Der Sportartikelhersteller Adidas legt am Donnerstag (9. August) seine Zahlen für das zweite Quartal vor. Ein Überlick vor der Veröffentlichung der Kennzahlen.

Lage des Unternehmens

Ähnlich wie für die deutsche Nationalelf dürften sich auch für den Sportartikelhersteller Adidas bei der Weltmeisterschaft in Russland die Hoffnungen nicht erfüllt haben. Zwar hatte der Konzern mit 12 von 32 Teams die meisten Mannschaften unter Vertrag. Das Finale bestritten jedoch diesmal zwei vom Konkurrenten Nike ausgerüstete Teams. Die drei Streifen blieben erstmals seit langer Zeit außen vor. Den finanziellen Effekt, den solche Turniere haben, hatte Adidas schon vorher als begrenzt bezeichnet. Dennoch ist es eine wichtige Werbeplattform.

Von daher dürfte interessant sein, welche Bilanz Vorstandschef Kasper Rorsted zieht. Der Konzernlenker hatte die Märkte aber bereits im Frühjahr darauf eingestellt, dass im zweiten Quartal die Umsätze in der Region Westeuropa eher stagnieren als wachsen werden. Dafür sollte es in Nordamerika und China weiterhin zweistellig nach oben gehen. Auch Währungseffekte spielen bei dem Konzern eine große Rolle. Bereits im ersten Quartal hatte der starke Euro die Umsätze abschmelzen lassen.

Das Marketingbudget hatte Adidas in diesem Jahr auch wegen der WM nach oben gefahren. Dennoch sollte es dem Konzern gelungen sein, beim Gewinn Fortschritte zu machen. Der Mix aus weniger Rabatten, neuen Produkten zu höheren Preisen sowie eine gute Kostenkontrolle hatte bereits im Auftaktquartal gezündet. Ohnehin hat Rorsted die Verbesserung der Profitabilität ganz oben auf die Agenda gepackt.

Die Aussichten für die Sportartikelindustrie insgesamt sind gut. Dazu trägt ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein bei. Zudem erhält der Sport immer mehr Einfluss auf Mode und Kultur. Vor Adidas hatten bereits Puma und Nike starke Zahlen vorgelegt. Auch der angeschlagene Herausforderer Under Armour hatte sich zuletzt besser entwickeln können als gedacht.

Das erwarten die Analysten

Die meisten Experten erwarten, dass sich das Umsatzwachstum im zweiten Quartal im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres abgeschwächt hat. Währungsbereinigt dürfte der Umsatz zwischen 8 und 9 Prozent zugelegt haben. Der berichtete Umsatz sollte wegen des starken Euro nur um 2,5 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro gestiegen sein, erwarten die von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Analysten. Beim Betriebsergebnis sehen die Schätzungen eine Steigerung von 8,4 Prozent auf 547 Millionen Euro vor.

Aus Sicht der US-Bank Wells Fargo verliert Adidas derzeit an Momentum. In den USA habe Nike bei teuren Sneaker aufgeholt, im mittleren Preissegment sei derzeit Vans angesagter. Auch die Deutsche Bank gibt derzeit Nike den Vorzug. Wells Fargo-Analyst Tom Nikic hält es für durchaus möglich, dass der Konzern seine Umsatzprognose für 2018 leicht senkt. Das könnte sich auch die britische Großbank HSBC vorstellen. Zugleich erwarten die Experten aber eine leichte Anhebung des Ausblicks für die operative Marge.

Damit rechnet das Unternehmen

Adidas will den währungsbereinigten Umsatz um etwa 10 Prozent steigern. Der operative Gewinn wird um 9 bis 13 Prozent höher erwartet, die entsprechende Marge dürfte auf 10,3 bis 10,5 Prozent steigen. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft soll um 13 bis 17 Prozent zulegen. Damit könnte im besten Fall am Jahresende ein Gewinn von 1,7 Milliarden Euro in der Bilanz stehen.

So lief die Aktie

Anleger, die auf Adidas gesetzt haben, können sich freuen. Aktuell gehört die Aktie zu den Top-Drei-Werten im Dax. Nur RWE und Deutsche Börse liefen noch besser in diesem Jahr. Seit Jahresbeginn haben die Adidas-Papiere um gut 13 Prozent zugelegt. Mitte April erklomm die Aktie bei 215,50 Euro ein Rekordhoch. (dpa)