Michael Kors schwächelt in Amerika und Europa

Das US-amerikanische Modeunternehmen Michael Kors Holdings Limited hat das dritte Quartal 2016/17 mit wenig erfreulichen Zahlen abgeschlossen. Vor allem in Amerika und Europa liefen die Geschäfte schlecht. Auch die Aussichten sind nicht berauschend: Die Konzernführung senkte am Dienstag die Umsatz- und Ergebnisprognosen für das laufende Geschäftsjahr.

Insgesamt kam Michael Kors im Ende Dezember abgeschlossenen Quartal auf einen Umsatz in Höhe von 1,35 Milliarden US-Dollar (1,27 Milliarden Euro). Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutete das einen Rückgang um 3,2 Prozent. Währungsbereinigt sanken die Erlöse um 2,6 Prozent.

Im eigenen Einzelhandel stieg der Umsatz um 9,2 Prozent auf 836,7 Millionen US-Dollar. Das kam aber nur zustande, weil das Filialnetz im Laufe der zurückliegenden zwölf Monate um 193 Standorte erweitert worden war. Das Unternehmen hatte fünfzig neue Boutiquen eröffnet und 143 Shops in China und Südkorea in Eigenregie übernommen, die zuvor von Lizenzpartnern betrieben worden waren. Auf vergleichbarer Fläche schrumpften die Retail-Erlöse um 6,9 Prozent.

Im Großhandelsgeschäft sank der Umsatz um 17,8 Prozent auf 473,1 Millionen US-Dollar, die Lizenzeinnahmen gingen um 22,9 Prozent auf 43,0 Millionen US-Dollar zurück.

In Europa und Amerika sank der Umsatz im dritten Quartal

Schwach entwickelten sich die Regionen Amerika und Europa: In Amerika sank der Umsatz um 7,4 Prozent (währungsbereinigt -7,5 Prozent) auf 983,8 Millionen US-Dollar, in Europa schrumpfte er aufgrund ungünstiger Wechselkursveränderungen um 7,0 Prozent (währungsbereinigt -2,7 Prozent) auf 256,7 Millionen US-Dollar. Deutlich wachsen konnte Michael Kors in Asien, wo die Erlöse um 89,1 Prozent (währungsbereinigt +84,0 Prozent) auf 112,3 Millionen US-Dollar stiegen. Das war aber hauptsächlich der Übernahme der bislang lizensierten Geschäfte in China und Südkorea zu verdanken.

Der Quartalsüberschuss schrumpfte um fast acht Prozent

Neben dem Umsatzrückgang belasteten schwächere Margen das Ergebnis. So sank der operative Gewinn um 16,5 Prozent auf 341,9 Millionen US-Dollar. Der auf die Anteilseigner entfallende Quartalsüberschuss schrumpfte aufgrund niedrigerer Steuerbelastungen um 7,9 Prozent auf 271,3 Millionen US-Dollar (254,9 Millionen Euro).

CEO John Idol erklärte, die Unternehmensleitung sei von der Entwicklung der Einzelhandelsumsätze in Amerika und Europa „enttäuscht“. Auch für die kommenden Monate mochte er keine große Zuversicht wecken: „Wir glauben, dass der Gegenwind in diesen Märkten auch in der Frühjahrssaison anhaltend wird“, erklärte er. In Europa würden dem Unternehmen weiterhin „sinkende Frequenzen in Einkaufszentren, Wechselkursveränderungen und Unsicherheiten aufgrund bestimmter politischer Veränderungen“ zu schaffen machen, in Amerika litten die Umsätze unter der gezielten Reduzierung von Rabattaktionen.

Der Konzern senkt seine Jahresprognosen und denkt über Zukäufe nach

Angesichts dessen senkte der Konzern auch seine Jahresprognosen. Er erwartet nun nur noch einen Umsatz im Bereich von 4,48 Milliarden US-Dollar. Zuvor waren 4,55 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt worden. Beim um Sondereffekte bereinigten Gewinn pro Aktie wurde der Zielkorridor von 4,37 bis 4,43 US-Dollar auf 4,15 bis 4,19 US-Dollar herabgesetzt. Das würde einem ausgewiesenen Gewinn pro Aktie im Bereich von 4,09 bis 4,13 US-Dollar entsprechen. In einer Telefonkonferenz mit Analysten stellte Konzernchef Idol immerhin „signifikante Zukäufe“ in Aussicht. Schon länger wird kolportiert, dass Michael Kors an der Übernahme des Modelabels Kate Spade interessiert sei.

Michael Kors: Q3 2016/17
Umsatz 1,35 Milliarden $
Nettogewinn 271,3 Millionen $

Foto: Michael Kors
 

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