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PVH: Calvin Klein beflügelt Umsatzwachstum im dritten Quartal

Im dritten Quartal 2016/17 profitierte der US-amerikanische Bekleidungskonzern PVH von den ausgesprochen guten Geschäften seines Labels Calvin Klein. Auch die zweite Hauptmarke Tommy Hilfiger verbuchte dank ihres starken Auslandsgeschäfts ein Umsatzplus. Der Konzerngewinn ging allerdings aufgrund von Sondereffekten zurück. Vor allem der Transfer der mexikanischen Tochtergesellschaft in ein Joint Venture belastete das Ergebnis.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal konnte PVH seinen Gesamtumsatz um vier Prozent auf 2,2 Milliarden US-Dollar steigern. Überdurchschnittlich gut präsentierte sich Calvin Klein. Der Umsatz der Marke stieg um neun Prozent (währungsbereinigt +10 Prozent) auf 891 Millionen US-Dollar. Auch Tommy Hilfiger konnte zulegen: Dort stiegen die Erlöse um vier Prozent (währungsbereinigt +6 Prozent) auf 927 Millionen US-Dollar. Während der Umsatz in Nordamerika um sieben Prozent auf 402 Millionen US-Dollar zurückging, wuchs er im internationalen Geschäft um 16 Prozent (währungsbereinigt +18 Prozent) auf 525 Millionen US-Dollar.

Die im Segment „Heritage Brands“ geführten kleineren Marken des Konzerns kamen zusammen auf 426 Millionen US-Dollar und verfehlten das entsprechende Vorjahresniveau damit um acht Prozent. Entscheidenden Anteil am deutlichen Rückgang hatten gezielte Rationalisierungsmaßnahmen, etwa die Einstellung des Einzelhandelsgeschäfts der Marke Izod und die Beendigung einiger Lizenzabkommen.

Aufgrund von Sondereffekten sank das Ergebnis im dritten Quartal um 43 Prozent

Das Ergebnis wurde wie schon im Vorjahr durch Einmaleffekte bestimmt. So führte die Dekonsolidierung der mexikanischen Tochtergesellschaft zu einer Sonderbelastung in Höhe von knapp 77 Millionen US-Dollar. Die Geschäfte in Mexiko werden künftig von einem eigens gegründeten Joint Venture mit dem lokalen Handelskonzern Grupo Axo geführt. Im Zusammenhang mit diversen Restrukturierungsmaßnahmen ergaben sich weitere negative und positive Einmaleffekte. Letztlich sank der ausgewiesene Quartalsüberschuss um 43 Prozent auf 126,2 Millionen US-Dollar. Der verwässerte Gewinn pro Aktie schrumpfte von 2,67 auf 1,56 US-Dollar. Bereinigt um die Sondereffekte ging der Nettogewinn nach Berechnungen des Unternehmens nur um fünf Prozent auf 209,8 Millionen US-Dollar zurück und übertraf damit die Erwartungen.

Aufgrund der Belastungen durch die Umstrukturierung in Mexiko senkte der Konzern seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr, die zuvor bei 7,50 bis 7,60 US-Dollar gelegen hatte. Das Management rechnet nun mit einem verwässerten Gewinn pro Aktie im Bereich von 6,51 bis 6,56 US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahr würde das einen Rückgang um fünf bis sechs Prozent bedeuten. Die Prognose für das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis wurde hingegen leicht angehoben.

Die Aussichten für das Schlussquartal enttäuschten die Analysten

Die Erwartungen für das vierte Quartal, in dem das wichtige Weihnachtsgeschäft verbucht wird, fielen einigen Analysten zu bescheiden aus. Daraufhin rutschte der Aktienkurs des Konzerns trotz der insgesamt überraschend guten Zahlen im abgelaufenen Vierteljahr um rund fünf Prozent ab. Konzernchef Emanuel Chirico erläuterte die Prognosen: „Obwohl wir unsere Erwartungen für das bereinigte Ergebnis angehoben haben, verfolgen wir bei unseren Planungen für die Festtagssaison einen vorsichtigen Ansatz.“ Zur Begründung führte er „makroökonomische und geopolitische Unsicherheiten“ sowie den Kursanstieg des US-Dollar nach den Präsidentenwahlen an.

PVH: 3. Quartal 2016/17
Umsatz 2,2 Milliarden $
Nettogewinn 126,2 Millionen $

Foto: Calvin Klein
Guess: schwach in der Heimat, stark im Ausland

Dank des starken Auslandsgeschäfts konnte der US-amerikanische Bekleidungskonzern Guess Inc. seinen Umsatz im dritten Quartal 2016/17 steigern. Der Gewinn schrumpfte allerdings. Aufgrund der aktuellen Schwäche auf dem Heimatmarkt senkte die Unternehmensleitung die Prognosen für das gesamte Geschäftsjahr.

Insgesamt erwirtschaftete Guess im jüngsten Quartal, das am 29. Oktober abgeschlossen wurde, einen Umsatz in Höhe von 536,3 Millionen US-Dollar (501,4 Millionen Euro). Damit wurde das Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums um 2,9 Prozent übertroffen. In der Region Americas, die den US-amerikanischen Heimatmarkt einschließt, musste das Unternehmen weitere Rückschläge hinnehmen: Die Einzelhandelserlöse sanken dort um 4,7 Prozent (währungsbereinigt -4,6 Prozent) auf 215,9 Millionen US-Dollar, der Großhandelsumsatz ging um 4,3 Prozent (währungsbereinigt -2,2 Prozent) auf 44,8 Millionen US-Dollar zurück.

Umsatzrückgang in Amerika, deutliche Zuwächse in Europa und Asien

Deutlich besser sah es in Übersee aus. In Europa stieg der Umsatz um 16,4 Prozent (währungsbereinigt +16,8 Prozent) auf 187,0 Millionen US-Dollar, in Asien um 9,8 Prozent (währungsbereinigt +6,4 Prozent) auf 64,9 Millionen US-Dollar. Die weltweiten Lizenzeinnahmen schrumpften um 14,3 Prozent auf 23,8 Millionen US-Dollar.

Beim Ergebnis machten sich die schwachen Geschäfte im amerikanischen Einzelhandel negativ bemerkbar. Einem deutlichen Umsatzrückgang auf vergleichbarer Fläche (-4,9 Prozent) standen hohe Fixkosten gegenüber. Der operative Gewinn sank daher um 27,4 Prozent auf 15,1 Millionen US-Dollar. Der ausgewiesene Quartalsüberschuss schrumpfte um 26,8 Prozent auf 9,1 Millionen US-Dollar (8,5 Millionen Euro).

In den ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres ging der Konzernumsatz damit um 1,0 Prozent (währungsbereinigt -0,4 Prozent) auf 1,53 Milliarden US-Dollar zurück. Der Nettogewinn fiel nicht einmal halb so hoch aus wie im Vorjahreszeitraum: er sackte um 52,5 Prozent auf 16,2 Millionen US-Dollar ab.

Das Unternehmen senkt die aktuellen Prognosen und hofft auf das kommende Geschäftsjahr

Angesichts der aktuellen Zahlen senkte das Unternehmen seine Jahresprognosen: „Wir waren bisher von einer besseren Umsatzentwicklung auf vergleichbarer Fläche und höheren Bruttomargen ausgegangen“, erläuterte CEO Victor Herrero. Nun rechnet das Unternehmen für 2016/17 mit einem Umsatzwachstum um 0,5 bis 1,5 Prozent. Der neue Zielkorridor für den Gewinn pro Aktie liegt bei 0,59 bis 0,69 US-Dollar.

Der Probleme im US-amerikanischen Einzelhandel will der Konzern mit einem Maßnahmenpaket begegnen. Das umfasst Kostensenkungen, Effizienzsteigerungen in der Lieferkette, Ladenschließungen und den Ausbau des Online-Geschäfts. „Unser Übergangsjahr geht zu Ende. Ich blicke nun mit Spannung und großen Hoffnungen auf das kommende Geschäftsjahr 2017/18“, sagte Herrero.

Guess: 3. Quartal 2016/17
Umsatz 536,3 Millionen $
Nettogewinn 9,1 Millionen $

Foto: Guess
Athleisure, Luxus und Fast Fashion sind die wertvollsten Nischen

ANALYSIS

Hermés, Nike oder Uniqlo, welches ist das wertvollste Modeunternehmen der Welt? Mit der Liste “Top 100 Most Valuable Fashion Brands” beantwortet FashionUnited diese und andere Fragen und schenkt weitere interessante Einblicke in die Entwicklungen des Modemarktes.

Die Übersicht zeigt, dass die Top 10 Modefirmen unterschiedlicher kaum sein könnten: Sie reichen von Luxusartikel-Firmen, über Athleisure-Marken bis hin zu Fast Fashion-Ketten. An der Spitze der Top Ten befindet sich Sportbekleidungs-Riese Nike, dicht gefolgt von den Luxusartikel-Giganten Hermés, Cartier, Rolex und Gucci. Ebenfalls unter den ersten zehn sind die Fast Fashion-Firmen Uniqlo, H&M und Zara. Die deutsche Sportbekleidungsmarke Adidas besetzt Platz 10.

“Die Nachfrage nach Business Intelligence zur globalen Modeindustrie steigt kontinuierlich. Deshalb ist es wichtig, Zugriff auf verlässliche Informationen zu haben”, sagt Caroline Hermanns, FashionUnited Business Intelligence Manager. Die FashionUnited Business Intelligence-Seite geht auf diese Nachfrage ein und stellt verschiedene Business-Daten, Listen und Verzeichnisse über den Bekleidungsmarkt zur Verfügung. Die “Top 100 Most Valuable Fashion Brands” Liste ist die neueste Liste auf FashionUnited Business Intelligence.

Die wertvollsten Brands: FashionUnited berechnet Top 10 aus Sportswear, Fast Fashion und Luxusgütern

Die “Top 100 wertvollsten Modemarken der Welt”-Liste finden Sie hier.

Der FashionUnited Index ist eine Liste der wertvollsten Modemarken der Welt. Unter den Top Ten finden sich Luxuswarenhändler ebenso wie Athleisure-Marken und Fast Fashion Brands.

Der Index enthält insgesamt hundert Firmen. Die ersten zehn sind zusammen 65 Milliarden US-Dollar wert (Stand 24. Oktober 2016).

Die vom FashionUnited Business Intelligence Team berechnete Liste basiert auf den Markenwert, der wiederum, falls das Unternehmen nicht öffentlich gelistet ist, auf dem Kurs-Gewinn-Verhältnis basiert. Dieses Verhältnis beinhaltet sowohl die Erwartungen des Investors, als auch des Analysten bezüglich der Börsenentwicklung und der zukünftigen Performance des Unternehmens.

Bei Hermés beispielsweise, das mit etwa 26 Milliarden US-Dollar Wert auf Platz zwei gelandet ist, basiert die Berechnung darauf, dass es sich um eine sehr stabile Marke handelt, die selbst bei starken Marktschwankungen wenig ins Wanken gerät. Laut den Berechnungen des FashionUnited Business Intelligence Teams hat Hermès damit ein höheres Kurs-Gewinn-Verhältnis als andere Marken.

Andere Faktoren der Berechnung sind Umsätze und Kapitalbindung. Letzteres weist darauf hin, dass wenn das Unternehmen viele Aktiva hält und ein hohes betriebsnotwendiges Vermögen besitzt, es mehr Geld für das Weiterführen seiner Geschäfte benötigt. Es verliert dadurch an Wert.

Athleisure, Luxus und Fast Fashion sind die wertvollsten Nischen

So geschehen bei Nike, unserem Platz 1, mit einem geschätzten Markenwert von 28 Milliarden US-Dollar. Under Armour, das zu Nike gehört, besitzt ein höheres Inventar verglichen mit dem Erlös als Adidas, das auf Platz 10 landete. Daher hat Adidas einen vergleichsweise höheren Markenwert. Auch wurde der geschätzte Wert des Markenzeichens in Betracht gezogen.

Athleisure, so zeigt die Markenliste, ist eine der profitabelsten Nischen. Morgan Stanley sagt voraus, dass der Athleisure–Markt bis 2020 83 Milliarden Dollar an Umsätzen einfahren wird.

USA, Frankreich und Italien sind am häufigsten vertreten

Etwa 50 Prozent der hundert aufgeführten Marken stammen aus den USA und sind im Premium-Segment (Michael Kors, Tommy Hilfiger, Tom Ford), Sportswear-Segment (Under Armour, Nike, Foot Locker) und im Outlet-Bereich angesiedelt (TJ/TK Maxx.)

An zweiter Stelle findet sich Frankreich mit Luxusgütermarken wie Hermés, Louis Vuitton, Chanel, Dior oder Longchamp. Zu guter Letzt ist Italien ebenfalls mit Luxusmode wie Prada oder Gucci gut vertreten. Auch das Vereinigte Königreich ist mit Burberry, Asos und Topshop mit dabei.

Die wichtigsten asiatischen Unternehmen sind das Schmuck- und Accessoireunternehmen Chow Tai Fook und der Fast Fashion Gigant Uniqlo.

Aus Deutschland und Österreich finden sich Adidas, Swarovski, Puma, Bogner und Escada unter den hundert wichtigsten Marken der Welt. Die Schweiz führt klar in Sachen Schmuck- und Uhrenmarken: Swatch, Tag Heuer, Breguet, Vacheron Constantin, Jaeger-LeCoultre, Tissot, Longines, Audemars Piguet, IWC Schaffhausen, Omega, Patek Philippe, Chopard und Rolex sind alle auf der Liste.

Günstige Modeketten wie C&A oder TK Maxx profitieren von der wirtschaftlichen Lage

Vom langen Rattenschwanz der Finanzkrise profitieren vor allem unternehmen wie C&A und TJ/TK) Maxx: Rabattierte Ware und aggressive Angebote treffen weltweit den Nerv der Zeit. Unter den Rabattanbietern führt TJX Companies (TJX) mit 3,675 Läden (Stand 30.Juli 2016) in den USA, Kanada, UK, Irland, Deutschland, Polen, Österreich, den Niederlanden und Australien.

Foto: FashionUnited Most Valuable Brands Index

Bekleidungshändler Wöhrl meldet Insolvenz an und sucht Investor

Pleiten sind in der deutschen Textilbranche zur unschönen Routine geworden. Am Montag kündigte nun auch der Bekleidungshändler Rudolf Wöhrl AG den Gang zum Amtsgericht Nürnberg an: Das finanziell angeschlagene Unternehmen wird zum 1. Dezember ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragen. Damit kann der Vorstand die Sanierungsbemühungen und die laufende Suche nach einem Investor weiter vorantreiben.

Ein entsprechender Antrag sei auch für die hundertprozentige Tochter Rudolf Wöhrl, das Haus der Markenkleidung GmbH & Co. KG gestellt worden, erklärte das in Nürnberg ansässige Unternehmen in eine Mitteilung. Die Gläubigerausschüsse beider Gesellschaften hatten am Nachmittag diesem Schritt einstimmig zugestimmt.

Seit Anfang September hat Wöhrl angesichts der drohenden Zahlungsunfähigkeit ein Schutzschirmverfahren durchlaufen

Für das Traditionsunternehmen ist es der zweite Gang zum Amtsgericht in Nürnberg im Laufe des vergangenen Vierteljahres: Anfang September hatte es bereits im Anschluss an seine Jahreshauptversammlung die Eröffnung eines auf drei Monate befristeten Schutzschirmverfahrens nach §270b der Insolvenzordnung beantragt. Seinerzeit war angesichts der vorläufigen Resultate für das vergangene Geschäftsjahr die Zahlungsunfähigkeit absehbar gewesen. Auch die jetzt von der Insolvenz betroffene Tochtergesellschaft war damals unter den Schutzschirm geschlüpft. Gleichzeitig hatte das Unternehmen personelle Veränderungen vorgenommen: So wurde Andreas Mach zum Vorstandschef ernannt und der erfahrene Insolvenzrechtler Christian Gerloff als Chief Restructuring Officer (CRO) in den Vorstand berufen.

Vorstandschef Andreas Mach ist zuversichtlich, was die Sanierungsfähigkeit des Unternehmens angeht

Die vergangenen drei Monate hat das Unternehmen genutzt, um ein Sanierungskonzept umzusetzen. So wurden im Anschluss an eine Wirtschaftlichkeitsanalyse vier der 34 Filialen geschlossen. Derzeit verhandelt der Vorstand noch über die Senkung der Mieten für die verbliebenen Geschäfte und die Unternehmenszentrale. Außerdem seien weitere „Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Filialnetzes, Verschlankung der Strukturen und Reduzierung der Kosten bereits umgesetzt oder eingeleitet“ worden, erklärte das Unternehmen am Montag. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens beginne nun „die nächste Phase der Sanierung“.

Vorstandschef Mach zeigte sich mit dem bisherigen Verlauf des Rettungsprozesses zufrieden: „Meine Zuversicht, dass Wöhrl sanierungsfähig ist und als Ganzes erhalten werden kann, ist heute größer als zu Beginn des Schutzschirmverfahrens“, erklärte er in einer Mitteilung. „Wir haben durch das Schutzschirmverfahren keinerlei Einbußen im operativen Geschäft verzeichnen müssen, das stimmt uns positiv für die Zukunft“, so Mach.

Ein dringend benötigter Investor soll spätestens Anfang 2017 präsentiert werden

Für eine erfolgreiche Zukunft benötigt das Unternehmen aber weiterhin einen Investor. Die Suche wurde in den vergangenen Wochen vorangetrieben. „Oberstes Ziel in den kommenden Wochen ist, den laufenden Investorenprozess für die Rudolf Wöhrl AG zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen“, erklärte das Unternehmen. Derzeit befinde sich „eine einstellige Anzahl von Interessenten – sowohl strategische Adressen als auch Finanzinvestoren - in einer vertieften Unternehmensprüfung (Due Diligence), auf deren Basis verbindliche Angebote zeitnah erwartet werden“.

"Wöhrl hat seit Beginn des Schutzschirms alle Hausaufgaben gemacht"

Christian Gerloff, Chief Restructuring Officer der Rudolf Wöhrl AG

Der Vorstand hofft nun, spätestens Anfang kommenden Jahres einen Geldgeber präsentieren zu können. „In den kommenden Wochen hat der erfolgreiche Abschluss des Investorenprozesses für uns oberste Priorität“, erklärte Restrukturierungsvorstand Gerloff, „Wöhrl hat seit Beginn des Schutzschirms alle Hausaufgaben gemacht, die aus eigener Kraft abgearbeitet werden konnten. Wir brauchen jetzt neue finanzielle Mittel, um die Neuausrichtung weiter umsetzen und unsere Gläubiger bestmöglich befriedigen zu können.“

Welche Zugeständnisse die Zeichner einer Unternehmensanleihe in diesem Zusammenhang machen müssen, ist noch nicht sicher. Auf einer Gläubigerversammlung am Montag wählten sie den Nürnberger Rechtanwalt Christian Gloeckner zu ihrem gemeinsamen Vertreter. Ihm obliegt es nun, „die Interessen der Anleihegläubiger zu bündeln und sie in die Gestaltung einer für alle Gläubigergruppen zustimmungsfähigen Lösung einzubringen“.

Foto: Rudolf Wöhrl AG
Dänischer Modekonzern Bestseller verdoppelt Jahresgewinn

Vor einem Jahr hatte der dänische Bekleidungskonzern Bestseller Group noch enttäuschende Zahlen zu verkünden. Im jüngsten Geschäftsjahr 2015/16 konnte das Unternehmen, zu dem unter anderem populäre Marken wie Vero Moda, Only, Vila und Jack & Jones gehören, aber wieder Fahrt aufnehmen und seine Resultate deutlich verbessern. So wurde der Umsatz kräftig gesteigert und der Gewinn mehr als verdoppelt.

„Das Großhandelsgeschäft war wiederum die Basis für unser Wachstum“, erklärte Konzernchef Anders Holch Povlsen in einer Mitteilung. „Es hat zusammen mit einer stärkeren Konzentration auf die Kosten, die unter anderem zur Schließung einiger unprofitabler Filialen und der Verschlankung von Teilen unserer Organisation führte, für ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr gesorgt."

Beim Umsatz kam Bestseller nach 2,93 Milliarden Euro im Vorjahr nun auf umgerechnet 3,07 Milliarden Euro (22,9 Milliarden Dänische Kronen), was einer Verbesserung um fünf Prozent entsprach. „Vor allem in Südeuropa und England haben wir großartige Fortschritte gemacht, aber auch in Deutschland, unserem größten Markt, konnten wir ein kleines Plus erzielen,“ erklärte Konzernchef Holch Povlsen. Die Resultate in Skandinavien, Indien, der Türkei und dem Nahen Osten seien hingegen „nicht befriedigend“ ausgefallen.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit konstanten Zahlen

Große Wirkung zeigten die Reformen, die der Konzern nach dem schwachen vorigen Geschäftsjahr, in dem der Vorsteuergewinn um 41 Prozent auf 134 Millionen Euro gesunken war, eingeleitet hat. Die Maßnahmen sorgten wie geplant für eine deutlich höhere Produktivität, was sich im Ergebnis niederschlug. So belief sich der Gewinn vor Steuern im abgelaufenen Geschäftsjahr auf umgerechnet 273 Millionen Euro (2,03 Milliarden Dänische Kronen) und fiel damit mehr als doppelt so hoch aus wie im Vorjahr. „Das war das Ziel, das wir uns im vergangenen Jahr gesetzt hatten“, sagte Holch Povlsen.

Im laufenden Geschäftsjahr 2016/17 ist nicht mit einem vergleichbaren Gewinnsprung zu rechnen: „Wir erwarten Resultate, die dem abgelaufenen Jahr entsprechen“, erklärte Holch Povlsen. Dazu seien angesichts schwieriger Rahmenbedingungen im Bekleidungshandel aber weitere Anstrengungen nötig: „Wir müssen sicherstellen, dass wir so konkurrenzfähig und attraktiv wie möglich sind, um die steigenden Erwartungen der Kunden zu erfüllen“, sagte er.

Foto: Vero Moda
Online-Rabattwochenende durchbricht wohl Milliardengrenze

Das Rabattwochenende zwischen „Black Friday“ und „Cyber Monday“ hat sich mittlerweile auch hierzulande bei den Online-Kunden etabliert und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Die Sonderpreis-Kampagne, die den November in den USA bereits seit Jahren zum umsatzstärksten Monat im E-Commerce macht, soll auch den deutschen Anbietern schon zu Beginn des offiziellen Weihnachtsgeschäfts volle Kassen bescheren.

Geht es nach den Experten, wird das am morgigen Freitag anlaufende Cyber Weekend ein voller Erfolg. Er werde erwartet, dass die beteiligten Unternehmen allein in Deutschland rund 1,1 Milliarden Euro umsetzen. Trifft dies zu, durchbricht das Black Friday-Wochenende erstmals die Milliardengrenze. Im vergangenen Jahr hatten die Händler noch 924 Millionen Euro umgesetzt.

Um satte 18,3 Prozent sollen sich die Umsätze in diesem Jahr also erhöhen. Dabei werden für den Black Friday E-Commerce-Umsätze von 360 Millionen Euro und für den Cyber Monday sogar von 405 Millionen Euro vorausgesagt. Das ergab eine internationale Untersuchung im Auftrag des Onlineanbieters RetailMeNot.

Zwei Drittel der Deutschen kennen die Aktionstage bereits

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland bei E-Commerce-Umsätzen am Black Friday-Wochenende nach wie vor auf dem dritten Platz hinter Großbritannien mit 3,2 Milliarden Euo und Spitzenreiter USA mit 7,6 Milliarden Euro Umsatz. In Europa rangiert Deutschland vor Frankreich (735 Millionen Euro) und deutlich vor Italien (185 Millionen Euro), Spanien (152 Millionen Euro) oder den Niederlanden (115 Millionen Euro). Dabei können sich die Einzelhändler auf den meisten Märkten über Umsatzsteigerungen freuen, vor allem am Black Friday: Deutschland liegt dabei mit 22,0 Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahr deutlich über EU-Schnitt und nur hinter den Niederlanden (29,6 Prozent), Belgien (25,0 Prozent) und Italien (22,6 Prozent).

Generell scheinen die vorweihnachtlichen Aktionstage weiter an Bekanntheit und Beliebtheit unter den zunehmend preisbewussten und sparorientierten Konsumenten zu gewinnen. So haben zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) schon mal vom Black Friday und Cyber Monday gehört. Das ist eine durchaus beeindruckende Steigerung von 21 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr (45 Prozent). Jeder Siebte (13 Prozent) hat die vorweihnachtlichen Rabattaktionen bereits zur Schnäppchenjagd genutzt (Vorjahr: zehn Prozent). 44 Prozent der bisherigen Nichtnutzer können sich vorstellen, die Aktionstage für ihr Weihnachtsshopping in diesem Jahr in Anspruch zu nehmen. Vor allem bei den unter 30-Jährigen kommen Black Friday und Cyber Monday gut an: Ganze 81 Prozent von ihnen kennen die Sparaktionen, fast jeder fünfte hat bereits von diesen profitiert – und 77 Prozent der bislang Unerfahrenen können sich vorstellen, dieses Jahr entsprechende Rabatteund Angebote zu nutzen.

Foto: Konstantin Gastmann / pixelio.de

Mangel an Fachkräften bremst Textilindustrie aus

Das Thema Fachkräftemangel ist in Deutschland kein neues. Seit Jahren beklagen sich Unternehmen aus allen Branchen, nicht genügend geeignete Bewerber auf ihre Ausbildungsplätze zu finden und fordern daher beharrlich Kompensation durch mehr Zuwanderung. Zunächst denkt man bei diesem Thema vor allem an Industriearbeitsplätze bei großen Automobilkonzernen oder deren Zulieferern. Dass das Problem auch die Textilbranche betrifft, ist vielen nicht bewusst.

Schließlich ist Deutschland längst kein Land mehr, in dem Textilherstellung eine große Rolle spielt. Schließlich sind hier schon vor Jahrzehnten fast alle Arbeitsplätze ins Ausland verlegt worden – zunächst nach Portugal, Italien oder in die Türkei, später dann nach China und Bangladesch. Aber: Es gibt sie noch, die deutsche Textilindustrie, und sie ist wie kaum eine andere vom Fachkräftemangel betroffen.

Der Dachverband der südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie, Südwesttextil, schlägt nun Alarm: „Jedes zweite Textil- und Bekleidungsunternehmen in Baden-Württemberg hatte in den letzten fünf Jahren Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen“, so der Verband. Betroffen davon seien in den Firmen hauptsächlich die Bereiche Produktion und Logistik.

Azubi-Blogger sollen für Coolness sorgen

Nahezu 65 Prozent der Unternehmen hätten bei einer Befragung angegeben, die Stellen nicht mit den geeigneten Fachkräften besetzten zu können, so Südwesttextil. Etwas entspannter sei die Lage dagegen im Bereich Forschung und Entwicklung, aber auch hier hätten immerhin noch 32 Prozent der Unternehmen die gesuchten Experten nicht finden können. Besonders tragisch: Für die nächsten fünf Jahren rechnen die Betriebe nicht mit einer Verbesserung der Lage – über die Hälfte sehen keine schnelle Lösung des Problems.

Um dem Problem Herr zu werden, hat Südwesttextil nun einige Maßnahmenpakete aufgesetzt. So soll die bundesweite Nachwuchskampagne „Go Textile!“ den Unternehmen mit einer Recruiting-Website dabei helfen, geeignete Auszubildende und Nachwuchskräfte zu finden. Zusätzliche Werbung für die Branche soll seit Juli 2016 auch das sogenannte „Go Textile!“-Social-Media-Team machen. Sieben Schüler und Studenten, darunter auch eine Studentin der Hochschule Reutlingen, posten hier auf ihren eigens eingerichteten Social-Media-Kanälen regelmäßig über textile Themen und sollen so „spannende Einblicke in ihren Alltag“ geben.

Bleibt zu hoffen, dass die getroffenen Maßnahmen greifen. Besonders sexy ist die hiesige Textilindustrie nämlich nicht. Schließlich werden hier keine Haute Couture Roben genäht sondern vor allem textile Teile für die Autoindustrie, die Luft- und Raumfahrt oder die Medizinbranche hergestellt. Südwesttextil vertritt immerhin 200 Unternehmen mit über 24.000 Mitarbeitern.

Foto: Südwesttextil

Urban Outfitters erzielt Rekordumsatz, verfehlt aber die Erwartungen

Im dritten Quartal 2016/17 konnte der US-amerikanische Modehändler Urban Outfitters Inc. einen neuen Rekordumsatz verbuchen. Trotzdem rutschte der Aktienkurs nach der Veröffentlichung der aktuellen Zahlen am Dienstag kräftig ab. Marktexperten hatten sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis bessere Zahlen erwartet. Zudem stimmten die Aussichten für das Weihnachtsgeschäft nicht gerade zuversichtlich: In einer Telefonkonferenz mit Analysten räumte CFO Frank Conforti ein, dass die Bruttomarge im vierten Quartal aufgrund höherer Rabatte sinken könnte.

Der Gesamtumsatz belief sich in den Monaten August bis Oktober auf 862,5 Millionen US-Dollar (812,8 Millionen Euro) und übertraf damit das entsprechende Vorjahresniveau um 4,5 Prozent. Das lag aber vor allem an den 23 neuen Läden, die der Konzern seit Beginn des Geschäftsjahres eröffnet hatte. Auf vergleichbarer Fläche stiegen die Einzelhandelserlöse einschließlich der Online-Umsätze lediglich um 1,0 Prozent. Während das Konzept Urban Outfitters flächenbereinigt solide wachsen konnte (+5,2 Prozent), schwächelten die Segmente Free People (-1,5 Prozent) und Anthropologie Group (-2,7 Prozent).

Insgesamt wuchsen die Retail-Erlöse des Konzerns um 2,5 Prozent auf 785,0 Millionen US-Dollar. Im Großhandelsgeschäft stieg der Umsatz um 29,7 Prozent auf 77,5 Millionen US-Dollar. Der deutliche Zuwachs war aber nicht zuletzt Verschiebungen bei den Lieferterminen im vergangenen Jahr geschuldet.

Das Quartalsergebnis sinkt um knapp neun Prozent

Höhere Kosten belasteten das Ergebnis. Dort machten sich sowohl die Ausgaben für neu eröffnete Stores als auch die Belastungen infolge eines Markenrechtsstreits bemerkbar. So schrumpfte der operative Gewinn um 12,5 Prozent auf 70,3 Millionen US-Dollar. Aufgrund einer niedrigeren Steuerrate sank der Quartalsüberschuss nur um 8,9 Prozent auf 47,4 Millionen US-Dollar (44,7 Millionen Euro).

in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres kam Urban Outfitters damit auf einen Umsatz in Höhe von 2,52 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutete das eine Verbesserung um knapp 3,5 Prozent. Der Nettogewinn stieg um 1,5 Prozent auf 153,8 Millionen US-Dollar. Ende Oktober verfügte der Konzern über 242 Filialen des Konzepts Urban Outfitters, 226 Anthropologie-Stores und 124 Läden der Marke Free People. Darüber hinaus betreibt das Unternehmen elf Restaurants.

Urban Outfitters: 3. Quartal 2016/17

Umsatz 862,5 Millionen $
Nettogewinn 47,4 Millionen $

Foto: Free People