"Schöner darf es nicht werden." Dirk Jacobi meint die Berliner Mode-Messe Premium, die am vergangenen Sonntag zu Ende ging. Der Ladenbetreiber von Respectman in Berlin Mitte steht vor der weißen Zeltanlage an der Leipziger Straße, in der die Premium plus stattfand.

Dass die Premium mit der neuen oberirdischen Präsentation einen Qualitätssprung gemacht hat und für die hochwertigen Kollektionen eine adäquate Plattform bietet, darüber sind sich sowohl Besucher als auch Aussteller einig. Zusammen mit der Ausstellungsfläche im Tunnel unterm Potsdamer Platz hat die Premium eine respektable Größe erreicht und ihr Spektrum von hochwertiger Sports- und Streetwear hin zu Designerkollektionen erweitert.

Gerade die Vertreter der Designlinien sehen aber noch Potential nach oben: "Das Niveau muss noch gesteigert werden", sagt zum Beispiel Kostas Murkudis, der zum ersten Mal seine neue Herrenkollektion auf der Premium zeigte. "Es könnte noch selektiver, mit mehr internationalem Anspruch werden, was die Aussteller angeht."

Auch müsse sich die Messe noch mehr als Einkaufsveranstaltung etablieren, damit beide Seiten profitierten, so Murkudis. Ob es nun am hochsommerlichen Wetter lag - Geschäfte machen stand an diesem Wochenende jedenfalls nicht im Vordergrund. Auch wenn wieder alle wichtigen Einkäufer von Barney's über Colette bis hin zu Harvey Nicholson in Berlin gesichtet wurden - geordert wurde wenig.

Für das dänische Modeunternehmen Day Birger et Mikkelsen ist die Premium denn auch vor allem als Präsentationsplattform wichtig. "Zu diesem frühen Zeitpunkt wollen wir die Leute informieren und einen Einblick in die Damen-Kollektion geben", sagt Sabine Lischka, zuständig für den Vertrieb im norddeutschen Raum. Und damit sei sie super zufrieden. Zufrieden ist auch Norbert Reipert von Filippa K. Vor allem mit der Qualität der Besucher: "Die Frequenz ist gut, es ist nicht so überlaufen mit Leuten, die sowieso nur gucken wollen." Mit dem Auftritt im Januar war das schwedische Label nicht glücklich, Filippa K. zeigte im Gebäude am Leipziger Platz, in dem diesmal der Berliner Salon stattfand. "Aber wir machen die Entwicklung mit - es kann ja nicht gleich alles perfekt sein."

Gerade die kleineren Designerfirmen hörten den häufig gestellten Satz von internationalen Einkäufern: "Und wann sind sie in Paris?" mit gemischten Gefühlen. "Eigentlich wollten wir nicht in Paris ausstellen, aber jetzt denken wir darüber nach", sagt Regina Tiedeken vom Label Von Wedel & Tiedeken. Vielen Einkäufern ist es schlicht noch zu früh, um zu ordern. Pernille Winther vom Kopenhagener Label Eksempel stellte zum ersten Mal auf der Premium aus. Auch wenn ihr Hauptanliegen - einen deutschen Agenten zu finden - nicht geklappt hat, freut sich Pernille darüber, dass sie drei neue Läden in Paris, Sydney und Berlin für ihre Mode gefunden hat.

Auch die Fashionshows, die von Freitag bis Sonntag stattfanden, machten sich positiv bemerkbar: Direkt nach der New-Generation-Schau am Samstagmittag, mit Labeln wie Fummel + Kram, Smeilinener und Von Wedel & Tiedeken, war der Andrang von Einkäufern und Presse auf den jeweiligen Ständen spürbar gestiegen.

 

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