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Fendi präsentiert erste Couture-Kollektion von Kim Jones im Januar in Paris

Von Herve Dewintre

16. Dez. 2020

Mode

Die neueste Bekanntmachung des römischen Modehauses Fendi ist trotz seiner Kürze eine sehr aufschlussreich. Zunächst einmal heißt es, dass Fendi an eine Rückkehr zur analogen Modenschau glaubt. In der Tat legt das Haus fest, dass es während der Haute Couture Woche in Paris, am 27. Januar, genauer gesagt, im Palais Brongniart, im Herzen der Hauptstadt, sein neue Kollektion präsentieren wird.

Diese Kollektion birgt zwei große Besonderheiten: Zum einen ist es das erste Mal, dass die italienische, auf Luxuskonfektion spezialisierte Marke, die seit 2001 zum französischen Konzern LVMH gehört, den Pariser Kalender für die Präsentation einer Couture-Linie gewählt hat. Traditionell finden in Italien, in Rom oder Mailand, Modenschauen statt, bei denen einzigartige Stücke (vor allem aus Pelz, dem Lieblingsmaterial der 1925 von Adèle und Eduardo Fendi gegründeten Institution) gezeigt werden.

Eine gemischte Präsentation?

Zum Anderen fällt dieses Ereignis mit einem weiteren Novum zusammen: Die Frühjahr/Sommer 2021-Kollektion ist die erste von Kim Jones für das Haus. Der englische Designer, der 2002 seinen Abschluss am Central Saint Martins College of Art and Design machte, ist mit den Häusern der LVMH-Gruppe vertraut: Nach Louis Vuitton übernahm er die kreative Leitung bei Dior Homme und löste damit Kris Van Assche ab. Auf den 46-jährigen Designer wartet eine überwältigende Aufgabe, denn er tritt die Nachfolge des legendären Karl Lagerfeld an, der bis zu seinem Tod im vergangenen Jahr ununterbrochen seit 1965, also ein halbes Jahrhundert, für Fendi designte. Der Kaiser hatte auch die 1977 eingeführte Damen-Konfektionslinie des Unternehmens betreut.

Um diese neue Ära einzuläuten, hat das römische Haus ein Foto versandt, das von Paolo Roversi aufgenommen wurde. Das Foto zeigt zwei Models: Adwoa Aboah und Thatcher Thornton, was darauf schließen lässt, dass die Präsentation sowohl Damen- als auch Herrenmode umfassen wird. Diese Annahme wird durch die Credits der Kollektion verstärkt, die angeben, dass, während Kim Jones die künstlerische Leitung der Damen-Couture und der Ready-to-Wear Kollektionen übernimmt, Silvia Venturini Fendi ihre Rolle als künstlerische Leiterin der Accessoires und der Herrenkollektionen behält, während Delfina Delettrez Fendi nach wie vor die kreative Leitung des Schmucks innehat. Im September kündigte die Marke ihre Präsenz auf der Mailänder Modewoche für die von Kim Jones entworfene Ready-to-Wear Kollektion für den Herbst-Winter 2021 an. Bis auf Weiteres wird diese Präsenz auch beibehalten.

Der Übergang wird von der LVMH-Zentrale genau überwacht. Die italienische Marke, die seit 2018 von Serge Brunschwig geleitet wird – der die Nachfolge von Pietro Beccari angetreten hat, welcher zum CEO von Christian Dior Couture ernannt wurde – konnte ihren Umsatz in fünf Jahren mehr als verdoppeln. Sie mauserter sich zur drittstärksten Marke des Luxuskonzerns mit einem von Fachleuten auf 1,2 Milliarden Euro geschätzten Umsatz und liegt damit noch vor Celine und Loro Piana, die eine Milliarde Euro Umsatz bisher nicht überschritten haben.

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ

Bild: Fendi