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Prada: Jahresgewinn sinkt um 16 Prozent

Der Gewinn des italienischen Modekonzerns Prada SpA ist im Geschäftsjahr 2016/17 deutlich geschrumpft. Das Unternehmen will nun mit einem Maßnahmenpaket, das Einsparungen ebenso wie gezielte Innovationen enthält, wieder auf Erfolgskurs einschwenken. Im zweiten Halbjahr konnte das Modehaus seinen Abwärtstrend immerhin schon etwas bremsen.

Bereits im Februar hatte das Unternehmen vorläufige Zahlen zur Umsatzentwicklung im vergangenen Geschäftsjahr veröffentlicht, das am 31. Januar abgeschlossen worden war. Demnach sanken die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent (währungsbereinigt -9 Prozent) und erreichten nur noch 3,2 Milliarden Euro. Hoffnungen machte dem Management, dass der Umsatzschwund im zweiten Halbjahr (-6 Prozent) weit weniger dramatisch ausgefallen war als in den ersten sechs Monaten (-13 Prozent). „Unser Aktionsplan, mit dem wir auf die Bedürfnisse eines sich ständig wandelnden Marktes reagieren, hat bereits zu einer Trendverbesserung beim Umsatz und zur Stabilisierung der Margen geführt“, erklärte das Unternehmen in einer Mitteilung.

Dank Restrukturierungsmaßnahmen: Prada sieht Aufwärtstrend

Neben einschneidenden Sparmaßnahmen hatte Prada unter anderem Veränderungen im Vertrieb eingeleitet: So wurde die internationale Expansion mit eigenen Boutiquen gebremst. Nun soll erst einmal das bestehende Filialnetz "rationalisiert" und durch neue Konzepte aufgefrischt werden.

Strategische Priorität hat aber der Ausbau des digitalen Angebots durch die Einführung von umfassenden Omnichannel-Modellen im eigenen Einzelhandel und die verstärkte Zusammenarbeit mit wichtigen Online-Händlern im Großhandelsgeschäft. Erste Resultate der schon im vergangenen Jahr geschlossenen Partnerschaften mit MyTheresa, Net-a-Porter und Mr. Porter seien „ermutigend“, erklärte das Unternehmen.

Zauberwort Omnichannel: Prada setzt auf den Ausbau seines digitalen Ökosystems

Obwohl es durch die bereits umgesetzten Spar- und Rationalisierungsmaßnahmen gelang, die operativen Kosten in den letzten Monaten vor dem Jahreswechsel deutlich zu reduzieren, wurden die Ergebnisse für das Jahr 2016/17 noch maßgeblich vom schwachen ersten Halbjahr geprägt. So sank der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 14 Prozent auf 431 Millionen Euro. Der Konzernüberschuss schrumpfte sogar um 16 Prozent auf 278 Millionen Euro.

CEO Patrizio Bertelli sprach in seinem Jahresfazit trotzdem von „befriedigenden Zahlen“, die „im Rahmen der Markterwartungen“ gelegen hätten. Insgesamt sei 2016/17 „ein herausforderndes Übergangsjahr für das Unternehmen“ gewesen.

Hoffnungen setzt er nun in die Digitalisierungsstrategie: „Um unseren stationären Einzelhandel und die Online-Vertriebskanäle zu integrieren, werden wir weiterhin beträchtliche Ressourcen in die Entwicklung eines Omnichannel-Angebots investieren“, sagte er. Wichtige Schritte seien die Einführung einer neuen globalen digitalen Plattform, die Zusammenarbeit mit Online-Händlern und digitale Innovationen in den stationären Boutiquen.

Prada: Geschäftsjahr 2016/17
Umsatz 3,2 Milliarden €
Nettogewinn 278 Millionen €

Foto: Prada