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Handel will an Geoblocking festhalten

Von Reinhold Koehler

9. Apr. 2015

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Dass das Internet oftmals doch nicht so grenzenlos ist wie allgemein angenommen, zeigt ein Phänomen, das sicherlich fast jedem User bereits begegnet ist: das Geoblocking. Es sorgt dafür dass gewisse Inhalte oder Produkte auf ausländischen Seiten oftmals nicht abrufbar oder erhältlich sind. Vor allem Nutzer des Videoportals Youtube kennen die Anzeige, dass ein Video „in deinem Land nicht verfügbar“ ist. Gleiches gilt oft auch bei Online-Shops, wo es deutschen Kunden meist ebenfalls nicht möglich ist, auf einer US-amerikanischen Seite zu bestellen.

Nun diskutieren die europäischen Staaten, ob das Geoblocking innerhalb der EU aufgehoben und per Gesetz verboten werden soll. Eine Diskussion, die man beim Handelsverband Deutschland (HDE) gar nicht gerne sieht. „Die EU-Kommission solle bei ihren angekündigten Maßnahmen vielmehr darauf achten, dass Online-Händler auch in Zukunft frei entscheiden können, in welchen Ländern sie den Kunden im Internet welche Waren zu welchen Konditionen anböten, so die Büroleiterin des HDE in Brüssel, Astrid Krone-Hagenah. Dürften die Händler ihre Shops nicht mehr nur für Kunden in bestimmten Ländern erreichbar machen oder auf ihre jeweilige für das einzelne Land vorgesehene Website umleiten, so gefährde dies die unternehmerische Freiheit der Betriebe.

„Insbesondere kleine und mittelständische Online-Händler sind in der Praxis überfordert, wenn sie im gesamten europäischen Binnenmarkt präsent sein sollen. An vielen Stellen existieren für jedes Mitgliedsland unterschiedliche Regelungen“, so Krone-Hagenah weiter. Die Kenntnis und Anwendung von 28 verschiedenen Rechtssystemen in der EU sei für viele Unternehmen nicht zu leisten. Deshalb sei es auch nicht sinnvoll, die Händler dazu zu zwingen, EU-einheitlich präsent zu sein. Wichtiger sei es, bestehende Handelshemmnisse im Binnenmarkt abzubauen und beispielsweise die Verbraucherschutzbestimmungen in Europa zu harmonisieren. Das sorge bei Verbrauchern und Unternehmen für mehr Transparenz.

Foto: Zara Online Store