Steigende Kaufkraft 2015: Hoffnung für den Modehandel?

Nach einer zumindest gefühlten Phase des Abschwungs und Monaten der Verunsicherung können die deutschen Verbraucher nun wieder zuversichtlicher in die Zukunft blicken. Pünktlich zum Jahreswechsel attestieren die Institute 2015 durchaus Erfolgspotential, warnen zugleich jedoch vor zu hohen Erwartungen. Dies lässt sich auch auf den deutschen Modehandel übertragen, der im abgelaufenen Jahr nicht gerade durch besonders hohe Wachstumsraten glänzen konnte.

Das kommende Jahr dürfte jedoch wieder ein wenig erfolgreicher werden, vor allem auch aufgrund einer vorausgesagten Verbesserung des Konsumklimas und einem Anstieg der Reallöhne. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erwartet einen Anstieg der Kaufkraft, und sagt voraus, dass die Deutschen im Jahr 2015 durchschnittlich nominal 572 Euro mehr für Konsum, Miete oder andere Lebenshaltungskosten als im Vorjahr zur Verfügung haben. Das entspricht einem Plus von rund 2,74 Prozent gegenüber 2014. Angesichts einer von Eurostat prognostizierten Inflationsrate von 1,4 Prozent und stabiler Lohnentwicklung sollen sich die Bundesbürger nicht nur über den nominalen, sondern auch über einen leichten realen Kaufkraftzuwachs pro Kopf von rund 1,3 Prozent freuen können, so die GfK.

Bayern belegt weiterhin Pole-Position

Allerdings sollen auch 2015 nicht alle Regionen Deutschlands gleichermaßen von der positiven Gesamtentwicklung profitieren können. So weisen sechs der 16 Bundesländer eine überdurchschnittliche Kaufkraft pro Kopf auf. Dazu zählen Hamburg an der Spitze, gefolgt von Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Die traditionell schwächeren ostdeutschen Bundesländer sollen im kommenden Jahr zwar aufholen, dabei aber noch immer unter dem gesamtdeutschen Pro-Kopf-Durchschnitt liegen. So belegt Mecklenburg-Vorpommern bei der Kaufkraft weiterhin den letzten Platz hinter den anderen Ost-Bundesländern. Regionalgewinner ist hier Brandenburg, das hinter Berlin auf Platz zwölf des Rankings liegt.

Ob die steigende Kaufkraft jedoch tatsächlich auch einen Aufschwung für den Modehandel bedeutet, bleibt abzuwarten. Selbst wenn sich positive Effekte ableiten lassen, werden sich diese wohl vor allem in der Online-Wirtschaft bemerkbar machen. Der niedergelassene Modeeinzelhandel wird es weiterhin schwer haben, vor allem in den ostdeutschen Regionen. Dabei könnte sich die Lage der Modeläden in Zukunft weiter verschlechtern, wenn sich die deutschen Verbraucher beim Modekauf internationaler orientieren. Aktuell kauft nur ein Bruchteil von ihnen in internationalen Online-Shops ein, was sich bereits 2015 durch neue technische und wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen signifikant ändern könnte. Dem niedergelassenen Einzelhändler hilft da nur, durch Service, Qualität und Sortimentsauswahl zu überzeugen.

Foto: Galeria Kaufhof

 

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