Zum Jahreswechsel: Konsumklima im Aufwind, Modehandel in der Flaute

Das Jahresende stimmt die Deutschen versöhnlich. Bei den meisten setzt sich mittlerweile wieder der Optimismus durch, der die Verbraucherstimmung im ersten Halbjahr 2015 bestimmt hatte. Zumindest scheinen die Terroranschläge in Paris Mitte November und die damit auch in Deutschland gestiegene Terrorgefahr bei den deutschen Verbrauchern keinen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Die Folge: Nach vier Rückgängen in Folge steigt das Konsumklima in der Bundesrepublik wieder leicht an.

Nach sechs Rückgängen in Folge beendet auch die Konjunkturerwartung im Dezember ihre Talfahrt. Mit einem Plus von 8,2 Punkten fällt der Anstieg hier sogar sehr deutlich aus. Damit scheinen wieder die guten Rahmenbedingungen im Inland an Gewicht zu gewinnen. Das Bruttoinlandsprodukt wird nach Ansicht des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Jahr 2016 mit 1,6 Prozent etwa genauso stark steigen wie in diesem Jahr. Folglich wird auch die Beschäftigung weiter zulegen. Damit dürfte die Sorge der Verbraucher, ihren Job zu verlieren, weiterhin niedrig bleiben. Dies wiederum wird den Konjunkturoptimismus stützen.

Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) legt auch die Einkommenserwartung zu. Auch bei diesem Indikator fällt das Plus mit 6,4 Punkten auf 50,8 Zähler deutlich aus. Dies hat zur Folge, dass die Anschaffungsneigung im Dezember ihr sehr hohes Niveau aus dem Vorjahr behaupten kann.

Saisonverlauf nicht mehr aktuell

Die deutschen Konsumenten lassen sich ihre Konsumlaune offenbar nicht durch Flüchtlingskrise und Terrorgefahr trüben. Ein stabiler Arbeitsmarkt sowie die Aussicht auf weiter steigende Einkommen in den kommenden Monaten sorgen für Planungssicherheit. Diese ist vor allem für größere Anschaffungen wichtig, insbesondere dann, wenn die Ausgabe über einen Kredit finanziert werden soll. Darüber hinaus sorgt die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrer expansiven Geldpolitik derzeit dafür, dass das Zinsniveau weiterhin extrem niedrig bleibt. Dies lässt die Sparneigung im Keller verharren. Das Geld auf die hohe Kante zu legen, wird nicht als attraktive Alternative zum Konsum gesehen und entsprechend tendieren die Verbraucher eher zum Geldausgeben.

Ob davon jedoch auch der Modehandel profitieren kann, ist derzeit mehr als fraglich. Da die neue, deutsche Lust am Geldausgeben vor allem darauf beruht, dass sich Sparen nicht mehr lohnt, setzen die Verbraucher bei ihren Investitionen meist auf Produkte, die einen bleibenden Wert darstellen. Der Mode, selbst aus dem Luxusbereich, trauen die Deutschen diese Eigenschaft jedoch nicht zu. Hier wird wohl weiterhin stark auf Schnäppchen und reduzierte Saisonware gesetzt. Die Tatsache, dass sich der Modehandel noch immer nicht an die veränderten Saisonbedingungen eingestellt und die Verkaufsstarts der jeweiligen Sommer- und Winterkollektionen nicht nach hinten verschieben will, werden die Gewinnmargen des Textilhandels wohl weiter schrumpfen.

Foto: Paul-Georg Meister / pixelio.de

 

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