Erfolgreicher Sparkurs: French Connection reduziert Jahresverlust

Seit Jahren geht es dem britischen Bekleidungsunternehmen French Connection plc. nicht sonderlich gut. Mit umfassenden Sparmaßnahmen, etwa der Schließung unprofitabler Geschäfte, konnte es im Geschäftsjahr 2014/15 immerhin seinen Verlust verkleinern. Allerdings ging auch der Umsatz deutlich zurück-

Die strategischen Einschnitte ins eigene Einzelhandelsnetzwerk ließen die Erlöse sinken. Im vergangenen Jahr, das am 31. Januar endet, erwirtschaftete French Connection einen Umsatz in Höhe von 178,5 Millionen Britischen Pfund (248,3 Millionen Euro), was einem Rückgang um 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutete. Bereinigt um Wechselkursveränderungen sanken die Erlöse um 4,1 Prozent.

Der Umsatzrückgang ging auf das Konto der Einzelhandelssparte: Die Retail-Erlöse schrumpften gegenüber dem Vorjahr um 12,1 Prozent (währungsbereinigt -11 Prozent) und erreichten nur noch 103,3 Millionen Britische Pfund. Im Laufe des Jahres hatte das Unternehmen neun eigene Läden geschlossen, die nicht die gewünschten Resultate geliefert hatten. Doch nicht nur deren Umsatzanteil fehlte am Ende: Im zweiten Halbjahr sanken zudem die Erlöse auf vergleichbarer Fläche in den verbliebenen Shops. Nachdem die Läden in Europa in den ersten sechs Monaten noch ein kleines flächenbereinigtes Plus (+1,1 Prozent) erzielt hatten, mussten sie für die zweiten Jahreshälfte ein großes Minus (-6,5 Prozent) melden. Auch bei French Connection dämpften die ungewöhnlich milden Temperaturen im Herbst die Nachfrage nach Winterware. Für einen späten Lichtblick im eigenen Einzelhandel sorgte immerhin der im Herbst eröffnete Shop in Berlin. Dessen Umsätze hätten die Erwartungen übertroffen, erklärte das Unternehmen.

Besser als in der Retail-Sparte sah es im Großhandelsgeschäft aus: Dort stieg der Umsatz um 4,6 Prozent (währungsbereinigt +7,3 Prozent) auf 75,2 Millionen Britische Pfund. Auch die Lizenzeinnahmen der Marke entwickelten sich positiv: Sie wuchsen um 6,6 Prozent (währungsbereinigt +7,4 Prozent) auf 6,5 Millionen Britische Pfund. Das Unternehmen hob hier das „starke Wachstum bei Möbeln und Schuhen“ hervor.

Fortschritte machte French Connection beim Ergebnis. Mit Kostensenkungen konnte das Unternehmen seinen Verlust reduzieren. Nicht zuletzt aufgrund der Ladenschließungen wurden die operativen Kosten gegenüber dem Vorjahr um 10,5 Prozent auf 90,8 Millionen Britische Pfund gesenkt. Bereinigt um die Folgen der Schließungen und Währungseffekte sanken die operativen Ausgaben immerhin um drei Prozent. Das Unternehmen machte „strenge Kostenkontrollen“ für die Einsparungen verantwortlich.

French Connection will auch im laufenden Jahr defizitäre Läden schließen

Trotzdem schrieb French Connection auch 2014/15 rote Zahlen, vor allem weil der eigene Einzelhandel weiterhin defizitär arbeitete. Immerhin konnte der Nettoverlust gegenüber dem Vorjahr von 6,0 auf 1,6 Millionen Britische Pfund reduziert werden.

„Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen im Einzelhandel während des zweiten Halbjahres zeigen diese Zahlen, dass wir einen weiteren Schritt gemacht haben, um French Connection wieder in die Gewinnzone zu führen“, sagte CEO Stephen Marks. Das Großhandelsgeschäft und die Lizenzeinnahmen hätten sich „ermutigend“ entwickelt.

Trotzdem bleibt das Unternehmen vorsichtig: „Auch wenn die Orderzahlen im Großhandel ermutigend ausfallen, werden die Bedingungen im Einzelhandel schwierig bleiben, und wir planen dementsprechend“, sagte Marks. Das dürfte zu zusätzlichen Einschnitten führen: Für das laufende Geschäftsjahr ist die Schließung von drei bis vier weiteren Geschäften in Europa geplant. Auch das Storeportfolio in Nordamerika werde „genau untersucht“, so Marks. Da die Mietverträge für einige der schwächeren Standorte auslaufen, werden diese Schließungen nach Angaben des Unternehmens immerhin vergleichsweise geringe Kosten verursachen.

 

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