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Luxusmode bleibt auch bei Millennials ein Offline-Geschäft

Die Umsatzentwicklung der Luxusgüterindustrie wird in Zukunft maßgeblich von der Generation Y, den sogenannten Millennials, bestimmt. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Bain & Company werden 40 Prozent aller Käufe von Luxusartikeln im Bereich Kleidung, Schmuck, Schuhe und Accessoires von den heute 16- bis 35-Jährigen getätigt. 2016 waren es noch 27 Prozent.

Entsprechend muss sich die Branche auf die neuen Zielgruppen einstellen, die ganz selbstverständlich mit Internet, Smartphone und Social Media aufgewachsen sind, sich aber trotzdem für „Offline-Momente“ begeistern können. Gerade im Luxussegment sind die Ansprüche der Kunden traditionell besonders hoch, auch bei den zukünftigen. Hohe Ansprüche und die schnelle, anonyme Welt des Onlinehandels werden daher wohl auch in den kommenden Jahren noch nicht so recht zusammenpassen. „Wir gehen davon aus, dass auch in Zukunft der meiste Umsatz mit Luxusartikeln im stationären Einzelhandel gemacht wird", so Serge Hoffmann, Partner bei Bain & Company sowie Experte für den Handel und die Luxusgüterbranche. Er prognostiziert, dass auch im Jahr 2025 rund 75 Prozent aller Käufe von Luxusartikeln im Bereich Kleidung, Schmuck, Schuhe und Accessoires in Flagship-Stores, Boutiquen und Outlet-Centern erfolgen.

Online schauen, offline kaufen

Trotzdem spielt der E-Commerce auch im Luxussegment eine zunehmend tragende Rolle: „Der Weg zur Kaufentscheidung führt künftig deutlich häufiger über das Internet", ist sich Hoffmann sicher. Derzeit finden 70 Prozent aller Käufe weltweit in Interaktion mit dem Internet statt. Das heißt, die Luxuskunden haben vor ihrer Kaufentscheidung mindestens die Webseite der Marke besucht. Darüber hinaus kaufen die Jüngeren auch mehr im Internet. Von den Konsumenten zwischen 18 und 24 Jahren haben 14 Prozent ihren ersten Luxusartikel online erworben.

Dabei ist beim Nutzungsverhalten der luxusorientierten Internet-User eine diametral entgegengesetzte Entwicklung zum Verhalten der Kunden vertikaler Anbieter erkennbar: Während sich der an mittelpreisiger Mode interessierte Kunde im Fachgeschäft meist nur informiert, um dann anschließend günstig im Internet zu bestellen, geht der Luxuskunde umgekehrt vor: Er informiert sich online über Marken und Artikel, tauscht sich über soziale Netzwerke mit seinen Freunden aus, um dann in der Boutique vor Ort zuzuschlagen.

Von vielen Experten wird der Luxusmarkt daher bereits als Retter des stationären Modehandels gefeiert. Und auch Bain rechnet damit, dass im Jahr 2025 Onlineshops und Flagship-Stores die beiden wichtigsten Verkaufskanäle für Luxusartikel im Bereich Kleidung, Schmuck, Schuhe und Accessoires sein werden. Bain-Partner Hoffmann sagt für den klassischen Modehandel jedoch trotzdem eine eher negative Entwicklung voraus: „Heute macht E-Commerce im Luxussegment acht Prozent aus. Das wird sich bis 2025 deutlich ändern. Dann werden es rund 25 Prozent sein."

Foto: Unbekannt / pixelio.de