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Textilhändler Adler rechnet mit Ergebnisverbesserung

Der Bekleidungshändler Adler Modemärkte AG will sein Betriebsergebnis im Jahr 2017 wieder verbessern. Einer am Dienstag veröffentlichten Ad-Hoc-Meldung zufolge peilt die Geschäftsführung für das laufende Jahr ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im Bereich von 27 bis dreißig Millionen Euro an.

Sollte es so kommen, würde das Unternehmen das Vorjahresniveau von 23,3 Millionen Euro klar übertreffen. 2015 hatte das EBITDA noch bei 33,3 Millionen Euro gelegen. „Ursächlich für die im neuen Geschäftsjahr erwarteten Verbesserungen sind die zunehmenden Positiveffekte aus den im Vorjahr eingeleiteten Kosteneinsparungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen“, teilte Adler mit.

Die Erlöse werden demgegenüber voraussichtlich weiter schrumpfen: Prognostiziert wurde ein „leichter Umsatzrückgang gegenüber 2016“. Zur Begründung verwies das Unternehmen auf das weiterhin „herausfordernde Branchenumfeld“. Die schwierigen Rahmenbedingungen auf dem Textilmarkt hatten Adler schon im abgelaufenen Jahr zu schaffen gemacht: 2016 verfehlte der Umsatz mit 544,6 Millionen Euro das Vorjahresniveau um 3,8 Prozent. Auf vergleichbarer Fläche gingen die Erlöse um 4,6 Prozent zurück.

Nach einem deutlichen Gewinnrückgang streicht Adler die Dividende für 2016

Beim Ergebnis profitierte der Filialist hingegen schon Ende 2016 von den eingeleiteten Sparmaßnahmen. Mit einem EBITDA von über 23 Millionen Euro wurde die letzte, im Oktober angesichts der schwierigen Bedingungen nach unten korrigierte Prognose deutlich übertroffen. Sie hatte ein EBITDA von lediglich 14 bis 17 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Trotzdem sank der Jahresüberschuss den vorliegenden Zahlen zufolge von 7,9 auf 0,4 Millionen Euro. Angesichts dessen will die Geschäftsleitung im laufenden Jahr „den Fokus auf Investitionszurückhaltung und Cashflow-Management“ legen. Das bekommen die Anleger zu spüren: Für 2016 soll es keine Dividende geben. Im Vorjahr hatte Adler noch 0,50 Euro je Aktie an seine Anteilseigner ausgeschüttet. Seinen vollständigen Geschäftsbericht für das abgelaufene Jahr will das Unternehmen am Donnerstag vorlegen.

Foto: Adler Modemärkte
Eterna schließt Refinanzierungsprozess ab

Der Hemden- und Blusenspezialist Eterna Mode Holding GmbH hat sein Refinanzierungsprogramm erfolgreich abgeschlossen. Nach der Emission einer neuen Anleihe über 25 Millionen Euro Anfang des Monats sei nun auch ein Schuldscheindarlehen im Volumen von 33 Millionen Euro ausgezahlt worden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Damit könnten die noch ausstehenden Schuldverschreibungen aus einer alten Unternehmensanleihe bereits zum 11. April vollständig zurückgezahlt werden, heißt es in der Mitteilung.

Eterna hatte das Maßnahmenpaket geschnürt, um eine 2012 ausgegebene Anleihe zu refinanzieren, die eigentlich erst im Oktober fällig gewesen wäre. „Mit der neuen Finanzierung wird Eterna eine deutliche Zinsersparnis erzielen können“, hatte das Bekleidungsunternehmen anlässlich der Vorstellung des Konzepts erklärt. Auf diese Weise verschaffe es sich „weiteren unternehmerischen Spielraum, um auch zukünftig in das operative Geschäft zu investieren“.

Eterna will nun in Innovationen im Groß- und Einzelhandelsgeschäft investieren

Eterna plant unter anderem, das Großhandelsgeschäft durch „innovative Partnerkonzepte“ zu stärken und „digitale Konzeptionen in den eigenen Eterna Retailstores“ zu verwirklichen. Mit diesem Modell will das Unternehmen „das Like-for-Like-Wachstum fortsetzen und damit die Profitabilität je Shop steigern“. Im Geschäftsjahr 2016 hatte sich Eterna durchaus erfolgreich behauptet: Trotz schwieriger Rahmenbedingungen konnte der Bruttoumsatz um rund vier Prozent gesteigert werden.

„Mit der Auszahlung des Schuldscheindarlehens wurde nun auch der letzte Schritt zur planmäßigen Refinanzierung der alten Anleihe erfolgreich vollzogen“, erklärte der geschäftsführende Gesellschafter Henning Gerbaulet. „Angesichts der neuen, langfristig gesicherten Finanzierung zu deutlich günstigeren Konditionen haben wir die finanziellen Voraussetzungen geschaffen, um aus der guten Positionierung am Modemarkt heraus die eingeschlagene Wachstumsstrategie konsequent fortzusetzen.“

Foto: Eterna

Recht und Praxis: Unsere besten Artikel zum Thema

ÜBERBLICK Anfangs stellt man sich die Karriere in der Modeindustrie so schön vor: Kreativ sein, einen Kundenstamm aufbauen, Modenschauen planen, für immer das tun, was Spaß macht. Dann kommt die Ernüchterung: Höchstens zehn Prozent sind kreative Arbeit, der Rest ist Buchhaltung, Akquise, Marketing, die Suche nach Lieferanten und Produzenten, die Recherche von Regulierungen, Zöllen und Auflagen und im schlimmsten Fall — wenn man nicht richtig recherchiert hat — kommen noch rechtliche Streitereien obendrauf. Um wenigstens einige dieser Stolperfallen aus dem Weg zu räumen, hat FashionUnited einen Profi zu Rate gezogen.

Janina Voogd ist Rechtsanwältin und Senior Associate in der Praxisgruppe Gewerblicher Rechtsschutz im Münchener Büro der Sozietät Noerr LLP. Sie berät nationale und internationale Unternehmen in allen Bereichen des Marken- und Designrechts. Darüber hinaus berät sie im Wettbewerbsrecht sowie in Domain-Streitigkeiten. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Beratung von Unternehmen in der Modebranche. Janina Voogd ist Lehrbeauftragte für Marken- und Designrecht an der AMD Akademie Mode & Design in München. Für FashionUnited hat sie einige der wichtigsten Gesetzesänderungen analysiert, die die Modeindustrie betreffen.

Recht und Praxis: Das neue Textilkennzeichnungsgesetz ist da!

Am 24. Februar 2016 ist das neue deutsche Textilkennzeichnungsgesetz in Kraft getreten. Das Gesetz hat die effektive Durchsetzung der bereits seit 2012 europaweit geltenden Textilkennzeichnungsverordnung in Deutschland zum Ziel.

Was Sie dazu wissen sollten, erklärt der folgende Beitrage: Janina Voogd

Bundesgerichtshof entscheidet: Keine Textilkennzeichnung in Prospekten ohne Bestellmöglichkeit erforderlich

Ein großer deutscher Modehändler hatte einen Prospekt herausgegeben, in dem Textilware beworben wurde, ohne deren Faserzusammensetzung anzugeben. Die Wettbewerbszentrale griff die Werbung an und berief sich darauf, dass in der fehlenden Textilkennzeichnung ein Verstoß gegen die Textilkennzeichnungsverordnung sowie gegen das Irreführungsverbot liege.

Wie die Begründung des BGH lautete, lesen Sie hier.

Adidas und K-Swiss - Streifen sind nicht gleich Streifen

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) und das Gericht der Europäischen Union (EuG) hatten jüngst jeweils über sog. „Positionsmarken“ in Form von parallelen Streifen auf Sneakern zu entscheiden.

Was eine Positionsmarke ist und wer den Rechtsstreit gewonnen hat, lesen Sie hier: Janina Voogd

Textilkennzeichnung: "Acryl" unlauter, "Cotton" nicht

Das Oberlandesgericht München hat kürzlich entschieden, dass zwar die Verwendung der Bezeichnungen "Acryl" bzw. "Acrylic" anstelle des Begriffes "Polyacryl" die Vorschriften der Textilkennzeichnungsverordnung in unlauterer Weise verletzen, die Angabe "Cotton" anstelle des Begriffs "Baumwolle" jedoch nicht unlauter sei (Urteil vom 20.10.2016, Az. 6 U 2046/16).

Lesen Sie hier, weshalb das so ist: Janina Voogd

Recht und Praxis: Unsere besten Artikel zum Thema

Ist das noch dieselbe Marke? Rebranding und rechtserhaltende Benutzung der Marke

Oftmals werden Marken im Laufe der Zeit weiterentwickelt, verändert und modernisiert. Gründe für eine solches „Rebranding“ können z.B. betriebliche Veränderungen, Erweiterungen des Produktangebots oder schlicht eine stilistische Anpassung an den Zeitgeist sein. Auch wenn derartige Veränderungen aus Sicht des Marketings zwingend erscheinen, so können sie aus rein markenrechtlicher Sicht mit erheblichen Risiken verbunden sein.

Lesen Sie hier, worauf Sie beim Rebranding achten müssen.: Janina Voogd

Bildern: Wikimedia Commons, Holger.Ellgaard

Der Fall „Baumwollzeichen“: Schutz für als Marke eingetragene Gütezeichen?

Am 15. Dezember 2015 hat das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf dem Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) verschiedene Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt, die sich in einem Markenrechtsstreit vor dem OLG Düsseldorf stellten. Der EuGH hat vergangenes Jahr darüber zu entscheiden, ob die Benutzung einer Marke als Gütezeichen eine sogenannte „markenmäßige Benutzung“ darstellt und, falls dem so ist, ob eine so benutzte Marke angreifbar ist, wenn der Markeninhaber keine regelmäßigen Qualitätskontrollen durchführt (Az. OLG Düsseldorf I-20 U 222/14, Az. EuGH C-689/15).

Lesen Sie hier, wie das Urteil des BGH lautet: Janina Voogd

Alexander Wang gewinnt Streit um seinen Namen

Personen- und Familiennamen werden besonders in der Modebranche gerne für die Bezeichnung von Unternehmen benutzt. So ist es auch bei dem gleichnamigen Label von Alexander Wang, der kürzlich den Kampf um seinen Namen vor dem europäischen Markenamt (EUIPO) gewonnen hat.

Weiterlesen: hier.

Recht und Praxis: Unsere besten Artikel zum Thema

Fashion "Made in Germany"?

Deutsche Ware hat von jeher einen guten Ruf. Nach zahlreichen Berichten über katastrophale Zustände in Nähfabriken und unzureichenden Umweltschutz vor allem in asiatischen Ländern hat das Etikett "Made in Germany" in der Fashion-Branche noch an Wert gewonnen. Doch wann darf ein Kleidungsstück als "Made in Germany" bezeichnet und beworben werden?

Lesen Sie die Antwort: hier.

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Foto: © Bertold Werkmann | Dreamstime.com

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Was tun gegen Graumarkthandel und Parallelimporte?

Anlässlich der Chanel Cruise Show auf Kuba äußerte sich Bruno Pavlovsky, President of Fashion bei Chanel, in einem Interview zu den Erfolgen des Unternehmens bei der Bekämpfung des Graumarktes, vor allem in Asien. Pavlovsky erklärte, Chanel habe in letzter Zeit die Preisunterschiede seiner Produkte zwischen den Vereinigten Staaten, Europa und Asien verringert, um den Graumarkthandel einzudämmen.

Was genau es mit den beiden Begriffen auf sich hat und wie sie sich unterscheiden, : lesen Sie hier.

Bild: Wikimedia

Untertitel

Der Bundesgerichtshof hat kürzlich entschieden, dass in Schaufenstern präsentierte Ware nicht mit Preisen ausgezeichnet werden muss (Urteil vom 10. November 2016, Az. I ZR 29/15).

Was das Urteil für die Modebranche bedeutet, lesen Sie hier.

Bild: Chanel, Catwalkpictures

Deutsche Modeindustrie: Smart Textiles als Überlebensstrategie

Die deutsche Textil- und Modebranche gilt bereits seit langem nicht mehr unbedingt als Wachstumsbranche. Die Umsätze stagnieren oder nehmen eine rückläufige Entwicklung, der stationäre Modehandel kämpft ums Überleben, während immer mehr Billiganbieter aus aller Welt den hiesigen Markt überschwemmen. So wuchs der Gesamtumsatz der deutschen Textil- und Modeindustrie 2016 gerade mal um insgesamt 0,2 Prozent im Vergleich zu 2015 und lag so bei eher enttäuschenden 32 Milliarden Euro (einschließlich Schuh- und Lederwarenindustrie).

Dabei sind deutsche Erzeugnisse durchaus auch in der Modebranche gefragt. Deutsches Design hat es hingegen immer schwerer, sich auf dem Markt zu behaupten. So entwickelt sich derzeit ausschließlich die Textilproduktion zu einem Erfolgsmodell und punktet mit positiven Zukunftsaussichten und Umsatzzuwächsen von knapp drei Prozent. Die Umsätze auf dem Bekleidungs-Sektor sackten hingegen 2016 um fast vier Prozent ab, Tendenz weiter fallend.

Was also tun? Die deutsche Textil- und Modebranche befindet sich in einem der größten Umbrüche der Geschichte und wird sich nach Ansicht vieler Experten mittelfristig von der herkömmlichen Textilproduktion abwenden, um sich mit speziellen Fasern und technischen Textilien neu am Markt zu platzieren.

Zahl der Beschäftigten steigt wieder

Dass sich die Branche verändert, ist auch dem Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie (Textil+Mode) nicht entgangen. Dessen Präsidentin Ingeborg Neumann hat bereits erkannt: „Stärkste Segmente sind vor allem Vliesstoffe sowie Technische Textilien für Anwendungen in der Medizintechnik, Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt sowie Bautechnik. Hier sind deutsche Unternehmen weltweit führend. Außerdem bieten Smart Textiles mit der Integration von Technik und Elektronik in Textil ganz neue Märkte für die langfristige Zukunft.“

Dass deutsche Unternehmen mittlerweile allein im Ausland rund 27 Milliarden Euro mit Technischen Textilien umsetzen, unterstreicht diese Entwicklung. Auch die Tatsache, dass die Textil- und Modeexporte 2016 insgesamt um 1,2 Prozent gesteigert werden konnten, ist allein den Innovationsprodukten zu verdanken.

Der Technical Apparel-Boom sorgt aktuell sogar dafür, dass sich die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Textil- und Modeindustrie trotz immer schwächerer Zahlen im klassischen Modegeschäft nicht verringert. Im vergangenen Jahr stieg deren Zahl sogar um 0,8 Prozent auf 118.000 (ohne Schuh- und Lederwarenindustrie).

Die Geschäftsentwicklung für 2017 beurteilen daher viele Unternehmen laut einer Verbandsumfrage neutral oder positiv: Etwa 45 Prozent gehen sogar von einem Umsatzwachstum aus, rund 45 Prozent erwarten etwa gleichbleibende Umsätze. Der Gesamtverband Textil+Mode prognostiziert für 2017 ein Umsatzwachstum von 1,7 Prozent.

Foto: RainerSturm / pixelio.de

Hugo Boss kappt Dividende - Umsatz wächst wohl erst 2018 wieder

Der Edelschneider Hugo Boss stellt sich auf ein weiteres Jahr des Übergangs ein. 2017 werde der Umsatz währungsbereinigt weitgehend stabil bleiben, teilte der Konzern am Donnerstag im schwäbischen Metzingen mit. Auch beim operativen Ergebnis ist wenig Bewegung absehbar. Immerhin dürfte der Konzerngewinn wieder im zweistelligen Prozentbereich steigen, weil 2017 Umbaukosten wegfallen.

Im abgelaufenen Jahr verbuchte Hugo Boss einen heftigen Gewinnrückgang von 39 Prozent auf 194 Millionen Euro, weshalb auch die Aktionäre den Gürtel enger schnallen müssen. Die Dividende schrumpft von 3,62 Euro im Vorjahr auf 2,60 Euro je Aktie. Die im MDax notierte Aktie gab kurz nach Handelsstart leicht nach. Gewinn- und Dividendenrückgang seien zwar erwartet worden, aber der Ausblick scheine etwas vorsichtig, so die DZ Bank.

Hugo Boss leidet wie viele Konkurrenten unter der Flaute im Textilhandel und eigenen Fehlern. Eine teure Ladenexpansion und der Versuch, die Marke Boss im Luxussegment zu etablieren, waren fehlgeschlagen. Nach einer heftigen Gewinnwarnung Anfang 2016 wurde fast die komplette Führungsriege ausgewechselt. Geblieben ist nur der jetzige Konzernchef Mark Langer, der unter seinem geschassten Vorgänger Claus-Dietrich Lahrs die Finanzen des Konzerns verantwortet hatte.

2016 war für Hugo Boss kein einfaches Jahr

Umbaukosten wie etwa für die Schließung unrentabler Läden schmälerten das operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda vor Sondereffekten) um 17 Prozent auf 493 Millionen Euro. Der Umsatz ging um 4 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zurück.

"2016 war für Hugo Boss kein einfaches Jahr", resümierte Langer. Inzwischen beginne aber die Neuausrichtung zu greifen. Vor allem in China sei die Wende sichtbar. In dem wichtigen Land kletterten die Umsätze im vierten Quartal auf vergleichbarer Fläche um knapp ein Fünftel. Aufs Jahr gesehen ergibt sich aber ein Minus von 9 Prozent. Langer hatte vor allem in China Läden dicht gemacht und am Preisgefüge geschraubt. In Asien wurde Hugo-Boss-Bekleidung günstiger, in anderen Regionen wie beispielsweise Deutschland dafür teurer. Langer hatte diesen Schritt damit begründet, dass sich in Zeiten des Onlinehandels große Preisunterschiede zwischen den Regionen nicht mehr rechtfertigen lassen.

In Deutschland sanken die Umsätze im vergangenen Jahr um 4 Prozent, in Frankreich, wo Terrorängste die Touristen fern hielten, um 3 Prozent. Umsatzrückgänge in Höhe von 17 Prozent verbuchte der Konzern in den USA. Hugo Boss hatte sich gezielt von Vertriebspartnern in dem Land getrennt, um sich den ruinösen Rabattschlachten zu entziehen.

Die Ladenschließungen schlugen mit 67 Millionen Euro zu Buche, entsprechend wurde an den Kosten gearbeitet, etwa durch Neuverhandlungen von Mietverträgen, Einsparungen in der Verwaltung oder geringere Investitionen.

Auch am Markenauftritt wurde gefeilt. Der Fokus von Boss soll wieder stärker auf der Herrenmode liegen. Zudem wurde digital aufgerüstet. Bislang ist der Online-Handel aber noch ein zartes Pflänzchen und steuerte 2016 gerade einmal 3 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Durch all diese Maßnahmen werde Hugo Boss wieder zu profitablem Wachstum zurückkehren, hofft Langer. Die vollen Auswirkungen des Umbaus würden ab 2018 sichtbar. (DPA)

Foto: Hugo Boss

Rekordjahr für Adidas: Mehr als eine Milliarde Euro Gewinn

Der Sportartikelkonzern Adidas AG hat im Geschäftsjahr 2016 neue Unternehmensrekorde aufgestellt. Der Umsatz wurde zweistellig gesteigert, der Nettogewinn übersprang erstmals die Milliarden-Euro-Hürde. Das geht aus dem Geschäftsbericht hervor, den das Unternehmen am Mittwoch präsentierte. Mittelfristig soll es erfolgreich weitergehen. Der Vorstand prognostizierte deutliche Zuwächse in den kommenden Jahren.

2016 erwirtschaftete Adidas einen Konzernumsatz in Höhe von 19,3 Milliarden Euro. Damit wurde das Vorjahresniveau um 14,0 Prozent übertroffen. Bereinigt um Wechselkursveränderungen stiegen die Erlöse sogar um 18 Prozent. Den Großteil steuerte die Hauptmarke Adidas bei, die sich erneut als Wachstumsmotor erwies: Ihr Umsatz stieg um 17,2 Prozent (währungsbereinigt +21,7 Prozent) auf 16,3 Milliarden Euro.

Die übrigen Segmente konnten da nicht mithalten: Das Label Reebok verbuchte ein Plus von 1,1 Prozent (währungsbereinigt +5,7 Prozent) auf 1,8 Milliarden Euro, in der Sparte Taylor Made Adidas Golf sanken die Erlöse um 1,1 Prozent (währungsbereinigt -0,8 Prozent) auf 892 Millionen Euro, im Eishockey-Bereich CCM Hockey schrumpften sie um 14,3 Prozent (währungsbereinigt -13,3 Prozent) auf 271 Millionen Euro.

Rekordjahr für Adidas: Mehr als eine Milliarde Euro Gewinn

In Nordamerika, China und Japan stiegen die Umsätze um mehr als zwanzig Prozent

Zum deutlichen Umsatzwachstum trugen starke Zahlen in den wichtigsten Marktregionen bei: In Westeuropa legte der Konzern um 16,6 Prozent (währungsbereinigt +19,7 Prozent) auf 5,3 Milliarden Euro zu. Noch höher waren die Steigerungsraten in Nordamerika (3,4 Milliarden Euro, +23,9 Prozent, währungsbereinigt +24,1 Prozent), China (3,0 Milliarden Euro, +21,9 Prozent, währungsbereinigt +27,5 Prozent) und Japan (1,0 Milliarden Euro, +29,8 Prozent, währungsbereinigt +16,3 Prozent). In der Region MEAA, die den Nahen Osten, Afrika und die übrigen asiatischen Märkte umfasst, wuchs der Umsatz um 12,4 Prozent (währungsbereinigt +16,3 Prozent) auf 2,7 Milliarden Euro.

Negative Wechselkursveränderungen sorgten für rückläufige Erlöse in Russland und den GUS-Staaten (679 Millionen Euro, -8,1 Prozent, währungsbereinigt +2,7 Prozent) sowie in Lateinamerika (1,7 Milliarden Euro, -2,9 Prozent, währungsbereinigt +16,2 Prozent).

Der Jahresüberschuss wuchs um rund sechzig Prozent auf 1,02 Milliarden Euro

Doch Adidas konnte nicht nur kräftig wachsen, sondern auch die Profitabilität erhöhen: Weil der Umsatz überproportional zu den Betriebsausgaben stieg, wuchs der operative Gewinn um 40,7 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Der auf die Anteilseigner entfallende Jahresüberschuss sprang sogar um 60,5 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro.

“2016 war für Adidas ein außergewöhnliches Jahr“

Kasper Rorsted, CEO der Adidas AG

So konnte CEO Kasper Rorsted, der den Konzern seit Oktober als Nachfolger von Herbert Hainer leitet, zufrieden Bilanz ziehen: „2016 war für Adidas ein außergewöhnliches Jahr“, sagte er. „Wir haben die Begehrlichkeit unserer Marken und unserer Produkte weltweit erhöht. Dadurch konnten wir den Umsatz deutlich steigern und erstmals in der Unternehmensgeschichte einen Rekordgewinn von mehr als einer Milliarde Euro erzielen.“ Rorsted wertete die aktuellen Zahlen auch als Beleg dafür, dass die 2015 vorgestellte Strategie mit dem Titel „Creating the New“ Wirkung zeigt.

Die vorgelegten Zahlen und Prognosen beflügelten den Aktienkurs

Angesichts der starken Resultate hob der Vorstand seine mittelfristigen Prognosen an: Bis zum Jahr 2020 soll der Umsatz währungsbereinigt durchschnittlich um zehn bis zwölf Prozent pro Jahr steigen. Beim Gewinn werden Zuwächse um zwanzig bis 22 Prozent erwartet. Für 2017 rechnet Adidas mit einem währungsbereinigten Umsatzplus um elf bis 13 Prozent. Der Jahresüberschuss aus fortgeführten Geschäftsbereichen soll um 18 bis zwanzig Prozent auf 1,200 bis 1,225 Milliarden Euro wachsen.

„Unsere Resultate für das Geschäftsjahr 2016 und unser positiver Ausblick auf 2017 beweisen, dass unsere Strategie greift. Wir liegen nach dem ersten vollständigen Geschäftsjahr, das im Rahmen von ‚Creating the New’ umgesetzt wurde, über unserem ursprünglichen Plan“, erklärte Rorsted. Die Anleger wussten die vorgelegten Zahlen zu würdigen: Der Aktienkurs von Adidas stieg am Mittwochmorgen umgehend um mehr als sechs Prozent.

Adidas: Geschäftsjahr 2016
Umsatz 19,3 Milliarden €
Nettogewinn 1,02 Milliarden €

Foto: Adidas
René Lezard muss Insolvenz anmelden

Die Pleitewelle unter deutschen Mittelständlern aus der Bekleidungsbranche hat ihr nächstes Opfer gefunden: Am Dienstag kündigte die René Lezard Mode GmbH in einer Ad-Hoc-Mitteilung an, unverzüglich einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu stellen. Damit zog der Bekleidungsanbieter die Konsequenz aus dem erneuten Scheitern seines Refinanzierungskonzepts.

„Im Rahmen des laufenden Restrukturierungsprozesses hat ein Investor, mit dem sich die René Lezard Mode GmbH in fortgeschrittenen Verhandlungen über Teile der Finanzierung der laufenden Restrukturierung befand, die Verhandlungen abgebrochen“, heißt es in der Mitteilung.

Das Unternehmen plant nun „die Fortführung der Sanierung im Schutzschirmverfahren“

Die Geschäftsführung wolle nun die laufenden Sanierungsbemühungen im Rahmen eines sogenannten Schutzschirmverfahrens nach Paragraph 270b der Insolvenzordnung fortsetzen, erklärte das Unternehmen. Im Rahmen eines solchen Verfahrens kann das Management unter Aufsicht eines Sachwalters die Geschäfte fortführen. Auch andere Unternehmen aus der Branche, die in Zahlungsschwierigkeiten geraten waren, hatten sich in den vergangenen Monaten für diese Lösung entschieden, darunter der Bekleidungshändler Wöhrl und das Modehaus Laurèl.

René Lezard hatte sich seit Monaten bemüht, ein Refinanzierungskonzept für seine auslaufende Bankenfinanzierung auf die Beine zu stellen. Eine Schlüsselrolle war dabei einem Investor zugedacht, der die bestehenden Verbindlichkeiten übernehmen sollte. Aber bereits im vergangenen Herbst hatten die Bemühungen einen empfindlichen Rückschlag erlitten, als ein erster potenzieller Investor kurzfristig abgesprungen war. Im Rahmen der Sanierungsbemühungen hatte das Unternehmen die Zeichner einer Unternehmensanleihe mehrfach um weitreichende Zugeständnisse ersucht. Der Ausstieg eines weiteren potenziellen Geldgebers führte nun zur Insolvenz.

Foto: René Lezard
Vom Brexit zum „Amazon-Effekt’: Was hinter der Achterbahnfart der europäischen Handelsumsätze steckt

BUSINESS INTELLIGENCE In den ersten neun Monaten des Fiskaljahres 2016 mussten Händler viele Kämpfe ausstehen, um ihre Bilanzen, wenn auch nicht auf erfolgreiche, so zumindest auf vertretbare Bahnen zu lenken. FashionUnited hat sich die Zahlen hinter dem allgemeinen Sturzflug angesehen, um herauszufinden, was hinter dieser Achterbahnfahrt steckt.

Um zu umreißen, was die Ursache für die schwächelnden Umsätze im Bekleidungshandel ist, hat sich unsere Business Intelligence- Abteilung die Entwicklung der Verkäufe von Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren in Fachgeschäften angesehen und die Zahlen der ersten drei Quartale des Jahres 2016 mit der gleichen Periode im Vorjahr verglichen.

Händler in Frankreich, Belgien und dem Vereinigten Königreich schwer von Brexit- und Terrorismus-Folgen getroffen

Obwohl die kumulierte Bilanz aller 28 europäischen Länder nur eine leichte Verschlechterung (-0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) ausweist, lässt sich feststellen, dass die Länder Frankreich, Belgien und das Vereinte Königreich klare Verluste hinnehmen mussten. Sie verzeichneten stärkere Verluste als ihre Kollegen in anderen europäischen Märkten.

Das FashionUnited Business Intelligence Team hat sich die möglichen Gründe dafür angesehen und herausgefunden, dass in Frankreich und Belgien erhöhte Arbeitslosenzahlen als Folge der Terroranschläge der Grund für diesen steilen Rückgang zu sehen sind. In Großbritannien kann die vom anstehenden Brexit herrührende Unsicherheit als Faktor identifiziert werden, die zur Stagnation des Umsatzwachstums beiträgt.

“Terrorismus ist in den europäischen Ländern aktiv, das steht spätesten mit den Anschlägen in Paris und an der Côte D'Azur fest“, sagte Fflur Roberts, Head of Luxury Goods bei Euromonitor International gegenüber dem ‘Observer’ in einem Interview.

ForwardKeys erklärte Anfang des Jahres, dass Europa weltweit die einzige Region sei, die international weniger Reisebuchungen verzeichnete. Sie gingen im Vergleich zum Sommer des Vorjahres um 2,1 Prozent zurück.

Vom Brexit zum „Amazon-Effekt’: Was hinter der Achterbahnfart der europäischen Handelsumsätze steckt

Diese Tabelle zeigt die prozentuellen Veränderungen in den Verkäufen von Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren in Fachgeschäften. Es wurden Q1,Q2,Q3 oder Fiskaljahres 2016 im Vergleich mit Q1,Q2,Q3 des Fiskaljahres 2015 untersucht.

Luxuswarenhändler geben dem Rückgang an wohlhabenden Touristen in europäischen Hauptstädten die Schuld

Luxuswarenhändler sind die größten Verlierer. Der Rückgang der Umsätze an Luxuswaren zwingt führende Brands dazu, ihre Strategien neu zu überdenken. Im Sommer 2016 musste Prada seinen ersten größeren Rückgang seiner Halbjahresumsätze seit 2011verkünden, das Unternehmen nannte Terrorismus als einen der Hauptgründe hierfür. Hermès und Louis Vuitton folgten kurz darauf und vermeldeten ebenfalls geschwächte Umsatzzahlen in diesem Zeitraum.

“Die europäische Transport- und Tourismus-Infrastruktur stellte klares ein Ziel für Anschläge dar. Solche Vorkommnisse zeigen im Tourismus und daraus resultierend auch bei den Luxuswaren sofortige Wirkung in Form von kurzen, steilen Rückgängen der Umsätze“, so Roberts weiter.

Diesen Trend kann FashionUnited auch mit den Zahlen für Belgien bestätigen. Dort gingen die Verkäufe von Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren in den ersten neun Monaten des Jahres 2016 um 5,5 Prozent zurück. Die terroristischen Anschläge, die im März am Flughafen von Brüssel verübt wurden, bedeuteten für das Land eine Einbuße von fast einer Million Euro in Form von Steuergeldern. Die Tourismuszahlen müssen sich von diesem Schlag noch erholen. Internationale Buchungen von Reisen nach Belgien gingen laut Euromonitor um 23 Prozent zurück.

Frankreich erging es nicht viel besser. Seit den Anschlägen in Paris und Nizza gingen internationale Reisen mit dem Ziel Frankreich um 11 Prozent zurück. Die Arbeitslosenzahlen stiegen rapide (10,8 Prozent) und wirkten sich auf die Kaufkraft der Konsumenten aus. Dies wiederum hatte einen Rückgang der Verkäufe um 4,3 Prozent in den ersten neun Monaten 2016 zur Folge.

Ist der Brexit Schuld, oder Amazon?

Mit einem Rückgang von 3,1 Prozent an Verkaufserlösen landet Großbritannien im analysierten Zeitraum auf Platz drei der Verlierer. Direkt nach dem Brexit-Votum führte die politische Unsicherheit zu einem scharfen Rückgang des Verbrauchervertrauens. Selbst wenn viele britische Brands – von Asos bis Burberry – von einem günstigeren Währungskurs des Pfund Sterling profitieren konnten, wurden diese Gewinne nicht an die britischen Konsumenten weitergegeben. Diesen stand aufgrund der Währungsentwicklung weniger Kaufkraft zur Verfügung.

Der Brexit ist aber möglicherweise nicht der einzige Grund für die Misere der britischen Modehändler. Viele Analysten sehen eine sich wandelnde Verbraucherpräferenz, die zum Onlineshopping hin tendiert, als Grund für die Verkaufsflaute auf den Einkaufsstraßen. Amazon und Co. böten einfach ein besseres Einkaufserlebnis und bessere Preise als der Stationäre Handel, so das Fazit vieler Kunden.

Online-Verkäufe erreichten laut E-Commerce Europe in Europa insgesamt einen Zuwachs von 13,3 Prozent von 401,85 Milliarden Euro auf 455,30 Milliarden Euro. Das Vereinigte Königreich ist in diesem Bereich führend: 81 Prozent der Befragten kauften 2015 online ein. Darüber hinaus würden zehn bis zwölf Prozent aller Einzelhandelsumsätze des Landes bereits online eingefahren, so ‘Forbes’.

Der sogenannte ‘Amazon-Effekt’ beschreibt, wie E-Commerce die Umsätze des stationären Handels auffrisst. Betroffen sind vor allem Bekleidung, Haushaltswaren und andere traditionelle Kaufhaus-Artikel.

Bild: Flickr, by Achim Hepp