Aktuelle Gerüchte: Ausbeutung bei Adidas

Nicht auf Asien liegt das Augenmerk bei Arbeitsbedinungen diesmal, sondern vor der eigenen Haustür: Der Sportartikelriese Adidas soll Leiharbeiter in seinem Logistikzentrum im niedersächsischen Rieste wie Rechtlose behandelt haben. Vier von ihnen wandten sich an die Presse und machten ihre Vorwürfe in einer Reportage in der "Zeit" öffentlich.

Unbezahlte Überstunden, Arbeiten bis zur Erschöpfung und Einschüchterungen durch Vorgesetzte – „Arbeiten bei Adidas, das ist die Hölle“, fasste eine Arbeiterin aus Bramsche zusammen. Adidas kontert und betont: „Aus unserer Sicht entbehren alle Vorwürfe jeglicher Grundlage“ und auch laut Betriebsrat ist an den Anschuldigungen „überhaupt nichts dran“. So steht Aussage gegen Aussage.

Konkret werfen die Leiharbeiter dem Konzern vor, lange, nicht in den Unterlagen vermerkte Überstunden gemacht zu haben, rund 30 Stunden im Monat. Sie prangern auch einen sogenannten Bereitschaftsdienst, bei dem Arbeiter permanent telefonisch erreichbar sein müssten, jedoch nicht entlohnt werden. „Die Zeit“ beruft sich auf Zettel in deutscher und polnischer Sprache. Zudem müssen die Arbeiter im Umkreis des Werks wohnen und notfalls umziehen. Auch von körperlichen Einschüchterungen ist die Rede.

Adidas streitet die Vorwürfe ab und spricht von "Einzelfällen". Für die beiden Subunternehmer, die Zeitarbeitsfirmen „Manpower“ und „Olympia Personaldienstleistungen“ legt der Sportartikelhersteller seine Hand ins Feuer: „Wir haben alle Vorwürfe gemeinsam mit unserer Personalabteilung und dem Betriebsrat vor Ort in Rieste geprüft. Das Ergebnis: […] Die erwähnten Vorwürfe bezüglich Abrechnungen, Überstunden und Urlaubsansprüchen treffen nicht zu“, heißt es in einer Stellungnahme zum Artikel.

In Rieste arbeiten derzeit 281 Festangestellte und 583 Zeitarbeiter. Das relativ neue Logistikzentrum versorgt den Groß- und Einzelhandel in Zentral- und Westeuropa mit Waren der Marken Adidas und Reebok. Weltweit beschäftigt Adidas als zweitgrößter Sportartikelhersteller der Welt 54.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von 14,5 Milliarden Euro.

 

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