Pimkie: Deutsche Tochter beantragt Schutzschirmverfahren

Die Umsatzeinbußen infolge der Covid-19-Pandemie haben die hiesigen Textilhändler besonders hart getroffen. Nun ist auch die deutsche Tochter der französischen Bekleidungsmarke Pimkie in finanzielle Nöte geraten. Am Montag teilte die Framode GmbH mit, dass sie bereits am vergangenen Mittwoch beim Amtsgericht Offenburg die Eröffnung eines Schutzschirmverfahrens beantragen musste.

Das im badischen Willstätt ansässige Unternehmen betreibt die 75 Pimkie-Filialen in Deutschland und beschäftigt nach eigenen Angaben rund 350 Mitarbeiter. Die Stores der Marke in Österreich sowie die Schwestergesellschaften von Framode seien am Schutzschirmverfahren nicht beteiligt, heißt es in einer Mitteilung. Zum vorläufigen Sachwalter wurde demnach der Rechtsanwalt Felix Höpker von der Wirtschaftskanzlei White & Case bestellt.

Ziel des Verfahrens sei es nun, „die Transformation des Geschäftsmodells weiter umzusetzen“, erklärte Framode. Angesichts der gravierenden Veränderungen auf dem Modemarkt will das Unternehmen die Digitalisierung verstärkt vorantreiben. „Unter dem Schutzschirm, der bis zu drei Monaten besteht, setzen wir unseren Transformationsprozess weiter um“, erklärte Geschäftsführer Patrik van der Lind. „Wir wollen in möglichst vielen Regionen mit Pimkie-Stores präsent bleiben und gleichzeitig unsere digitale Präsenz konsequent ausbauen.“

Sachwalter Höpker hofft auf „schnelle und erfolgreiche Sanierung“

Auch Sachwalter Höpker hofft nun auf erfolgreiche Reformen: „Pimkie steht, ebenso wie die gesamte Textilwirtschaft, vor einer Reihe langfristiger Herausforderungen, die sich insbesondere aus der fortschreitenden Digitalisierung und dem geänderten Kaufverhalten der Kunden ergeben“, erklärte er in einem Statement. „Mit dem Schutzschirmverfahren, das nur Unternehmen in einem besonders frühen Krisenstadium offensteht, in dem die Sanierungsaussichten erfahrungsgemäß am besten sind, hat Pimkie frühzeitig und vorausschauend die richtigen Schritte zu einer schnellen und erfolgreichen Sanierung eingeleitet.“

Framode werde nun im Rahmen des Schutzschirmverfahrens „die verschiedenen Gespräche mit Geschäftspartnern, die bereits in den vergangenen Wochen und Monaten geboten waren, umgehend fortführen“, erklärte Kilian Haus. Der Rechtsanwalt aus der Kanzlei Buchalik Brömmekamp fungiert im Rahmen des Verfahrens als Generalbevollmächtigter des Unternehmens. Optimistisch gab sich die Rechtsanwältin Katrin Schröder von der Kanzlei Osborne Clarke, die Framode „zu allen juristischen Aspekten der Restrukturierung“ beraten wird: „Wir sehen sehr gute Chancen, gemeinsam mit unseren Gläubigern zum gegenseitigen wirtschaftlichen Vorteil eine bekannte und anerkannte Marke dauerhaft zu stärken und einen für alle Beteiligten wirtschaftlich vernünftigen Insolvenzplan zu gestalten“, erklärte sie in einer Mitteilung.

Foto: Pimkie Facebook-Page

 

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