Steilmann-Aktien brechen wegen Insolvenz ein

Der Modehersteller Steilmann meldet nur fünf Monate nach seinem Börsendebüt Insolvenz an. "Der Vorstand der Steilmann SE ist nach umfassender Prüfung heute zu der Überzeugung gelangt, dass im Zuge des aktuellen Geschäftsverlaufs die Steilmann SE zahlungsunfähig ist", teilte das Unternehmen am Mittwochabend in Bergkamen in einer Pflichtmitteilung mit. Sanierungsverhandlungen hätten keinen Erfolg gehabt. "Der Vorstand wird vor diesem Hintergrund nunmehr unverzüglich den Insolvenzantrag stellen", hieß es weiter.

Die Adler Modemärkte, die ebenfalls zur Gruppe gehören, sind nach eigenen Angaben von der Zahlungsunfähigkeit der Mutter nicht betroffen. Es gebe keinen Beherrschungs- oder Gewinnabführungsvertrag### Title mit Steilmann und man verfüge unverändert über eine mehr als ausreichende Liquidität, teilte Adler mit.

Steilmann muss wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz anmelden

An der Börse sorgte die Nachricht für Schockwellen. Der Kurs der Steilmann-Aktie brach im frühen Handel um fast 90 Prozent ein. Auch die Papiere der ebenfalls börsennotierten Tochter Adler gerieten unter Druck und verloren in der ersten Handelsstunde acht Prozent.

Steilmann mit weltweit mehr als 8300 Mitarbeitern hatte erst im November 2015 sein Börsendebüt gegeben. Der Gang auf das Parkett verlief bereits holprig. Mehrfach musst das Unternehmen Abstriche machen und konnte am Ende nur ein kleines Aktienpaket von 2,5 Millionen Papieren platzieren. Das brachte nicht einmal neun Millionen Euro ein. Größte Aktionäre sind weiter mehrere italienische Familien und Unternehmer.

Steilmann hat sich bei seiner Mode auf die Zielgruppe der Frauen über 45 Jahren spezialisiert. Dass das Geschäft nicht so rosig läuft, zeichnete sich im Dezember ab, als Steilmann seine Prognose für 2015 eindampfen musste. Als Grund gab das Unternehmen das milde Winterwetter an. Darunter hatten auch andere Modehersteller zu leiden.

Die Branche hat aber auch mit anderen Problemen zu kämpfen. Textilketten wie Zara oder H&M, die von der Herstellung bis zum Vertrieb alle Schritte abdecken, und so beinahe im Wochentakt neue Kollektionen zu günstigen Preisen auf den Markt bringen, haben den Wettbewerbsdruck erhöht. Auch haben nicht alle Unternehmen schnell genug auf den Onlinehandel reagiert. Die Branche ächzt zudem unter Dauerrabatten. (DPA)

 

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