Handel wehrt sich gegen Übernahme von Haftungsrisiken

Seit Deutschlands Verbraucher immer mehr auf die Herkunft der Produkte achten, gerät der Modehandel vermehrt unter Druck, sowohl zu Herstellungsweise als auch Lieferwege Auskunft geben zu müssen. Einige NGOs fordern nun sogar im Rahmen des Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte eine Übernahme von Haftungsrisiken in der Lieferkette durch den Handel.

Der wehrt sich nun gegen die Forderungen, da diese vor allem mittelständische Unternehmen überforderten. „Die Händler können nicht die Verantwortung für die Herstellungs- und Transportbedingungen aller Waren in ihren Regalen übernehmen. Für die Produktion müssen auch nach den OECD-Leitlinien die Hersteller selbst gerade stehen“, so HDEGeschäftsführer Heribert Jöris. Der Handel könne allenfalls für Verbesserungen an einzelnen Punkten sorgen. Dabei seien die gesamte Lieferkette und auch die staatlichen Behörden in den Herstellerstaaten mit in der Pflicht. Der Aktionsplan des Auswärtigen Amtes soll UN-Leitlinien in Deutschland umsetzen.

Andere Länder wie beispielsweise Schweden oder Großbritannien hatten Handelsunternehmen, die nicht im Staatsbesitz sind, in ihren nationalen Regelungen nicht in die Haftung genommen. Laut Jöris sei es deshalb nun auch ein Gebot der Wettbewerbsfairness, die deutschen Unternehmen nicht strenger zu behandeln und so womöglich für Nachteile auf dem internationalen Markt zu sorgen. „Eine mögliche Haftung innerhalb der Lieferkette widerspricht den OECD-Grundsätzen, die explizit eine Abwälzung der Verantwortung vom Verursacher auf Geschäftspartner ablehnen“, so Jöris.

Foto: FotoHiero / pixelio.de

 

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