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Intercolor Köln 2019: Experten erarbeiten die Farbtrends 2021/22

Von Simone Preuss

22. Nov. 2019

Mode

Farbforscher aus insgesamt 17 Ländern trafen sich am Mittwoch im Deutschen Mode-Institut (DMI) in Köln, um im internationalen Austausch vom 20. bis 22. November die Farbtrends mit Blick auf die Jahre 21/22 zu analysieren. Unter dem Motto „together and equality“ präsentierten die Farbexperten verschiedener nationaler Trend-Institute und -Organisationen in kurzen Videosequenzen ihre nationalen Projekte und Lösungsansätze für die Zukunft, besonders zu globalen Herausforderungen wie Nachhaltigkeit, Klimawandel, Meeresverschmutzung, Recycling, Millennials im Verhältnis zu einer immer älter werdenden Bevölkerung, Biodiversity und Hightech.

Wie damit umgegangen wird und welche zukunftsweisenden Projekte sich entwickeln, stellt sich in jedem der teilnehmenden Länder - China, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Indonesien, Italien, Japan, Korea, Portugal, Spanien, Schweiz, Thailand, Türkei, Ungarn und USA - unterschiedlich dar. „Die kurzen Videoclips skizzierten ein nationales und gleichermaßen international übergreifendes Bild eines notwendigen Wandels, welches sich global mit seinen multiplen Facetten in zeitgeistigen Stimmungen und letztendlich auch in konkreten Farben widerspiegelt, die hier diskutiert und festgelegt werden“, hieß es in einer DMI-Pressemitteilung vom Donnerstag.

Farbexperten stellen Intercolor-Farbkarte zusammen

Während des dreitägigen Intercolor Meetings präsentieren die Delegierten ihre Zeitgeist-Recherchen mit daraus resultierenden saisonalen Farbvorschlägen sowie Ideen und Konzepte aus kulturellen Kontexten, die ihre Wahl beeinflusst haben. Ziel des Austausches ist es, die wichtigsten Trends zu filtern und und fokussiert in einer Intercolor-Farbkarte zusammen zu stellen, die dann veröffentlicht wird.

Wie sehr die geografische Lage für die Themenwahl eine Rolle spielte, zeigte sich in den Kurzpräsentationen: Für vom Meer geprägte Länder wie Portugal und Großbritannien steht die Wasserverschmutzung beziehungsweise der steigende Meeresspiegel ganz oben auf der Agenda, während es in Frankreich ganz um den Einklang mit der Natur ging beziehungsweise um die Abfallvermeidung, den Gemeinschaftsgarten und „Tiny Houses“ in den Niederlanden. Um den Einklang miteinander ging es in Dänemark und Finnland durch die Gemeinschaft und ihre Vernetzung beziehungsweise Gemeinsamkeiten, die Menschen verbinden.

Der Tourismus und dessen Abfallwirtschaft – Ecotourism – beschäftigte die asiatischen Länder. Indonesien etwa zeigte, wie sich Kosmetikreste recyceln und daraus Buntstifte für Kinder herstellen lassen, während in Thailand Tausende von Blumenkörben, die auf den Flüssen schwimmen, im Vordergrund standen, ebenso wie das Thema Insekten als Nahrungsmittel. In Vortrag von Japan ging es um Biodiversität und Zirkularität.

Mensch und Umwelt sind die zentralen Themen der Intercolor 2019

Korea beschäftigte die Lebenswelt der Millennials, speziell die Themen Ego, Singledasein, Arbeit und Work-Life-Balance und die Verkindlichung von Haustieren, während es in China um virtuelle Welten ging. Die USA widmeten sich mit dem Humangenom und lebenden Systemen der Biologie. Um „die Werte des Alten“ – territoriale Werte – drehten sich die Zeitgeistanalysen aus Italien, wobei auch die Integration von älteren Menschen und die Repopulation von Dörfern thematisiert wurde.

Das Thema Recycling durfte natürlich auch nicht fehlen und wurde von Ungarn aufgegriffen, besonders das Recycling von Materialien, insbesondere Denim, sowie die Färbung und neue Materialzusammensetzungen. Um recycelte Farben ging es unter anderem in Niels Holger Wiens Präsentation, der als Repräsentant des Deutschen Mode-Instituts für Deutschland gleich 14 verschiedene Projekte präsentierte, die Lösungsansätze für die Zukunft sind. Darunter etwa wie sich aus Bakterien Materialien für Schuhe, Taschen oder sonstige Konsumgüter erzeugen lassen oder aus Bananenfasern Rucksäcke und mehr.

„Die Entwicklung neuer Materialien, aus natürlichen Fasern, aus pflanzlichen Abfällen oder aus Kalk, eröffnet neue Möglichkeiten für die Produktgestaltung – und zeigt ein neues Farbbild“, heißt es abschließend in der Mitteilung.

Noch bis zum heutigen Freitag werden die Farbexperten ihre regionalen Recherchen austauschen und darauf basierend die Farbprognosen mit Blick auf die Jahre 2021/22 erarbeiten. „Die auf der Basis dieser Vielstimmigkeit entstehende Intercolor-Trendprognose spiegelt internationale Trends und Einflüsse wider und wird in den teilnehmenden Ländern in eigene Farbkonzepte übersetzt“, verspricht das Deutsche Mode-Institut.

Intercolor wurde 1963 mit dem Ziel gegründet, Modetrends und -farben international zu diskutieren und eine gemeinsame Farbkarte zu erstellen. Das Intercolor-Meeting findet zweimal jährlich statt und wird jeweils von einem anderen Mitgliedsland ausgerichtet.

Fotos: Deutsches Mode-Institut