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Opulenz bis ins Detail: Gianni Versace Retrospektive in Bildern

INTERAKTIV Satte Farben verschnörkeln sich zu einem Mustermeer in der Gianni Versace-Ausstellung in Berlin. Gewagt und gelungen reihen sich Abendkleider und Kostüme des 1997 ermordeten italienischen Modedesigners im Kronprinzenpalais. Seide und Leder, Antike und Pop-Art, Vergangenheit und Gegenwart prallen bis ins kleinste Detail aufeinander.

"Ich spiele mit meiner Arbeit. Das, wofür ich in Erinnerung bleiben möchte, ist das, was ich morgen tun werde. Was ich bereits getan habe, ist langweilig", sagte Gianni Versace 1994 in einem Interview mit dem Fernsehmoderator Charlie Rose auf dem amerikanischen PBS-Kanal. "Du musst jeden Tag eine Barriere durchbrechen. Mode stirbt für mich jeden Tag und wird wieder geboren."

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Fotos: Gianni Versace Retrospektive ©Marko Berkholz

Aus schwarzem Leder schneiderte Versace wie aus Stoff Jacken und Kleider, besetzte sie mit ausladenden Mustern aus goldenen Nieten und Medusenkopf-Emblemen. Die Stücke aus der kontroversen Kollektion von 1992 zeigen, wie Versace Glanz und Erotik von Rock und Barock in seinen Kleidern vereinigen konnte. Die schwarzen Gürtel, Lederriemen sowie goldenen Schnallen muten gegenwärtig recht harmlos an, spalteten aber bei ihrer ersten Präsentation wegen der Anspielungen auf Bondage-Praktiken die Geister.

Die Üppigkeit im Detail

Versace legte großen Wert auf die Bearbeitung seiner Materialien. Er kombinierte und bearbeitete nicht nur Pelz, Leder, Seide in extravaganter Weise, sondern schuf auch eigene Stoffe. Das Metallgewebe Oroton entwickelte er 1982 zusammen mit einem deutschen Textilhersteller und seitdem tauchte es bis zu seinem Tod in jeder seiner Kollektionen auf. Das Gewebe aus winzigen miteinander verketteten Metallscheiben umfließt die Silhouette wie der Stoff einer klassischen Statue, während die glänzende Textur dem Material gleichzeitig etwas äußerst Kontemporäres verleiht.

Immer wieder nannte Gianni Versace das Heranwachsen in Kalabrien als Quelle seiner Kreativität. So sollen die antiken Ruinen, in denen er als Kind spielte, ihn zum Medusenhaupt als Insignie seines Hauses inspiriert haben. Eine prägende Rolle spielte auch das Schneideratelier seiner Mutter. In seinem Buch "Signatures" erzählt Versace von seinen Einkäufen in Messina für die Näherin seiner Mutter: "Ich nahm die Fähre und jedes Mal versuchte ich schönere und außergewöhnlichere Materialien auszuwählen." Die Näherin Maria hatte etwas "magisches an ihren Händen. Reliefs, Lochmuster, Arabesken wurden zwischen ihren Fingern lebendig und wuchsen, während sich Perlen, Gagat, Tropfen und Kristalle zu Wellen, Wasserfällen, Blumen, Blättern [...] verwandelten."

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Fotos: Gianni Versace Retrospektive © Marko Berkholz

"Stell dir eine Welt ohne seine Risikobereitschaft, sein unbenennbares Genie und, vor allem, seine Verbundenheit gegenüber Frauen vor", sagte Gianni Versaces Schwester Donatella bei der Modenschau zur Frühjahrskollektion 2018 im vergangenen Sommer, bei der sie zum Gedenken an ihren Bruder, alle seine damaligen Supermodels wieder auf den gleichen Laufsteg brachte. Ja, was wäre "eine Welt ohne seine augenzwinkernden und provokativen Kreationen, die einem die Sprache verschlagen?"

Noch bis zum 13. April ist die Retrospektive des Modeschöpfers in der deutschen Hauptstadt zu sehen.

Fotos: Gianni Versace Retrospektive ©Marko Berkholz

Li Edelkoort über die Eröffnung ihrer Kunstgalerie in ParisINTERVIEW

Die als Trendforscherin bekannte Branchenkoryphäe Lidewij Edelkoort eröffnete am 18. Januar in Paris am Boulevard de Saint Jacques ihre neue Kunstgalerie. Die Eröffnungsausstellung in der neuen Galerie trägt den Titel "The Gift to Be Simple“ und hob fünf junge Designer hervor, die zwischen Vintage und Modern anzusiedeln sind. Obwohl das Konzept neu ist, ist die Adresse selbst seit Jahren nicht mehr wegzudenken - es handelt sich um die Lokalität der Modeagentur, die Lidewij Edelkoort 1975 gegründet hat.

Im Laufe der Jahre hat sich Edelkoort als Mode- und Trendforscherin etabliert. Sie ist laut Time Magazine eine der einflussreichsten Menschen in der Mode. Zu Ehren der Einweihung ihrer Design- und Kunstgalerie hat FashionUnited ihr eine Reihe von Fragen zur Mode, zur Kunst und zu den aktuellen Trends gestellt.

Li Edelkoort über die Eröffnung ihrer Kunstgalerie in Paris

Wie kamen Sie zu der Idee, eine Galerie zu eröffnen?

Ich hatte bereits in den 1980er Jahren ein Malatelier in der Nähe des Concept-Stores Colette, den es damals aber noch nicht gab. Die Rue Saint Honoré war zu dieser Zeit noch nicht angesagt. Ich habe diese Galerie über mehrere Jahre in meiner Wohnung aufgezogen. Das kam sehr gut an und war sehr erfolgreich; viele Leute kamen. Die Previews waren echte Partys. Nachdem ich umziehen musste, habe ich mich anderen Dingen gewidmet. Seit Langem denke ich mir aber, dass dieser Ort (30 Boulevard de Saint Jacques,) für Design fantastisch wäre. Warum also nicht etwas Unterhaltsames in Paris machen und dem kulturellen Leben in Paris etwas zurückgeben?

Li Edelkoort über die Eröffnung ihrer Kunstgalerie in Paris

Wie wählen Sie die ausgestellten Künstler aus?

Das mache ich nach Gefühl, aber auch mein Wissen und die Trends fließen in die Entscheidung mit ein. Mein Auge wird eindeutig durch Trends geschärft und ich stoße immer auf neue Ideen. Es wird wenig von allem geben, Textilien, Design, Mode, es gibt sogar Spielzeug und alte Sachen. Aber es wird immer anders sein, es gibt keine Regeln. Wir werden die Galerie nicht in eine Richtung drängen; Wir werden in unseren Entscheidungen offen sein. Natürlich werde ich junge Talente fördern, denn das ist Teil meiner Arbeit. Wenn mein Auge ein junges Talent entdeckt, funktioniert es immer und ist daher ein gutes Sprungbrett für ihre Karriere. Es wird aber nicht nur Ausstellungen geben. Wir wollen Treffen arrangieren und und diskutieren. Dieser Ort wird es ermöglichen, gemeinsam voran zu kommen.

Sie leben und arbeiten in Paris. Was bedeutet die Stadt für Sie?

Ich lebe seit meinem 25. Lebensjahr in Paris und habe deshalb den größten Teil meines Lebens hier verbracht. Ich fühle mich als Pariserin, nicht von meiner Herkunft her, aber eben als Wahl-Pariserin. Paris ist meine Stadt. Ich liebe die Schönheit der Stadt, ich liebe die Tatsache, dass es eine Menge Kunst gibt. Ich liebe die Größe von Paris. Sie können hier auch anonym sein. Ich komme aus einem kleinen Land, den Niederlanden, wo es einfach ist, alle zu kennen. Hier sind die Dinge diskreter. Ich mag besonders die Tatsache, dass Frankreich keine schnellen Fortschritte in Sachen Neuerungen macht; hier gibt es einen Sinn für Traditionen, der uns von der Torheit der Moderne befreit.

Li Edelkoort über die Eröffnung ihrer Kunstgalerie in Paris

Was ist Ihre Meinung über die aktuelle Mode?

Dazu müsste ich sehr lange ausholen. Es geht immer noch um Kleidung, es hat sich immer noch nichts geändert, und ich denke nicht, dass es vorläufig noch große Veränderungen geben wird. Ich denke, dass wir uns in einem Status Quo befinden. Die Leute suchen etwas. Es gibt viele Anzeichen dafür, dass ein neuer Weg gefunden werden wird. Hier in Paris gibt es viele neue Initiativen, die sehr vielversprechend sind. Aber es wird mehr Zeit benötigt, bevor dies tatsächlich Realität werden kann. Aus diesem Grund organisieren wir Anfang Juni in Marseille dreitägige „Anti-Fashion“-Meetings. Die Menschen können kostenlos teilnehmen. Wir werden den Ansichten dieser Menschen zuhören, die daran arbeiten, etwas zu verändern.

Was denken Sie als einflussreiche Frau über den neuen Feminismus und die Hashtags #metoo und #balancetonporc (das französische Equivalent zu #metoo), die derzeit die Nachrichten bestimmen?

Ich habe das alles vor zwei oder drei Jahren vorausgesagt. Als ich Tausende von Frauen auf der Straße sah, war ich wieder einmal überrascht von der Kraft der Trends und der Intuition, die es mir ermöglichten, das vorherzusehen. Ich halte es für eine notwendige Bewegung. Es ist der Beginn einer Neubewertung. Ich denke, dass die Art und Weise, wie Frauen die Dinge sehen, Aufmerksamkeit verdient. Sie müssen sich von alten paternalistischen Mustern und Modellen befreien, die in der heutigen Gesellschaft nicht mehr funktionieren. Ich denke, dass es andere Wege gibt, als Gesellschaft zusammenzuleben, und wir müssen die Debatte wirklich vorantreiben.

Sie widmen die Trends, Sie sind ein Influencer, aber was inspiriert Sie?

Inspiration kann von allem und jedem kommen. Es gibt keinen bestimmten Bereich der Forschung oder Schlüsselmomente. Es kann ein Wort, ein Gefühl, eine Person sein ... Aber es ist richtig, dass Inspiration oft durch Worte zu mir kommt. Ein Wort hat einen Einfluss auf mich und ich spüre einen Vorschlag, weiterzugehen. Also fange ich an, Forschungen in diesem Bereich anzustellen. Ich werde von Intuition geleitet, und ich folge ihr einfach. Ich denke, dass ich in gewisser Weise für diesen Beruf bestimmt bin.

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.fr veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ

Photo : Edelkoort.com, FashionUnited

Vor 20 Jahren starb Gianni Versace, die Modemarke gibt es seit 40 Jahren. Eine Ausstellung in Berlin erinnert an den legendären Italiener, mit dem sich viele prominente Namen verbinden.

Sting hat in Versace geheiratet. Supermodel Naomi Campbell zwängte sich in ein Lederkleid aus der Bondage-Kollektion, das jetzt in einer Berliner Ausstellung über den italienischen Designer hängt. «Ich frage mich, wie sie da reingekommen ist», sagt Kuratorin Saskia Lubnow am Dienstag beim Rundgang. Gianni Versace wurde in den 80er und 90er Jahren mit seinen opulenten Kollektionen berühmt. Er hat die Ära der Supermodels mitgeprägt. Gerade läuft bei Sky eine Fernsehserie über den Mordfall Versace.

Vor mehr als 20 Jahren wurde der Designer vor seiner Villa in Florida erschossen, er wurde nur 50 Jahre alt. Zu seiner Beerdigung kamen Stars wie Elton John und Prinzessin Diana. Heute gibt es weltweit Sammler, die nicht nur Versace tragen, sondern mit seiner Welt leben. Einem davon gehört das Kopfteil des Versace-Betts. Eigentlich sollte im Berliner Kronprinzenpalais eine Nachbildung des Versace-Schlafzimmers zu sehen sein. Das hat nicht geklappt.

Dafür gibt es viel Mode aus privatem Besitz, drapiert an Puppen. Die Veranstalter sprechen von 120 Outfits. «Viele Millionen» sind die Kreationen wert, die nach Berlin gebracht wurden, nach Angaben der Organisatoren ist es die bisher größte Versace-Retrospektive. Die Mode ist prall und bunt, ein Kontrast zum grauen Winter draußen: von Herzen auf knallroten Männerhosen über Pop-Art bis hin zu den typischen goldverschnörkelten Barock-Mustern. Lady Gaga, Madonna, Claudia Schiffer, Prinzessin Diana: Sie alle haben Versace getragen.

Eine Markenwelt wie keine andere

Der Designer hat die Modewelt verändert, ein Kontrast zu Puristen wie Giorgio Armani. «Er hat die ganze norditalienische Modeindustrie aufgemischt», sagt Kurator Karl von der Ahé. Heute kann man Versace, der auch als schwule Ikone gilt, aus vielen Blickwinkeln betrachten. «Das macht ihn für uns und für die Zeit interessant.» Versace habe lange vor Instagram-Zeiten eine Markenwelt entwickelt wie kein anderer.

Mit der Marke von heute beschäftigt sich die Ausstellung nicht. «Versace hat nicht mehr so ein starkes Profil, wie es damals war», sagt der Kurator. Die Räume sind thematisch gegliedert. In einem Saal hängen beispielsweise die bunt bedruckten Seidenhemden für Männer, in Vitrinen sind Entwürfe des Versace-Zeichners Bruno Gianesi zu sehen.

Woran die Ausstellungsmacher auch erinnern: Die erste große Show des Designers war nicht in Mailand, sondern vor 40 Jahren in Lippstadt in Westfalen. Das war dem Händler Albert Eickhoff zu verdanken. Eickhoff stand auf der Gästeliste zur Eröffnung der Berliner Ausstellung, ebenso wie Marcus Schenkenberg, der das männliche Lieblingsmodel von Versace gewesen sein soll. (dpa)

Dank der Blockbuster-Ausstellung zu Jil Sander hat das Museum Angewandte Kunst in Frankfurt einen neuen Besucherrekord aufgestellt. Im vergangenen Jahr kamen 131 000 Menschen in das Haus, wie dessen Chef Matthias Wagner K am Dienstag in Frankfurt mitteilte. 2016 waren es rund 1000 weniger gewesen.

In die weltweit erste Schau über das Werk der Hamburger Modedesignerin Sander sind allein in den Monaten November und Dezember fast 47 000 Menschen geströmt. Dafür hat das Museum, 1985 vom US-Stararchitekt Richard Meier gebaut, sein ganzes Haus leergeräumt. Die Sander-Schau, die Anfang November eröffnet wurde, läuft noch bis zum 6. Mai. (AFP)

6 Fashion Filme & Dokumentationen, die Sie 2018 sehen sollten

London - Die Modebranche hat im Laufe der Jahre viele Momente der Schönheit hervorgebracht, auch im Bereich der Kinematographie. In Anbetracht der Tatsache, dass die beiden Branchen visuell getrieben sind, scheint es nur passend, dass Film und Mode Hand in Hand gehen. Ob in Form eines Dokumentarfilms, eines Kurzfilms oder einer modeorientierten Komödie (The Devil Wears Prada, klingelt da etwas?) - es geht doch nichts über einen Film, der die besten und schlechtesten Seiten der Mode zelebriert und dadurch die die Herzen und Köpfe der Zuschauer gefangen hält. 2018 wird das Jahr des Fashion Filme, deshalb hat FashionUnited die Top 6 Modefilme, Dokumentationen und Serien zusammengestellt, die Sie im kommenden Jahr auf keinen Fall verpassen sollten.

'Mc Queen'

Das turbulente Leben und der tragische Tod des legendären Designers Alexander McQueen sind bis heute eine Quelle der Inspiration für Film- und Dokumentarfilmemacher. Der Aufstieg und Fall des britischen Designers und mehrfachen Gewinners des britischen Designers of the Year Awards steht daher im nächsten Jahr gleich im Zentrum zweier (vielleicht sogar von drei) Produktionen. Der erste ist ein abendfüllender Film, der von Andre Haigh verfilmt wurde und den kreativen Prozess des verstorbenen Designers im Monat vor seiner Retrospektive im Jahr 2009 beleuchten soll. Bisher ohne Titel, wird der Film Jack O'Connell als McQueen zeigen.

Der zweite ist ein abendfüllender Dokumentarfilm mit dem Titel "McQueen" unter der Regie von Ian Bonhote. Der Dokumentarfilm wird sich auf das Leben von McQueen konzentrieren und sich zeigen, wie er vom Lehrling bei einem Schneider der Savile Row zu einem der berühmtesten und kontroversesten Modedesigner der Welt wurde. Schließlich, so heißt es, soll ein weiterer Film mit dem Titel „The Ripper“ geplant sein, der die Beziehung zwischen dem verstorbenen Designer und der verstorbenen Isabella Blow, einer führenden Moderedakteurin und Mäzenin von McQueen, untersucht. Ein genaues Veröffentlichungsdatum für alle drei Produktionen muss noch bestätigt werden.

’The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story’

Der plötzliche Mord an Gianni Versace, Gründer des italienischen Modehauses Versace, vor seinem Strandhaus in Miami im Jahr 1997 erschütterte die gesamte Modeindustrie. Das Mysterium und die Gewalt, die seinen tragischen Tod umgeben, haben die Aufmerksamkeit von Millionen von Menschen erfasst. So ist es nur logisch, dass die Geschichte für Produzenten und Autoren interessant ist, die sie als Quelle ihrer Inspiration nutzen können. Nach dem Erfolg der zehnteiligen Serie "The People vs. OJ Simpson: American CrimeStory" von FX als nächster Teil der TV-Serie "The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story". Diese neunteilige Serie folgt Sie der Reihe von Ereignissen, die zu der Ermordung von Gianni Versace führten. Dabei soll versucht worden sein, so nah wie möglich am realen Leben zu bleiben. Da das wahre Motiv hinter Andrew Cunanans Mord an Versace unbekannt bleiben, ist es wahrscheinlich, dass das Drehbuch zu American Crime Story sich einige künstlerische Freiheiten nehmen wird, um die Lücken zu füllen und mehr Hintergrundgeschichte zu erstellen. Die Serie wird Édgar Ramírez als Gianni Versace, Ricky Martin als seinen Partner Antonio D’Amico und Penelope Cruz als seine Schwester und Geschäftspartner Donatella Versace zeigen. Die erste Folge der Serie wird in Deutschland ab 29. Januar 2018 auf Sky ausgestrahlt.

"Das Evangelium nach André"

“Ich lebe nicht für Mode. Ich lebe für Schönheit und Stil“, ist eines der ersten Dinge, die André Leon Talley, der ehemalige Editor-At-Large der amerikanischen Vogue, in der Eröffnungssequenz des Dokumentarfilms über sein Leben, seine Inspiration und seine Karriere erzählt. Seine einzigartige Sichtweise auf die Mode und seine Liebe der Schönheit haben ihm seit 25 Jahren einen festen Platz in der Front Row der Mode eingebracht. In der neuen Dokumentation wird Talleys bemerkenswerter Aufstieg in der Modeindustrie verfolgt, sowie seine Mission die Industrie zu diversifizieren. Erfahrene Insider wie Anna Wintour, Tom Ford, Marc Jacobs und Valentino kommen darin zu Wort und sprechen abwechselnd über ihre Beziehung zu Talley. Diese Dokumentation wurde bereits auf mehreren internationalen Filmfestivals auf der ganzen Welt gezeigt, soll aber erst in diesem Jahr in die Programmkinos kommen.

‘Phantom Thread’

Im Gegensatz zu den vorherigen Modefilmen, die auf wahren Geschichten basieren, folgt der Film "Phantom Thread" der fiktiven Geschichte von Reynolds Woodcock, einem britischen Designer, der in den 1950er Jahren im Nachkriegs-London lebte. Woodstock ist Teil der Crème-de-la-Crème der britischen Modebranche: Seine Kreationen werden von der oberen Bevölkerungsschicht, wie den Mitgliedern der königlichen Familie und berühmten Schauspielerinnen, mit Spannung erwartet und getragen. Neben der Mode hat Woodcock eine Vorliebe für schöne Frauen, die dazu tendieren, in sein Leben zu treten. Bis er auf eine Frau trifft, Alma, die seine ganze Welt auf den Kopf stellt und die sie sowohl seine Muse als auch seine Geliebte wird. Mit Daniel Day-Lewis und Vicky Krieps in den Hauptrollen ist der Film, der auf Deutsch ‚Der seidene Faden’ heißt bereits für zwei Golden Globes nominiert und soll in Deutschland am 1. Februar 2018 in die Kinos kommen.

‘Westwood: Punk, Icon, Activist’

Die erste abendfüllende Dokumentation, die das Leben und die Karriere der ikonischen Britischen Designerin und Aktivistin Vivienne Westwood behandelt, wird in Kürze erscheinen. Unter dem Titel "Westwood: Punk, Icon, Activist" von Lorna Tucker gedreht, soll die Dokumentation die Errungenschaften der Designerin in der Modebranche sowie ihren kulturellen Einfluss feiern. Westwood, auch bekannt als "Queen of Punk", galt in den 1970er Jahren als einer der führenden Köpfe der Punk-Subkultur in Großbritannien. Der Dokumentarfilm soll auch das turbulente Leben der britischen Designerin und ihre Beziehung zu Malcolm McLaren, dem Designer und ehemaligen Manager der populären Band Sex Pistols, beleuchten. Der Dokumentarfilm feiert am 20. Januar 2018 im Rahmen des "World Cinema Documentum Competition" am Sundance Film Festival Premiere.

‘The Times of Bill’

„The Times of Bill“ ist eine neue Dokumentation, die das Leben und die Karriere des legendären New York Times-Street-Fotografen Bill Cunningham beleuchtet. Der neue Dokumentarfilm soll dem Aufstieg seiner Street-Style-Fotografie und seinem Privatleben folgen. Als bescheidener Mann machte sich Cunningham einen Namen in der Modeindustrie, nachdem er in seinen unverwechselbaren blauen Pullovern und Jacken durch New York gereist war, auf der Suche nach einem fotografierenswerten Street Style. Der Dokumentarfilm beinhaltet Interviews mit dem ikonischen Mann selbst sowie nie zuvor gesehene Fotografien und Bilder des 2016 verstorbenen Fotografen. Geschrieben und inszeniert von Mark Bozek und erzählt von der Schauspielerin Sarah Jessica Parker, enthält der Film auch Animationen von Ruben Toledo und einen Song von Model Pat Cleveland, die den anhaltenden Einfluss, den Cunningham in der Modeindustrie hat, unterstreichen. Der genaue Erscheiungstermin des Dokumentarfilms steht noch nicht fest, er soll aber noch im Jahr 2018 erscheinen.

Bild: Courtesy of Dogwoof

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ

Ein Blick in Gucci's Garten in Florenz

INTERAKTIV Gucci Garden hat am Dienstag in Florenz eröffnet. Das italienische Luxushaus hat im historischen Palazzo della Mercanzia einen Ort erschaffen, in dem es sich als kreative und eklektische Marke erfahrbar machen will.

Alessandro Michele, Kreativchef von Gucci, hat die Räume gestaltet, in denen zuvor das 2011 eröffnete Gucci Museo beheimatet war. Der Name enthält den Begriff Garten wegen den ästhetischen Bezügen des Hauses Gucci zur Pflanzenwelt, aber auch wegen seiner metaphorischen Bedeutung.

"Der Garten ist real, aber er gehört vor allem dem Geist, bevölkert mit Pflanzen und Tieren: wie der Schlange, die überall hineinschlüpfen kann, fortwährenden Anfang und Wiederkehr symbolisiert", sagte Michele über die Namenswahl in einer Mitteilung.

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Statt einer Daueraustellung mit Archivgegenständen, will das neue Haus der Marke, die vollständing dem französischen Luxusgüterkonzern Kering SA gehört, Vergangenheit mit Gegenwart kollidieren lassen. Die ausgestellten Kleidungststücke, Accessoires, Video-Installationen und Kunstwerke folgen absichtlich keiner Chronologie. Exklusiv für den Garten entworfene käufliche Objekte gibt es auch.

"Wir haben beschlossen den Raum zu einem Laboratorium zu machen, wo es all die Elemente gibt mit denen man kreativ experimentieren kann", sagte Maria Luisa Frisa, Leiterin des Bachelor-Studiengangs Modedesign und Multimediakunst an der Iuav Universität in Venedig, die zusammen mit Michele die Austellung in den ersten zwei Stockwerken des Hauses organisiert hat. "In dem Raum mit dem Titel Rerum Natura, sieht man zum Beispiel Gucci's Leidenschaft für Flora und Fauna, die durch ältere und aktuelle Stoffe ausgedrückt wird, silberne Tierstatuetten des Unternehmens aus den Fünfzigern und Original-Werke von Vittorio Accornero, der 1966 für den Gucci Flora Print kommisioniert wurde."

Fotos: Gucci
Ein Vorgeschmack auf die Gianni Versace Retrospektive in Berlin

INTERAKTIV Gianni Versace versprach nach seiner selbst kuratierten Ausstellung "Signatures" im Jahre 1994 wieder nach Berlin zurückzukehren, weil er die besondere Atmosphäre der deutschen Haupstadt liebte.

Ab dem 30. Januar werden 300 Outfits des vor 20 Jahren ermordeten italienischen Mode-Designers im Kronprizenpalais zu sehen sein, die aus Privatkollektionen weltweit zusammengetragen wurden. Darunter sind einige Stücke mit Kultstatus, die das Bild des vor 40 Jahren gegründeten Modehauses prägten.

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Zur Eröffnung der Ausstellung werden einige der berühmtesten Kleidungstücke am 30. Januar auf dem Laufsteg vorgeführt.

Fotos: Gianni Versace Retrospektive Berlin
Lidewij Edelkoort plant neue Mode- und Kunstgalerie in Paris

Trendforscherin und Gründerin des privaten Pariser Kunstsalons Trend Union, Lidewij Edelkoort, plant einen neuen Coup: Diesmal geht es um eine öffentliche Design-Galerie, die in den Räumlichkeiten des Unternehmens am Boulevard Saint-Jacques untergebracht ist. Am 18. Januar soll es soweit sein.

Gezeigt werden soll Design, Kunst und Kunsthandwerk - alles, „was es zu diesem Zeitpunkt wert ist, gezeigt, gesammelt und geschätzt zu werden“, so die Trendforscherin laut WWD. Vier oder fünf Veranstaltungen wollen Edelkoort und ihre Geschäftspartner, Philip Fimmano und François Epin, in der Galerie pro Jahr organisieren, darunter ein Pop-up-Shop des 1993 geründeten Labels Heartwear.

Das von Edelkoort und ihren Designer-Freunden ins Leben gerufene Nonprofit-Label unterstützt Kunsthandwerker dabei, ihre Kreationen einem größeren Publikum zugänglich zu machen, ohne dabei die Integrität ihrer Designs sowie ihre Kultur oder ihr Lebens- und Arbeitsumfeld zu kompromittieren.

Edelkoorts neue Pariser Galerie soll Kunsthandwerk unterstützen

Das Label arbeitet mit Kaufhäusern und Magazinen zusammen, um hochwertiger Ware wie etwa Khadi aus Indien oder indigofarbenen Textilien aus Benin eine größere Verbreitung zu ermöglichen. Ziel ist es, eine dauerhafte Verbindung mit den Kollektiven oder Regionen aufzubauen, in die die Profite re-investiert werden.

Außerdem sind in der neuen Design-Galerie saisonale Präsentationen und öffentliche Debatten geplant, etwa zur Anti-Fashion-Bewegung, die Edelkoort 2015 mit ihrem Anti-Fashion-Manifest anstieß. Es geht dabei um innovative Modesysteme der Zukunft und Produktwerbung für Marken und Organisationen im Sinne von Trend Union, etwa Gruppen wie Feel The Yarn, die Nachhaltigkeit in der Garnproduktion propagieren.

Zudem werden ältere Stücke zusammen mit denen aufstrebender Designer gezeigt, ebenso Edelkoorts eigene Designkollektionen. Ein kleiner Laden mit Büchern in limitierter Auflage, Objekten und Drucken wird die Galerie begleiten, die für Edelkoort „mehr Hobby als Vollzeitjob“ ist. Sie soll aber auf jeden Fall eine Kultur fördern, die Menschen zusammenbringt und zur Inspiration anregt.

Porträt Lidewij Edelkoort: Thirza Schaap via Appletizer
Die 10 Must-See-Modeausstellungen 2018

STORY MAP

London - Ein neues Jahr hat gerade begonnen und die Modebranche lebt ohnehin schon der Herbst/Winter-Saison 2018, deren Kollektionen ab Januar auf den internationalen Modewochen gezeigt werden. Bevor sich das Fashion-Karusell weiterdreht, zeigt FashionUnited auf einer interaktiven Landkarte, welche Mode-Ausstellungen in die Neujahrsvorsätze für 2018 gehören.

10 Ausstellungen, die Sie 2018 sehen sollten

In einer Umwelt wie der Modeindustrie, wo alles schnell gehen muss, wirken Museumsausstellungen und Retrospektiven geradezu anachronistisch. Sich nur mit einer Sache beschäftigen, eingehend - das ist hier Gesetz, dort unvorstellbar. Zum Start ins neue Jahr hat FashionUnited zehn internationale Must-See-Mode-Ausstellungen gesammelt teilt sie mit Ihnen in der interaktiven Story-Karte unten.

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Bildnachweis von links nach rechts: Orla Kiely, Fashion and Textile Museum, Azzedine Alaia, Peter Lindbergh und Mode Museum, Olivier Theyskens.

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ

Eine Berliner Ausstellung widmet sich 2018 dem legendären italienischen Designer Gianni Versace.

Im Kronprinzenpalais am Boulevard Unter den Linden werden beispielsweise Unikate und Kreationen für Stars gezeigt - darunter für Prince, Madonna und Elton John oder für Models wie Claudia Schiffer und Naomi Campbell. Die Eröffnungsshow mit vielen Sammlerstücken ist laut der Mitteilung vom Dienstag am 30. Januar.

Der Designer wurde in den 80er und 90er Jahren mit seinen opulenten Kollektionen berühmt. Versace gilt auch als Begründer der Supermodel-Ära. Er wurde 1997 in Florida ermordet. (dpa)