US-Studie zeigt wie Online- und stationärer Handel verschmelzen

Das Konzept des Omnichannel-Einzelhandels wird immer präsenter. Mit den Kunden, die zunehmends nahtlos über verschiedene Kanäle einkaufen, verschmelzen traditionelle stationäre Läden und Online-Stores weiter, wie jüngst eine Studie aus den Vereinigten Staaten zeigt.

Eine jährliche Studie der amerikanischen National Retail Federation und des Marktforschungsunternehmens Forrester mit dem Titel ‚The State of Retailing Online‘ fand heraus, dass 32 Prozent der Unternehmen reine Online-Händler und 57 Prozent Multichannel-Händler sind, einschließlich der traditionellen stationären Händler, die auch online verkaufen.

„Dieser Bericht zeigt mehr denn je, dass der Einzelhandel Einzelhandel bleibt, egal, wo ein Umsatz erzielt wird, oder wie das Produkt geliefert wird“, so Mark Mathews, NRF Vizepräsident für Forschung und Entwicklung. „Produkte, die online bestellt werden, werden zunehmend im Geschäft abgeholt oder von einem nahe gelegenen Geschäft versandt, und digitale Technologie wird in stationären Filialen eingesetzt. Einzelhändler helfen ihren Kunden bei der Suche nach dem gewünschten Produkt und ermöglichen so dem Kunden, das Produkt zu kaufen, selbst wenn das Produkt im Store nicht auf Lager ist. Traditionelle Einzelhändler haben seit Jahren die Möglichkeiten des Online-Handels erkannt, und diejenigen, die bisher nur online verkaufen, erkennen zunehmend, dass stationäre Geschäfte Teil des Erfolgsrezeptes sind.“

Die in diesem Jahr erhobenen Daten zeigen, dass 43 Prozent der stationären Einzelhändler einen Zuwachs der Anzahl der stationären Geschäfte bis Ende 2018 gegenüber 2017 prognostizieren und nur 16 Prozent einen Rückgang dieser Zahl erwarten. Darüber hinaus arbeiten Einzelhändler proaktiv an ihren Immobilienbeständen, ob sie nun neue Filialformate wie die Eröffnung eines Pop-up-Stores (24 Prozent) oder die Eröffnung neuer Distributionszentren für Lagerhäuser (12 Prozent) testen.

Neue stationäre Standorte sind wichtig, weil 42 Prozent der befragten Einzelhändler sagen, dass die schnellere Lieferung von Online-Bestellungen ihre oberste Priorität für den Kunden hat. Viele planen daher, ihre Läden zu nutzen, um dieses Ziel zu erreichen. Omnichannel-Dienste wie Online-Kauf mit Abholung im Ladengeschäft sind für 21 Prozent eine Priorität, während 15 Prozent die Lieferung vom Laden als wichtig erachten.

„Mehr Marken planen, in diesem Jahr Läden zu öffnen, als sie zu schließen, was beweist, dass das stationäre Einzelhandelsgeschäft nicht zum Scheitern verurteilt ist, wie viele glauben“, sagte der Vice President und Principal Analyst von Forrester, Sucharita Kodali: „Kluge Einzelhändler verstehen, dass diese beiden Konzepte Hand in Hand gehen. Kundenorientierte Einzelhändler werden weiterhin in Bereiche wie Internet-Architektur investieren, um den Kunden eine nahtlose On- und Offline-Experience zu bieten, die sie heute erwarten und benötigen. Die diesjährige Umfrage hat bewiesen, dass die Einzelhändler sich 2018 in die richtige Richtung bewegen. "

US-Studie zeigt wie Online- und stationärer Handel verschmelzen

Kunden wollen personalisierte Erlebnisse

Die Personalisierung des Einkaufserlebnisses war eine weitere Priorität, die von 15 Prozent der Filialisten genannt wurde. Die befragten Einzelhändler konzentrieren sich außerdem darauf Technologien einzusetzen, um Geschäftskunden die Zusammenarbeit mit ihren Kunden zu erleichtern (12 Prozent) und die Filialerfahrung zu verbessern (ebenfalls 12 Prozent). Um ihre Verkäufer bei der Betreuung ihrer Kunden zu unterstützen, planen 61 Prozent der befragten Händler, mehr für Mitarbeiterschulungen auszugeben.

Der digitale Bereich leistet weiterhin einen wesentlichen Beitrag zum Einzelhandel insgesamt, sowohl direkt als auch durch den Verkauf in den Geschäften. Siebzig Prozent der befragten Einzelhändler gaben an, dass die Online-Conversion-Rate - die Anzahl der Nutzer, die online einen Artikel entdecken und diesen auch online kaufen - im vergangenen Jahr gestiegen ist.

Mobile-Commerce wächst exponentiell

Während Online-Umsätze, die von Desktop-Computern aus generiert werden derzeit noch die Anzahl der mobilen Einkäufe um das Doppelte übersteigt, wachsen die mobilen Verkäufe um 36 Prozent pro Jahr - im Vergleich zu 8 Prozent Wachstum bei den Einkäufe am Desktop. Der Umsatz mit mobilen Apps wächst jährlich um 16 Prozent und dementsprechend planen 89 Prozent der Einzelhändler, ihre Investitionen in mobile Initiativen zu erhöhen.

Hinter der Recherche

Der US-Einzelhandelsverband ‚National Retail Federations‘ ist nach eigenen Angaben der größte seiner Art und in mehr als 45 Ländern vertreten. In den USA ist der Handel der größte privatwirtschaftliche Arbeitgeber. Jeder vierte Job hängt von ihm ab, das sind 42 Millionen Amerikaner. Die hier zitierte Studie wurde mit Forrester, einem weltweit führenden Forschungs- und Beratungsunternehmen, erstellt. Die Erkenntnisse des Unternehmens basieren auf jährlichen Umfragen von mehr als 675.000 Verbrauchern und Businessleaders weltweit.

Foto: Matchesfashion website and store; article source: NRF press release NRF Forrester Survey Shows Merging of Physical and Digital Retail

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ

 

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