Kering: Gucci bereitet auch im ersten Quartal 2015 Probleme

Zumindest eines seiner beiden Sorgenkinder machte dem französischen Modekonzern Kering nach langer Zeit wieder eine Freude: Der Umsatz der deutschen Sportartikelmarke Puma wuchs im Auftaktquartal des neuen Geschäftsjahres kräftig. Weniger gut sah es hingegen beim kriselnden Luxuslabel Gucci aus: Dessen Erlöse fielen erneut enttäuschend aus.

Insgesamt konnte der Konzern seinen Umsatz im abgelaufenen Quartal um 11,4 Prozent auf 2,65 Milliarden Euro verbessern. Geschuldet war die hohe Wachstumsrate allerdings vor allem dem Kursverfall des Euro: Bereinigt um Wechselkursveränderungen und Akquisitionen sanken die Erlöse um 0,6 Prozent.

Währungseffekte und Zukäufe bescherten dem Luxusgütersegment ein Plus von 10,9 Prozent auf 1,75 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis ging sein Umsatz allerdings um 2,6 Prozent zurück. Maßgeblich dafür verantwortlich waren die wiederum überraschend schwachen Zahlen der umsatzstärksten Marke Gucci: Sie konnte zwar um 3,7 Prozent auf 869,0 Millionen Euro zulegen, währungsbereinigt schrumpften ihre Erlöse aber um 7,9 Prozent.

Auch das Label Bottega Veneta profitierte vom schwachen Eurokurs. Sein Umsatz stieg um 15,6 Prozent auf 290,0 Millionen Euro, ohne den Währungseffekt blieb nur ein eher mageres Wachstum um 3,1 Prozent übrig. Demgegenüber konnte Yves Saint Laurent den widrigen Rahmenbedingungen trotzen und ein Umsatzplus von 33,8 Prozent (währungsbereinigt +21,2 Prozent) auf 211,4 Millionen Euro verbuchen.

Der gemeinsame Umsatz der kleineren Luxuslabels, zu denen unter anderem Alexander McQueen, Stella McCartney und Balenciaga zählen, wuchs um 14,4 Prozent auf 383,6 Millionen Euro. Neben Wechselkursveränderungen trug auch der Zukauf des Schweizer Uhrmachers Ulysee Nardin zur Steigerung bei. Auf vergleichbarer Basis sanken die Erlöse um 4,5 Prozent.

Puma erzielt im Auftaktquartal ein solides Umsatzplus

Besser als im lange erfolgsverwöhnten Luxussegment sahen die aktuellen Zahlen in der Sparte Sport & Lifestyle Activities aus. Ihr Umsatz stieg um 12,7 Prozent (währungsbereinigt +3,7 Prozent) auf 890 Millionen Euro. Das lag vor allem daran, dass Puma nach langer Durstrecke und einschneidenden Restrukturierungsmaßnahmen deutlich zulegen konnte. Vor allem dem starken Schuhgeschäft hatte es die deutsche Tochter zu verdanken, dass ihr Quartalsumsatz um 13,0 Prozent (währungsbereinigt +4,5 Prozent) auf 825,0 Millionen Euro wuchs. Die übrigen Marken des Segments, darunter Volcom und Tretorn, kamen zusammen auf 65,0 Millionen Euro (+9,1 Prozent, währungsbereinigt -5,0 Prozent).

Konzernchef François-Henri Pinault zog angesichts der vorgelegten Umsatzzahlen ein zurückhaltendes Fazit: „Der Konzernumsatz, der im ersten Quartal gestiegen ist, spiegelt die komplexen wirtschaftlichen und monetären Rahmenbedingungen und den Transformationsprozess bei Gucci wider“, erklärte er. Im Vordergrund stehen für ihn nun die Umbaumaßnahmen bei der kriselnden Kernmarke: „Unserem Flaggschiff im Luxussegment frischen Schwung zu geben, hat für uns im Moment Priorität“, sagte Pinault. Er vertraue darauf, „dass die von den neuen Führungsteams erarbeiteten Aktionspläne sowohl im kreativen wie im geschäftlichen Bereich Erfolg haben werden“. Angesichts der aktuellen Strategien und strenger Kostenkontrollen im gesamten Konzern erwartet er „schrittweise Verbesserungen der Resultate im Laufe des Jahres“.

Foto: Gucci
 

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