Schwacher Euro poliert Bilanz von Luxuskonzern Richemont auf - Aktie gibt nach

Sinkende Großhandelspreise haben dem Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont den Start ins neue Geschäftsjahr vermiest. Nur wegen des schwachen Euro konnte der Hersteller mit Marken wie Cartier und Montblanc seinen Umsatz im April um 9 Prozent steigern. Ohne Wechselkurseffekte wäre der Wert im Jahresvergleich allerdings um 8 Prozent gesunken. Absolute Zahlen nannte Richemont nicht.

Die ersten beiden Mai-Wochen hätten aber eine Besserung im Großhandelsgeschäft angedeutet, sagte Konzernchef Johann Rupert am Freitag laut Mitteilung. Im abgelaufenen Geschäftsjahr (31. März) hatte Richemont unter anderem wegen der Neubewertung von Finanzinstrumenten und einer höheren Steuerquote wie angekündigt einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Kurz nach Börseneröffnung gab die Aktie um 3,3 Prozent nach.

Unterm Strich schrumpfte der Überschuss um 35 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Anleger will der Konzern mit einer höheren Dividende besänftigen. Die Ausschüttung für 2014 soll je Aktie von 1,40 Schweizer Franken im Vorjahr auf 1,60 Franken steigern. Analysten hatten im Schnitt mit 5 Rappen weniger gerechnet. Der Umsatz legte im vergangenen Geschäftsjahr um 4 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro zu - ohne Währungseffekte hätte das Wachstum aber lediglich 1 Prozent betragen.

Richemont bilanziert in Euro, zahlt seine Dividende aber in Franken und muss auch einen Großteil seiner Kosten in der Schweiz begleichen. Währungseffekte sind daher angesichts des vergleichsweise schwachen Euro und dem anziehenden Franken ein großes Thema für den Konzern. Trotz währungsbedingt steigender Kosten in der Schweiz sei eine Verlagerung von Produktionsteilen ins Ausland aber keine Option für Richemont, sagte Konzernchef Rupert. Man habe dennoch mehrere Maßnahmen ergriffen, um die Effizienz zu steigern. (DPA)

 

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