichte die 100 Milliarden-Dollar-Grenze an jährlichen Umsätzen durchbrach. Der Onlinegigant setzt den größten Anteil seiner Einnahmen in seinem Heimatmarkt, den USA, um. Dort gehen laut Slice Intelligence 43 Prozent aller Online-Handelsumsätze an das Unternehmen.

Während Amazon in den USA und in Übersee weiter seinen geografischen Marktanteil ausbaut, will das Unternehmen noch einen weiteren Marktbereich erobern: die Mode. Bereits jetzt wird erwartet, dass der Online-Händler Macy’s als größten Bekleidungshändler in den USA irgendwann im kommenden Jahr überholen dürfte. Amazon investiert weiter in seine eigenen Private-Label Bekleidungsmarken und baut sein Modeangebot ständig weiter aus. Insbesondere der Verkauf von Premium-Brands wie Stuart Weitzman und Zac Posen soll ausgebaut werden. Die Online-Company eröffnete zu diesem Zwecke ein eigenes State-of-the-Art Fotostudio in Shoreditch, London und will ein eigenes Athleisure und Plus-Size-Angebot aufbauen.

Darüber hinaus lancierte Amazon kürzlich ein Tool in seiner App mit dem Namen ‚Outfit Compare’. Dank dieser Anwendung können Amazon Prime Mitglieder sich dabei helfen lassen, ihr Outfit sie für den Tag zu wählen. Das Tool beinhaltet Ratschläge zu Schnitt, Farbe, Styling und Trend und soll Amazons Fashion-Angebot weiter voranbringen.

FashionUnited untersucht das Nettovermögen der Top Ten reichsten Modemilliardäre der jährlichen Forbes Milliardärs-Liste und erklärt seine Ergebnisse in der Karte, die Sie unter diesem Link finden: Top Ten: Die zehn reichsten Modemilliardäre 2017

Fotos: Jeff Bezos, via Flickr

China auf dem Weg zum Absatzmarkt: CHIC Shanghai wächst nur noch moderat

Asiens größte Modemesse, die CHIC in Shanghai, gilt als einer der relevantesten Gradmesser für die Rolle Chinas als Produktionsstandort. So ist es kein Wunder, dass die Messe zu ihrer neuesten Ausgabe nur noch moderat wachsen konnte - genau so wie die gesamte chinesische Wirtschaft. 3,5 Prozent mehr an Besuchern verzeichnete die CHIC, die vom 15. bis 17. März 2017 1.213 Aussteller präsentierte.

Rund 108.000 Fachbesucher aus aller Welt besuchten die Sourcing-Plattform, darunter die führenden Department Stores und Shoppingcenter aber auch Multibrand Stores sowie Agenten und Importeure. Dabei hat sich einmal mehr gezeigt, dass sich China rasant von einem Produktions- in ein Konsumland entwickelt. Die Löhne, gerade auch in der Modeherstellung, steigen rasant und machen China mittelfristig zu einem Auslaufmodell der Textilindustrie.

Dafür boomt chinesisches Design, und chinesische Marken sprießen wie Pilze aus dem Boden. Die Chinesen lieben es modisch besonders individuell, und heben sich so zumindest in ihrer Freizeit immer stärker vom ursprünglichen Kollektiv-Dogma der Kommunistischen Partei ab. Der moderne Chinese plant sein Leben nach westlichem Vorbild - er arbeitet immer mehr um zu leben und lebt im Gegenzug immer weniger um zu arbeiten.

Stationärer Einzelhandel wächst um fast sieben Prozent

Geschuldet ist diese Entwicklung vor allem einer stark wachsenden Mittelschicht in der chinesischen Bevölkerung. Die Durchschnittslöhne stiegen innerhalb der letzten zehn Jahre um das Dreifache, Tendenz weiter steigend. Entsprechend wachsen die Ansprüche der Verbraucher,auch und gerade in Sachen Mode.

Die CHIC Shanghai hat sich analog zu dieser Entwicklung von einer reinen Sourcing-Plattform für internationale Modeunternehmen zu einer vorwiegend chinesischen Veranstaltung gemausert: Chinesische Modelabels erkundigen sich hier bei Herstellern aus Bangladesch oder Indien nach neuen Stoffen, um daraus Mode für Chinesen zu schneidern. Westliche Unternehmen, die chinesische Zulieferer suchen, finden sich auf der Messe hingegen immer weniger.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch auf dem Einzelhandelsmarkt im Reich der Mitte wider, der seine Wachstumsgeschwindigkeit im vergangenen Jahr erneut steigerte. So wuchs der stationäre Handel um 6,8 Prozent, der Onlinehandel sogar um über 18 Prozent. Und diese Entwicklung soll weiter forciert werden: Für 2017 rechnen die Behörden sogar mit einem Plus von zehn Prozent.

China wird daher in Zukunft für westliche Unternehmen vor allem auch als Absatzmarkt immer interessanter. Steigende Löhne und wachsende Beschäftigungszahlen bescheren dem Land einen Boom, der nach Ansicht vieler Experten lange anhalten könnte. So wird sich auch die CHIC in den kommenden Jahren weiter verändern und sich an die ökonomischen Gegebenheiten der Branche anpassen. Westliche Marken dürften im Zuge dessen immer mehr als Anbieter und weniger als Einkäufer in China präsentieren. Zugleich wird die Produktion weiter in andere Länder verlagert werden, in denen der Durchschnittslohn mittlerweile sehr viel niedriger ist. In Indien liegt er beispielsweise gerade mal auf dem Niveau von 15 Prozent gegenüber China.

Foto: Chic Shanghai

Nike wächst im dritten Quartal nicht wie gewünscht

Der weltgrößte Sportartikelanbieter Nike Inc. konnte im dritten Quartal 2016/17 sein Ergebnis deutlich verbessern. Beim Umsatz enttäuschte der US-Konzern allerdings. Die Wachstumsraten verfehlten die Erwartungen. Vor allem auf dem Heimatmarkt machte sich die wachsende Konkurrenz durch Marken wie Adidas und Under Armour bemerkbar. So rutschte der Aktienkurs nach der Veröffentlichung der aktuellen Zahlen am Dienstag deutlich ab.

Insgesamt belief sich der Konzernumsatz im dritten Quartal, das am 28. Februar endete, auf 8,4 Milliarden US-Dollar (7,8 Milliarden Euro). Er übertraf damit das entsprechende Vorjahresniveau um fünf Prozent. Bereinigt um Wechselkursveränderungen lag die Wachstumsrate bei sieben Prozent. Den weitaus größten Anteil am Gesamtumsatz steuerte die Hauptmarke Nike bei: Ihre Erlöse wuchsen um fünf Prozent (währungsbereinigt +7 Prozent) auf 7,9 Milliarden US-Dollar.

In Nordamerika verliert Nike Marktanteile an die Konkurrenz

In wichtigen Regionen fielen die Steigerungsraten recht mager aus. So wurde der Umsatz in Nordamerika nur um vier Prozent (währungsbereinigt +3 Prozent) auf 3,8 Milliarden US-Dollar. Hier hatten die Konkurrenten Under Armour und vor allem Adidas zuletzt deutlich stärker zulegen und Marktanteile hinzugewinnen können. In Westeuropa stiegen die Erlöse um vier Prozent (währungsbereinigt +10 Prozent) auf 1,5 Milliarden US-Dollar, in Mittel- und Osteuropa um ein Prozent (währungsbereinigt +3 Prozent) auf 362 Millionen US-Dollar.

Besser sah es in Asien aus: In der Region Greater China wuchs der Umsatz um neun Prozent (währungsbereinigt +15 Prozent) auf knapp 1,1 Milliarden US-Dollar, in Japan um 15 Prozent (währungsbereinigt +8 Prozent) auf 236 Millionen US-Dollar. Die im Segment „Emerging Markets“ zusammengefassten Länder kamen zusammen auf einen Umsatz von 950 Millionen US-Dollar (+12 Prozent). Die kleine Konzernmarke Converse steigerte ihre weltweiten Erlöse um zwei Prozent (währungsbereinigt +3 Prozent) auf 498 Millionen US-Dollar.

Aufgrund von Kostensenkungen stieg der Quartalsgewinn um zwanzig Prozent

Beim Ergebnis profitierte Nike von niedrigeren Betriebskosten. So wurden allein die Marketingausgaben um sieben Prozent reduziert. Das hatte auch damit zu tun, dass in diesem Jahr keine sportlichen Großereignisse anstehen: Im Vorjahresquartal hatte der Konzern im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaften und der Olympischen Sommerspiele groß angelegte Werbekampagnen durchgeführt. So stieg der Gewinn deutlich kräftiger als der Umsatz: Der Quartalsüberschuss wuchs um zwanzig Prozent auf 1,14 Milliarden US-Dollar (1,06 Milliarden Euro). Der verwässerte Gewinn pro Aktie wuchs aufgrund von Rückkäufen sogar um 24 Prozent auf 0,68 US-Dollar.

Nike: 3. Quartal 2016/17
Umsatz 8,4 Milliarden $
Nettogewinn 1,1 Milliarden $

Foto: Nike