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Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin will PFCs verbieten, aber die Imprägnierung von Arbeitsschutzbekleidung sei eine wichtige Maßnahme, um die Gesundheit von Arbeitnehmern oder Patienten im Gesundheitswesen zu schützen. Darauf machte die Wäschereibranche vor kurzem Aufmerksam.

Um Textilien abweisend gegen Wasser, Öle, Keime und Chemikalien zu machen, werden Reinigungsprodukte eingesetzt, die Fluorcarbonharz-Verbindungen enthalten. Die Verwendung dieser sogenannten PFCs wird von Greenpeace in der Detox-Kampagne schon seit Jahren scharf kritisiert. Sie stehen im Verdacht, krebserregend zu sein und können in der Natur nicht abgebaut werden.

Derzeit ergreift die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) Maßnahmen, um ein mögliches Verbot dieser Verbindungen vorzubereiten. Gemäß dem aktuellen Entwurf der Europäischen Kommission ist für die PSA (Persönliche Schutzausrüstung) Artikel eine Übergangsfrist von sechs Jahren und für Medizinartikel von 15 Jahren vorgesehen. Hersteller und Anwender der Produkte für die Gewährleistung der Funktions- und Schutzeigenschaften von Berufsbekleidung sind gleichermaßen besorgt, dass der Beitrag dieser Produkte zu Schutz und Gesundheit von Trägern solcher Schutzkleidung hierbei vernachlässigt werden könnte.

Ohne eine entsprechende Imprägnierung drohe beispielsweise der Verlust des Schutzes von Feuerwehrschutzkleidung gegen Löschwasser, Kraftstoffe oder Chemikalien. Ein durch den Einzug von Flüssigkeiten bedingter Verlust der Atmungsaktivität und Wärmeisolierung könnte schlimmstenfalls zu einem tödlichen Hitzschlag führen. Textilien im medizinischen Bereich müssen Patienten und Personal gegen Keime und Viren schützen, weshalb für Arbeitskleidung die Undurchlässigkeit gegen alle Arten von wässrigen Körperflüssigkeiten zwingend erforderlich sei.

Noch gibt es keine Alternative für die PFCs, das sieht auch die Outdoorbranche so, die diese Chemikalien ebenfalls für ihre wasserdichte Bekleidung nutzt. Bis 2020 soll aber eine Alternative gefunden sein, so die Branche.

Liebeskind Berlin zieht in neues Headquarter

Das Berliner Taschenlabel Liebeskind trägt der expansiven Entwicklung der letzten Jahre Rechnung und vergrößert entsprechend seine Geschäftsräume am Hauptstandort Berlin. Man habe ein neues Hauptquartier in der Stralauer Allee, direkt an der Spree bezogen, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Nun residiert die Marke auf zwei Etagen in einem historischen Speichergebäude und hat seine Fläche von 1.300 auf 2.700 Quadratmeter mehr als verdoppelt. Der neue Hauptsitz vereint nun Showrooms, Ateliers und Verwaltung unter einem Dach und biete genügend Raum für weitere Expansion.

„Unser neues Headquarter passt perfekt zu uns: Die offene Raumplanung vom Showroom bis zu den Ateliers schafft Platz für Kreativität. Auf den großzügigen, modernen Flächen präsentieren wir unsere Kollektionen in diesem inspirierenden Kontext. Gleichzeitig verkürzen sich die Wege für unsere Mitarbeiter - das stärkt den Teamgeist, ermöglicht Austausch, Interaktion und gegenseitige Inspiration aller Mitarbeiter. Der charmante Loftcharakter in einer der schönsten Lagen der Stadt, tut sein Übriges“, so Brigitte Danielmeyer, CEO der Liebeskind GmbH.

In direkter Nachbarschaft zum neuen Liebeskind Berlin Headquarter sind bereits etliche andere Modemarken wie Hugo Boss, Adidas, Pepe Jeans London, Marc Cain, Brax oder Esprit.

Foto: Liebeskind Berlin

Der Edelschuhhersteller Louboutin kann sich sein Erkennungszeichen, die roten Sohlen, in der Schweiz nicht schützen lassen. Das Bundesgericht wies eine Beschwerde des französischen Designers gegen einen früheren Bescheid ab, wie es am Freitag mitteilte. Schließlich böten auch andere Schuhhersteller hochhackige Damenschuhe mit farbiger Sohle an, hielten die Richter fest.

Kundinnen nähmen die roten Sohlen nur als dekoratives Element wahr, nicht als Markenzeichen. Ob die Richter Frauen gefragt hatten, die mehrere Hundert Euro für Louboutin-Schuhe hingelegt hatten, blieb offen.

In einigen Ländern sind die roten Sohlen geschützt. Deshalb hat Louboutin billigere Imitatoren verklagt. Die protestierten, und der Streit ging bis vor den Europäischen Gerichtshof. Dort steht ein Urteil noch aus. (DPA)

Der angeschlagene Modekonzern Gerry Weber muss den Gürtel in diesem Jahr noch einmal enger schnallen. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet das westfälische Unternehmen angesichts weiterer Filialschließungen und des nach wie vor schwierigen Marktumfeldes mit einem weiteren Umsatzrückgang um bis zu vier Prozent, wie Vorstandschef Ralf Weber am Donnerstag berichtete.

Der Modekonzern hatte angesichts schwacher Umsätze und wegbrechender Gewinne vor einem Jahr angekündigt, jede zehnte Stelle zu streichen und mehr als 100 Filialen zu schließen. Rund drei Viertel der Schließungen seien bereits erfolgt, der Rest werde bis Mitte dieses Jahres folgen, betonte das Unternehmen. "Die Einschnitte sind hart, unsere Finanzlage aber versetzt uns in die Lage, alles umzusetzen", sagte der Vorstandschef. Das Management habe außerdem weitere 50 Filialen auf eine Beobachtungs-Liste gesetzt.

Im Ende Oktober abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/16 war der Konzernumsatz bereits um 2,2 Prozent auf gut 900 Millionen Euro zurückgegangen. Der Gewinn des Konzerns brach von 52,2 Millionen auf 0,5 Millionen Euro ein. Ein Grund dafür waren Sonderbelastungen für den Konzernumbau in Höhe von 31,2 Millionen Euro.

Die Rückgänge beim Umsatz wären noch stärker ausgefallen, hätte nicht die seit 2015 zum Konzern zählende Tochter Hallhuber mit einem zweistelligen Umsatzplus einen Teil der Einbußen in anderen Konzernbereichen wettgemacht. "Dieses Jahr wird nicht einfacher, aber wir liegen bei der Neuausrichtung auf Kurs und machen gute Fortschritte", sagte Weber.

Gerry Weber kämpft mit der wachsenden Konkurrenz durch Onlinehändler und große Ketten wie Zara oder Hennes & Mauritz (H&M) (H&M). Konzernchef Ralf Weber, Sohn des Firmengründers Gerhard Weber, hatte dem Unternehmen deshalb im vergangenen Jahr ein Umstrukturierungsprogramm verpasst. Nach der gegenwärtigen Schrumpfungskur will Weber mit einem modernisierten Online-Angebot und einem runderneuerten Markenauftritt ab dem dem Geschäftsjahr 2017/18 wieder auf Wachstumskurs gehen. (DPA)

Alibaba investiert in Kakao Pay

Die Tochtergesellschaft des chinesischen Internetriesen Alibaba, Ant Financial, plant 200 Millionen US-Dollar (190 Millionen Euro) in den südkoreanischen Nachrichtenkonzern Kakao zu investieren, beziehungsweise dessen Tochterfirma Kakao Pay, um seine globale Reichweite auszudehnen und Finanzdienstleistern wie Visa und MasterCard Konkurrenz zu machen.

Zu diesem Zweck werden Ant Financial und Kakao Pay eine weitere Kakao-Tochter names Kakao Pay Corp. gründen, die bereits Anfang April dieses Jahres in Aktion treten soll. "Südkorea ist ein wichtiger Markt für Ant Financials weltweite Expansion", bestätigte Douglas Feagin, Präsident von Ant Financial International, in einer gemeinsamen Erklärung mit Kakao vom Dienstag. ​

Darin erklären die beiden Unternehmen auch, dass die Investition Teil einer größeren strategischen Partnerschaft sei, um Ant Financials 450 Millionen Benutzer weltweit mit Kakao Pays 14 Millionen Abonnenten zu verbinden. Kakao ist am besten für seinen Mobil-Nachrichtendienst Kakao Talk bekannt, der auf 99 Prozent aller Smartphones in Südkorea zu finden ist und den weltweit 48 Millionen Benutzer in Anspruch nehmen.

Erst im Januar hatte sich der Konzern entschieden, Kakao Pay zu einer eigenen Einheit zu machen, die Leistungen wie die Begleichung von Rechnungen und Überweisungen anbietet. Nach Bekanntgabe der Investition durch Ant Financial stieg die Kakao-Aktie am Dienstag um 4,25 Prozent.

Die Investition erfolgt nur einen Monat nachdem Ant Financial das US-Finanzunternehmen MoneyGram für rund 880 Millionen US-Dollar (837 Millionen Euro) gekauft hatte. Im November 2016 hatte das chinesische Unternehmen ein Partnerschaftsabkommen mit dem thailändischen Betreiber Ascend Money geschlossen.

Ant Financial steckt auch hinter AliPay, dem chinesischen Onlinebezahlsystem der Alibaba Group, über das 80 Prozent aller elektronischen Zahlungen der e-Commerce-Operationen und Mobil-Apps der Gruppe in China abgewickelt werden.

Erst gestern gab die Alibaba Group auch eine weitere Anstrengung bekannt, den Online- und Offline-Einzelhandel zu verbinden, nämlich ihre neue strategische Partnerschaft mit der Bailian Group, einem chinesischen Einzelhandelskonzern. Die beiden Unternehmen wollen ihre Kundendaten gemeinsam nutzen, um "neue Einzelhandelmöglichkeiten zu erkunden". So ist etwa geplant, AliPay in allen Bailian-Geschäften zugänglich zu machen und Bailians OK Card mit AliPay zu integrieren.

Foto: Kakao Pay-Website
Otto Group erwartet fast sieben Milliarden Euro Jahresumsatz im Online-Geschäft

Der Hamburger Handels- und Dienstleistungskonzern Otto Group wird seinen Online-Umsatz im Geschäftsjahr 2016/17, das noch bis Ende Februar dauert, voraussichtlich auf knapp sieben Milliarden Euro steigern. Eine entsprechende Schätzung veröffentlichte das Unternehmen am Dienstag. Gegenüber dem Vorjahr würde das ein Wachstum „von knapp zehn Prozent oder 615 Millionen Euro“ bedeuten, heißt es in der Mitteilung. Damit bleibe der E-Commerce der „Umsatztreiber“ im Einzelhandelsgeschäft des Konzerns.

Den Großteil ihres Online-Umsatzes erwirtschaftet die Otto-Gruppe in Deutschland. Dort stiegen die entsprechenden Erlöse im laufenden Geschäftsjahr nach Angaben des Unternehmens um fast zehn Prozent auf knapp fünf Milliarden Euro. „Mit diesem Ergebnis dürfte die Otto Group ihre Position unter den Top 5 der weltweit größten E-Commerce-Player und als Nr. 2 in Deutschland gut behaupten“, erklärte der Konzern.

Rainer Hillebrand, der im Vorstand der Gruppe für die Bereiche Konzernstrategie, E-Commerce und Business Intelligence zuständig ist, zeigte sich „mit dieser Umsatzdynamik zufrieden“. Er hat jedoch innerhalb des Konzerns noch Handlungsbedarf ausgemacht: „In zahlreichen Konzernunternehmen verzeichnen wir ein hohes zweistelliges Wachstum und haben die digitale Transformation bereits sehr gut umgesetzt, in anderen Gesellschaften müssen wir noch weiter daran arbeiten“, erklärte er.

Foto: Otto Group
Amazon will 15.000 Jobs in Europa schaffen

Onlinehändler Amazon macht Hoffnungen, was die Schaffung von Arbeitsplätzen in Europa und damit auch in Deutschland angeht: Bis zu 15.000 neue Jobs "vom Ingenieur über Software-Entwickler bis hin zum Berufseinsteiger und Azubi" will Amazon in ganz Europa schaffen; in Deutschland könnten 2.000 neue Stellen entstehen; im Nachbarland Frankreich 1.500.

Auch Brexit kann den Onlineriesen nicht abschrecken, setzt er doch weiterhin auf Großbritannien und will dort gar 5.000 Arbeitsplätze schaffen und so die Zahl der Mitarbeiter auf 24.000 steigern. So sollen laut Country Manager Doug Gurr britische Kunden ihre Waren schneller erhalten und eine größere Auswahl bekommen. Im Heimatland USA hatte Amazon Anfang Januar die Schaffung von 100.000 neuen Stellen angekündigt; unbeeindruckt vom geplanten Rücktritt der USA von der Trans-Pazifischen Partnerschaft.

In Deutschland sollen die meisten Arbeitsplätze in den neuen Logistikzentren in Dortmund, Winsen und Frankenthal entstehen, die noch in diesem Jahr ihren Betrieb aufnehmen sollen. Der Konzern wächst und hat dank Cloud-Geschäft und neuen Produkten wie der digitalen Sprachassistentin Alexa einen hohen Bedarf an Fachleuten.

Foto: Amazon Deutschland Website
Van de Velde: Jahresüberschuss schrumpft um 18 Prozent

Höhere Steuerbelastungen haben den Gewinn des belgischen Wäschekonzerns Van de Velde NV im Geschäftsjahr 2016 deutlich sinken lassen. Beim Umsatz wurde das Vorjahresniveau nur knapp verfehlt.

Bereits im Januar hatte der Konzern, zu dem unter anderem Marken wie Marie Jo und Primadonna gehören, vorläufige Resultate zur Umsatzentwicklung im vergangenen Geschäftsjahr veröffentlicht. Demnach sanken die Erlöse um 1,1 Prozent auf 206,6 Millionen Euro. Bereinigt um Sondereffekte – etwa geänderte Liefertermine – und Wechselkursveränderungen stieg der Umsatz nach Angaben des Unternehmens um 1,2 Prozent. Zulegen konnte Van de Velde im Großhandelsgeschäft: Dort wuchs der Umsatz um 4,4 Prozent (währungsbereinigt +5,0 Prozent). Im eigenen Einzelhandel ging es hingegen abwärts. Dort schrumpften die Erlöse nicht zuletzt aufgrund der Schließung unprofitabler Shops und ungünstiger Währungseffekte um 15,6 Prozent. In Europa sanken sie um 5,1 Prozent, in den USA sogar um 29,7 Prozent.

Seinen Betriebsgewinn (EBIT) konnte der Konzern nahezu konstant halten. Dazu trugen die Umsatzzuwächse im margenstarken Großhandelsgeschäft bei. Mit 53,6 Millionen Euro lag das EBIT nur um 0,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Schlechter sah es beim auf die Anteilseigner entfallenden Jahresüberschuss aus: Der sackte um 18,1 Prozent auf 33,6 Millionen Euro ab. Schuld war ein deutlicher Anstieg der Steuerlasten, die im Vergleich zum Vorjahr von 13,2 auf 19,4 Millionen Euro wuchsen.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Konzernleitung mit weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen: „Die Resultate für 2016 wurden in einem herausfordernden Marktumfeld erzielt, und auch 2017 erwarten uns einige Herausforderungen“, erklärte das Unternehmen in einer Mitteilung.

Foto: Marie Jo