Flaute im Modehandel: Textilverband warnt vor Panik

Das Jahr 2016 verlief für den deutschen Modehandel bislang wenig zufriedenstellend. Wetterkapriolen, Kaufzurückhaltung und eine geradezu willkürlich erscheinende Entwicklung der Weltwirtschaft machen den Modeunternehmen sehr zu schaffen. Gerade stationäre Modehändler, die neben den oben genannten Faktoren auch noch mit steigenden Gewerbemieten bei gleichzeitig nachlassender Kundenfrequenz zu kämpfen haben, machen sich derzeit große Sorgen um ihre wirtschaftliche Existenz.

In den Lagern der Händler stapelt sich aktuell noch immer die Sommerware, und angesichts der aktuellen Wetterkapriolen ist nicht davon auszugehen, dass sich die Kaufbereitschaft der Verbraucher in den kommenden Tagen signifikant steigern wird. Kein Wunder also, dass in manchem Boutiquen-Betreiber langsam Panik aufsteigt. Die Angst vor einem völlig desaströsen Sommergeschäft macht derzeit die Runde im deutschen Modehandel, denn es geht bei vielen schon längst nicht mehr um Gewinne – es geht darum, die Verluste so gering zu halten, dass die eigene Existenz nicht gefährdet ist.

Trotzdem warnt der Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels (BTE) vor Überreaktionen. Es sei falsch, für den breiten Markt bereits jetzt echte Sommermode in größerem Maße zu reduzieren. Denn obwohl es schon einige heiße Tage gegeben habe, stünden die wärmsten Wochen erst noch bevor. Vor allem viele Bedarfskäufer suchten erfahrungsgemäß noch im Juli und teilweise sogar im August nach Sommerware – würden dann aber allzu häufig nicht mehr fündig. Zudem zeige die Erfahrung gut geführter Unternehmen, dass allzu frühe Reduzierungen nur wertvolle Roherstragspunkte kosteten und in ihrer Wirkung auf den Saisonabverkauf meist verpufften.

Sommerschlussverkauf startet am 25. Juli

Allzu zeitige, plakative und „Wetter-unabhängige“ Reduzierungen seien derzeit nicht sinnvoll, so der BTE. Die Preise sollten stattdessen mit Augenmaß angepasst werden. Im Sinne einer zielführenden Reduzierungs-Dramaturgie empfiehlt der BTE daher ein schrittweises Vorgehen, das bei schlecht laufenden Artikeln und älteren Programmen bzw. bei Rabatten von zehn bis höchstens 30 Prozent beginnt. Erst zum Ende der Reduzierungsphase machten dann höhere Preisabschläge Sinn.

Eine Strategie, die sich auch in den Werbemaßnahmen widerspiegeln soll. „Es ist sicherlich wenig hilfreich, von Anfang Juni bis Mitte August dasselbe Sale-Plakat ins Schaufenster zu hängen. Die einzelnen Reduzierungsphasen sollten stattdessen bereits in der Außendarstellung unterscheidbar sein und einem Spannungsbogen folgen, um die Kunden immer wieder neu anzulocken“, so der BTE in einer Empfehlung an seine Mitglieder. Einige Modehäuser würden gegen Saisonende deshalb im Schaufenster mit Zusatzhinweisen wie „2. Reduzierung“ oder „letzte Reduzierung“ werben.

Das Ende der Reduzierungsphase sollte dann der Schlussverkauf – oder „Final Sale“ – bilden, für dessen Start der BTE den 25. Juli 2016 empfiehlt. Erfahrungsgemäß werde dieser Termin auch von den Medien durch entsprechende Berichte begleitet und beschere der Branche so kostenlose PR und zusätzliche Frequenz.

Foto: Günter Havlena / pixelio.de

 

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