Ist Nachhaltigkeit wirklich das Ziel hinter dem neuen Resale-Format von Cos?

Es liegt im Interesse eines Unternehmens, Produkte herzustellen und so viele Stücke wie möglich von diesem Produkt zu verkaufen. Die Ankündigung der H&M Group, dass ihre Marke Cos eine Wiederverkaufsplattform namens Resell einführen wird, auf der Kunden gebrauchte Cos-Artikel kaufen und verkaufen können, wird als eine nachhaltige und erneuerbare Lösung für den Einzelhandel positioniert, obwohl es sich dabei in erster Linie wahrscheinlich um eine geschäftliche Überlegung handelt.

Die H&M Group ist ein umsatzgetriebenes Unternehmen, das jedes Jahr stark wächst, mit einem Anstieg des Nettoumsatzes von neun Prozent im Jahr 2019 und einem weltweiten Betriebsgewinn von 1,8 Milliarden US-Dollar.

Resale: Eine neue Geschäftsquelle

Zahlen von GlobalData zeigen, dass der Markt mit gebrauchter Kleidung bis 2023 auf 51 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, gegenüber 24 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018. Interessanterweise wuchs der Wiederverkaufsmarkt 25-mal schneller als der gesamte Einzelhandelsmarkt, ein weiterer Grund, warum Modeunternehmen diese neue potenzielle Einnahmequelle erschließen wollen.

Cos sagte, dass das Unternehmen eine zehnprozentige Kommission auf jeden Verkauf erheben wird, "um die Betriebskosten zu decken". Das Unternehmen legte keine Aufschlüsselung der Einnahmen oder Geschäftsprognose für sein neues Unternehmen vor.

Während jede Bewegung hin zur Kreislaufwirtschaft für ein Modeunternehmen lobenswert ist, produziert H&M weiterhin Bekleidung in einem solchen Ausmaß, dass es bis vor kurzem noch die großen Mengen an Waren, die es nicht verkaufen konnte, vernichtet hat. Die Gruppe vermeidet Gespräche über Überproduktion und sucht stattdessen nach Lösungen, um weiterhin mit der gleichen Geschwindigkeit, aber mit weniger Umweltbelastung, zu produzieren. Diese Praxis ließe sich vergleichen mit einem Pharmaunternehmen, das Medikamente zur Eindämmung von Viren entwickeln, anstatt seine Ressourcen für die Suche nach einem Heilmittel einzusetzen.

Nicht alle Kleidungsstücke werden gleich produziert

Eine wichtige Überlegung für den Resale-Markt ist der Wert und die Qualität, die preiswerte Kleidungsstücke in einem zweiten Lebenszyklus haben werden. Der Verkauf von Restbeständen vom Ende der letzten Saison mag einen modebewussten Käufer nicht begeistern, wenn der ursprüngliche Verkaufspreis bereits ein Schnäppchen war. Vintage, limitierte Auflagen, zeitlose, saisonlose und gut verarbeitete Waren bilden den Kern des Resale-Marktes.

Daher werden die Waren von H&M bei all seinen Marken in der Regel nicht als langlebige Investitionsgüter angesehen. Die Kollektionen sind trendgerecht und saisonabhängig, was es bei geringeren Kosten erschwinglich macht, häufig Artikel mit kürzerer Lebensdauer einzukaufen, die das Lebenselixier der Fast-Fashion-Industrie sind. Der Erfolg und die Nachfrage nach gebrauchten Waren bleibt abzuwarten.

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ

Bild: Cos Resell

 

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