Urban Outfitters: Jahresbilanz mit Licht und Schatten

Der US-amerikanische Modehändler Urban Outfitters Inc. hat im abgelaufenen Geschäftsjahr keine großen Sprünge gemacht: Trotz zahlreicher Neueröffnungen lag der Umsatz nur geringfügig über dem Vorjahresniveau, das Ergebnis ging leicht zurück. Im Schlussquartal, das auch das so wichtige Weihnachtsgeschäft einschloss, verlief die Umsatzentwicklung insgesamt enttäuschend. Nur das Damenmodelabel Free People sorgte für einen Lichtblick. Immerhin fiel das Ergebnis höher aus, als befürchtet worden war.

Insgesamt kam Urban Outfitters im Geschäftsjahr 2015/16, das am 31. Januar endete, auf einen Umsatz in Höhe von knapp 3,45 Milliarden US-Dollar (3,12 Milliarden Euro). Gegenüber dem Vorjahr verbesserte sich der Modehändler aus Philadelphia damit um 3,7 Prozent. Die Einzelhandelserlöse, die auch die Umsätze der eigenen Online-Stores enthalten, stiegen flächenbereinigt um zwei Prozent, der Großhandelsumsatz wuchs um 15 Prozent. Im Laufe des Jahres hatte der Konzern 31 neue Läden eröffnet. Darunter waren 14 der zur Anthropologie-Gruppe zählenden Labels, 13 der Marke Free People und vier des Konzepts Urban Outfitters. Im Gegenzug wurden insgesamt fünf Filialen geschlossen.

Alle drei Segmente trugen im vergangenen Jahr zum Umsatzwachstum bei: Die Anthropologie Group mit den Marken Anthropologie, Bhldn und Terrain wuchs um 2,5 Prozent auf 1,44 Milliarden US-Dollar, Urban Outfitters um 0,6 Prozent auf 1,39 Milliarden US-Dollar und Free People um 14,8 Prozent auf 609,6 Millionen US-Dollar.

Der Jahresgewinn sank um rund drei Prozent

Der Konzerngewinn ging allerdings zurück. Wertberichtigungen und höhere Kosten im Zusammenhang mit dem nicht reibungslos verlaufenen Umzug eines wichtigen Logistikzentrums sowie dem Ausbau des Online-Geschäfts belasteten das Ergebnis. Der Nettogewinn schrumpfte daher gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Prozent auf 224,5 Millionen US-Dollar (203,9 Millionen Euro). Aufgrund eines umfangreichen Rückkaufprogramms stieg der verwässerte Gewinn pro Aktie um 6,0 Prozent auf 1,78 US-Dollar.

Zu den insgesamt eher durchwachsenen Zahlen trug die schwache Umsatzentwicklung im zweiten Halbjahr bei. Wie schon im dritten Quartal blieb die Nachfrage auch im Schlussvierteljahr hinter den Erwartungen zurück. Mit 1,01 Milliarden US-Dollar übertraf der Quartalsumsatz den entsprechenden Vorjahreswert nur marginal (+0,2 Prozent). Die Retail-Erlöse schrumpften auf vergleichbarer Fläche um zwei Prozent. Deutlich zulegen konnte der Konzern im Großhandelsgeschäft (+29 Prozent), was aber vor allem daran lag, dass eigentlich für das dritte Quartal vorgesehene Lieferungen, die sich aufgrund von Schwierigkeiten bei der Inbetriebnahme des neuen Logistikzentrums verzögert hatten, nun mit Verspätung bei den Handelspartnern ankamen.

Im vierten Quartal konnte nur die Marke Free People überzeugen

Die beiden größten Sparten mussten im vierten Quartal Umsatzrückgänge hinnehmen: Die Erlöse der Anthropologie Group sanken um 0,2 Prozent auf 419,1 Millionen US-Dollar, bei Urban Outfitters schrumpften sie sogar um 5,1 Prozent auf 415,8 Millionen US-Dollar. Auch auf vergleichbarer Fläche gingen die Einzelhandelsumsätze sowohl bei Anthropologie (-2 Prozent) als auch bei Urban Outfitters (-3 Prozent) zurück.

Weiterhin positiv entwickelte sich demgegenüber die Marke Free People: Das Label, das auf eine ausgeprägte Hippie-Ästhetik setzt, konnte seinen Umsatz im Schlussquartal um 16,9 Prozent auf 178,5 Millionen US-Dollar steigern – nicht zuletzt, weil die Einzelhandelserlöse flächenbereinigt um zwei Prozent wuchsen und damit die Erwartungen übertrafen.

Das Quartalsergebnis litt unter denselben Faktoren, die auch den Jahresgewinn belasteten. Zudem machten sich Wechselkursveränderungen negativ bemerkbar. So ging der Nettogewinn um 9,2 Prozent auf 72,9 Millionen US-Dollar zurück. Der Gewinn pro Aktie lag mit 0,61 US-Dollar geringfügig über dem Vorjahresniveau von 0,60 US-Dollar und fiel damit immerhin höher aus, als die Analysten im Vorfeld prognostiziert hatten. Bei den Anlegern kam das gut an: Nach Veröffentlichung der Zahlen sprang der Aktienkurs um mehr als zehn Prozent.

„Während die Umsätze mit Bekleidung im vierten Quartal nicht den Erwartungen entsprachen, freue ich mich darüber, dass die Marken ihre Verkaufsmargen verbessern konnten“, erklärte CEO Richard Hayne. Zudem hätten die Bereiche, in denen das Unternehmen noch besondere Expansionschancen sieht, „die Erwartungen übertroffen“. „Wir vertrauen daher weiterhin auf unsere zukünftigen Wachstumsmöglichkeiten“, sagte Haynes.

Foto: Free People
 

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