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Studie: Die 100 größten Luxuskonzerne erwirtschaften 250 Milliarden US-Dollar

Von Don-Alvin Adegeest

16. Dez. 2021

Business

Bild: Deloitte Global Powers of Luxury Goods 2021

Die 100 größten Luxusgüterunternehmen der Welt erwirtschafteten 2020 einen Umsatz von 252 Milliarden US-Dollar, ein Rückgang von etwa zehn Prozent gegenüber 281 Milliarden im Vorjahr. Die Nettogewinnmargen der 81 größten Unternehmen jedoch sanken nur um 5,1 Prozent.

Die Daten wurden im jährlichen Deloitte-Bericht „Global Powers of Luxury Goods 2021“ veröffentlicht, in dem es heißt, dass die Pandemie der Katalysator für Veränderungen war, da Luxusgüterunternehmen neue Paradigmen der Wertschöpfung übernahmen, aber im Allgemeinen widerstandsfähig blieben.

„Auf der Suche nach neuen Wegen, um mit ihrer Kundschaft in Kontakt zu treten, ändern [Unternehmen] ihre Herangehensweise und Denkweise, indem sie Nachhaltigkeit und Digitalisierung in ihre langfristigen Strategien einbeziehen, um den Ansprüchen der [Menschen] und neuen regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden“, heißt es in der Einleitung des Berichts.

Die zehn stärksten Unternehmen erwirtschafteten 51,4 Prozent des Umsatzes der Top 100 Luxusgüterunternehmen. Dazu gehören LVMH, Kering, Estee Lauder, Richemont, L'Oreal, Chanel, EssilotLuxottica, PVH, Hermes und Chow Tai Fook Jewellery Group. Diese Top 10 steigerten ihren Anteil am Gesamtumsatz mit Luxusgütern unter den Top 100 Unternehmen um 0,2 Prozentpunkte, so der Bericht. Obwohl alle zehn Unternehmen mit Ausnahme von PVH im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatzrückgang vermeldeten, blieben sie profitabel und erzielten zusammen mehr Gewinn als die Top-100-Unternehmen insgesamt (da viele der kleineren Unternehmen Verluste meldeten).

Die vier wichtigsten Takeaways der Studie:

1. Digitalisierung und Nachhaltigkeitsziele

Die Welt der Mode und der Luxusgüter befindet sich in einem umfassenden Wandlungsprozess. Was früher nur einige wenige umweltbewusste und mutige Innovationstreibende für ihr Produktdesign wählten, ist nun im Mainstream angekommen und betrifft fast alle Unternehmen der Branche. Zunehmend ändern Luxusgüterunternehmen ihre Herangehens- und Denkweise und integrieren Nachhaltigkeit und Digitalisierung in ihre langfristigen Strategien, um den gestiegenen Ansprüchen der Menschen und den neuen gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden.

2. Die Kreislaufwirtschaft annehmen: Innovationen mit Biomaterialien in Luxusgütern

Angesichts der Veränderungen in der Luxusindustrie in den letzten Jahren ist klar, dass nachhaltiger Luxus, der die Umwelt und die soziale Verantwortung fördert, von Dauer ist. Immer mehr Luxusprodukte werden als „nachhaltig“ bezeichnet, und die Branche hat sich an Konzepte wie ethische Mode (Produktionsmethoden, Arbeitsbedingungen und fairen Handel), zirkuläre Mode (Recycling, Upcycling und Vintage), Slow Fashion (Teilen, Mieten) und bewusste Mode (umweltfreundliche und nachhaltige Mode) gewöhnt.

Luxusgüterunternehmen setzen sich Umweltziele für die Zukunft, wobei der Ausgleich von Kohlenstoffemissionen eine Priorität darstellt. Es gilt, neue Wege für mehr Nachhaltigkeit in Design, Produktion, Vertrieb und Kommunikation zu finden. Die Luxusgüterunternehmen wollen neue Technologien nutzen, um umweltfreundliche neue Materialien zu entwickeln, und mit der technologischen Entwicklung kommt auch die Materialinnovation.

3. Eine neue Grenze des Luxus: NFTs und Fashion Gaming

Die Luxusindustrie verfolgt in der Regel einen konservativen Ansatz gegenüber allem, was ihr Erbe gefährden könnte, aber die Pandemie hat alles verändert und die Unternehmen zu kühnen Schritten bei der Schaffung und Entwicklung ihrer digitalen Strategien gezwungen. NFT bieten Luxusunternehmen mehrere Möglichkeiten. Erstens sind sie ein Instrument zur Überprüfung der Echtheit und des Eigentums an einem Artikel: Gefälschte Produkte sind ein Problem für die Branche, und die Blockchain hilft dabei, die Herkunft eines Artikels, seine Geschichte und seine Vorbesitzer:innen zu überprüfen, so dass das Eigentum an einem Produkt leicht übertragen und die Produkte zurückverfolgt und weiterverkauft werden können. Diese Funktion ist auch auf dem Secondhand-Markt sehr hilfreich, da sie es ermöglicht, die Echtheit von Luxusartikel zu verifizieren. Ein weiterer wichtiger Aspekt von „virtuellem Luxus“ ist seine Echtheit und Zugänglichkeit – selbst diejenigen, die sich keine Luxustasche oder kein Paar Schuhe leisten können, können ein virtuelles Markenprodukt besitzen und benutzen und es bei verschiedenen Gelegenheiten vorzeigen– man könnte Luxus-Skins mit Diffusionslinien in der realen Welt vergleichen.

4. Gen Alpha: Die Kundschaft der Zukunft ist auf dem Weg

Die Generation Alpha wird voraussichtlich eine Generation mit großer Kaufkraft werden, und der Schlüssel zum künftigen Erfolg für Luxusgütermarken könnte darin liegen, ihre Loyalität in einem jungen Alter zu gewinnen. Als die Verbraucher:innen der Zukunft, die im digitalen Zeitalter geboren wurden, wird die Gen Alpha von klein auf durch soziale Medien, durch Gleichaltrige und durch die Gewohnheiten ihrer Millennial-Eltern mit Luxusmarken in Berührung kommen.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Kinder bereits im Alter von drei Jahren beginnen, Marken zu erkennen, sich mit ihnen zu identifizieren und sogar Vorlieben zu äußern. Obwohl wir uns also noch auf unbekanntem Terrain befinden, müssen Luxusmarken lernen, wie sie eine Beziehung zu dieser aufstrebenden Klientel aufbauen können.

Artikelquelle: Deloitte Global Powers of Luxury Goods 2021 report

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ.