Adidas verklagt Marc Jacobs

Der US-Modedesigner Marc Jacobs machte in letzter Zeit häufiger Schlagzeilen: Erst mit der Ankündigung, dass die preisgünstigere Linie 'Marc by Marc Jacobs' eingestellt werde, und dann mit Gerüchten über einen möglichen Börsengang. Jetzt soll das Luxuslabel Adidas' Markenzeichen kopiert haben - Marc Jacobs bietet derzeit einen Pullover mit vier Streifen am Ärmel an, die, wie Adidas findet, seinen typischen drei Streifen zu ähnlich sind.

Deshalb reichte der Sportartikelhersteller jetzt beim US-Bundesgericht in Oregon eine Klage gegen Marc Jacobs wegen Markenverletzung, unlauterem Wettbewerb und irreführender Handelspraktiken ein. Die Pullover sind aus der 'Marc by Marc Jacobs'-Linie und wurden von Katie Hillier und Luella Bartley entworfen. Während ihr Design vier Streifen hat und das von Adidas drei, läßt sich eine deutliche Ähnlichkeit nicht leugnen.

Adidas beruft sich darauf, dass das typische Dreistreifenlogo ein Markenzeichen des Unternehmens sei und dass Marc Jacobs Verbraucher durch das ähnliche Design glauben lassen könnte, sie kauften Adidas-Produkte.

Der Sportartikelriese kritisierte auch die Qualität der Marc Jacobs-Produkte und gab an, sie würden unter dem Niveau der Sportfirma liegen und dieser dadurch noch mehr schaden. „Indem die Produkte von 'Marc by Marc Jacobs' mit Adidas assoziiert werden, schadet es auch der Marke, die für die drei Streifen steht, und deren Qualitätsanspruch", verkündete Adidas offiziell.

Auch wenn man auf den ersten Blick bei Marc Jacobs und Adidas nicht als Konkurrenten denkt, sollte man nicht vergessen, dass Adidas die teurere Y-3 Linie hat - eine Kollaboration zwischen Adidas und dem Luxusdesigner Yohji Yamamoto - die auf jeden Fall mit Marc Jacobs konkurriert. Also könnte Adidas durch das Kopieren des Streifendesigns letztendlich mehr zu verlieren haben als zunächst scheint.

Es bleibt jedoch abzuwarten, wie die Streitfrage vor Gericht ausgeht, da sobald die Linie 'Marc by Marc Jacobs' eingestellt wird, Adidas gegen einen Markenbereich klagen würde, der nicht mehr existiert. Ein Sprecher von Marc Jacobs war für Kommentare nicht verfügbar. Bleibt nur zu hoffen, dass das Luxusunternehmen schnell einen erfahrenen Experten findet, der sich im Moderecht auskennt.

Foto: New York Post
 

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