Puma verteilt Fairness-Boni an vertrauensvolle Zulieferer
Modekonzerne und Sportartikelunternehmen stehen immer wieder in der Kritik, ihre Produkte unter unmenschlichen Bedingungen produzieren zu lassen. Oftmals berufen sich die Verantwortlichen dann auf ihre Zuliferer, die kaum zu kontrollieren seien, obwohl konzernseitig bestimmte Richtlinien ausgegeben werden. Nun will der Herzogenauracher Sportartikler Puma finanzielle Anreize schaffen, um seine mehr als 200 Zulieferer von fairen Produktionsbedingungen zu überzeugen.

Dafür kooperiert Puma mit der Internationalen Finanz-Corporation (IFC), einer Tochter der Weltbankgruppe. Die IFC soll im Rahmen des Programms kurzfristig Betriebskapital bereitstellen, um Finanzierungskosten für diejenigen Zulieferer zu senken, die in Pumas Fabrikbewertungen für Umwelt- und Sozialstandards gut abschneiden. Die Bewertung ergebe sich aus regelmäßigen Fabrik-Auditierungen von Puma, in denen die Einhaltung seiner sozialen und ökologischen Standards geprüft werden sollen, heißt es.

„Mit diesem Finanzierungsprogramm vertiefen unsere Zulieferer ihre Geschäftsbeziehung mit uns und profitieren von Pumas guter Reputation und solider Bonität“, so Lars Sørensen, der Chief Operating Officer von Puma. „Damit ist es das erste Programm in unserem Unternehmen, das die positive Bewertung eines Zulieferers im Rahmen von Pumas Umwelt- und Nachhaltigkeitsprogramm mit einem finanziellen Anreiz verknüpft.“

Fernost steht im Fokus

Im Rahmen des Programms stellt die IFC Zulieferern in der Textil- und Schuhindustrie durch ihr Global Trade Supplier Finance-Programm (GTSF) Betriebskapital zur Verfügung, das von Forderungen an internationale Käufer gedeckt wird. Dieses skalierbare Modell soll Zulieferern in Schwellenländern den Zugriff auf kostengünstige Finanzierungsmöglichkeiten für ihre offenen Außenstände ermöglichen. Das bereits im Jahr 2010 eingeführte Programm der IFC hat ein Volumen von insgesamt über 500 Millionen US-Dollar und unterstützt Zulieferer aus Schwellenländern und kleine bis mittelständische Exporteure durch kurzfristige Finanzierungen und begleitende Beratung.

Zunächst will Puma das Programm in Bangladesch, Kambodscha, China, Indonesien, Pakistan und Vietnam anbieten. Mit Ball Planet, einem chinesischen Zulieferer von Fußbällen mit Fabriken in China, sei bereits ein erster Kandidat gefunden worden, der sich dem Programm angeschlossen habe, so Puma. Für Ken Hong, General Manager von Ball Planet Industrial Ltd., lohnt sich das Engagement: „Dieses innovative Programm wird uns nicht nur dabei helfen, unseren Cashflow zu verbessern, sondern bietet auch einen finanziellen Anreiz, unsere ökologischen, arbeitsschutzrechtlichen und sozialen Standards zu optimieren.“ Letzteres führe zu einer Reduzierung der operativen Aufwendungen und trage damit zu einer Steigerung der Produktivität bei“, so Hong weiter.

Foto: Puma

 

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