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Top Ten: Die zehn reichsten Modemilliardäre 2017INTERAKTIVE KARTE

In der Modeindustrie ist alles möglich. In einem Jahr ist eine Marke angesagt, im nächsten gehört sie zum alten Eisen. Dennoch gibt es ein paar Modeimperien, die sich seit langer Zeit hartnäckig and er Spitze halten. Genau diese Unternehmen erwirtschaften ihren Inhabern gigantische Summen an Geld und machen diese zu Milliardären. Wer im vergangenen Jahr alles richtig gemacht hat und wer sich verschlechterte, sehen Sie in unserer interaktiven Karte.

FashionUnited untersucht die Vermögensentwicklungen der reichsten Unternehmer der Mode im vergangenen Jahr..

Die Top Ten der reichsten Modemillliardäre sehen Sie, wenn Sie den Button ‚Start Exploring’ klicken

Eine eigene Liste der reichsten Modeunternehmer veröffentlicht FashionUnited im Juni 2017.

Bonprix steigert Jahresumsatz um sechs Prozent

Der Bekleidungshändler Bonprix war auch i2016/17 auf Wachstumskurs. Unter Berufung auf vorläufige Zahlen teilte die Tochter des Hamburger Otto-Konzerns am Montag mit, dass Umsatz und Ergebnis im Ende Februar abgeschlossenen Geschäftsjahr erneut verbessert worden seien.

Demnach stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um knapp sechs Prozent auf 1,51 Milliarden Euro. „Besonders erfreulich“ nannte das Unternehmen das „starke Umsatzplus“ auf dem deutschen Markt: Dort stiegen die Erlöse um sechs Prozent und erreichten knapp 700 Millionen Euro. Dazu trug ein Wachstum im Online-Geschäft um etwa zwanzig Prozent bei.

Auch im Ausland erzielte Bonprix „hohe Zuwächse“, namentlich in den USA, Brasilien, Österreich und den Niederlanden. Allein in den USA stieg der Umsatz nach Angaben des Unternehmens um elf Prozent auf fast 300 Millionen Euro. In Brasilien seien die Erlöse mehr als verdoppelt worden, in anderen Auslandsmärkten wie Rumänien und Ungarn habe es zweistellige Zuwachsraten gegeben, erklärte Bonprix, in wichtigen westeuropäischen Ländern wie Österreich, den Niederlanden und Schweden sei die Steigerung „nahezu zweistellig“ ausgefallen.

Bonprix konnte erneut eine EBIT-Rendite von über fünf Prozent erzielen

Auch beim Ergebnis konnte Bonprix überzeugen: Die Rendite auf EBIT-Basis habe „überplanmäßig wie im Vorjahr bei über fünf Prozent“ gelegen, erklärte das Unternehmen. Angesichts der vorliegenden Zahlen fiel die erste Bilanz der Geschäftsleitung positiv aus: „Wir sind mit der Geschäftsentwicklung äußerst zufrieden. Das deutliche Wachstum bei einer konstant starken Rendite ist für uns Bestätigung, dass wir mit unserem internationalen Geschäftsmodell sehr gut aufgestellt sind“, erklärte Kai Heck, der Geschäftsführer für die Bereiche Finanzen, IT und Services. „Der hervorragende Geschäftsabschluss in Deutschland liegt über unseren Erwartungen, darüber freuen wir uns besonders“, so Heck.

Auch bei den Aussichten für das laufende Jahr gab sich Heck zuversichtlich: „Auch wenn die Komplexität im internationalen Online-Modehandel weiter zunimmt und die Entwicklung des Dollars die gesamte Textilbranche belastet, bleiben wir optimistisch und ambitioniert zugleich. Unsere Zielsetzung ist auch zukünftig nachhaltig profitables Wachstum“, erklärte er. Um diese zu erreichen, will das Unternehmen auch weiterhin Geld in die Hand nehmen: „Wir werden weiter in Manpower, Infrastruktur und technologische Innovationen investieren, um die Potentiale im internationalen Digital Commerce auch unter erschwerten Bedingungen erfolgreich auszuschöpfen“, so Heck.

Foto: Otto Group
Heimschwäche macht Guess zu schaffen

Schwierigkeiten auf dem Heimatmarkt haben die Zahlen des US-amerikanischen Bekleidungsunternehmens Guess Inc. im Geschäftsjahr 2016/17 belastet. Trotz guter Geschäfte in Europa und Asien stagnierte der Konzernumsatz, der Nettogewinn brach regelrecht ein. Immerhin war im vierten Quartal ein Aufwärtstrend zu beobachten.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das am 28. Januar endete, erwirtschaftete Guess einen Umsatz in Höhe von 2,21 Milliarden US-Dollar. Damit wurde das Vorjahresniveau um 0,2 Prozent übertroffen. Bereinigt um Wechselkursveränderungen stiegen die Erlöse um 1,0 Prozent. In Amerika sank der Großhandelsumsatz um 5,9 Prozent (währungsbereinigt -2,4 Prozent), die Einzelhandelserlöse schrumpften um 4,7 Prozent (währungsbereinigt -4,1 Prozent). Dabei gingen die Retail-Erlöse in den USA und Kanada auf vergleichbarer Fläche um 4,9 Prozent zurück (währungsbereinigt -4,5 Prozent).

In Übersee konnte das Unternehmen demgegenüber deutlich wachsen: So stiegen die Umsätze in Europa um 8,9 Prozent (währungsbereinigt +9,2 Prozent) und in Asien um 3,6 Prozent (währungsbereinigt +4,9 Prozent).

In Amerika sollen im laufenden Jahr fast sechzig Stores geschlossen werden

Im Schlussquartal konnte Guess sein Wachstumstempo wieder steigern: Der Umsatz stieg um 3,2 Prozent (währungsbereinigt +4,3 Prozent) auf 679,3 Millionen US-Dollar. Während der amerikanische Einzelhandel weiter schwächelte (-6,4 Prozent), wurde im dortigen Großhandel immerhin ein kleines Plus verzeichnet (+1,0 Prozent, währungsbereinigt +3,7 Prozent). In Europa stieg der Quartalsumsatz um 11,4 Prozent (währungsbereinigt +13,5 Prozent), in Asien sogar um 26,6 Prozent (währungsbereinigt +27,9 Prozent). „Die Fortschritte in diesen beiden Regionen sind ermutigend“, erklärte CEO Victor Herrero. „Wir werden dort auch weiterhin den Großteil unserer Investitionen tätigen.“ Angesichts des anhaltend schwierigen Marktumfelds stehe in Amerika die Steigerung der Profitabilität im Vordergrund, erklärte Herrero. So sollen dort im laufenden Geschäftsjahr „nahezu sechzig Stores“ geschlossen werden.

Der Jahresüberschuss von Guess sank um rund 72 Prozent

Beim Ergebnis machten sich im vergangenen Geschäftsjahr neben ungünstigen Währungseffekten höhere Abschreibungen und Rabatte sowie die schlechtere Kostenquote auf Grund des flächenbereinigten Umsatzrückgangs in Nordamerika negativ bemerkbar. So sank der operative Gewinn gegenüber dem Vorjahr um 81,3 Prozent auf 22,7 Millionen US-Dollar. Der auf die Anteilseigner entfallende Jahresüberschuss schrumpfte trotz hoher Sondereinnahmen aus dem Verkauf einer Unternehmensbeteiligung um 72,2 Prozent auf 22,8 Millionen US-Dollar. Der verwässerte Gewinn pro Aktie sank von 0,96 auf 0,27 US-Dollar.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Unternehmensleitung nun wieder mit soliden Zuwächsen. Der Umsatz soll um 2,0 bis 4,0 Prozent (währungsbereinigt +4,0 bis 6,0 Prozent) verbessert werden. Allerdings umfasst das aktuelle Jahr eine Verkaufswoche mehr als das vergangene. Der verwässerte Gewinn pro Aktie soll auf 0,28 bis 0,40 US-Dollar steigen.

Guess: Geschäftsjahr 2016/17
Umsatz 2,2 Milliarden $
Nettogewinn 22,8 Millionen $

Foto: Guess
Canada Goose feiert erfolgreiches Börsendebüt

Am vergangenen Donnerstag feierte der kanadische Bekleidungshersteller Canada Goose Holdings Inc. sein Debüt an der Börse. Die Aktien des Daunenjackenspezialisten kamen bei den Anlegern gut an: Schon am ersten Handelstag stieg der Kurs um mehr als 25 Prozent.

Nachdem Anfang März ein Ausgabepreis zwischen 14 und 16 Kanadischen Dollar angestrebt worden war, gingen die Papiere letztlich sogar für 17 Kanadische Dollar (11,8 Euro) an den Start. Weil das Unternehmen insgesamt zwanzig Millionen Aktien ausgab, belief sich das Gesamtvolumen des Börsengangs auf 340 Millionen Kanadische Dollar (237 Millionen Euro). Am Wochenende lag der Kurs an der Börse von Toronto dann bei 23,00 Kanadischen Dollar. An der New Yorker Börse wurden die Aktien zuletzt für 17,23 US-Dollar gehandelt.

Die Aktien fanden reißenden Absatz, weil das Unternehmen in den vergangenen Jahren rapide wachsen konnte: So wurde der Umsatz im Geschäftsjahr 2015/16 gegenüber dem Vorjahr um 33 Prozent auf 290,8 Millionen Kanadische Dollar verbessert, der Nettogewinn stieg sogar um 84 Prozent auf 14,4 Millionen Kanadische Dollar.

Das Wachstumskonzept der Kanadier ist nicht ohne Risiken

Der Jackenhersteller legte im Vorfeld des Börsengangs zudem ein ambitioniertes Konzept für weitere Zuwächse vor. So soll das Sortiment erweitert und die Nachfrage außerhalb Nordamerikas angekurbelt werden. Dort sieht Canada Goose angesichts der noch recht geringen Markenbekanntheit großes Potenzial. Dabei spielt auch der deutsche Markt eine wichtige Rolle. Geplant ist auch der Ausbau des Großhandels- und Online-Geschäfts. Stationäre Stores spielen im Geschäftsmodell keine große Rolle: Erst im vergangenen Jahr wurden die ersten beiden Boutiquen des Labels in Toronto und New York eröffnet. Aber auch hier wird über weitere Standorte nachgedacht.

Die Investition in den Börsenneuling ist aber nicht ohne Risiko: Branchenexperten, aber auch das Unternehmen selbst gaben zu Bedenken, dass der Erfolg im wesentlichen von einem Produkt getragen wird: Sollten die typischen Daunenjacken, die sich in den vergangenen Jahren großer Beliebtheit erfreuten, aus der Mode geraten, könnten die Wachstumspläne schnell Makulatur werden. Und auch aus einer anderen Richtung steht die Marke unter Beschuss: Tierschutzorganisationen kritisieren schon länger die Verwendung von Daunen und Echtpelzen. So wurde auch der Börsenstart von Protesten begleitet.

Foto: Canada Goose
Umsatzeinbruch bei Wolford: Drastische Sparmaßnahmen angekündigt

Das österreichische Wäscheunternehmen Wolford steckt tiefer in der Krise als zunächst angenommen. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres (Mai 2016 – Januar 2017) konnte lediglich ein Umsatz von 119,05 Millionen Euro erzielt werden, ein Einbruch um 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch bereinigt um Währungseffekte insbesondere infolge der Abwertung des britischen Pfund liegt das Umsatzminus noch immer bei satten 6,2 Prozent.

Der Umsatzrückgang sei im Wesentlichen auf das schwache erste Halbjahr zurückzuführen, das von einem schwierigen Marktumfeld sowie von internen Problemen in der Bedarfs- und Vertriebsplanung geprägt gewesen sei, heißt es. Die Umsatzeinbußen konnte Wolford im dritten Quartal nicht mehr aufholen, ungeachtet der im Vergleich zum Vorjahresquartal um vier Prozent höheren Umsatzerlöse. Im dritten Quartal profitierten die Umsätze von einem verschobenen Liefertermin, einem immerhin stabilen Weihnachtsgeschäft und einem leichten Umsatzanstieg im Januar.

Entsprechend stieg im dritten Quartal auch das operative Ergebnis (EBIT) auf 3,53 Millionen Euro nach 2,44 Millionen im Vorjahresquartal. Damit konnten die deutlichen Verluste im ersten Halbjahr jedoch nicht kompensiert werden: Nach den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres beträgt das EBIT minus 4,72 Millionen Euro nach plus 2,16 Millionen im Vorjahr.

Zehn Millionen Euro Verlust bereits eingeplant

Ein uneinheitliches Bild bietet sich auch bei der Betrachtung der Wolford-Geschäftsfelder: Während die Umsätze im Handel auf eigener Fläche in den ersten neun Monaten um 6,6 Prozent und beim Großhandelsgeschäft um 7,3 Prozent absackten, stiegen sie beim hauseigenen Onlineshop um 4,4 Prozent an – zu wenig, um die Retail- und Wholesale-Verluste auch nur ansatzweise wettzumachen.

Verantwortlich für die Misere seien neben einem schwachen Marktumfeld auch interne Fehler bei der Neuorganisation des Warenmanagements im Retail, die eine mangelhaften Bedarfsplanung und Flächenbewirtschaftung im ersten Halbjahr zur Folge gehabt hätten, so das Unternehmen. Gepaart mit verschobenen Auslieferungsterminen für die Herbst-/Winterkollektion habe dies einerseits zu erheblichen Umsatzeinbußen geführt und zudem aufwändige Nachproduktion und erhöhte Vorratsbestände erfordert.

Inzwischen hat das Unternehmen daraus organisatorische Konsequenzen gezogen und das System der Warenlieferung komplett umgestellt: „Ab Juni 2017 wird Wolford die eigenen Retail-Standorte ebenso wie die Wholesale-Kunden monatlich mit neuen Produkten beliefern, ausgenommen sind hier nur die Monate Mai und Dezember“, heißt es. Zudem seien bereits zahlreiche Maßnahmen zur nachhaltigen Kostenreduktion eingeleitet und der Fokus auf Vertriebs-Initiativen zur Umsatzsteigerung gelegt worden.

Die bittere Erkenntnis: Trotz Restrukturierungs- und Sparmaßnahmen wird das Unternehmen die Verluste aus dem ersten Halbjahr in diesem Wirtschaftsjahr nicht mehr kompensieren können. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Gesellschaft daher mit einem operativen Verlust zwischen minus acht bis minus zehn Millionen Euro. „Derzeit überarbeitet das Management die Mittelfristplanung und konzentriert sich dabei in erster Linie auf die Schaffung der Voraussetzungen für eine Rückkehr des Unternehmens in die Gewinnzone“, heißt es aus dem Bregenzer Firmensitz. Zeitgleich arbeite man an einer „nachhaltigen Finanzierungsstruktur mit einer entsprechend langfristigen Finanzierung der Vermögenswerte“. Details dazu will das Unternehmen „baldmöglichst“ veröffentlichen.

Foto: Wolford

Mytheresa: Wie passen Online-Handel und Exklusivität zusammen?

Das Luxussegment hat naturgemäß mit dem Onlinehandel ein Problem: Nichts widerspricht der geforderten Exklusivität so sehr wie die ubiquitäre Verfügbarkeit eines Onlineshops. Mit viel Fingerspitzengefühl gelingt es dennoch. Mytheresa.com liefert den Beweis.

Kein Wachstum um jeden Preis

Sebastian Dietzmann, Managing Director von Mytheresa, war auf die Bühne der Trendarena der Internet World Messe in München gekommen, um der versammelten IT-Welt Einblicke in einen Markt zu geben, der Online einige Besonderheiten aufweist. Denn Wachstum erfolgt hier nicht um jeden Preis. Sowohl die Luxusmodemarken, mit denen Mytheresa zusammenarbeitet, als auch die gutbetuchten Kundinnen verlangen Exklusivität und einen besonderen Service. „Wir könnten unser Wachstum kurzfristig schnell vergrößern“, erklärt Dietzmann, der seit 2015 im Unternehmen ist. „Aber wir beschränken uns ganz bewusst – diese Beschränkung ist ein Teil unseres USP“. Das fängt bei der Auswahl der Marken an und geht bis zur Selektion jedes einzelnen Artikels, der online geht. Dietzmann: „Wir legen sehr viel Wert darauf, dass wir jedes einzelne Produkt unseres Sortiments nur deswegen anbieten, weil es uns gefällt.“ In dem kuratierten Sortiment liege das Geheimnis des Erfolges. Dietzmann: „Unsere Kundin kommt deshalb zu uns, weil sie glaubt, Mytheresa hat das extra für mich eingekauft.“ Jede Woche erscheinen über 500 neue Produkte online, die sich auf die Produktkategorien Bekleidung, Schuhe, Taschen, Accessoires und Echtschmuck verteilen.

Mytheresa: Wie passen Online-Handel und Exklusivität zusammen?

Exklusivität geht auch im Internet

Grundsätzlich schwierig ist der Anspruch online umzusetzen, ein exklusives Angebot zu offerieren. Denn naturgemäß ist ein Onlineshop für jedermann zugänglich, der genug bezahlt. Bei Mytheresa hat man dennoch eine Lösung dafür gefunden. So hatten im letzten Jahr nur die Händler Mytheresa und Net-à-Porter den Zuschlag bekommen, die neue Prada Ready-to-Wear online verkaufen zu dürfen. Dank der kuratierten Herangehensweise gab es nur etwa 30 Prozent Sortiments-Überschneidung mit der Konkurrenz, so Dietzmann. „So ein exklusiver Zugriff kann z.B. auch nur zeitlich begrenzt sein“, erklärt Dietzmann weiter, wie beispielsweise beim Launch der Missoni Yoga Wear, die Mytheresa die ersten 14-Tage weltweit exklusiv verkaufen durfte. Wichtig sei das Vertrauen der Marken, ohne das man in diesem Segment nicht bestehen kann. Den Grundstein dafür hat der stationäre Münchner Store Theresa schon vor vielen Jahren gelegt, aus dem heraus 2006 Mytheresa entstanden ist.

Was bedeutet Service in einem Online-Shop für Luxusmode?

Die exklusive Kundschaft von Mytheresa ist nicht nur gutbetucht, vor allem ist sie guten Service gewohnt und verlangt ihn ganz selbstverständlich auch von einem Onlinestore. „Einen Chatbot im Kundenservice einzusetzen wäre bei uns undenkbar“, lächelt Dietzmann. Von einem Personal Shopping Team als Beratungsassistenz bis zur Logistik, zur Verpackung und der Betreuung nach dem Kauf, all das muss bei Mytheresa höchsten Standards genügen. Aus 120 Ländern kommen die Kundinnen von Mytheresa, und Geduld ist keine ausgeprägte Eigenschaft dieser Klientel. Das Unternehmen verspricht, überall binnen 48 Stunden auszuliefern. In den USA stehe das Paket sogar schon am nächsten Tag vor der Tür. Zugestellt wird nur persönlich, und wenn nötig auch mehrfach auf Kosten von Mytheresa, wenn die Kundin nicht beim ersten Mal angetroffen wurde.

Internationales Wachstum

Seit 2006 ist Mytheresa online und konnte seit der Gründung ein Wachstum von ca. 50 Prozent pro Jahr verzeichnen. Im Oktober 2014 wurde die mytheresa.com GmbH vollständig von der amerikanischen Neiman Marcus Group übernommen. Seitdem wird das Unternehmen als eigenständige Tochter von der lokalen Mutter NMG Germany GmbH mit Sitz in Aschheim/München geführt. Vor allem in der globalen Expansion sieht das Unternehmen weiteres Potenzial. „Wir sind in der komfortablen Situation, dass wir geografisch wachsen“, so Dietzmann. Mytheresa bietet acht Sprachen an und sechs Währungen. „Eine harte Nuss war das Thema Mobile“, meint Dietzmann im Hinblick auf die asiatischen und ostasiatischen Märkte. Dort bedeutet Onlineshopping eben mobile Shopping, d.h., der Look & Feel des Onlineshops auf dem Desktop musste auf das kleine Mobile-Format übertragen werden. Inzwischen kommt der Traffic zu 50 bis 60 Prozent schon über Mobile, 30 Prozent der Transaktionen erfolgen ebenfalls über diesen Kanal. Dort will das Unternehmen weiter investieren, beispielsweise in eine Android App, die es bisher noch nicht gibt, aber gerade in Asien enorm wichtig ist. Trotz aller Internationalität steuert Deutschland etwa ein Drittel zum Gesamtumsatz bei und wächst weiterhin. Doch die Bedeutung nimmt im Zuge des internationalen Wachstums kontinuierlich ab. Dietzmann: „Die Realität ist, wir wachsen in anderen Regionen noch wesentlich stärker, natürlich benötigen diese Märkte viel Aufmerksamkeit.“

Kanal-Verschiebung auch im Luxussegment

Etwa 10 Prozent der Umsätze im Luxusmodehandel werden heute online getätigt, Tendenz steigend. Jedoch ist das weniger, als im breiten Modemarkt üblich. Das liegt einerseits an den hohen Warenkörben, die im Luxussegment anfallen und andererseits daran, dass der physische Store bislang beim Service kaum konkurrenzfähig war. Dietzmann: „Natürlich sind unsere Kundinnen genauso onlineaffin wie alle anderen auch, aber wir verkaufen Emotionen. Es ist nicht einfach, die gleiche Experience online auszuspielen wie in einem physischen Store.“ Doch auch hier sei Bewegung im Markt. Vor allem China sei das Land des Onlineshoppings im Luxussegment. Der Ausbau des stationären Handels sei für Mytheresa hingegen kein strategisches Ziel. „Da liegen unsere Wurzeln, aber stationäre Geschäfte oder der Ausbau von Omnichannel-Lösungen sind für uns nicht relevant“, so der Manager weiter. Und wie sieht man bei Mytheresa die Konkurrenz von Pureplayern wie Zalando und Amazon? „Die Markteintrittsbarrieren im Luxussegment sind sehr hoch“, erklärt Dietzmann. „Die Designer wollen den Vertrieb eher verkleinern als vergrößern, insofern habe ich kein Problem mit Zalando.“

Foto: Mytheresa.com / FashionUnited

Zara-Mutter Inditex steigert Umsatz und Gewinn

Der spanische Bekleidungskonzern Inditex konnte auch im Geschäftsjahr 2016/17 erneut kräftig wachsen: Umsatz und Ergebnis wurden klar verbessert. Auch ins laufende Jahr ist die Gruppe, zu der neben dem populären Filialisten Zara auch die Konzepte Zara, Pull & Bear, Massimo Dutti, Bershka, Stradivarius, Oysho, Zara Home und Uterqüe gehören, stark gestartet.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das am 31. Januar endete, erwirtschaftete Inditex einen Umsatz in Höhe von 23,3 Milliarden Euro. Damit wurde das Vorjahresniveau um zwölf Prozent übertroffen. Dabei konnte der Konzern in allen Marktregionen zulegen. Zum kräftigen Wachstum trug erneut die Expansion im Ausland bei: Im Laufe des Jahres erweiterte der Konzern sein weltweites Filialnetz um 279 Standorte, Ende Januar verfügte er damit über 7.292 Läden in 93 Märkten. Zudem wurde die Online-Präsenz ausgebaut. So wurden im vergangenen Jahr zwölf neue Online-Märkte erschlossen. Doch auch in den Geschäfte, die schon länger als ein Jahr bestehen, war die Nachfrage hoch: Auf vergleichbarer Fläche stiegen die Erlöse um zehn Prozent.

Der Nettogewinn von Inditex wuchs um knapp zehn Prozent

Trotz hoher Investitionen in die internationale Expansion, den Ausbau der Logistik und digitale Innovationen konnte Inditex auch das Ergebnis deutlich verbessern: Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wuchs um acht Prozent auf 5,08 Milliarden Euro, der Jahresüberschuss um knapp zehn Prozent auf 3,16 Milliarden Euro. Davon sollen nun auch die Anleger profitieren: Der Konzern plant, die Jahresdividende um rund 13 Prozent auf 0,68 Euro je Aktie anzuheben.

„Wir haben vor dem Hintergrund starker Vergleichszahlen aus dem Vorjahr positive Resultate vorgelegt“, erklärte CEO Pablo Isla. Er kündigte an, dass der Konzern auch im laufenden Jahr kräftig investieren werde, um seine Ziele „mittel- und langfristig“ zu erreichen. Vorgesehen ist derzeit ein Investitionsvolumen von 1,5 Milliarden Euro, mit dem unter anderem die digitalen und logistischen Kapazitäten weiter gestärkt und Umweltschutzinitiativen vorangetrieben werden sollen. Bei der Flächenexpansion soll das Tempo des Vorjahres gehalten werden. Der Start ins neue Jahr ist jedenfalls geglückt: Bereinigt um Wechselkursveränderungen und Kalendereffekte übertraf der Einzelhandelsumsatz im Zeitraum vom 1. Februar bis zum 12. März das Vorjahresniveau um 13 Prozent.

Inditex: Geschäftsjahr 2016/17
Umsatz 23,3 Milliarden €
Nettogewinn 3,2 Milliarden €

Foto: Inditex

Nike bleibt 'wertvollste' Bekleidungsmarke

Der Sportartikelriese Nike ist erneut zur wertvollsten Bekleidungsmarke der Welt gekürt worden. Dies fand die in London sitzende Bewertungs- und Strategieberatung Brand Finance heraus. Der Wert der Marke stieg um 13 Prozent auf 32 Milliarden US-Dollar.

Brand Finance attestierte der Marke einen Wert von 92 von 100, basierend auf den Faktoren Marketinginvestment, Bekanntheit, Angestelltenzufriedenheit und Unternehmens-Reputation. Dieses AAA+-Rating macht die amerikanische Sportswear-Brand zur einflussreichsten Marke in der Bekleidungsindustrie und die drittstärkste aller Industrien.

Die Stärke von Nike begründet sich vor allem auf der Fähigkeit der Marke, sich „kontinuierlich weiter zu entwickeln und State-of-the-Art-Produkte zu schaffen, die eine weite Demografie-Spanne an Kunden ansprechen,“ so Brand Finance. Erst kürzlich lancierte Nike eine Hijab- und eine Plus-Size- Kollektion und im vergangenen Jahr wurden die selbstschnürenden Sneaker HyperAdapt, die durch den Film ‘Back to the Future’ inspiriert wurden, entwickelt.

Neben seiner Produkte liefert Nike auch eine starke Markenbotschaft, die von Marketing-Kampagnen begleitet wird und so die Brand-Value steigert. Die ‚Equality’-Kampagne der Marke beispielsweise ermutigt Menschen dazu, die auf dem Sportplatz an den Tage gelegte Fairness auch auf alltägliche Situationen zu übertragen.

Nike bleibt 'wertvollste' Bekleidungsmarke

H&M landet im Marken-Ranking vor Zara

Auf dem zweiten Platz landet der schwedische Fast-Fashion-Modehändler H&M mit einer Brand-Value von 19 Milliarden Dollar, eine Zahl, die 2016 um 24 Prozent zulegte. Dabei half, dass das Unternehmen seine Expansion weiter vorantrieb und allein im vergangenen Kalenderjahr 442 neue Stores weltweit eröffnete.

Nicht weit hinter H&M kommt Konkurrent Zara. Das spanische Unternehmen wuchs auf einen Wert von 14,4 Milliarden Dollar um 43 Prozent an. Die Gesamtverkäufe des Retailers wuchsen um 14,5 Prozent und der Nettogewinn stieg im vergangenen Jahr um 9 Prozent. Brand Finance hebt bei Zara vor allem die Flexibilität des Fast-Fashion-Modells als Erfolgsgarant hervor. Dies hilft dem Unternehmen, auf unvorhergesehene Ereignisse und Wetterveränderungen schnell zu regieren und so „floriert es aufgrund dieses Wettbewerbsvorteils.“

Nike bleibt 'wertvollste' Bekleidungsmarke

Louis Vuitton the most valuable luxury apparel brand

Zara überholte den Drittplatzierten des vergangenen Jahres, Louis Vuitton, der mit 13 Milliarden Dollar nun auf dem undankbaren vierten Platz rangiert. Dennoch bleibt die Marke die wertvollste unter den Luxusmarken, gefolgt von Hermès (8,3 Milliarden Dollar), Gucci (6,8 Milliarden Dollar), Donna Karan (6,6 Milliarden Dollar) und Coach, das mit 4,6 Milliarden Dollar Burberry (4 Milliarden Dollar) und Michael Kors (3,7 Milliarden Dollar) überholte.

Das Ranking nennt Marc Jacobs als am schnellsten wachsende Marke unter den 50 wertvollsten Bekleidungsmarken. Das in New York beheimatete Modelabel konnte um 84 Prozent zulegen und wird mit 1,4 Milliarden Dollar bewertet. Dies liegt zum Teil an der Restrukturierung des Labels, die auch die Einstellung der Unterlinie ‚Marc by Marc Jacobs’ beinhaltete und so eine klare Hauptlinie schuf, die ein kohärenteres Markenimage zur Folge hatte.

Die chinesische Sport- und Schuhbrand Anta wächst am zweitschnellsten. Ihr Wert stieg um 67 Prozent auf zwei Milliarden Dollar. Wenn auch außerhalb Chinas bisher unbekannt, ist die Marke neuerdings auf Expansionskurs. So wurde NBA-Spiele Klay Thompson als Kooperationspartner gewonnen und eine US-Website gelauncht.

Fotos: Nike und H&M