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Modehäuser gehen in den Lockdown: So packen diese Händler es an

Von Caitlyn Terra

16. Dez. 2020

Einzelhandel

Es ist offiziell: Deutschland ist wieder im harten Lockdown. Auch im Nachbarland Niederlande gab die Regierung am Sonntag bekannt, dass nicht-essentielle Läden wie Mode bis in den Januar hinein schließen müssen. Drei Händler versuchen doch noch ihr Weihnachtsgeschäft zu retten.

De Rode Winkel: „Was können wir tun und was dürfen wir tun?"

„Am Sonntag haben wir schon gehört, dass die Läden vielleicht geschlossen werden, dann hat man das schon im Hinterkopf", sagt Daan Broekman, der in sechster Generation die Läden De Rode Winkel und Thom Broekman im niederländischen Utrecht führt. „Als es während der Pressekonferenz verkündet wurde, hatten wir es schon akzeptiert." Das Unternehmen setzte sich sofort zusammen, um die Möglichkeiten zu besprechen. "Was können wir tun und vor allem, was dürfen wir tun?" De Rode Winkel hat einen Webshop, aber es ist noch nicht alles darauf zu finden, sagt Broekman. Während des Lockdowns werden dafür extra Inhalte und Fotos erstellt. Kunden, die die Produkte außerhalb des Webshops sehen möchten, können einen Videotermin mit De Rode Winkel vereinbaren. Der Einzelhändler beginnt auch mit der der Zustellung an die Haustür.

„Normalerweise bin ich zwei Wochen vor Weihnachten jeden Tag in der Woche unterwegs. Dann machen Sie in zwei Wochen einen Monatsumsatz." Broekman weist darauf hin, dass viele Geschäfte bereits mit den üblichen Rabattaktionen begonnen haben und dass auch er die gewohnte Rabattstrategie beibehält. „Wir werden nichts Verrücktes machen, auch weil ich mir keine Sorgen um meine Liquidität mache." Broekman weist darauf hin, dass der Lagerbestand im Moment schon sehr hoch ist und dass die neuen Lieferungen, die kommen werden, das Lager extrem voll machen werden. „Es ist eine Schande, wir haben bald mehr als ein halbes Jahr Vorrat im Laden."

Trotz allem sieht Broekman die Situation weiterhin positiv. De Rode Winkel nimmt sich zum Beispiel die Zeit, aus gesammelten Hosen die Second-Hand-Kollektion zusammenzustellen, die der Händler schon seit einiger Zeit aufbauen wollte.

Tenue de Nîmes: „Wir wollen vor allem für ein Lächeln sorgen, denn das ist im Moment Mangelware"

Auch Menno van Meurs vom Amsterdamer Laden Tenue de Nîmes, einer bekannten Adresse für Denim, sah die Schließung der Läden bereits kommen. „Niemand wartet darauf, aber wir haben schon gespürt, dass es über unseren Köpfen hängt. Als Niederländer verstehe ich, dass bestimmte Knöpfe jetzt von der Regierung betätigt werden müssen". Van Meurs gibt an, dass die Atmosphäre bei Tenue de Nîmes hervorragend ist und die Mitarbeiter kämpferisch sind.

„Es ist jetzt ein Vorteil, dass wir uns bereits im März für eine vorübergehende Schließung entschieden haben, weil es zu diesem Zeitpunkt so wenig Informationen über den Virus gab und wir die Sicherheit der Kunden und unserer Mitarbeiter nicht garantieren konnten". Bereits im März wurde das Geschäftsmodell von Tenue de Nîmes geändert. Das Unternehmen will vor allem die Ladenfunktion zum Kunden nach Hause bringen. „Wir liefern die Bestellung mit extra Größen nach Hause, man kann sie anprobieren und die falsche Größe einfach zurückgeben. Oder der Zusteller holt es bei einer anderen Runde ab."

Van Meurs merkt vor allem, dass das Engagement mit der Community hinter Tenue de Nîmes zugenommen hat. „Ich bin ungeheuer dankbar, dass ich diese Arbeit machen darf. Deshalb möchte ich die Liebe zu dem, was wir tun, auf allen Ebenen ausstrahlen". In der Region Amsterdam wird der Weihnachtsmann die Bestellung im Dezember an die Tür liefern. „Wir sorgen wie gewohnt dafür, dass die Handschuhe für den Schwiegervater und der Schal für die Schwiegermutter rechtzeitig ankommen. Wir legen auch noch eine leckere Dose Erbsensuppe dazu. Wir wollen den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern, denn das ist im Moment ein knappes Gut."

Reinhard Frans: „Pauschalangebote, Wochenspecial, kostenlose Retouren und Weihnachtsgarantie"

Auch für den Schuhhändler Reinhard Frans kamen die verschärften Maßnahmen nicht aus heiterem Himmel, aber man habe gehofft, dass es nicht zu einem harten Lockdown kommen würde, sagt Filialleiter Ruben Vitters von der Schuhkette. Besonders zufrieden ist das Unternehmen nun mit dem Webshop, der vor eineinhalb Jahren eröffnet wurde. In der kommenden Zeit geht es also darum, die Aufmerksamkeit auf den Webshop zu lenken und den Online-Einkauf so attraktiv wie möglich zu gestalten.

Kunden können sich telefonisch über die Passform ihrer Schuhe beraten lassen und die Retourenquote bleibt dank dieses Services sehr niedrig. Um den Übergang vom physischen Einkauf zum Online-Shopping so einfach wie möglich zu machen, hat Reinhard Frans verschiedene Initiativen im Sinn. Rücksendungen sind kostenlos, Pauschalangebote werden angeboten und man denkt über Wochenspecials machen. Für Kunden in den Niederlanden gibt es außerdem eine Weihnachtsgarantie, die sicherstellt, dass sie ihre Bestellung noch vor den Feiertagen erhalten.

Außerdem vergisst Reinhard Frans den stationären Laden nicht, erzählt uns Vitters am Telefon. „Sie gehen immer noch spazieren und in vielen Innenstädten haben die Unternehmer alles getan, um es gemütlich zu machen. Denken Sie zum Beispiel an Weihnachtsbäume, Dekorationen und Lichterketten. „Die Leute, die spazieren gehen, kommen immer noch am Geschäft vorbei und deshalb muss das Schaufenster immer noch attraktiv sein. Heutzutage ist es einfach möglich, die Schuhe, die man im Schaufenster sieht, direkt online auf dem Handy zu bestellen, während man noch vor ihnen steht".

Welche Geschichten sind für Sie während des Lockdowns relevant? Haben Sie Fragen oder Wünsche? Melden Sie sich unter tip@fashionunited.com.

Dieser übersetzte und editierte Beitrag wurde vorher auf FashionUnited.nl veröffentlicht.

Bild: Unsplash

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