Coty muss Milliarden abschreiben und zieht nach Amsterdam

Der US-amerikanische Kosmetikhersteller Coty Inc. unterzieht sich einem radikalen Umbauprogramm. Am Montag verkündete der Konzern die Reduzierung seines Markenportfolios sowie umfassende interne Strukturveränderungen. Die daraus resultierenden Kosten im Zeitraum von 2020 bis 2023 bezifferte das Unternehmen auf ungefähr 600 Millionen US-Dollar. Zudem gab der Konzern bekannt, dass er Wertberichtigungen im Volumen von etwa drei Milliarden US-Dollar vornehmen wird. An der Börse kamen die Ankündigungen nicht gut an: Der Aktienkurs des Konzerns fiel am Montag um mehr als 13 Prozent.

Mittelfristige Einsparungen erhofft sich das Unternehmen von der Straffung seiner internen Organisation. So sollen im Rahmen des nun verkündeten Restrukturierungsprogramms ganze Hierarchieebenen abgeschafft werden. Neben Kostensenkungen will der Konzern damit „vereinfachte Entscheidungsfindungen“ und schneller Reaktionen auf die Entwicklungen in einzelnen Märkten erreichen In diesem Zusammenhang sollen auch die regionalen Kompetenzen gestärkt werden. So ist der Aufbau von eigenen Organisationen für die Bereiche EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) sowie Amerika und den asiatisch-pazifischen Raum geplant, die von eigenen Präsidenten geführt werden. Umgesetzt werden sollen die Reformen bis zum Beginn des Jahres 2020.

Das neue Hauptquartier in Amsterdam soll in einem Jahr eröffnet werden

Darüber hinaus kündigte der derzeit in New York ansässige Konzern an, ein zentrales Hauptquartier in Amsterdam zu errichten, in dem sowohl die Führungsmannschaft als auch wichtige Konzernfunktionen angesiedelt werden. Amsterdam sei ein „kosteneffizienter“ Standort mit stabilen Steuern, der zudem günstig zu den Hauptmärkten des Unternehmens gelegen sei, erläuterte Coty in einer Mitteilung. Der geplante Umzug soll am 1. Juli kommenden Jahres abgeschlossen werden.

Die nun verkündeten Wertberichtigungen in Höhe von drei Milliarden US-Dollar sind weitere Folgen des Kaufs der Beauty-Sparte von Procter & Gamble, die im Jahr 2016 vollzogen wurde. Die Übernahme, die sich Coty seinerzeit mehr als zwölf Milliarden US-Dollar kosten ließ, brachte nicht die gewünschten Erfolge. Der Konzern hatte in diesem Zusammenhang bereits im Frühjahr Abschreibungen in Höhe von fast einer Milliarde US-Dollar vorgenommen.

Coty zählt zu den weltweit führenden Kosmetikherstellern. Zuletzt hatte das Unternehmen aber mit rückläufige Umsätze zu beklagen. Zur Unternehmensgruppe gehören namhafte Marken wie Max Factor und Rimmel, zudem produziert Coty die Kosmetiklinien von Modelabels wie Burberry, Calvin Klein, Marc Jacobs, Hugo Boss und Gucci.

Foto: Rimmel Facebook-Page

 

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