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Yargici eröffnet erste Filiale in der Bundesrepublik

Die türkische Damenmode-Marke Yargici orientiert sich künftig stärker nach Europa und will auf dem Kontinent expandieren. Besonders im Fokus des Istanbuler Unternehmens steht Deutschland, und so ist es kein Wunder, dass der erste Markenstore bereits in Kürze eröffnen soll.

Nach Angaben des Immobilienunternehmens JLL hat Yargici bereits eine Ladenfläche im Levantehaus auf der Hamburger Mönckebergstraße angemietet, um dort künftig seinen Mix aus DOB und Wohnaccessoires anzubieten.

Die Immobilie, in der zuvor die Ralph-Lauren- Tochtermarke Denim & Supply ansässig war, verfügt über 300 Quadratmeter Fläche, 250 davon sind als Verkaufsfläche ausgewiesen. Die Eröffnung des ersten, deutschen Yargici Stores ist bereits für den kommenden Mai vorgesehen.

Foto: Yargici

Die deutschen Verbraucher bezahlen ihre Online-Einkäufe nach wie vor am liebsten erst nach Erhalt der Ware. Der Kauf auf Rechnung sei unverändert die mit Abstand führende Zahlungsart beim Online-Shopping, berichtete das Kölner Handelsforschungsinstitut EHI am Mittwoch in einer aktuellen Studie. Die Beliebtheit sei 2016 sogar noch angestiegen.

Gemessen am Umsatz seien im vergangenen Jahr über 30 Prozent der Einkäufe im Internet auf Rechnung erfolgt, berichteten die Handelsexperten. Auf Platz zwei folgte die Zahlung per Lastschrift, auf die rund 20 Prozent der Umsätze entfielen. Über den Bezahldienst Paypal seien knapp 18 Prozent der Umsätze abgewickelt worden, was ihm Platz drei im EHI-Bezahl-Ranking sicherte. Den vierten Platz belegten die Kreditkarten mit gut 12 Prozent Marktanteil. Auf alle anderen Zahlungsarten wie Vorkasse, Sofortüberweisung oder Nachnahme entfielen weniger als fünf Prozent der Umsätze. (DPA)

In Bildern: Hunkemöller eröffnet ersten Store seiner Sportswearlinie HKMX in Berlin

Auch der niederländische Wäschekonzern Hunkemöller setzt auf den Fitness-Trend. Nach einer mehrwöchigen Testphase wird am 29. April die erste Filiale seiner Sportswearlinie HKMX in Berlin offiziell eröffnet. In der Rosenthaler Straße 50 werden die Niederländer auf 120 Quadratmetern in einem eigens entwickeltem Concept-Store-Format Sportbekleidung und Funktionswäsche für Damen anbieten. Hier sind schon einmal erste Impressionen.

In Bildern: Hunkemöller eröffnet ersten Store seiner Sportswearlinie HKMX in BerlinIn Bildern: Hunkemöller eröffnet ersten Store seiner Sportswearlinie HKMX in Berlin

Hunkemöller will HKMX als eigenständiges Sportkonzept etablieren

„HKMX hat sich in den letzten zweieinhalb Jahren schnell entwickelt und 2016 einen Umsatz von zwanzig Millionen Euro erzielt“, erklärte Hunkemöller-CEO Philip Mountford in einer Mitteilung. Geplant sei nun, die Linie stärker von der Muttermarke Hunkemöller abzugrenzen, um sie „als eigenständiges Sportkonzept aufzubauen“. Dabei hat das Unternehmen große Pläne: „Im laufenden Jahr wollen wir noch drei weitere HKMX-Stores eröffnet, in den kommenden fünf Jahren sollen es fünfzig Filialen werden“, so Mountford.

In Bildern: Hunkemöller eröffnet ersten Store seiner Sportswearlinie HKMX in BerlinIn Bildern: Hunkemöller eröffnet ersten Store seiner Sportswearlinie HKMX in Berlin

Der „einzigartige Markenmix“ in der Nachbarschaft war für die Standortwahl entscheidend

Für den Standort des ersten HKMX-Stores im Berliner Zentrum habe sich das Unternehmen aufgrund des „einzigartigen Markenmixes“ in der Umgebung entschieden, erläuterte Mountford. In unmittelbarer Nachbarschaft seien „alle wichtigen Akteure aus der Sportartikelbranche“ mit ihren Geschäften vertreten. Tatsächlich haben sich rund um den Hackeschen Markt unter anderem Nike, Adidas, Puma und die Asics-Linie Onitsuka Tiger mit eigenen Shops angesiedelt.

In Bildern: Hunkemöller eröffnet ersten Store seiner Sportswearlinie HKMX in BerlinIn Bildern: Hunkemöller eröffnet ersten Store seiner Sportswearlinie HKMX in Berlin

Fotos: Hunkemöller

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H&M will weiter in Indien expandieren

Der schwedische Fast Fashion-Riese H&M, der mit einem recht späten Start vor eineinhalb Jahren in Indien einstieg, will seine Einzelhandelsbemühungen im Land verstärken und bis Dezember 2017 20 eigene Filialen betreiben.

Derzeit hat das Unternehmen 15 Geschäfte, die über neun indische Städte verteilt sind. Langfristig plant H&M 50 Geschäfte, die sich in den Einkaufszentren der größten Städte befinden sollen.

Durch den recht späten Beginn in Indien war der schwedische Modekonzern in der Lage, mit für den Monomarken-Einzelhandel genehmigten 100-prozentigen Auslandsinvestitionen einzusteigen. Zudem hat er Produktionsbüros in Neu Delhi und Bangalore und ein eigenes Lager im Großraum Delhi, von dem er nach ganz Indien versendet. Ein weiteres ist für die Zukunft geplant, um den wachsenden Bedarf zu denken und weiterhin effizient zu arbeiten.

H&M setzt auf die Einführung der bevorstehenden neuen Mehrwertsteuerregelung, eine Sättigung des chinesischen Markts und Hürden in Bangladesch; alles Faktoren, die sich positiv für den indischen Textil- und Bekleidungssektor auswirken sollten.

Foto: H&M
Belstaff eröffnet ersten Flagshipstore in Tokio

Die britische Traditionsmarke Belstaff ist zufrieden mit ihrer Entwicklung auf dem japanischen Markt und setzt mit einem ersten Flagshipstore in Tokio ein Zeichen.

Das neue, 100 Quadratmeter große Geschäft befindet sich im Ginza Six, dem modernsten Einkaufszentrum Tokios. Angeboten wird die neueste Damenkollektion und eine komplett neue Herrenkollektion. Zudem wird es eine exklusive Ginza-Sonderkollektion mit Funktionskleidung und auch eine erste Brillen-Kollektion der Marke geben, die aus feinsten Materialien in Japan von Hand hergestellt werden.

"Ginza Six, unsere vierte Eröffnung in Japan, zeigt unsere schnelle und strategische Entwicklung auf diesem wichtigen Markt. Den japanischen Einfluss auf Mode und Stil kann man weltweit spüren. Darum haben wir dieses fantastische Land als einen Ausgangspunkt für Belstaff gewählt. Die japanische Wertschätzung von und der Appetit nach moderner Tradition ist hier der Schlüssel für unseren Erfolg. Wir sind auch eine Marke, die sich beständig erneuert, wobei Funktionalität genauso wichtig wie Stil ist. Unsere erfolgreiche Einführung der bestehenden Partnerschaft mit SOPHNET. präsentierte eher eine durch Streetstyle inspirierte Kollektion, die für Tokio steht und in der ganzen Welt gut aufgenommen wurde", kommentierte Belstaff-Geschäftsführer Gavin Haig.

Vor der offiziellen Geschäftseröffnung gab es am Freitag bereits eine private, zu der auch die globale Markenbotschafterin und Hollywood -Schauspielerin Liv Tyler sowie weitere Gäste und Presse geladen waren.

"Die erste Einführung unserer Damenkollektion findet bei Ginza Six in Japan mit Botschafterin Liv Tyler statt; sie repräsentiert unsere moderne Belstaff-Frau. Ginza Six ist der Inbegriff des neuen Luxus und bietet ein Einkaufserlebnis auf höchstem Niveau. Wir sind begeistert, an dieser bedeutenden Eröffnung teilzunehmen, einem wichtigen Meilenstein in der 93-jährigen Geschichte dieser Marke", fügte Haig hinzu.

2016 startete Belstaff mit Verkaufsräumen in Matsuzakaya Nagoya, Isetan Tokio und Kobe auf dem japanischen Markt. Das neue Geschäft in Tokio ist die zweitgrößte Filiale in Asien nach Macau.

Die Marke hat ihren Hauptsitz in London, wo sie auch ein Vorzeigegeschäft auf der New Bond Street hat. Weltweit wird über die eigene Website sowie über in zwölf Geschäften in Europa, den USA und Asien vertrieben, darunten in New York und München.

Foto: Belstaff
Ausbildung im Modehandel scheitert oft an den Bewerbern

Deutschlands Schulabgänger scheinen immer weniger auf die Anforderungen einer anschließenden Ausbildung gerüstet zu sein. Gerade im Einzelhandel, einer der beliebtesten Ausbildungsbereiche, beschweren sich immer mehr Verantwortliche über den schlechten Bildungsstand der Bewerber. Eine aktuelle Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) unter rund 1.000 Betrieben hat sogar ergeben, dass das größte Hindernis bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen die unzureichende schulische Qualifikation der Bewerber ist.

Demnach sieht die Hälfte der Befragten bei der Vorbildung der Jugendlichen große Mängel. „Die Schulen müssen an dieser Stelle ihrer Verantwortung gerecht werden und den Jugendlichen das nötige Rüstzeug für den Einstieg ins Berufsleben mitgeben“, so HDE-Bildungsexpertin Katharina Weinert. Darüber hinaus zeige die Umfrage, dass vier von zehn Bewerbern falsche Vorstellungen vom zu erlernenden Beruf hätten. Eine eher untergeordnete Rolle spielten dagegen die Qualität und der Zeitaufwand für den Berufsschulunterricht sowie die Ausbildungskosten.

Gerade für den Modehandel, der zuallererst die Folgen des demografischen Wandels zu spüren bekommt, könnte es in Zukunft schwierig werden, ausreichen qualifizierte Bewerber zu finden. Denn diejenigen, die sich bestens eignen würden, nämlich Abiturienten, beginnen lieber ein Studium im betriebswirtschaftlichen Bereich als eine kaufmännische Ausbildung zu machen. „Es gibt immer weniger Bewerber. Neben dem Studium müssen die ebenfalls sehr guten Entwicklungsperspektiven mit einer Ausbildung und Fortbildung im Handel deshalb noch mehr ins Rampenlicht gerückt werden. Hier müssen die Schulen ihre Angebote zur Berufsorientierung verbessern“, so Weinert weiter.

Dabei kommen im Einzelhandel mehr als 80 Prozent der Führungskräfte aus dem eigenen Nachwuchs. Insbesondere die kombinierten Abiturientenprogramme des Handels bieten für gute Schulabgänger und Studienabbrecher durchaus gute Karrierechancen.

Foto: Karl-Heinz Laube / pixelio.de

Marc O’Polo launcht .com-Shop

Zum 50-jährigen Jubiläum launcht Marc O’Polo seinen .com-Shop. Damit ist die Marke online nun in insgesamt 20 Ländern erhältlich.

Nach dem Start des Marc O’Polo E-Shops Deutschland in 2003 hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren sukzessive eigene Online Shops in vier verschiedenen Sprachen in Österreich, Belgien, Frankreich, Schweiz, Schweden und den Niederlanden eingeführt. Mit dem Launch des .com-Shops sind nun 13 weitere Länder angebunden. Dazu gehören unter anderem Polen, Finnland, Tschechien und die Slowakei. Zusätzlich erschließt Marc O’Polo mit dem Launch neue Märkte wie Großbritannien, Italien und Spanien.

Die Shops sind über einen Country-Selector erreichbar. Die Sprache aller Shops und des Customer Services ist Englisch. „Zunächst gilt es nun, Erfahrungen darüber zu sammeln, wie wir in den unterschiedlichen Ländern mit dem englisch-sprachigen .com-Shop performen“, so Dr. Felix Kreyer, Managing Director Online. Darauf aufbauend will das Unternehmen dann die Customer Experience in den einzelnen Ländern Schritt für Schritt an die lokalen Bedürfnisse anpassen. Die Zustellung übernimmt DHL Weltpaket.

Foto: Marc O‘Polo

Vollzeitstellen statt Minijobs: Einzelhandel will sich sozial profilieren

Der Einzelhandel ist mit über drei Millionen Beschäftigten bundesweit einer von Deutschlands größten Arbeitgebern. Trotzdem hat die Branche nicht gerade das beste Image bei den Beschäftigten. Zu oft haben windige Händler Grauzonen im Tarifrecht und Gesetzeslücken im Arbeitsrecht ausgenutzt, um an möglichst billige Arbeitskräfte zu gelangen.

Gerade dem Modehandel eilt der Ruf voraus, vor allem auf prekäre Beschäftigungsverhältnisse zu setzen, kaum auszubilden und vor allem Studenten am Rande des Mindestlohns zu beschäftigen.

Diesem Ausbeuter-Image wollen die Handelsverbände nun noch vehementer entgegentreten und verweisen dabei auf die neuesten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, wonach die Branche innerhalb eines Jahres trotz des schwierigen, wirtschaftlichen Umfelds, ein Plus von einem Prozent bei der Beschäftigtenzahl erreicht hat. Laut Stefan Genth vom Handelsverband HDE habe seine Zunft so maßgeblich zum „deutschen Jobwunder“ beigetragen.

Für besonders beachtenswert hält Genth, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in der Branche überdurchschnittlich um fast 43.000 Stellen gestiegen, während die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse zugleich um fast 12.000 zurückgegangen sind. „Die vielfach behauptete Verdrängung von sozialversicherungspflichtiger Arbeit durch sogenannte prekäre Beschäftigungsformen findet im Handel nicht statt. Ganz im Gegenteil: Die Branche hat in den letzten fünf Jahren über 100.000 Minijobs abgebaut. Zudem hat die Anzahl der Vollzeitstellen den höchsten Wert der letzten fünf Jahre erreicht.“, so Genth weiter.

Foto: Paul-Georg Meister / pixelio.de

„Verbraucher entlasten“: Handel fordert neue Steuerreform

Niedrige Steuern bedeuten für den Handel in erster Linie: der Kunde hat mehr Geld zum Ausgeben. In verlässlicher Regelmäßigkeit fordern die Handelsverbände daher von der derzeitigen Regierung, Steuern und Abgaben zu senken – auch in diesem Jahr. Nachdem eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zeigte, dass ein alleinstehender Durchschnittsverdiener 51 Prozent seines Gehalts für Steuern und Abgaben abführen muss, sprang der Handelsverband Deutschland (HDE) sofort in die Bresche und forderte umgehend „Entlastungsmaßnahmen insbesondere für Normalverdiener“.

„Die Politik sollte die Kaufkraft langfristig stärken. Dafür müssen die Sozialabgaben und die Steuern gesenkt werden“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die hohen Belastungen durch Steuern und Sozialbeiträge hemmten schließlich den Konsum.

Reformen fordert der HDE jedoch auch im Bereich der Unternehmensbesteuerung. „Deutschland braucht ein einfacheres und systematischeres Unternehmenssteuerrecht“, lässt Genth daher wissen. Hierzulande verkompliziere beispielsweise die Gewerbesteuer das Steuerrecht enorm. Darüber hinaus führe die Gewerbesteuer mit ihren Hinzurechnungen für Mieten und Pachten dazu, dass viele Händler auch in Jahren ohne Gewinn zur Kasse gebeten würden. Genth ist sich sicher: „Die Hinzurechnungen überfordern in Zeiten vielerorts sinkender Kundenfrequenzen gerade den Mittelstand.“

Außerdem sei das deutsche Steuerrecht insgesamt oft so sehr auf die Verhinderung von Missbrauch fixiert, dass am Ende oft überzogene Regelungen stünden, die legitime Geschäftstätigkeiten unnötig erschwerten. Handlungsbedarf sieht der HDE hier insbesondere bei den Regelungen im Außensteuerrecht zur Abwehr von Verlagerungen in Niedrigsteuergebiete. Darüber hinaus bestehe Vereinfachungsbedarf bei der umsatzsteuerlichen Behandlung von Exporten und der Regelung zu umsatzsteuerlichen Organschaften.

Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Sinkende Spitzenmieten für Ladenflächen – Trendwende im Einzelhandel?

Dass es dem stationären Einzelhandel in den vergangenen Jahren immer schlechter ging, lag nicht nur am Boom des Onlinehandels oder der stets wachsenden Konkurrenz. Vor allem im Modehandel wurden die stets steigenden Mieten für adäquate Ladenflächen in den beliebten Shopping-Regionen deutscher Metropolen zusehends zur Belastung. Während sich Kundenfrequenz, Umsatzvolumen und Gewinn immer mehr reduzierten, stiegen die Mieten für Gewerbeimmobilien seit rund 13 Jahren kontinuierlich.

Die Folge: Immer mehr inhabergeführte Boutiquen, kleine Modegeschäfte und Concept Stores mussten schließen, da sie die horrenden Ausgaben nicht mehr erwirtschaften konnten. Die so freigewordenen Flächen wurden dann meist durch internationale Großkonzerne und deren marken belegt, so dass sich mittlerweile in den Einkaufszentren der Städte ein langweiliger Flagship Store an den anderen reiht. Echtes Modeverständnis, ein sorgfältig kuratiertes Angebot und fachkundigen Service findet man so immer seltener in den Fußgängerzonen der Republik.

Stattdessen haben diverse Fast Fashion Konzepte und Mode-Discounter den Markt erobert und die einst vielfältigen Einkaufsgegenden, in denen vom Gemüsehändler bis zum Wäsche-Shop alles in einem kleinen, vitalen Kosmos zu finden war, zu verödeten Produktabwurf-Wüsten beliebig austauschbarer Marken gemacht.

Modeindustrie macht weiter wie bisher

Neue Zahlen des Immobilienunternehmens JLL könnten jedoch durchaus wieder ein wenig Hoffnung auf eine Trendwende machen. So sind die Spitzenmieten in den Top-Einkaufsstraßen Deutschlands erstmals seit 13 Jahren wieder leicht gesunken. Auf Berlins Konsummeile Tauentzienstraße ging die Spitzenmiete zuletzt von 350 Euro auf 330 Euro um sechs Prozent zurück. In Hannovers Georgstraße sank sie um fünf Prozent von 200 Euro auf 190 Euro.

„Mehr als ein Jahr hatten die Spitzenmieten in fast allen Städten auf einem hohen Niveau stagniert. Das war ein klares Signal dafür, dass der Handel sein Limit erreicht hat und den Mieten nun noch schwerlich den nötigen Umsatz entgegenbringen kann“, so Dirk Wichner, Head of Retail Leasing bei JLL Germany. Dies gelte vor allem für den verunsicherten Textilhandel – bislang der Hauptumsatzbringer im Einzelhandel.

Laut Wichner akzeptieren Händler nur noch in Ausnahmefällen hohe Mieten in prestigeträchtigen Lagen, um mit Flagship-Stores und ihrer Marke prominent präsent zu sein. Die Folge: Im Verlauf des ersten Halbjahres erwarten die Immobilienexperten für die durchschnittliche Spitzenmiete in den zehn größten Städten der Republik einen Rückgang von immerhin einem Prozentpunkt. Im Schnitt aller 185 untersuchten Einzelhandelslagen soll es ein Minus von 1,7 Prozent sein.

Neben den sinkenden Mieten setzen sich zu Jahresbeginn 2017 zwei weitere prägende Trends deutlich spürbar fort: Der Einzelhandel mietet zunehmend kleinere Flächen an und setzt dabei längst nicht mehr so stark auf die Metropolen der Big 10 wie noch vor wenigen Jahren. So wurden im ersten Quartal 2017 insgesamt 126.500 Quadratmeter Fläche bei 244 Abschlüssen vermietet. Im Vergleich zum Vorjahresquartal waren dies vier Prozent mehr Fläche bei zugleich vier Prozent weniger Abschlüssen. Vor fünf Jahren lag die durchschnittliche Anmietungsgröße noch bei 602 Quadratmetern, derzeit sind es nur noch 520.

Allerdings scheint der Trend zur Verkleinerung der Geschäftsräume in der Modebranche noch nicht ganz angekommen zu sein. Laut JLL konzentriert sich der Textilhandel, sonst wichtiger Nachfrager der Größenklasse zwischen 250 und 1.000 Quadratmetern sich aktuell vor allem auf Großflächen mit mehr als 1.000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Besonders aktiv seien hier TK Maxx mit drei Anmietungen und der Discounter Primark, der gleich sieben Eröffnungen für das laufende Jahr ankündigte.

Die kleine Trendwende auf dem Immobilienmarkt ist also noch lange nicht das große Umdenken, das dem textilen Einzelhandel so gut tun würde. Im Gegensatz zur Gastronomie, wo wieder verstärkt auf kleine, frische und regional ausgerichtete Restaurants geachtet wird, herrscht in der Modebranche weiterhin das Diktat der Gigantonomie, des Marken-Einerleis und der billigen Massenproduktion.

Die Renaissance des kleinen Modegeschäfts an der Ecke bleibt daher wohl weiterhin ein Traum einiger weniger Nostalgiker.

Foto: Sascha Pauly / pixelio.de