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Lululemon überzeugt im zweiten Quartal und hebt Prognosen an

Nach einer Durstrecke im Frühjahr konnte der kanadische Sportswear-Anbieter Lululemon Athletica Inc. im zweiten Viertel des Geschäftsjahres 2017/18 die Erwartungen übertreffen. Angesichts der überraschend guten Quartalszahlen korrigierte das vor allem auf Yoga-Bekleidung spezialisierte Unternehmen seine Jahresprognosen nach oben.

In den Monaten Mai bis Juli kam Lululemon auf einen Umsatz in Höhe von 581,1 Millionen US-Dollar (488,1 Millionen Euro) und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres bedeutete das eine Steigerung um 12,9 Prozent. In den eigenen Boutiquen wuchsen die Erlöse auf vergleichbarer Fläche um zwei Prozent, im Online-Geschäft wurden sie sogar um 29 Prozent verbessert. Dazu trug allerdings ein umfangreicher Ausverkauf bei: Ohne dessen Anteil stieg der Online-Umsatz um 15 Prozent.

Obwohl die Bruttomarge höher ausfiel als im Vorjahreszeitraum, ging der operative Gewinn um sieben Prozent auf 68,7 Millionen US-Dollar zurück. Schuld waren einschneidende Restrukturierungsmaßnahmen bei der Marke Ivivva. Deren Gesamtkosten bezifferte das Unternehmen auf 50,0 bis 60,0 Millionen US-Dollar, von denen 23,2 Millionen US-Dollar bereits in den ersten beiden Quartalen verbucht wurden. Im August schloss das Unternehmen 47 der 55 Filialen des auf eine junge Zielgruppe zugeschnittenen Konzepts.

Die Restrukturierung der Marke Ivivva belastet weiterhin das Ergebnis

Aufgrund dieser Sonderbelastungen verfehlte auch der Quartalsüberschuss das Vorjahresniveau: Er sank um 9,2 Prozent auf 48,7 Millionen US-Dollar (40,9 Millionen Euro). Der Gewinn je Aktie schrumpfte von 0,39 auf 0,36 US-Dollar. Bereinigt um die Kosten der Ivivva-Restrukturierung und weitere Einmaleffekte stieg er aber von 0,38 auf 0,39 US-Dollar.

In den ersten sechs Monaten erwirtschaftete Lululemon damit einen Umsatz von 1,1 Milliarden US-Dollar, was einer Verbesserung um 9,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach. Der Nettogewinn sank um 19,2 Prozent auf 80,0 Millionen US-Dollar. Dank der überraschend guten Zahlen im zweiten Quartal blickt die Unternehmensführung nun optimistischer in die nähere Zukunft: Die Jahresprognosen wurden entsprechend angehoben. Gerechnet wird jetzt mit einem Umsatz in Höhe von 2,545 bis 2,595 Milliarden US-Dollar, nachdem zuvor 2,530 bis 2,580 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt worden waren. Beim Ergebnis pro Aktie wurde der Zielkorridor von 1,97 bis 2,07 US-Dollar auf 2,04 bis 2,11 US-Dollar angehoben. Bereinigt um Sondereffekte werden 2,35 bis 2,42 US-Dollar erwartet.

CEO Laurent Potdevin glaubt angesichts der jüngsten Resultate weiterhin daran, dass der Yoga-Spezialist sein ambitioniertes Ziel erreichen kann, den Jahresumsatz bis 2020 auf vier Milliarden US-Dollar zu steigern. „Die starke Dynamik der Marke stärkt meine Zuversicht in unsere langfristige Strategie“, erklärte er in einer Mitteilung.

Lululemon, 2. Quartal 2017/18
Umsatz 581,1 Millionen $
Nettogewinn 48,7 Millionen $

Foto: Lululemon Facebook-Page
Es scheitert am Geld - Basler Fashion Gruppe muss schließen

Die Basler Fashion Gruppe mit Sitz im unterfränkischen Goldbach teilte am gestrigen Donnerstag mit, dass der Geschäftsbetrieb in naher Zukunft geschlossen werden muss; al­ler Vor­aus­sicht nach zum 30. No­vem­ber 2017. Das Unternehmen hatte bis zuletzt mit einem strategischen Investor verhandelt, konnte sich aber nicht auf eine Kaufsumme einigen, weshalb eine Übernahme scheiterte. Gestern informierte die Geschäftsleitung deshlab die Mitarbeiter des DOB-Herstellers, die in den kommenden Tagen ihre betriebsbedingten Kündigungen erhalten werden.

"Zum Schluss gab es sechs hochinteressierte Investoren – einer ist übrig geblieben, der im August nochmal die Gläubigerversammlung überzeugt hat, dass er ein neues Angebot vorlegen will. Letztendlich ist es am altbekannten Thema gescheitert – dem Geld!", erklärte Percy Scheidler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Aschaffenburg.

Es scheitert am Geld - Basler Fashion Gruppe muss schließen

Basler Fashion Gruppe muss Geschäftsbetrieb einstellen

Betroffen sind allein am Stammsitz in Goldbach 300 Mitarbeiter sowie rund 30 Auszubildende, ebenso die Basler Fashion GmbH, die BAG GmbH, die Basler Fashion Retail Services GmbH und die Premiummarke St. Emile GmbH, die erst zu Jahresanfang erstanden wurde. Weltweit beschäftigt die Basler Fashion Gruppe über 1.100 Mitarbeiter in 60 Ländern.

Nach Insolvenzrecht werden die Kündigungsfristen auf bis zu drei Monate verkürzt werden. Ein Interessensausgleich und Sozialplan wurden zur Sicherung der Besitzstände und Rechtsansprüche der Beschäftigten verhandelt und unterschrieben. Laut Scheidler ist jedoch sicher, dass nicht alle Beschäftigten bis zum Ende der Kündigungsfrist arbeiten können, da keine neue Kollektion gestartet wird. Die Zeit bis Ende November werde daher lediglich von Restproduktion und Abverkauf geprägt sein.

"Die aktuelle Herbst-Winter-Kollektion 2017 wird derzeit an den Handel ausgeliefert. Die Basler-Shops und die Shops von ST.EMILE bleiben auf jeden Fall bis zum Saisonende der Herbst-Winter-Kollektion geöffnet, also voraussichtlich bis Ende des Jahres 2017. Für alle Handelspartner wird die Basler Gruppe bis zum Frühjahr 2018 zur Verfügung stehen, damit die aktuelle Herbst-Winter-Kollektion vertragsgemäß abgerechnet werden kann", heißt es in Baslers Pressemitteilung. Zudem werden ein Abwicklungsteam und die Beschäftigten einiger Outlet-Stores voraussichtlich noch bis Ende Februar 2018 weiterbeschäftigt.

Es scheitert am Geld - Basler Fashion Gruppe muss schließen

Wie auch andere Unternehmen in der Branche Basler Fashion verzeichnete in den vergangenen Jahren rückläufige Umsätze. Dieser Rückgang konnte nicht durch entsprechende Gegenmaßnahmen kompensiert werden und die Basler Fashion Gruppe befindet sich seit Ende Mai in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Jetzt ist eine Betriebsstilllegung unvermeidlich ist. Die Gläubigerversammlung hatte bereits am 17. August 2017 beschlossen, dass der Geschäftsbetrieb von Basler Fashion und ST.EMILE eingestellt werden muss.

Die Firma Basler wurde 1936 als Familienunternehmen in Berlin gegründet. Der DOB-Hersteller hat sich in rund 80 Jahren zu einer international agierenden Modemarke entwickelt. Derzeit betreibt Basler weltweit 40 eigene Geschäfte und etwa 80 Shop-in-Shops sowie 13 Outlets.

Fotos: Basler-Website

Ein Jahr Auszeit: Sebastian Janus, ex-Foot Locker, im Interview

INTERVIEW Sabbatjahr, langer Urlaub oder ganz Aussteigen? Welcher Unternehmer träumt nicht ab und zu davon, gerade wenn er oder sie mal wieder in einer nicht enden wollenden Telefonkonferenz festsitzt. Laut der Organisation sabbatjahr.org sind es etwa 70 Prozent aller deutschen Berufstätigen, die diesen Schritt erwägen. Dennoch wagen es wenige Arbeitnehmer letztendlich - zum einen, weil erst 10-20 Prozent der Unternehmen diese Möglichkeit bieten, zum anderen muss viel geplant und überlegt werden (besonders, wenn es um Familie und Freunde geht) und da fehlt vielen dann doch der nötige Mut.

FashionUnited hat vor einer Woche über den Finanzchef des Foot Locker e-Commerce-Geschäfts in Europa, Sebastian Janus, berichtet. Dieser hat die Entscheidung getroffen, seine sichere Position bei Foot Locker aufzugeben und ein Jahr um die Welt zu reisen. Grund genug für FashionUnited, mehr über seine Beweggründe und Pläne herauszufinden.

Herr Janus, fangen wir mit der Frage an, die sich als erstes stellt - wie kommt ein erfolgreicher Unternehmer dazu, sich ein Jahr Auszeit vom Geschäftsleben zu nehmen und sich für den NGO-Sektor zu entscheiden?

Man weiss nicht, was in einem Jahr ist. Ich habe derzeit viele Ideen im Kopf, die ich hoffe auf der Reise sinnvoll verbinden zu können. Mit ist sehr wichtig, dass sich mein Kopf wieder weitet. Zudem möchte ich neue Kulturen und neue Menschen kennenlernen. Und vom ganzen Unternehmensalltag Abstand nehmen, von Telefonkonzerenfen um neun Uhr abends, die in den letzten 4-5 Jahren zur Selbstverständlichkeit geworden sind. Es gibt auch andere Dige, die wichtig sind im Leben. Ich möchte Geschichten erleben, die ich einmal meinen Kindern erzählen kann. Diese Geschichten kann ich nicht abends im Büro erleben.

Das hört sich sehr spannend an. Gab es einen konkreten Auslöser für diesen Schritt? Was hat Sie dazu bewogen, doch nicht nur einen Urlaub zu planen, sondern etwas Längeres?

Ich habe tatsächlich vor Jahren eine Liste erstellt, was ich in den nächsten zehn Jahren unbedingt machen möchte. Und ein Punkt darauf war eben eine Weltreise. Dann kam ein Moment Anfang Mai hinzu, als ich mit meiner Freundin auf Ibiza im Urlaub war. Ich hatte eine Telefonkonferenz und habe den Anruf bei 35 Grad im Auto entgegengenommen. Es ging eigentlich um nichts Wichtiges, nur um langweilige Unternehmenskennzahlen. Das war so ein Moment, da habe ich mich gefragt 'Ist es das, was du für den Rest deines Lebens machen möchtest?'

Dann habe ich überlegt, ob ich nur eine Auszeit nehme, einen Sabbatical. Aber ich kenne mich, ich wäre trotzdem noch mit dem Unternehmen verbunden gewesen. Deshalb habe ich mich entschlossen zu kündigen. Insgesamt aus der Komfortzone herauszugehen. Das Materielle hinter sich zu lassen und nur einen Rucksack zuhaben. Das ist der Reiz, man weiß nicht, was einen erwartet. Ich hätte auch ein Jahr Urlaub machen können, aber es gibt wichtigere Herausforderungen. Ich wollte etwas für die Seele tun. Ich strebe nach einem guten Leben und mit diesen Entscheidungen glaube ich, dass ich diesem Ziel einen Schritt näherkomme.

Wann startet Ihre Weltreise?

Am Samstag [dem 26. August 2017, Anm. d. R.] geht es los. In Südostasien fangen wir an. Ursprünglich war nur ein Urlaub in Thailand geplant, aber aus diesem Urlaub wurde eine Weltreise. Nach Thailand folgen Myanmbar, Malaysia, Hongkong, die Philippinen, Australien, Neuseeland und dann Südamerika.

Was genau werden Sie machen?

Es geht um wohltätige Arbeit. Ich habe lokale, kleinere Organisationen anvisiert. Zunächst geht es mit einem Elefantencamp in Thailand los, wo wir uns um misshandelte Elefanten kümmern werden. Da starten wir. In Laos werden wir dann an einer English School arbeiten. Nicht unterrichten, aber Vorlesen, und Small Talk mit den Kindern machen. Auf den Philippinen werden wir auf einer Reisfarm arbeiten. Was uns dort genau erwartet, weiß ich nicht, da ich noch nie auf einer solchen Farm war, aber wir werden dort mithelfen und richtig mitarbeiten. Dann auf den Fiji-Inseln werden wir in Kindergärten arbeiten. Mit Kindern spielen. Wir wollen noch mehr machen, aber das ist bis jetzt noch nicht genau geplant.

War es relativ einfach, diese Organisationen zu finden?

Ja, ich muss sagen, dass es heutzutage gute Seiten gibt. Ich habe The NGO List benutzt. Dort können sich lokale NGOs ein Profil erstellen und so wird man auf sie aufmerksam.

Sie waren viele Jahre in der Sportartikelindustrie tätig, was werden Sie vermissen?

Es sind immer die Leute, mit denen man zusammengearbeitet hat. Ich habe so viele Karrieren gesehen. Engagierte, motivierte Leute. Die schönen Themen der letzten Jahre. Mein eigenens Unternehmen zu gründen, eigene Iden umzusetzen, das war das Schönste der letzten 13 Jahre.

Wie kamen Sie zur Sportartikelindustrie?

Das war teils Zufall, teils habe ich mich dafür entschieden. Nach dem Abi habe ich mich mit einem Freund selbstständig gemacht. Wir haben Artikel verschiedener Anbieter über verschiedene Plattformen günstig verkauft. Dann kam RunnersPoint und wir haben größere Mengen einkauft und über eBay & Amazon verkauft. Damit wurden wir zum wichtigen Abschleusungskanal für Runners Point und gründeten unser eigenes Unternehmen. Dies war so erfoglreich, dass Runners Point uns fragte, ob wir es zu 75 Prozent verkaufen und weiterleiten wollten. Eigentlich wollten wir das nicht, sahen aber viel Potenzial in diesem Vorschlag. Ich wurde dann CFO für den E-Commerce-Bereich. Dieser wuchs stark an und erreichte knapp 30 Millionen Euro Umsatz und wir hatten 140 Mitarbeiter. Dann kam Foot Locker und ich war in 11 Ländern tätig und für alle Websites verantwortlich.

Ich bin Foot Locker sehr dankbar, denn ich habe viel gelernt und bin viel um die Welt gereist; es war eine tolle Zeit. Aber ich musste auch ständig erreichbar sein, Politik betreiben und zudem habe ich zu sehr in der Komfortzone gelebt. Ich glaube, dass persönliches Wachstum und ein Leben in der Komfortzone nie gleichzeitig existieren können.

Wie waren die Reaktionen unter Ihren Kollegen, als Sie von Ihrer Entscheidung hörten?

Die waren geteilt. Von Personen über mir habe ich gehört, dass es schade ist, um das große Talent. 'Du kannst noch hier große Karriere machen' habe ich gehört. Aber mir hat auch mal jemand gesagt, 'Achte darauf, dass deine Karrierleiter an der richtigen Wand steht und nicht an der falschen'. Und da möchte ich sichergehen, dass dies der Fall ist. Wenn ich weiter bei Foot Locker bliebe, dann würde ich sicher weiter aufsteigen und ich habe das Beispiel von Personen vor mir, die schon seit 20/30 Jahren dabei sind. Dort sehe ich mich aber nicht; ich setze andere Prioritäten. Von den Leuten unter mir habe ich viele Mitarbeiter selbst eingestellt, gefördert und gecoacht. Die finden es schade, da sie mich gerne weiter als Vorgesetzten gehabt hätten.

Und das ist ja sicher ein schönes Gefühl. Glauben Sie, Sie werden auch Nachahmer finden? Vielleicht nicht sofort, aber in ein paar Jahren?

Sicher. Nachahmer wird es auf jeden Fall geben. Man muss Mut haben, diesen Schritt zu gehen. Am Ende gehört auch etwas Glück dazu. Diese Mischung aus Mut und Glück führt dann hoffentlich zu etwas Sinnvollem.

Ein Jahr Auszeit: Sebastian Janus, ex-Foot Locker, im Interview Im August wird FashionUnited sich auf das Thema "Work in Fashion" konzentrieren. Für alle Artikel hierzu, klicken Sie bitte hier.

Foto: Sebastian Janus

Recht und Praxis: Zur Kennzeichnung von Werbung auf Instagram

Werbebotschaften werden heutzutage immer mehr auf Social-Media-Plattformen wie Instagram verbreitet. Die sog. „Influencer“ sind die neuen Stars der sozialen Netzwerke und – dank lukrativer Werbedeals mit Unternehmen – zum Teil gar Großverdiener. Sie gewinnen mit offenen und (manchmal nur scheinbar) ehrlichen Darstellungen ihrer Person und ihrer bevorzugten Produkte das Vertrauen von Hunderttausenden. Ihre Einschätzungen und Urteile sind für unzählige Follower beim Kauf des nächsten Lippenstiftes oder des neusten Fitness-Smoothies entscheidend geworden. Aber nicht nur alltäglich gekaufte Waren lassen sich über Influencer vermarkten. Auch zum Beispiel die Automobilindustrie hat das Influencer Marketing längst für sich entdeckt.

Die Zwickmühle der Influencer

Der Influencer selbst steckt aber stets in einer gewissen Zwickmühle: Sein "Wert" für werbewillige Unternehmen liegt in seiner Authentizität und Glaubwürdigkeit – und damit gerade darin, dass seine Follower die Inhalte als unbeeinflusst und die Produkte als eigene Empfehlung des Influencers wahrnehmen. Kennzeichnet der Influencer jeden seiner Posts als Werbung, wird dem Follower schnell klar, dass er hier wohl keine unabhängigen Empfehlungen erhält. Vielleicht ist das auch der Grund, aus dem man bei vielen Influencern bis vor kurzem (und zum Teil auch aktuell noch) vergeblich nach einem Werbehinweis sucht(e). Manchmal sind Werbehinweise auch so im #hashtagdschungel versteckt, dass man sie beim besten Willen nicht findet. Für viele Influencer dürfte sich aber auch die Frage stellen: Wann ist Werbung eigentlich Werbung, die gekennzeichnet werden muss und wie kennzeichne ich richtig?

Erlaubte Werbung vs. unzulässige Schleichwerbung

Werbung ist aus rechtlicher Sicht jede geschäftliche Äußerung im Geschäftsverkehr, die den Absatz von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen fördert. Der Begriff der Werbung ist damit weit gefasst. Klar ist, dass "echte" eigene Empfehlungen für selbst gekaufte Waren, für die der Influencer keine Gegenleistung erhält, keine Werbung darstellen. Sobald die Ware von einem Unternehmen zur Verfügung gestellt wird und/oder der Influencer Gegenleistungen für seinen Post über die Ware erhält, kann es sich jedoch um Werbung handeln.

Dass Werbung als solche gekennzeichnet werden muss, weil sie anderenfalls unzulässige Schleichwerbung darstellt, ist u.a. im Rundfunkstaatsvertrag geregelt. Auch das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb sieht vor, dass der kommerzielle Zweck eines Beitrags stets kenntlich gemacht werden muss, wenn sich dies nicht unmittelbar aus den Umständen ergibt.

Wie muss gekennzeichnet werden?

Wie Werbung richtig gekennzeichnet werden muss, lässt sich nicht pauschal beantworten. Eine bestimmte Art der Kennzeichnung ist vom Gesetz nicht vorgegeben. Maßstab ist stets der durchschnittlich informierte, situationsadäquat aufmerksame und verständige Durchschnittsempfänger des konkreten Angebots. Dieser muss auf den ersten Blick zweifelsfrei erkennen können, ob es sich um Werbung handelt oder nicht. Die britische ASA und die amerikanische Federal Trade Commission (FTC) haben sich bereits vor einiger Zeit für die Kennzeichnungen #ad oder #sponsored ausgesprochen. Für den Verband Sozialer Wettbewerb e.V. sind diese Bezeichnungen dagegen nicht ausreichend. Unproblematisch sind für diesen Kennzeichnungen wie #Werbung oder #Anzeige. Gerichtlich wurde diese Frage in Deutschland bisher noch nicht abschließend geklärt. Es bleibt daher abzuwarten, für welche Bezeichnungen sich die deutschen Gerichte aussprechen. Unabhängig davon, welche Kennzeichnung letztlich verwendet wird: Sie muss gut erkennbar sein.

Das neue Instagram-Tool

Um für mehr Transparenz bei kommerziellen Beiträgen zu sorgen, hat nun auch Instagram selbst reagiert und ein neues Tool eingerichtet, mit dem Partnerschaften zwischen Influencern und Unternehmen eindeutig gekennzeichnet werden können. Sowohl Beiträge als auch Stories können nun mit der Markierung "Paid Partnership with…" versehen werden. Als Anreiz zur Nutzung des neuen Tools stellt Instagram den Erstellern und Unternehmen, die das neue Tool verwenden, Statistiken zu dem gekennzeichneten Post zur Verfügung. Außerdem hat Instagram angekündigt, in den kommenden Monaten offizielle Richtlinien für die Kennzeichnung von Werbung einzuführen. Auch hier bleibt abzuwarten, was Instagram künftig von Influencern und Unternehmen fordert.

Janina Voogd ist Rechtsanwältin und Senior Associate in der Praxisgruppe Gewerblicher Rechtsschutz im Münchener Büro der Sozietät Noerr LLP. SSie berät nationale und internationale Unternehmen in allen Bereichen des Marken- und Designrechts. Darüber hinaus berät sie im Wettbewerbs- und Vertriebsrecht. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Beratung von Unternehmen in der Mode- und Kosmetikbranche. Janina Voogd ist Lehrbeauftragte für Marken- und Designrecht an der AMD Akademie Mode & Design in München.

Fotos: Pexels

Kann Hanf bald Baumwolle ersetzen?

China forscht und experimentiert mit neuen Hanfsorten und deren industrieller Verarbeitung. Das Ziel: Hanffasern sollen eine umweltfreundliche Alternative zur allgegenwärtigen Baumwolle werden.

China fördert Hanfanbau

Anfang August fand in Harbin, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Heilongjiang die „2017 International Conference On Hemp Industry“ statt. Die Konferenz gilt mit 300 Teilnehmern aus China, Australien, Europa und Kanada als die größte Veranstaltung zum Thema Hanf überhaupt und zeigt das wachsende internationale Interesse an der „neuen“ Textilfaser. Obwohl Hanf eine jahrtausendealte Tradition in der Textilgeschichte hat, war die Pflanzenfaser in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr in Vergessenheit geraten. Gegen die weltweit beliebteste Naturfaser Baumwolle kam sie nicht an, der Anbau lohnte sich nicht. Hinzu kommt das Problem mit Hanf als Droge – auch deshalb wird die Pflanze in Europa kaum angebaut.

Doch die Bedeutungslosigkeit von Hanf als Textilfaser könnte bald vorbei sein. Denn in China haben Wissenschaftler mit Unterstützung aus Politik und Industrie damit begonnen, der Traditionspflanze neues Leben einzuhauchen, berichtet das Magazin Nachhaltig Wirtschaften in der aktuellen Ausgabe.

Vorteile von Hanf

China hat ein Problem mit Baumwolle: Baumwolle verursacht durch ihren hohen Wasserbedarf, die Versalzung der Böden und den notwendigen Pestizideinsatz zunehmend Umweltprobleme. Qualität und Preis der chinesischen Baumwollproduktion hat an internationaler Konkurrenzfähigkeit eingebüßt. Deshalb musste China im letzten Jahr drei Millionen Tonnen Baumwolle aus den USA importieren. Das war bis vor kurzem noch undenkbar.

Im Gegensatz dazu lässt sich Hanf im Vergleich zur Baumwolle umweltfreundlicher anbauen: er wächst gut in moderatem Klima, etwa in Nordostchina, wo genügend Regen fällt und deshalb keine künstliche Bewässerung notwendig ist. Hanf braucht außerdem wenig Pflege und keine oder nur sehr wenige Pestizide. Auch die Fasererträge liegen höher als bei Baumwolle. Hinzu kommt, dass die Faser auch bei übergeordneten Umweltzielen besser abschneidet. Hanf nimmt pro Hektar die doppelte Menge an CO2 auf als Baumwolle, hat insgesamt einen sehr geringen CO2-Fußabdruck, und liefert neben den Fasern noch hochwertige Fettsäuren und Proteine für den Lebensmittelbereich sowie Pharmazeutika.

Hanf soll wie Baumwolle verarbeitet werden

Dabei hat Hanf von Natur aus ähnliche Eigenschaften wie Baumwolle, es verfügt über eine gute Feuchteaufnahme, trocknet schnell, hat eine antibakterielle Wirkung und einen guten UV-Schutz. Um die Faser wie Baumwolle verarbeiten zu können, wurden mithilfe eines großen Forschungsprogramms an Universitäten in der Provinz Heilongjiang in Zusammenarbeit mit der Ukraine und Kanada neue, ertragreiche Hanfsorten entwickelt. Auch die Maschinen zur Ernte der Faser wurden optimiert sowie biotechnologische Verfahren eingeführt, um umweltfreundlich mit Hilfe von Enzymen feine Hanffasern zu produzieren. Der Fachbegriff dafür lautet „enzymatischer Kotonisierung der Hanffasern“. Auf diese Weise kann Hanf pur oder mit anderen Fasern gemischt auf gängigen Baumwollmaschinen verarbeitet werden.

Keine Billigware

Allerdings will China mit der Hanffaser keine neue Billigfaser auf den Markt werfen, wie es heutzutage die Baumwolle ist. China ist kein Niedriglohnland mehr und gerät zunehmend unter Druck durch noch billigere Produktionsstandorte. Hanf soll daher als Qualitätstextilie mit besonderen Eigenschaften positioniert werden. Angesichts der fehlenden Konkurrenz auf dem Gebiet verspricht sich China viel vom Hanfanbau. Vor allem die chinesische Provinz Heilongjiang setzt auf Hanf und investierte in den letzten Jahren in den Ausbau der Anbauflächen. In kurzer Zeit habe sich die von unter 1.000 Hektar auf 30.000 Hektar in diesem Jahr vervielfacht. Im nächsten Jahr sollen es schon 60.000 Hektar werden.

Foto: www.hempedification.wordpress.com

Urban Outfitters: Quartalszahlen enttäuschen den Chef und begeistern die Anleger

Der US-amerikanische Modehändler Urban Outfitters Inc. hat unerfreuliche Monate hinter sich. Im zweiten Quartal 2017/18 verfehlte er sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn das Vorjahresniveau, weil die Sparten Anthropologie Group und Urban Outfitters Schwächen zeigten. CEO Richard Hayne erklärte, das Unternehmen sei von den am Dienstag vorgelegten Zahlen „enttäuscht“, verwies aber auch darauf, dass Maßnahmen eingeleitet worden seien, die in den kommenden Quartalen wieder für Wachstum sorgen sollen. Unter anderem will Urban Outfitters das Großhandels- und Auslandsgeschäft stärken und die digitalen Angebote verbessern. An der Börse kamen die Quartalszahlen hingegen gut an. Weil mit noch deutlich schlechteren Resultaten gerechnet worden war, stieg der Aktienkurs um mehr als zehn Prozent.

In den Monaten Mai bis Juli belief sich der Konzernumsatz auf 872,9 Millionen US-Dollar (744,7 Millionen Euro). Er lag damit um 2,0 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Einzelhandelserlöse inklusive des Online-Geschäfts schrumpften auf vergleichbarer Fläche um 4,9 Prozent. Dabei konnte die Marke Free People um 2,9 Prozent zulegen, während die Umsätze der Segmente Anthropologie Group (-4,0 Prozent) und Urban Outfitters (-7,9 Prozent) rückläufig waren. Zuwächse im E-Commerce reichten nicht, um die sinkende Nachfrage in den stationären Shops zu kompensieren. Insgesamt schrumpfte der Einzelhandelsumsatz des Konzerns um 3,1 Prozent auf 790,6 Millionen US-Dollar. Im Großhandelsgeschäft stiegen die Erlöse um 10,0 Prozent auf 82,3 Millionen US-Dollar.

Der Nettogewinn schrumpft um 35 Prozent

Der Umsatzrückgang auf vergleichbarer Fläche drückte auf den Gewinn. Hinzu kam, dass vor allem bei den Damenmode-Angeboten von Anthropologie und Urban Outfitters umfangreiche Rabattaktionen nötig waren, um die Lagerbestände zu reduzieren. Außerdem belasteten die Folgekosten von Ladenschließungen und Investitionen in das Online-Geschäft das Ergebnis. So sank der operative Gewinn im Vergleich zum Vorjahresquartal um 36,4 Prozent auf 75,2 Millionen US-Dollar. Das Nettoergebnis schrumpfte um 35,1 Prozent auf 49,9 Millionen US-Dollar (42,6 Millionen Euro).

Aufgrund des schwachen zweiten Quartals sank auch der Halbjahresumsatz: Er ging um knapp 1,2 Prozent auf 1,63 Milliarden US-Dollar zurück. Der Nettogewinn lag nach sechs Monaten bei 61,9 Millionen US-Dollar und damit um 41,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Ende Juli verfügte der Konzern über 245 Filialen von Urban Outfitters und 225 Stores der Anthropologie Group in Nordamerika und Europa. Hinzu kamen 12 Restaurants und 130 Free-People-Boutiquen in den USA und Kanada. Die Kollektionen der Marke werden zudem in Warenhäusern und von Fachhändlern verkauft.

Urban Outfitters, 2. Quartal 2017/18
Umsatz 872,9 Millionen $
Nettogewinn 49,9 Millionen $

Foto: Urban Outfitters
Neuer Eigentümer: Mexx ist wieder niederländisch

Die niederländische Modemarke Mexx hat wieder einmal den Eigentümer gewechselt. Am Dienstag teilte die RNF Holding mit, das Label von der türkischen Eroğlu Holding gekauft zu haben. Die Transaktion wurde demnach bereits am 12. Juli vollzogen. Sie schließt die Sparte Mexx Perfumes ein, die im Rahmen eines langfristigen Lizenzabkommens vom US-amerikanischen Kosmetikkonzern Coty betrieben wird. Weitere Details der Übernahme, darunter auch der Kaufpreis, wurden nicht veröffentlicht.

Der im niederländischen Drunen ansässige RNF Holding gehört unter anderem der Schuhhersteller Ferro Footwear BV. Zudem hält sie Lizenzen der Marken Umbro und Scout für Deutschland, Österreich, die Schweiz und die Beneluxländer. Mit dem Label Mexx, das in die neu gegründete Gesellschaft Mexx International BV eingebracht wurde, verfügt der Konzern nun auch über eine eigene Modesparte.

Die niederländische RNF Holding kaufte Mexx von der türkischen Eroğlu-Gruppe

„Mexx erfüllte für uns einige Kriterien: Es ist eine authentische Marke mit starker Tradition, einer klaren Positionierung und einer weltweiten Markenbekanntheit, die sich nutzen lässt“, erklärte Ferry Helmer, Managing Partner von RNF. „Wir sind stolz, Mexx wieder in niederländische Hand gebracht zu haben. Bei RNF sehen wir für Mexx großes Potenzial, um eine wichtige Rolle in der heutigen Mode- und Accessoireslandschaft zu spielen. Wir freuen uns auf eine Wiederbelebung.“

Mexx hat in den vergangenen Jahren bewegte Zeiten erlebt. 2001 verkaufte Rattan Chadha das Unternehmen, das er 1986 in Amsterdam gegründet hatte, für 264 Millionen US-Dollar sowie erfolgsabhängige Zusatzzahlungen an den US-Konzern Liz Claiborne. 2011 übernahm das Investmenthaus The Gores Group für nur noch 85 Millionen US-Dollar eine Mehrheitsbeteiligung an dem inzwischen hoch verschuldeten niederländischen Modeunternehmen. 2014 musste Mexx schließlich Insolvenz anmelden. Im folgenden Jahr wurde dann die Eroğlu Holding neuer Eigentümer. Sie zahlte Berichten zufolge lediglich 21 Millionen Euro für die angeschlagene Marke. Nun ist es also an RNF, Mexx wieder auf Erfolgskurs zu bringen.

Foto: Mexx Facebook-Page
Coach steigert Jahresüberschuss um 28 Prozent

Zuletzt war der US-amerikanische Lederwarenkonzern Coach Inc. vor allem wegen der Übernahme des Modelabels Kate Spade in den Schlagzeilen gewesen. Der Zukauf, den sich Coach 2,4 Milliarden US-Dollar kosten ließ, hatte aber noch keine wesentlichen Auswirkungen auf die Jahresresultate für 2016/17, die das Unternehmen am Dienstag präsentierte. Erst im laufenden Jahr wird die Akquisition für ein kräftiges Umsatzplus sorgen.

Im vergangenen Geschäftsjahr, das am 1. Juli abgeschlossen wurde, kam Coach auf einen Umsatz in Höhe von 4,49 Milliarden US-Dollar (3,83 Millionen Euro). Das entsprach nahezu exakt dem Vorjahresniveau, obwohl 2015/16 eine Verkaufswoche mehr umfasst hatte. Bereinigt um deren Anteil stiegen die Erlöse um zwei Prozent, obwohl das Unternehmen Rabattaktionen eingeschränkt und Liefermengen reduziert hatte, um seine Hauptmarke Coach wieder exklusiver zu positionieren.

Weil der Konzern Kosten senken konnte, stieg die operative Marge. Der Betriebsgewinn wuchs daher um 20,5 Prozent auf 787,4 Millionen US-Dollar. Der Jahresüberschuss wurde sogar um 28,3 Prozent verbessert und erreichte 591,0 Millionen US-Dollar (504,6 Millionen Euro). Bereinigt um Sonderfaktoren wie Restrukturierungskosten und Belastungen im Zuge von Zukäufen stieg der Nettogewinn um 10,4 Prozent von 551,7 auf 609,3 Millionen US-Dollar.

Der Kauf von Kate Spade soll im laufenden Jahr für ein Umsatzwachstum um etwa 30 Prozent sorgen

Ein Grund für die erfreulichen Zahlen war das starke Schlussvierteljahr. Im vierten Quartal stieg der Konzernumsatz bereinigt um den Anteil der zusätzlichen Verkaufswoche im Vorjahr um sechs Prozent (währungsbereinigt +7 Prozent) auf 1,13 Milliarden US-Dollar. Der Quartalsüberschuss sprang sogar um 86,1 Prozent auf 151,7 Millionen US-Dollar. „Die starken Zahlen im vierten Quartal krönten die exzellente Leistung des Unternehmens im Geschäftsjahr 2016/17“, erklärte CEO Victor Luis.

Das laufende Geschäftsjahr wird maßgeblich durch die Eingliederung von Kate Spade geprägt werden. „Nach der erfolgreichen Integration von Stuart Weitzman und der Akquisition von Kate Spade sind wir nun an einem aufregenden und entscheidenden Punkt unserer Reise“, erklärte Luis. „In einem unberechenbaren Umfeld positionieren wir uns für langfristiges Wachstum, indem wir uns neu erfinden.“ Durch die Übernahme des Schuhlabels Stuart Weitzman im Jahr 2015 und den vor wenigen Wochen abgeschlossenen Kauf von Kate Spade, mit der eine neue, jüngere Zielgruppe angesprochen werden soll, habe sich Coach der Konzernstrategie entsprechend zu einem „echten Modehaus mit emotionalen, begehrten Marken“ weiterentwickelt, so Luis.

Für 2017/18 rechnet das Management mit einer Umsatzsteigerung um etwa dreißig Prozent auf 5,8 bis 5,9 Milliarden US-Dollar. Neben einem organischen Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich soll dazu vor allem der erstmals konsolidierte Jahresumsatz von Kate Spade beitragen. Diesen bezifferte das Unternehmen auf „mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar“. Beim Gewinn pro Aktie wird ein Wachstum um zehn bis zwölf Prozent auf 2,35 bis 2,40 US-Dollar erwartet.

Foto: Coach Facebook-Page