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Milan Fashion Week: Optimistische Trends für H/W21

Von AFP

5. März 2021

Mode

Der letzte Vorhang für die Mailänder Modewoche ist gefallen – oder, besser gesagt, der Bildschirm verblasst bei dieser komplett digitalen Ausgabe der Präsentation der Kollektionen für die kommende Herbst/Winter-Saison 2021/2022. Die Designer schienen sich auf bessere Zeiten zu freuen, sie setzten darauf, dass eine erfolgreiche Impfkampagne die Mode beschwingter machen wird, dass sie wieder außerhalb des privaten Raums getragen werden kann oder sogar zu so etwas wie Normalität zurückkehrt.

Pailletten, Glitzer und Rüschen

Pailletten – jene kleinen bunten Scheiben, die auf den Stoff aufgenäht werden – gaben bei der Mailänder Modewoche den Ton an – für eine unwiderstehliche Lust auf Party. Einen hohen Standard setzte sicherlich Prada mit dem Vorschlag von Raf Simons und Miuccia Prada, Pailletten als Futter für eine große Kunstpelzstola zu verwenden. Gefolgt wurde dieser von der Applikation selbiger auf Mänteln mit strengem Schnitt, auf Röcken, Taschen und sogar Schuhen. Bei Valentino applizierte sie Pierpaolo Piccioli auf ein hautfarbenes transparentes Bahnen-Kleid oder auf ein weites, schillerndes Cape. Sie fanden sich auch in den Strickwaren von Missoni oder Brunello Cucinelli wieder. Bei Armani zeigten sich die Pailletten im Stoff einer schwarzen Smoking-Jacke. Rüschen und Strass-Applikationen komplettierten das Comeback des Glam.

Die Mode geht wieder auf die Straße

Die Kleider dürfen aus dem Lockdown. Ein Kleid mit dünnen Trägern in Seide, Spitze und transparentem Stoff war auf den Laufstegen aller großen Häuser zu finden. Bei Fendi waren die Seidenkleider fließend und wurden am Kragen durch eingearbeitete lange Schals verlängert, als wollten sie dem Winter die Stirn bieten. Seide wurde von Kim Jones, dem neuen Kreativdirektor des römischen Hauses, auch für Hosen- und kurze Hemden-Ensembles verwendet, als ob das Post-Lockdown Working Girl ihren Seidenpyjama in eine ultra-schicke urbane Version verwandelt hätte. Valentino zeigt die Körper durch übereinander gelegte Netzstoffe, Spitzen, bearbeitete Oberflächen, die mehr offenbaren als verbergen. Martin Margiela setzte ebenfalls auf das Seiden-Camisole mit dünnen Trägern in einer Kollektion, in der alles verkehrt herum war: Die Unterseite wird zum Oberteil.

Die Bomberjacke

Die Bomberjacke, ein umhüllendes Element, erlebte einen G-I Jane-Twist: Sie kommt jetzt nicht mehr ganz so militaristisch daher – eher wie Marilyn, die die Marine besucht. Bei Prada waren die Nylon-Bomberjacken übergroß, schwarz und mit einem 70er-Jahre-Muster gefüttert. Bei Etro waren sie ethnisch inspiriert, bei Pucci zeigten sie die Motive des Hauses auf hellem Untergrund, bei Max Mara waren sie mit der Jahreszahl 1951 beflockt, dem Jahr der Gründung der Marke, die ihr 70-jähriges Bestehen feiert. Dolce & Gabbana machte daraus ein sexy Teil mit einer Passe auf der Brust, à la Madonna. Bei Alberta Ferretti waren sie aus Leder, bei Margiela standen auch sie auf dem Kopf.

Schwarz

Schwarz schien als Basis zu dienen, um eine formellere, weniger verspielte Garderobe zu bedienen. Bei Valentino war die Bejahung von Schwarz total – mit Akzenten in Weiß, Gold und Karos. Bei Prada kontrastierte Schwarz mit bunten Elementen, die an Armen, Beinen, Kragen oder Accessoires auftauchten. Der gleiche Effekt war bei Armani zu beobachten, wo die gesamte Basis der Kollektion schwarz war und die Tiefe von Samt mit distinguierten Farben kombiniert wurde: Blau, Wassergrün und Flieder. Ein fulminantes Finale in Schwarz gab es bei bei Fendi mit hyper-raffinierten Looks. Alberta Ferrettis starke Frau mit einem zeitgenössischen amazonischen Geist trägt in der kommenden H/W-Saison schwarze Overalls, Capes und weite schwarze Hosen.

Yeti

Wie ein Tier, das aus dem Winterschlaf aufwacht, so sieht der große Mantel, in echtem oder falschem Fell, der an den Yeti oder Chewbacca erinnert, aus. Bei Prada ist der Pelz synthetisch und wird nicht nur auf Mänteln oder Stolen feilgeboten, sondern ist auch das Dekor der Modenschau und bedeckt Wände und Böden. Fendi, der absolute Pelzspezialist, präsentierte mehrere monumentale Stücke, aber mit einem neuen Ansatz, nämlich dem des Recyclings. Riesige Pelzschals waren die Stars auf dem Laufsteg. Für das florentinische Haus Ferragamo war es nicht Pelz, sondern große Fransen. Bei Dolce Gabbana kam der Yeti-Mantel bunt, manchmal unterbrochen von rosa, gold oder anderen Farben, aber immer oversized daher. (AFP)

Foto: Armani HW21