Hugo Boss verdoppelt Halbjahresgewinn

Dank besserer Geschäfte im Ausland hat der Metzinger Modekonzern Hugo Boss AG das erste Halbjahr 2017 mit einem kleinen Umsatzplus abgeschlossen. Der Nettogewinn konnte sogar mehr als verdoppelt werden, was aber vor allem an restrukturierungsbedingten Sondereffekten lag. Insgesamt sieht sich der Konzern bei seinen Umbaubemühungen auf Kurs: „Unsere strategische Neuausrichtung beginnt zu greifen. Das zweite Quartal ist erfreulich verlaufen. Vor allem in den USA und im Online-Geschäft haben wir deutliche Fortschritte gemacht“, kommentierte Vorstandschef Mark Langer die am Mittwoch veröffentlichten Zahlen. Die Prognosen für das Gesamtjahr blieben unverändert.

In den ersten sechs Monaten erwirtschaftete Hugo Boss einen Umsatz in Höhe von 1,29 Milliarden Euro, was einer Steigerung um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach. Stark entwickelte sich das Label Hugo, dessen Erlöse um elf Prozent auf 187,3 Millionen Euro stiegen. Die Umsätze der Kernmarke Boss lagen wie im Vorjahreszeitraum bei 1,10 Milliarden Euro. Sie profitierte von der Integration der früher eigenständigen Linie Boss Green: Die Umsätze mit trendiger Athleisurewear stiegen und konnten geringere Erlöse mit traditioneller Business-Mode kompensieren.

Im zweiten Quartal nahmen die Geschäfte in Asien und Nordamerika Fahrt auf

In Europa, der wichtigsten Marktregion des Konzerns, in der auch die Geschäfte im Nahen Osten und in Afrika geführt werden, übertrafen die Erlöse im ersten Halbjahr mit 783,7 Millionen Euro das Vorjahresniveau nur knapp (+0,4 Prozent, währungsbereinigt +2 Prozent). Die einzelnen nationalen Märkte entwickelten sich unterschiedlich: Während die Erlöse in Großbritannien währungsbereinigt um neun Prozent stiegen, gingen sie in Frankreich zurück (-7 Prozent). In Deutschland schrumpfte der Umsatz um zwei Prozent auf 209 Millionen Euro.

In Amerika stieg der Halbjahresumsatz dank günstiger Wechselkursveränderungen um ein Prozent (währungsbereinigt -2 Prozent) auf 273,8 Millionen Euro. Im zweiten Vierteljahr zeichnete sich ein kräftiger Aufwärtstrend ab: In den USA stiegen die Erlöse erstmals seit zwei Jahren, auch in Kanada gab es Zuwächse. Der Quartalsumsatz stieg daher um fünf Prozent (währungsbereinigt +3 Prozent).

Auch im asiatisch-pazifischen Raum nahm das Wachstumstempo im zweiten Quartal Fahrt auf (+11 Prozent, währungsbereinigt +10 Prozent). Insgesamt stieg der Halbjahresumsatz in der Region um sieben Prozent (währungsbereinigt +5 Prozent) auf 195,1 Millionen Euro. Die globalen Lizenzeinnahmen beliefen sich in den ersten sechs Monaten auf 34,4 Millionen Euro (+16 Prozent).

Sondereffekte sorgen für einen Gewinnsprung

Aufgrund der Einschränkung von Rabatten konnte der Konzern seine Bruttomarge verbessern. Die Ausgaben für Vertrieb, Marketing und Verwaltung stiegen proportional zum Umsatz. Dass unter dem Strich trotzdem ein deutlich höheres Ergebnis stand, lag an Sondereffekten: Im Vorjahr hatte die Schließung unprofitabler Filialen im Rahmen des laufenden Restrukturierungsprogramms Belastungen in Höhe von 65 Millionen Euro zur Folge gehabt, in diesem Jahr beliefen sich die entsprechenden Kosten lediglich auf sieben Millionen Euro. Daher fiel das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) mit 145,1 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch aus wie im ersten Halbjahr 2016, als es bei 69,1 Millionen Euro gelegen hatte. Der Konzernüberschuss sprang von 49,5 auf 105,6 Millionen Euro.

Angesichts der vorliegenden Halbjahreszahlen sah Konzernchef Langer keinen Grund, etwas am Kurs oder an den aktuellen Prognosen für 2017 zu ändern. „Wir bekräftigen unseren Ausblick für das Gesamtjahr und blicken mit Zuversicht auch über dieses Jahr hinaus“, erklärte er. „Die neue Markenstrategie ist vom Handel sehr positiv aufgenommen worden. Damit haben wir ein wichtiges Zwischenziel unserer strategischen Neuausrichtung erreicht.“

Hugo Boss AG, 1. Halbjahr 2017
Umsatz 1,29 Milliarden €
Nettogewinn 105,6 Millionen €

Foto: Hugo Boss AG
 

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