Wie die insolvente Schuhverbundgruppe Garant Schuh + Mode AG am vergangenen Freitag in Düsseldorf bekannt gab, wurde auf der Gläubigerversammlung einstimmig beschlossen, dass das Unternehmen im Rahmen eines Planverfahrens saniert werden solle. Rund 250 Gläubiger nahmen an dem vom Amtsgericht Düsseldorf angesetzten Berichtstermin teil. Der Insolvenzverwalter Friedrich Wilhelm Metzeler erwartet, dass Garant voraussichtlich Ende dieses Jahres aus der Insolvenz entlassen werden könne.

Metzeler ging in seinem Bericht an die Versammlung auf die rechtliche und wirtschaftliche Situation von Garant ein und erläuterte die seit September eingeleiteten und umgesetzten Maßnahmen. Als wesentliche Argumente für die Fortführung von Garant hob er vor allem die etablierten Geschäftsbeziehungen zu den Fachhändlern und zu den Lieferanten hervor. Bedeutend für die langfristige Sicherung des Geschäftsbetriebes sei zudem die in intensiven Gesprächen mit den Banken abgesicherte Finanzierung der Zentralregulierung. Die Aussicht auf eine dauerhafte Fortführung der Garant Schuh + Mode AG sei realistisch, so Metzeler.

Die Ursache für die Insolvenz sei laut Metzeler in der Übernahme der in der Krise befindlichen Salamander-Schuhsparte zu finden: "Die Verlustsituation hätte bereits während der Vertragsverhandlung deutlich sein müssen." Die Übernahme sei maßgeblich von dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Schuhverbundgruppe, Dr. Kurt Merse, betrieben worden. Etwaige Versäumnisse der Organe würden untersucht und gegebenenfalls verfolgt.

Garant hatte am 7. September 2004 Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Der Konzern erbringt die Dienstleistungen für 4.180 Anschlusshäuser der Branchen Schuhe, Sport und Lederwaren in Europa, sowohl für die Garant-Fachhändler als auch für die Tochtergesellschaften Rexor, Goldkrone und Fair Play. Mit nahezu allen Lieferanten arbeitet Garant spätestens seit Beginn des Jahres 2005 wieder zusammen. Mit dem bisherigen Geschäftsverlauf zeigte sich Metzeler zufrieden. Der Zentralregulierungsumsatz bewege sich auf einem guten Niveau.

Wie das Unternehmen weiter mitteilte, werden mit der Entscheidung der Gläubiger für die Sanierung von Garant im Planverfahren deren Insolvenzforderungen schätzungsweise zu rund 38 Prozent befriedigt.

 

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