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Mode, Kosmetik, Delikatessen: Bikini Berlin stellt neue Mieter vor

Steter Wandel gehört zur Strategie des Shoppingcenters Bikini Berlin. So begrüßt die selbsternannte „Concept Mall“ auch in diesem Frühjahr neue Mieter. Sie werden für einen begrenzten Zeitraum einige der „Boxes“ nutzen, die für temporäre Shops vorgesehen Holzkuben im Erdgeschoss des Berliner Einkaufszentrums.

Vertreten sind diesmal Anbieter aus den Bereichen Mode, Food und Kosmetik. Mit dabei ist bis zum 2. April das Berliner Label Cashmere Sisters (Foto), das Kleidungsstücke und Accessoires aus Kaschmirwolle, Yak- und Kamelhaar im Sortiment hat. Alle verwendeten Garne werden nach traditionellen Verfahren in der Mongolei hergestellt.

Damenmode machen auch die ebenfalls aus Berlin stammende Marke 24Colours, deren limitierte Kollektionen noch bis 20. Juni im Bikini Berlin zu haben sind, und das belgische Label Who’s That Girl, das vom 1. März bis Ende Mai eine der Boxen beziehen wird. Auf handwerklich orientierte italienische Menswearlabels ist hingegen der in Beirut beheimatete Concept Store Foreandaft spezialisiert, der noch bis zum 31. Juli eine kleine Außenstelle in der Berliner Shopping Mall betreibt.

Weitere neue temporäre Mieter sind der Schuhhersteller Espadrij l’originale (1. März bis Ende August), das französische Kosmetikunternehmen Merci Handy (bis Ende April) und die dänische Feinkostmarke Nordisk Tang, die Delikatessen aus Algen anbietet (bis 2. August).

Foto: Bikini Berlin

Bei der insolventen Warenhauskette Strauss Innovation dauert die Abwicklung länger als ursprünglich geplant. 9 der einst 57 Filialen bleiben auch im März noch geöffnet, darunter eine in Hamburg, wie ein Sprecher des Insolvenzverwalters auf Nachfrage mitteilte. Ursprünglich war vorgesehen, sämtliche Geschäfte bis Ende Februar zu schließen.

Wo es noch genug Ware gebe und es der Mietvertrag erlaube, werde auch im März zunächst noch weiter verkauft, sagte der Sprecher. Dies gelte für die Filialen in Dortmund-Hombruch, Dresden-Blasewitz, Düsseldorf (Aachener Straße), Essen-City, Hamburg-Altona, Hilden, Kaiserslautern, Moers und Ratingen. Ein genaues Schließungsdatum für die einzelnen Filialen stehe noch nicht fest. Dies richte sich nach dem Verlauf des Abverkaufs der Ware, sagte der Sprecher.

Strauss hatte Ende September 2016 Insolvenzantrag gestellt. Die 670-köpfige Belegschaft erhielt betriebsbedingte Kündigungen. Die mehr als 100 Jahre alte Traditions-Warenhauskette litt seit Jahren an Umsatzrückgängen. Für ihr bunt gemischtes Sortiment von Kleidung über Geschenke bis zu Lebensmitteln gab es offenbar nicht mehr genug Kunden. (DPA)

Handel warnt vor Korrekturen an Agenda 2010

Die SPD profitiert derzeit stark von ihrem jüngst gekürten Kanzlerkandidaten Martin Schulz. Besonders Schulz’ Ankündigung, bei einem Wahlsieg Änderungen an der Agenda 2010 vornehmen zu wollen, kommt gut an und steigert die Beliebtheit des Kandidaten sichtlich. Weniger beliebt hat sich Schulz jedoch beim Handelsverband Deutschland (HDE) gemacht.

„Hier werden Versprechungen gemacht, ohne über die teuren Konsequenzen nachzudenken. Es bleibt völlig unklar, wie eine Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus oder die Ausweitung des Anspruchs auf Arbeitslosengeld finanziert werden sollen“, wütet HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth in einer Stellungnahme. Beide Versprechen würden zwangsläufig zu Beitragserhöhungen in den Sozialversicherungen führen.

Noch bevor Schulz konkrete Pläne auf den Tisch gelegt hat, ist sich Genth bereits sicher: „Im Ergebnis belasten die Vorschläge Verbraucher und Unternehmen mit höheren Kosten.“ Die paritätische Finanzierung der Renten- und der Arbeitslosenversicherung habe dann „eine doppelt fatale Wirkung: Auf Arbeitgeberseite werden in der Folge Arbeitsplätze verlorengehen, die angesichts steigender Beiträge schlicht unrentabel sind“. Gleichzeitig verlören die Arbeitnehmer durch steigende Beiträge an Nettoeinkommen. „Die Folge wäre eine Schwächung des Konsums in Deutschland. Gerade mit Blick auf die stabilisierende Wirkung der Binnenkonjunktur für die gesamte deutsche Volkswirtschaft in den letzten Jahren können wir uns das nicht leisten“, so Genth. Die zahlreichen internationalen Unwägbarkeiten machten vielmehr eine langfristige Stärkung der Kaufkraft notwendig.

Foto: Kreuznacher Zeitung / pixelio.de

Dachverband fordert: Textilhandel muss mehr investieren

Nach einem mäßigen Jahr 2016 steht in vielen Modegeschäften in diesem Jahr Kostensparen ganz oben auf der Agenda, das weiß auch der Handelsverband Textil (BTE) nur zu gut. Trotzdem warnt er seine Mitglieder nun vor allzu überhasteten Sparmaßnahmen, die dem Geschäft mittelfristig eher schaden als nützen könnten.

Modehändler müssten stattdessen eher weitsichtig investieren, um in den Folgejahren die Kosten zu verringern zu können, heißt es. Ein Beispiel dafür sei die Beleuchtung, auf die im Modehandel der Großteil der Energiekosten entfalle. „Angesichts der Entwicklung der LED-Lichttechnik sollte sich jeder damit beschäftigen, der noch über ein älteres Lichtsystem verfügt“, so der BTE. Ähnliches gelte auch für die Informations- und Sicherheitstechnik.

Als weiteres „Problemgebiet“ hat der Verband die Ladenoptik vieler Händler ausgemacht: „Zu viele mittelständische Fachgeschäfte haben seit längeren Jahren nicht mehr in ihr Ladenlokal investiert oder allenfalls kleinere Schönheitsoperationen vorgenommen“, heißt es. Durch diese Zurückhaltung habe sich vielfach ein Investitionsstau gebildet. „Auffällig wird dies für Kunden vor allem, wenn am Standort Mitbewerber renovieren oder neu hinzukommen.“

Niedrige Kreditzinsen zur Modernisierung nutzen

Honoriert wird seitens des Verbandes hingegen der Umstand, dass bereits eine ganze Reihe von Mittelständlern darauf reagiert und in den letzten Jahren zum Teil spektakulär umgebaut hat. Wer dagegen seinen Kunden kein zeitgemäßes Ambiente bieten könne, habe meist sukzessive Marktanteile an expansive bzw. sich modern präsentierende Mitbewerber verloren. Der BTE weiß: „Ab einem gewissen Stadium kann man optische Defizite gerade bei jüngeren Kunden einfach nicht mehr über gute Beratung und hervorragenden Service kompensieren.“ Und auch ältere Kunden ließen sich vor allem im gehobenen Bereich immer schwerer mit einem „altmodischen“ Geschäft anlocken.

Außerdem sieht der BTE den klassischen Modehandel weiterhin stark durch die Online-Konkurrenz bedroht. Durch den Vormarsch von Web-Shops seien die Kunden schließlich noch weniger darauf angewiesen, ihre Modekäufe im stationären Handel vor Ort zu tätigen. „Eine große Entfernung zur nächstgelegenen Metropole ist für unattraktive Modegeschäfte längst kein wirksamer Schutz vor Kundenabwanderung mehr. Der Wettbewerb ist heute nur noch einen Mausklick entfernt und erhöht damit zusätzlich den Qualitätsdruck auf alle Fachgeschäfte“, so der Verband in einer Mitteilung an seine Mitglieder.

Die Empfehlung der Verantwortlichen: „Notwendige Investitionen in das eigene Ladengeschäft sollten nicht ohne triftigen Grund aufgeschoben werden. Der jetzige Zeitpunkt ist ideal, weil die Kreditzinsen nach wie vor niedrig sind.“

Foto: M. Großmann / pixelio.de

E-Commerce: Deutsche kaufen am liebsten deutsch

Der E-Commerce boomt. Immer mehr Verbraucher kaufen sowohl Waren des täglichen Lebens als auch Elektronikartikel und vor allem Mode online ein. Neue Zahlen beweisen, dass mittlerweile 11,5 Prozent des Einkaufsvolumens deutscher Verbraucher auf den E-Commerce entfallen, Tendenz weiter steigend. Laut einer Studie des Zustellunternehmens DPD haben die Deutschen bereits die Engländer als Europameister des Onlineshoppings abgelöst.

Ein Grund für den Erfolg der E-Commerce-Anbieter: 96 Prozent der deutschen Verbraucher zeigen sich mit ihrem letzten Online-Einkauf zufrieden, 81 Prozent bewerten ihn sogar als „sehr gut“ oder „hervorragend“ – ein Grund dafür, warum sie ihren favorisierten Online-Händlern loyal gegenüberstehen. So kaufen 90 Prozent der Kunden meistens auf denselben Websites ein, 18 Prozent sogar immer auf denselben Websites.

Bei den online eingekauften Warengruppen sind Mode und Textilien mit 55 Prozent weit vorn, gefolgt von Schuhen und Büchern mit je 45 Prozent. Andere Sparten wie Küchen- und Haushaltsgeräte, Kleinmöbel oder Dekoartikel, liegen derzeit zwar erst bei 25 Prozent, sollen aber im lauf des Jahres auf Schuh-Niveau steigen.

Auch Briten, Franzosen und Polen kaufen lieber national

Am häufigsten bestellen die Verbraucher aktuell noch immer über Desktop-PC oder Laptop. Auf Smartphones entfallen derzeit zwar erst 35 Prozent der Bestellungen, der Mobile Commerce ist jedoch auf dem Vormarsch: 49 Prozent der 18- bis 34-Jährigen kaufen bereits mobil ein, bei den Vielbestellern sind es 46 Prozent.

Allein in Sachen Internationalität hängen die Deutschen wie so oft ihren europäischen Nachbarn hinterher. So haben europaweit bereits 52 Prozent aller E-Shopper schon einmal in einem ausländischen Onlineshop eingekauft. Vor allem in Lettland, Portugal und der Schweiz sind ausländische Anbieter besonders beliebt. In diesen Ländern haben bereits rund 80 Prozent der Kunden bei internationalen Anbietern geshoppt.

Deutschland ist mit nur 40 Prozent dagegen europaweites Schlusslicht in Sachen Internationalität. Dies mag zum Einen daran liegen, dass die Bundesrepublik durch Unternehmen wie Zalando, Otto oder Outfittery mit einer großen Anbieterdichte ausgestattet ist, liegt aber sicherlich auch in der traditionellen Skepsis der Deutschen gegenüber Verkäufern aus dem Ausland begründet. Allerdings kaufen auch die Verbraucher in Großbritannien, Polen und Frankreich besonders häufig in inländischen Online-Shops ein.

Immerhin: 31 Prozent der E-Shopper, die noch nie im Ausland eingekauft haben, beabsichtigen wohl, dies in Zukunft noch zu tun. Die beliebtesten europäischen Online-Shops finden sich mit 33 Prozent Anteil in Großbritannien, deutsche Shops kommen mit 28 Prozent auf Platz zwei in Europa. Außerhalb Europas werden vor allem Online-Shops aus China gewählt, gefolgt von Shops aus den USA.

Foto: DPD

Karnevalskostüme – Zahlen, Trends, Nachhaltigkeit

Ab heute, mit Weiberfastnacht, wird der Karneval auf den Straßen sichtbar. Zwar beginnt die närrische Zeit bereits im November, Ende Februar kulminiert sie aber in Form kostümierter Jecken, die von Luzern bis Nordbrabant auf den Straßen feiern. Das ist auch für eine Nische des Bekleidungseinzelhandels eine lukrative Angelegenheit: Die Hersteller von Kostümen, Hüten, Masken, Schminken und sonstigen Karnevals-Accessoires haben über den Handel in der Saison 2015/16 einen Umsatz von 288,9 Millionen Euro erzielt.

Karnevalskostüme – Zahlen, Trends, Nachhaltigkeit

Karneval: Ein Wirtschaftsmotor

An aktuelle Zahlen zu Karneval zu kommen ist gar nicht so einfach. So schrieb Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, 2015 in der Zeitung Die Zeit, der Bund Deutscher Karneval habe errechnet, dass in der fünften Jahreszeit bundesweit zwei Milliarden Euro erwirtschaftet werden. 3.000 Unternehmen und mehr als 40.000 Mitarbeiter lebten laut Hüther ganzjährig vom Karneval, „etwas weniger als in der Solarbranche beschäftigt sind.“

In Deutschland bilden die Städte Köln, Mainz und Düsseldorf die Epizentren der fünften Jahreszeit. Boston Consulting berechnete 2009, dass allein der Kölner Karneval etwa auf 460 Millionen Euro Umsatz kommt. 165 Millionen Euro davon entfielen auf die Umsätze in der Gastronomie, 85 Millionen Euro gaben die Kölner für Kostüme und 75 Millionen Euro für den Transport mit Taxi, Zug, Bus, Bahn und Flugzeug aus. Weitere 30 Millionen Euro wurden laut dieser Untersuchung durch Tickets für Sitzungen umgesetzt und 6 Millionen Euro pro Session entfielen auf Orden und Schals.

Auf Düsseldorf entfallen rund 300 Millionen Euro Umsatz, berichtete die Rheinische Post in einem Beitrag von 2015. Die Industrie- und Handelskammer habe um die 100 Millionen Euro allein für die Teilnahme an Sitzungen, an Ausgaben für Kostüme, Taxifahrten und Übernachtungen ermittelt, außerdem flössen einige Millionen Euro an Steuereinnahmen zur fünften Jahreszeit zusätzlich in die Stadtkasse, heißt es in dem Artikel weiter.

Karnevalskostüme – Zahlen, Trends, Nachhaltigkeit

Kostüme: Zahlen

Auch die Fachgruppe Karneval im Deutschen Verband der Spielwarenindustrie (DVSI) veröffentlicht regelmäßig Zahlen zu Karneval, von Ihr stammt die eingangs erwähnte Zahl von 288,9 Millionen Euro aus der Saison 2015/16. Gegen­über dem Karneval 2014/15 mit 273,6 Mio. Euro bedeutet das eine Steigerung von 5,6 Prozent. Der Umsatz zu Halloween 2015 mit 28,9 Mio. Euro ist darin allerdings auch enthalten. So setzte sich der Gesamtumsatz aus dem Verkauf von 2,34 Millionen Erwachsenenkostümen, 1,9 Millionen Kinder­kostümen, einer Million Perücken, 1,95 Millionen Hüten und 6,3 Mio. Schminksets zusammen. Spannend sind auch die Umfragen von Statista.de zum Durchschnittspreis der Kostüme. Demnach planten die Jahr 2014 befragten Männer im Durchschnitt 59,03 Euro für ihr Faschings-/Karnevalskostüm auszugeben, die Frauen lagen etwas darunter bei 48,09 Euro im Durchschnitt. Am meisten waren die 30-49 Jahre alten Umfrageteilnehmer bereit auszugeben.

Karnevalskostüme – Zahlen, Trends, Nachhaltigkeit

Karnevalskostüme stationär und online

Wie profitabel das Geschäft mit dem Karneval sein kann, zeigt die in Deutschland wohl einzigartige Expansion des Familienunternehmens Deiters. 23 Stores gehören mittlerweile zum Laden-Netzwerk des Filialisten aus Frechen im Rhein-Erft-Kreis. Nahe der Zentrale wurde eine 3.000 Quadratmetergroße Lagerhalle errichtet, in der 200.000 dauerhaft vorrätige Kostüme untergebracht sind. Jährlich werden laut Auskunft des Unternehmens weitere 300.000 Kostüme angeliefert. Geschäftsführer Björn Lindert gibt Auskunft über das Geschäft: „Karnevalskostüme sind bundesweit Thema, weil viele von außerhalb in die Städte mit Karnevalsumzügen fahren. Klar liegen die klassischen Hochburgen Köln, Düsseldorf, Mainz und Frankfurt bei uns im Online-Bereich vorn. Auch aus Berlin kommen aber viele Bestellungen. Außerdem machen wir 2/3 unseres Jahresumsatzes weiterhin in der Karnevalszeit Januar und Februar.“

Ähnlich verhält sich das auch beim Online-Händler Karneval-Megastore.de. Das Unternehmen sieht die größte Herausforderung darin, den „Spagat zu meistern und dem Kunden das gewisse Etwas zu bieten. Fixkosten wollen bezahlt werden und dazu muss das Geschäft auch außerhalb von Fasching und Halloween überzeugend gestaltet werden.“ So setzen viele Kostümhändler in der Nebensaison auf Dirndl und Trachten. „Außerdem sind Fanartikel das ganze Jahr ein Thema,“ heißt es von Karneval-Megastore.de Daneben bilden hohe Retourenquoten eine Herausforderung im Online-Handel mit den Karnevalsverkleidungen: „Der Konsument, speziell in Deutschland, ist sehr geprägt von der Auswahlbestellung. Natürlich sind die hohen Retouren wirtschaftlich gesehen nicht gut. Doch wir sehen es sportlich und in erster Linie als Herausforderung, noch bessere Produkte anzubieten, noch bessere Produktbeschreibungen zu erstellen, und dem Kunden noch mehr Service zu bieten.“

Karnevalskostüme – Zahlen, Trends, Nachhaltigkeit

Die Trends 2017

Die Fachgruppe Karneval im Deutschen Verband der Spielwarenindustrie nennt die Evergreens unter den Kostümen. Dazu gehörten bis heute Indianer-, Cowboy- und Prinzessinnen-Outfits. „Gern verkleideten sich deutsche Narren auch als Polizist oder Feuerwehrmann. Immer häufiger schlüpften Karneval-Enthusiasten in die Rolle ihrer Filmhelden - und griffen nach Star-Wars-, Spiderman-, Seeräuber- und Batman-Kostümen“, heißt es in der Mitteilung des DVSI.

Zu aktuellen Trends kann Björn Lindert weitere Auskunft erteilen: „Die Donald Trump-Perücke war dieses Jahr ein Kassenschlager, der erklärt sich natürlich dadurch, dass Trump medial sehr präsent war und sicherlich auch in den Umzügen thematisiert werden wird. Pantomime war ein weiterer Trend, den wir uns nicht unbedingt erklären können. Bei den Frauen liegen Märchenfiguren vorne, darunter Meerjungfrau, Schneewittchen oder Einhorn. Die Herren gehen stark auf Steampunk-Kostüme in diesem Jahr. Ein großer Trend, für Damen wie für Herren, ist außerdem alles, was leuchtet: LED-Jacken, LED-Schuhe.“

Karnevalskostüme – Zahlen, Trends, Nachhaltigkeit

Karneval und Nachhaltigkeit, geht das?

Die Produktion von Karnevalsausrüstungen erfolgt laut DSVI nur noch zu einem kleinen Teil in Deutschland. Der Großteil kommt aus Fernost, Osteuropa und Nordafrika. Ein Kleidungsstück, dass nur wenige Tage im Jahr getragen wird und nur als „Spaßkauf“ verstanden wird, kann das wirklich nachhaltig sein? Ein Blick in die Regale zeigt: Zum großen Teil sind die Kleidungsstücke aus billigen Materialien hergestellt, die Verarbeitung lässt oft zu wünschen übrig und scheint im Vergleich zu alltäglichen Bekleidungsstücken minderwertig. Dem widerspricht Björn Lindert vehement: „Das Klischee, dass Karnevalskostüme minderwertige Ware sind, hält sich hartnäckig. Die Qualitätsansprüche seitens der Konsumenten steigen bei Karnevalskostümen ebenso wie bei anderen Textilien. Die Konsumenten sind mittlerweile bereit, auch für ein Kostüm über hundert Euro auszugeben. Unsere Kostüme fangen deshalb bei einer vernünftigen Preisrange an und sind alle waschbar. So ein Kostüm muss absolut nicht kurzlebig sein“

Karnevalskostüme – Zahlen, Trends, Nachhaltigkeit

Auch bei dem reinen Online-Händler Karneval-Megastore.de sieht man die Nachhaltigkeit als gegeben: „Karneval an sich ist eine durchaus sehr nachhaltige und integrative Veranstaltung mit Tradition und Freude für Jedermann. Produkte für Kinder oder Schminkprodukte unterliegen strengen Anforderungen, die wir sorgfältig erfüllen. Dies ist Standard und wir als seriöses Unternehmen halten uns strikt an die Vorgaben. Wir können durch die Lieferanten-Auswahl und -Gespräche ganz gut einzuschätzen, wer unter welchen Bedingungen produziert. In letzter Konsequenz ist es aber natürlich nicht möglich, alle Abläufe zu kontrollieren, ohne permanent überall vor Ort zu sein.“

Fotos: DVSI Facebookseite,

Statistiken: Statista.de und handelsdaten.de

Aldi: Textilien und Schuhe sollen nachhaltiger werden

Die Unternehmensgruppen Aldi Nord und Aldi Süd geben in ihrem gemeinsamen Detox-Fortschrittsbericht Auskunft über den aktuellen Stand ihrer Nachhaltigkeitsbemühungen im Bereich Bekleidung.

Die Aldi Detox-2020-Strategie umfasst sechs Handlungsfelder: Vom Chemikalien-, Supply-Chain- und Datenmanagement über Trainings- und Qualifizierungsmaßnahmen bis hin zu Stakeholder-Dialogen sowie Förderung des nachhaltigen Konsums. Ein zentrales Ziel ist es, bis spätestens 2020 in der Textil- und Schuhproduktion den Einsatz von elf Substanzgruppen wie zum Beispiel Chlorbenzole auszuschließen. In 2017 will das Unternehmen gänzlich auf den Einsatz von PFCs und APEOs verzichten. Laut Bericht verzichtet Aldi bereits sein Ende 2016 auf PFCs, das ist eine Gruppe von Chemiekalien, die zur wasserabweisenden Ausrüstung von Textilien verwendet werden. In dem Bereich meldet Aldi auch erste Erfolge: Im Jahr 2016 konnten 78 Prozent der zur Herstellung von Produkten für Aldi vorgesehenen Produktionsstätten nachweisen, dass keine PFCs im Abwasser oder Schlamm vorhanden waren.

Sven van den Boomen, Geschäftsführer Corporate Responsibility International bei Aldi Süd: „Unser langfristiges Ziel ist es, dass nachhaltigere Produktionsmethoden zur Selbstverständlichkeit werden. Wir arbeiten daher mit zahlreichen Lieferkettenakteuren intensiv daran, diesen Anspruch umzusetzen. Die ersten Ergebnisse unserer Arbeit haben wir nun in einem Detox-Fortschrittsbericht zusammengefasst. Für uns ist der Bericht ein weiterer erreichter Meilenstein, der zeigt, dass wir den Zielen unseres Commitments wieder ein Stück näher kommen.“

Beide Discounter sind außerdem der Business Environmental Performance Initiative (BEPI) beigetreten. Die BEPI ist eine Initiative der Foreign Trade Association (FTA), dem führenden Wirtschaftsverband des europäischen und internationalen Handels. Ziel der BEPI ist es, den Umweltschutz in Lieferketten, unter anderem bei chemieintensiven Produktionsprozessen in den Produktionsländern voranzutreiben.

Grafik: Aldi

Kurz vor dem internationalen Bekleidungsgipfel in der bangladeschischen Hauptstadt Dhaka am Samstag haben deutsche Gewerkschaften und Verbände die dortige Regierung kritisiert. In einem offenen Brief mahnten etwa der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Handelsverband Deutschland und der Gesamtverband Textil und Mode bei Premierministerin Sheikh Hasina fehlende Arbeiterrechte an. Sie warnten, dass die EU Zollpräferenzen für den zweitgrößten Textilproduzenten der Welt wieder aufheben könnte, wenn Arbeiter in ihren Rechten beschnitten würden.

Anlass sind Unruhen, Massenentlassungen und Festnahmen, die sich nach Ansicht vieler Kritiker gegen die Gewerkschaften des Landes richten. Am 12. Dezember hatten im Distrikt Ashulia Arbeiter des Textilsektors für eine Verdreifachung ihres Mindestlohns auf rund 180 Euro im Monat gestreikt. Als Reaktion wurden nach Gewerkschaftsangaben mindestens 1600 Arbeiter entlassen und mindestens 35 Aktivisten festgenommen.

Die internationale Kritik an dem noch immer andauernden Konflikt hat sich in den vergangenen Wochen weiter verstärkt. Anfang Februar erklärte das deutsche Außenministerium, man mache sich Sorgen, ob die Festgenommenen einen fairen Prozess bekämen. Auch die Gewerkschaft Verdi solidarisierte sich mit den Betroffenen. Nach Angaben der Gewerkschaft Industriall erhielt Premierministerin Hasina bis heute Post von Gewerkschaften aus mehr als 20 Ländern zu dem Thema. (DPA)

Deutsche Online-Händler rechnen auch 2017 mit zweistelligem Umsatzplus

Die deutsche E-Commerce-Branche blickt optimistisch in die Zukunft. Auch für das Jahr 2017 rechnet sie mit einem deutlichen Umsatzwachstum. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, deren Ergebnisse der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) am Dienstag vorstellte.

Für das laufende Jahr prognostizierte der Branchenverband auf der Basis der vorliegenden Zahlen den Online-Händlern ein Umsatzwachstum um elf Prozent auf rund 58,5 Milliarden Euro. Für den gesamten interaktiven Handel, der auch traditionelle Katalogversender einschließt, erwartet er eine Steigerung um acht Prozent auf etwa 61,7 Milliarden Euro. Der E-Commerce habe sich als „herausragender Wachstumstreiber gegenüber dem klassischen Versandhandel“ etabliert, erklärte der Verband.

Bevh-Präsident Gero Furchheim betonte die wachsende Bedeutung der Versandhändler in Deutschland: Sie seien inzwischen ein „unverzichtbarer und prägender Teil des Einzelhandels“, erklärte er. „Mehr als jeder achte Euro im deutschen Einzelhandel geht nicht mehr in die Ladenkasse sondern in die E-Commerce- und Versandhandelsbranche. Der E-Commerce wird damit immer mehr zum besseren Nahversorger, weil Beratung, Auswahl und Service flächendeckend angeboten werden“, erläuterte der Verbandspräsident.

2016 stieg der Bruttoumsatz der deutschen Online-Händler um 12,5 Prozent

Das vergangenen Jahr hatten die deutschen Online-Händler mit einem satten Plus abgeschlossen: Ihr Bruttoumsatz wuchs nach Angaben des Bevh gegenüber dem Vorjahr um 12,5 Prozent auf rund 52,7 Milliarden Euro. Insgesamt stiegen sie Bruttoerlöse der dem Verband angehörenden Versender um 10,8 Prozent auf 72,4 Milliarden Euro. Damit stehe der Online- und Versandhandel „inzwischen für fast 13 Prozent des gesamten Einzelhandelsvolumens“, erklärte der Verband. Die umsatzstärksten Bereiche im E-Commerce seien 2016 die Warengruppen Bekleidung (11,16 Milliarden Euro), Elektronikartikel und Telekommunikation (8,74 Milliarden Euro), Computer, Zubehör, Spiele und Software (3,68 Milliarden Euro), Schuhe (3,58 Milliarden Euro) sowie Möbel, Lampen und Dekoration (3,19 Milliarden Euro) gewesen.

Angesichts der im Herbst anstehenden Bundestagswahl sandte der Verband auch einen Apell an die Politik. „Für die weitere Entwicklung braucht unsere Branche klare Rahmenbedingungen, die rechtliche Vorgaben nachvollziehbar und eindeutig auf einem notwendigen Niveau regeln, aber nicht durch besondere Regelungskreativität hervorstechen“, erklärte Furchheim. Auch Bevh-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer mahnte zu Augenmaß bei den politischen Entscheidungen: „Überbordende Regelungsdichte oder Vorgaben, die an der Realität vorbeigehen“, könnten das Wachstumstempo der Branche bremsen, erklärte er.

Foto: Otto Group
Endgültig: Departmentstore Quartier 206 schließt die Türen

Der Online Shop ist nun dicht und auch in der Friedrichstraße 71 in Berlin werden die Türen des Departmentstores im Quartier 206 ab dem 28. Februar 2017 permanent geschlossen. Was führte dazu, dass eines der führenden Luxus-Kaufhäuser Deutschlands nun vor der Schließung steht?

Anna Maria Jagdfeld ist die Gründerin des Departmentstores und Ehefrau des Immobilienunternehmers Anno August Jagdfeld, der das „Art and Fashion House“, wie das Quartier 206 auch heißt, einst baute. Sie gab im November letzten Jahres in einer Pressemitteilung bekannt, dass Sanierungsarbeiten am Gebäude vorgenommen werden müssten, „die sich umfangreicher gestalten als zunächst angenommen und einen Weiterbetrieb des ersten Berliner (Mode-)Luxuskaufhauses verhindern.“ Damit endet nun die fast 20-jährige Geschichte des Berliner Luxus-Warenhauses.

Die Anzeichen eines bevorstehenden Endes hatten sich in den letzten Jahren gehäuft. Das Grundbuch des Quartier 206, das zum Familienvermögen der Familie Jagdfeld gehört, soll zwischenzeitlich Schulden in Höhe von 140 Millionen Euro geführt haben, schrieb der Tagesspiegel. Das Gebäude stand demnach bereits seit 2011 unter Zwangsverwaltung, auch ein Zwangsversteigerungsverfahren wurde 2012 vom Amtsgericht Mitte erwirkt. Sowohl der Tagesspiegel, als auch die Morgenpost berichteten im Zusammenhang mit Anno Jagdfelds Immobilienimperium in der Vergangenheit von „undurchsichtigen“ Geschäften.

„Es ist eine Tragödie für die deutsche Luxuskaufhaus-Landschaft“

„Es ist eine Tragödie für die deutsche Luxuskaufhaus-Landschaft“, sagt einer, der dort im Verkauf arbeitet arbeitet und nicht namentlich genannt werden will. „Der Departmentstore ist eines der wenigen echten Multibrand-Luxushäuser in Deutschland.“ Die Idee sei die eines Couture-Hauses der Zwanziger Jahre gewesen, in dem die Frauen das Shoppen zelebrieren sich zu diesem Zwecke in geräumige Umkleidekabinen zurückziehen konnten. Anna Maria Jagdfeld hatte die das Haus auszeichnenden schwarz-weißen Marmor-Bodenfliesen und die Innengestaltung des Departmentstores selbst verantwortet: „Wir haben Stil, Glanz und Internationalität nach Berlin gebracht, als die Stadt noch nicht hip und trendy war. Wir waren Vorreiter und Trendsetter der noch jungen Hauptstadt Berlin und haben die Einkaufslandschaft in Deutschland entscheidend verändert. Wir haben unseren kleinen Beitrag dazu geleistet, Berlin wieder zu einer international gefragten Metropole zu machen. Darauf können wir mit Stolz und natürlich auch Wehmut zurückblicken. Mein großer Dank gilt dabei unseren oft langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wie unseren treuen Kundinnen und Kunden. Es waren aufregende und wunderbare Jahre“, heißt es in der Pressemitteilung vom November.

Ursprünglich sollte das Quartier 206 Labels beherbergen, die es andernorts in Berlin nicht zu kaufen gab. Diese Ausrichtung ging aber wohl von Beginn an nicht richtig auf. Luxusboutiquen, die sich eingemietet hatten, wie Bottega Veneta, Gucci, Louis Vuitton, Moschino oder Yves Saint Laurent, zogen wieder aus. Nun folgt die endgültige Schließung des Departmentstores Quartier 206 - die Frage nach dem Warum ist einfach, die Antwort hingegen vielseitig und komplex.

Endgültig: Departmentstore Quartier 206 schließt die Türen

Zielgruppe

Zum einen ist da die Frage nach der Zielgruppe: „Es gab Stammkunden und Leute aus der Umgebung Berlins, aber die Laufkundschaft blieb aus, weil wir keinen richtigen Haupteingang hatten und manche Verkäufer eine gewisse Arroganz gegenüber dieser Art von Kunden an den Tag legten“, so der Verkaufsangestellte. So wurde die Chance verpasst, neue Kunden zu gewinnen, während Stammkundinnen altersbedingt - oder weil sie online oder auf den immer leichter erreichbaren Luxusmeilen der Welt shoppten - immer seltener kamen. Shopping-Touristen hingegen gab es kaum: „Berlin als Shopping-Destination für Luxusmode, zum Beispiel für Kunden aus dem arabischen Raum, hat sich leider nie richtig durchgesetzt. Paris, London, Mailand – selbst München haben einfach eine bessere Auswahl,“ resümiert er.

Entwicklungschancen verpasst

Auch habe soll es verpasste Chancen gegeben haben, was die Weiterentwicklung auf dem Gebiet der Digitalisierung und den generellen Willen zu Innovationen betraf. „Ob es nun das E-Commerce ist, das nie richtig gut lief, Personalschulungen, die ausblieben, oder ein veraltetes Kassensystem – es wurden viele Chancen verpasst, etwas zum Besseren ändern“, so der Verkaufsangestellte weiter.

Multi vs. Mono

Das Sterben der hochwertigen Multibrandstores ist natürlich keine neue Entwicklung. Ähnliche Gründe, wie jene, die zur Schließung von Eickhoff auf der Königsallee in Düsseldorf geführt haben, dürften auch auf den Departmentstore 206 zutreffen: Die einstigen Lieferanten, die Luxusmarken, stellten immer anspruchsvollere Forderungen an Einkäufer in Sachen Abnahmemengen. Sie eröffneten zunehmend eigene Monobrandstores und wurden so selbst zu den größten Konkurrenten der Multibrandstores. An der Stelle des einstigen Düsseldorfer Platzhirschs findet sich heute eine große Dior-Boutique. Dior hatte mehrere Millionen in den Umbau investiert, eine Summe, die ein ‚kleiner’ Unternehmer nicht so einfach stemmen kann, ein Luxuskonglomerat wie LVMH oder Kering jedoch schon. Die Luxuslabels gewinnen so die Hoheit über ihre Brand zurück, bestimmen Gestaltung des Ladens, Preis- und Rabattgestaltung selber. Für die Konsumenten ist diese Entwicklung schade, da sie dadurch nicht nur überall dasselbe, sondern auch noch zum selben Preis angeboten bekommen.

Wie geht es jetzt weiter?

Das Quartier 206 mit seinen Mietern, darunter international renommierte Marken wie Etro, Bally und Stores wie Gant, Brille 54, das Kaffee Einstein und die Galerie Mensing, besteht ohne den Departmentstore weiter: „Es erfolgten in den letzten zwei Jahren Neuvermietungen unter anderem an Paul Davis und Los Angeles Cold Press. Bei der Neuvermietung von vakanten Flächen konzentrieren wir uns auf Konzepte, die sich sowohl harmonisch in die vorhandene Mieterstruktur einfügen, als auch neue Impulse setzen“, heißt es dazu auf Anfrage von Seiten der PR-Agentur des Quartier 206. Die durch die Schließung des Departmentstore im Quartier 206 frei werdenden 2500 Quadratmeter auf drei Etagen sollen bald von einem anderen „Anbieter aus dem Top-Segment“ übernommen werden, der die „Attraktivität des Quartiers 206 noch weiter steigern“ soll, hieß in der Mitteilung des Center-Managements im November. Auf erneute Anfrage erhielt FashionUnited die Aussage, man befinde sich „ derzeit – im Rahmen des Neuvermietungsprozesses der Flächen des Departmentstores – in Gesprächen mit verschiedenen Interessenten aus dem Top-Segment.“ Einen Nachmieter konnte die PR-Agentur des Quartier 206 im Februar 2017 „vor Vertragsabschluss“ aber noch nicht benennen.

Bild1: Website des Departmentstore Quartier 206

Bild2: Quartier 206