Marks & Spencer: Modesparte bleibt Sorgenkind

Der britische Handelskonzern Marks & Spencer hat am Mittwoch seine Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr vorgelegt. Dank des starken Lebensmittelgeschäfts konnte er beim Umsatz leicht zulegen, der Gewinn ging allerdings deutlich zurück. Auch die Zukunftsaussichten sind nicht rosig: Sanierungsmaßnahmen in der seit langem kriselnden Modesparte werden sich nach Angaben der Konzernleitung negativ auf das Ergebnis auswirken.

Im Geschäftsjahr 2015/16, das am 2. April abgeschlossen wurde, erwirtschaftete Marks & Spencer einen Umsatz in Höhe von 10,6 Milliarden Britischen Pfund (13,9 Milliarden Euro). Gegenüber dem Vorjahr, das eine Verkaufswoche weniger umfasste, bedeutete das eine Steigerung um 2,4 Prozent. Auf dem britischen Heimatmarkt wuchsen die Erlöse um 2,7 Prozent auf 9,5 Milliarden Britische Pfund. Bereinigt um die zusätzliche Verkaufswoche stiegen sie um 1,1 Prozent, auf vergleichbarer Fläche sanken sie um 1,1 Prozent. Die Lebensmittelsparte (+3,6 Prozent, flächenbereinigt +0,2 Prozent) war neben dem Online-Geschäft (+23,4 Prozent) für das Wachstum in der Heimat verantwortlich. Im Geschäft mit Bekleidung und Home-Accessoires ging es hingegen weiter abwärts (-2,2 Prozent, flächenbereinigt -2,9 Prozent). Im Ausland litt der Konzern unter ungünstigen Wechselkursveränderungen: Dort sank der Umsatz um 0,3 Prozent auf 1,1 Milliarden Britische Pfund. Kalender- und währungsbereinigt legte das internationale Geschäft um 1,3 Prozent zu.

Marks & Spencer: Modesparte bleibt Sorgenkind

Der Konzerngewinn sank im vergangenen Jahr um 16 Prozent

Beim Ergebnis machten sich verschiedene Faktoren negativ bemerkbar: Im Auslandsgeschäft ließen ungünstige Rahmenbedingungen und Währungseffekte das operative Ergebnis einbrechen, hinzu kamen Sonderbelastungen wie Abschreibungen und Einmalkosten beim Finanzdienstleister M&S Bank. Der Gewinn vor Steuern sank daher um 18,5 Prozent auf 488,8 Millionen Britische Pfund. Bereinigt um Sondereffekte wäre er nach Angaben des Unternehmens um 4,3 Prozent auf 689,6 Millionen Britische Pfund gestiegen. Der ausgewiesene Konzernüberschuss schrumpfte um 16,0 Prozent auf 404,4 Millionen Britische Pfund (530,6 Millionen Euro).

Verbesserungen beim Sortiment und Service sowie eine neue Preispolitik sollen das Bekleidungsgeschäft wieder auf Kurs bringen

CEO Steve Rowe nannte die vorgelegten Zahlen „durchwachsen“. Er lobte das Lebensmittelgeschäft, räumte aber gleichzeitig ein, dass die Entwicklung der Sparte Clothing & Home „enttäuschend“ gewesen sei. Die Revitalisierung des Bekleidungsgeschäfts, um die sich das Management mittlerweile seit Jahren bemüht, hat nach den Worten Rowes auch weiterhin „höchste Priorität“. Das Unternehmen stellte einige Maßnahmen vor, die mittelfristig für bessere Zahlen in der schwächelnden Sparte beitragen sollen: Geplant ist, das Sortiment übersichtlicher und attraktiver zu gestalten sowie Qualität und Passform zu verbessern. Außerdem will der Konzern die Preispolitik transparenter machen und den Service durch zusätzliches Personal stärken. Trotz anhaltend schlechter Marktbedingungen sei er „zuversichtlich“, dass diese Verbesserungen dazu beitragen würden, das Segment Clothing & Home wieder auf Wachstumskurs zu bringen, erklärte Rowe.

Kurzfristig werden die angekündigten Reformen das Konzernergebnis belasten

Damit ist aber höchstens mittelfristig zu rechnen. „Es wird Zeit brauchen, bis die Kunden die Veränderungen bemerken und ihr Kaufverhalten ändern werden“, erklärte das Unternehmen. Vor allem die Entscheidung, „in die Preisgestaltung zu investieren“ und Rabattaktionen einzuschränken, wird erst einmal die Zahlen belasten. „Wir rechnen kurzfristig mit negativen Auswirkungen auf den Gewinn“, räumte der Konzern an. Auch sonst stimmen die Zukunftsaussichten nicht gerade optimistisch: Das Management erwartet erst einmal keine wesentlich besseren Rahmenbedingungen in der Heimat und den wichtigsten Auslandsmärkten.

Fotos: Marks & Spencer
 

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