Am Sonntag wurde Armani 70 Jahre alt. Kaum einem Designer wird soviel Respekt gezollt wie Giorgio Armani - und das nicht nur als einem der reichsten Männer Italiens, sondern auch als Kreateur. Seinen Stil hat er schon ganz am Anfang seiner Karriere gefunden, und seitdem verfeinert er ihn jede Saison aufs Neue. "Man darf nie denken, es sei schon alles erfunden worden. Ein dunkelblaues Kostüm ist immer noch wandelbar." So paradox es klingt: Das wofür andere Designer verachtet werden, nämlich die Wiederkehr des Ewiggleichen, hat er zur Kunstform erhoben. So widmete ihm das New Yorker Guggenheim-Museum 2000 die erste Einzelausstellung für einen Modedesigner.

Nicht ganz unwichtig für Armanis Erfolg ist die Tradition des Modehandwerks in Italien. Hochwertig verarbeitete Bekleidung "Made in Italy" wurde Ende der 70er zu einem Exportschlager und Armani verkörperte diesen Erfolg. Noch heute lässt Armani 99 Prozent seine Produkte in seinem Heimatland herstellen. 1975 gründete der Modedesigner mit einem Startkapital von 10.000 Euro die Marke Armani. 134 Millionen Euro verdiente er im vergangenen Jahr.

In den 80er Jahren war der Armani-Anzug der Inbegriff des Modischen. Nicht umsonst gilt die Anfangssequenz des Hollywood-Films "American Gigolo", in der Richard Gere vor einem geöffneten Kleiderschrank voller Armanianzüge steht, als Schlüsselszene dieses Jahrzehnts. Auch im wahren Leben bekannten sich bald Hollywood-Stars begeistert zu Armani. Endlos ist die Reihe derer, die in seinen Abendkleidern und Anzügen über den roten Teppich zur Oscarverleihung schritten, unter ihnen Kevin Costner, Tom Cruise und Lauren Hutton.

Für Armani selbst brachten die 80er Jahre nicht nur kommerziellen Erfolg, sondern auch persönliche Tragik: 1985 starb sein Lebens- und Geschäftspartner Sergio Galeotti. Seitdem ist Armani sowohl Modedesigner als auch Manager seines Modeimperiums. Es scheint, als habe er bis heute nicht mehr viel anderes getan, als zu arbeiten. Und auch wenn er am Sonntag seinen 70. Geburtstag feierte, wird sich an seinem Lebensstil so schnell wohl nichts ändern: Während der zwei Jahre jüngere Yves Saint Laurent sein Lebenswerk in einem Museum ausstellt, plant Armani die Eröffnung von 15 Luxus-Hotels und Ferienanlagen bis 2007.

 

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