Handel und Politik starten Bündnis für lebenswerte Innenstädte

Der stationäre Handel hat es immer schwerer, sich gegen die wachsende Online-Konkurrent zu behaupten. Die Folge: Das Gesicht der Innenstädte ändert sich derzeit grundlegend. Während der klassische Modehandel langsam verschwindet, erleben gastronomische Konzepte, Discounter und Wettbuden einen enormen Aufschwung. Aber auch der Leerstand bei Einzelhandelsimmobilien nimmt in deutschen Innenstädten zu.

Der Deutsche Städtetag (DST), der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB), der Handelsverband Deutschland (HDE) und der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) starten daher nun eine Initiative für lebenswerte Innenstädte. Ziel sei es, lebenswerte Städte und Gemeinden zu erhalten, in denen eine gute Versorgung der Bevölkerung gesichert werde, so die Initiatoren.

Vor allem der exorbitant zunehmende Lieferverkehr soll daher künftig besser organisiert und gesteuert werden. Kurier-, Express- und Paket-Verkehre (KEP) sollten stadtverträglich und so effizient wie möglich abgewickelt werden, heißt es. Deshalb habe man nun eine gemeinsame Absichtserklärung mit konkreten Zielen und Maßnahmen unterzeichnet, lassen die Verbände wissen. „Die Menschen in den Städten wollen nicht noch stärker mit Lärm und Abgasen belastet werden. Gleichzeitig sind Paketzustellungen für das Wirtschaftstreiben in den Städten nötig, denn davon profitieren die Menschen wie auch der Handel. Der Paketverkehr muss möglichst leise und umweltverträglich sein und alle unnötigen Wege vermeiden. Es gilt also, unterschiedliche Interessen und Ansprüche auszugleichen. Deshalb ist es gut, dass Paketlogistik, Handel und Kommunen sich austauschen und gemeinsam verträgliche Lösungen suchen und ausprobieren wollen“, so Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages.

Dafür sollen alle Lieferfahrzeuge nach und nach auf alternative Antriebstechnologien umgerüstet werden. Auch die Einrichtung sogenannte Mikro-Depots oder das Erproben leiser Nachtlieferungen durch speziell dafür umgebaute Fahrzeuge seien geplant, heißt es. Dazu sollen weitere Ladezonen geschaffen werden, um das Parken in zweiter Reihe zu reduzieren.

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