Trotz Corona-Krise: Weniger Unternehmensinsolvenzen in Deutschland

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist im Mai hierzulande deutlich gesunken. Wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte, stellten im Mai insgesamt 1.504 Firmen einen Insolvenzantrag. Das waren 9,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Aufgrund der geltenden Sonderregelungen dürften die Zahlen aber nur begrenzte Aussagekraft haben.

„Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Corona-Krise spiegelt sich somit bislang nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider. Ein Grund dafür ist, dass die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen seit dem 1. März 2020 ausgesetzt ist“, erläuterte die Wiesbadener Behörde in einer Mitteilung. Im Rahmen ihres Hilfspakets gegen die akuten Auswirkungen der Covid-19-Pandemie hatte die Bundesregierung die Antragspflicht bei drohender Zahlungsunfähigkeit vorerst bis Ende September aufgehoben. Inzwischen wird eine Verlängerung der Maßnahme diskutiert.

Die Handelsbranche war im Mai mit 247 insolventen Unternehmen am stärksten betroffen. Im Vorjahresmonat waren in diesem Segment allerdings sogar 284 Anträge gestellt worden. Während die Zahl der Insolvenzen im Mai zurückging, stieg das Volumen der voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus allen beantragten Unternehmensinsolvenzen deutlich: Hatte es im Mai 2019 noch bei rund 2,5 Milliarden Euro gelegen, erreichte es nun eine Höhe von knapp 3,1 Milliarden Euro. „Dieser Anstieg der Forderungen bei gleichzeitigem Rückgang der Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass im Mai 2020 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten als im Mai 2019“, erläuterte das Statistische Bundesamt.

Im Juli setzte sich der Trend der vergangenen Monate offenbar fort: Vorläufigen Resultaten zufolge lag die Zahl der neu eröffneten Regelinsolvenzverfahren nach Angaben der Statistikbehörde um 29,1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats.

Foto: Nicolas Portnoi, Hans Lucas via AFP

 

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