Luxusumsätze fallen laut Studie um 23 Prozent, auf das Niveau von 2014

Das Jahr 2020 war eine Abrechnung für die Mode- und Luxusindustrie, die mit einem Umsatzrückgang von 23 Prozent gegenüber 2019 eines ihrer schlechtesten Jahre verzeichnete. Ein neuer Bericht von der Unternehmensberatung Bain & Company zeigt, dass dies der größte Rückgang seit Beginn der Beobachtung der Luxusindustrie durch das Unternehmen ist. Der Gesamtmarkt sei zum ersten Mal seit 2009 geschrumpft.

Andere Ergebnisse zeigen, dass sich der Anteil des E-Commerce-Luxus gegenüber dem Vorjahr auf 23 Prozent verdoppelt hat und dass die Verbraucher vom Luxussektor ein echtes und nachhaltiges Engagement für Vielfalt, Integration und Nachhaltigkeit fordern.

Die Ergebnisse wurden von Bain in Zusammenarbeit mit der italienischen Fondazione Altagamma in der 19. Ausgabe der Luxusstudie veröffentlicht: „Wir alle haben ein schwieriges Jahr mit schnellen, unerwarteten Veränderungen erlebt, und die Luxusbranche ist nicht ungeschoren davongekommen", sagte Claudia D'Arpizio, eine Partnerin von Bain & Company und Hauptautorin der Studie. „Obwohl die Branche unter einer Pause im weltweiten Reiseverkehr und anhaltenden Betriebssperren gelitten hat, glauben wir, dass sie über die nötige Widerstandsfähigkeit verfügt, um die Krise zu überstehen. Wir haben Vertrauen in ihre Fähigkeit, ihre Geschäfte umzugestalten und ihren Zweck neu zu definieren, um den neuen Anforderungen der Kunden gerecht zu werden und ihre Relevanz, insbesondere für jüngere Generationen, zu erhalten."

Die Aussichten für 2021 bleiben ausnahmslos getrübt, wobei Bain ein Wachstum zwischen zehn und 19 Prozent prognostiziert, abhängig von den makroökonomischen Bedingungen, der Entwicklung der Pandemie und der Geschwindigkeit der Rückkehr zu weltweitem Reiseverkehr sowie der Widerstandsfähigkeit und dem Vertrauen der lokalen Kunden.

Durch die Veränderungen, die Covid-19 mit sich brachte, wurde die Online-Präsenz in allen Lebensbereichen erhöht. Auf dem Luxusmarkt machten die Online-Verkäufe im Jahr 2020 49 Milliarden Euro aus, gegenüber 33 Milliarden Euro im Jahr 2019, so der Bericht. Der Anteil der online getätigten Einkäufe verdoppelte sich fast von 12 Prozent im Jahr 2019 auf 23 Prozent im Jahr 2020.

Omnichannel-Transformation

Online wird bis 2025 der führende Kanal für Luxusumsätze werden. Dieser dramatische Anstieg geht auf Kosten des stationären Handels. Bain erwartet für 2020 kein Wachstum der Anzahl der direkt von Marken betriebenen Geschäfte und für 2021 einen möglichen Rückgang der Filialnetze. Die Marken werden ihren Strategien an die neue Landkarte des Luxusgeschäfts anpassen, die Rolle der Läden und seine Ergonomie weiterentwickeln und das Kundenerlebnis maximieren müssen.

„Luxusmarken haben ein Jahr mit enormen Veränderungen hinter sich, aber wir glauben, dass die Branche mit mehr Zielstrebigkeit und mehr Dynamik als je zuvor aus der Krise hervorgehen wird", sagte Federica Levato, ein Partner von Bain & Compan, Unternehmenspartner und Mitautor der Studie. „Bis 2030 wird sich diese Industrie drastisch verändern. Wir werden nicht mehr über die Luxusindustrie sprechen, sondern über den Markt für aufstrebende kulturelle und kreative Spitzenleistungen. In diesem neuen, erweiterten Raum werden diejenigen Marken gewinnen, die auf ihrer bestehenden Exzellenz aufbauen und gleichzeitig die Zukunft mit einer disruptiven Denkweise neu gestalten. Luxusplayer werden mutig denken müssen, um die Spielregeln neu zu artikulieren."

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ

Artikelquelle Bain & Company; Bild: Louis Vuitton Website

 

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