Das Stimmungstief der Verbraucher wird sich aufhellen und der Einzelhandel wird sich im Verlauf des Jahres 2004 etwas beleben. Das ist die Prognose des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE). Am Montag äußerte sich Hermann Franzen, der HDE-Präsident, zur Lage des deutschen Einzelhandel. So scheine ein nominales Umsatzplus von gut einem halben Prozent durchaus erreichbar. Da aber die Einzelhandelspreise in diesem Jahr um ein halbes Prozent steigen werden, würde dies eine Stagnation der Umsätze bedeuten. Für 2005 hält der Verband ein nominales Umsatzwachstum um ein Prozent für möglich. Nach Abzug der Preissteigerung von 0,8 Prozent wäre auch dann jedoch real nicht viel gewonnen, so Franzen.

Die Rabattschlacht des vergangenen Jahres habe nicht für einen Mehrumsatz im Einzelhandel gesorgt, sondern zum Wegfall der Preistransparenz, dem Vertrauensschwund bei den Verbrauchern und zur Beschleunigung des Strukturwandels zu Lasten der mittelständischen Betriebe geführt. Die Folgen seien massive Leerstandsprobleme und Verödung der Innenstädte.

Wie eine Umfrage des HDE ergab, konnten Einzelhändler, die maximal bis zu zehn Prozent ihrer Artikel rabattiert hatten, häufiger ihren Gewinn steigern als der Durchschnitt. "Je mehr Rabatte gewährt wurden, desto schlechter war die Gewinnentwicklung. Wer mehr als 30 Prozent der Artikel mittels Rabatt verkaufte, musste fast immer kräftige Gewinneinbußen hinnehmen", stellte Hermann Franzen fest.

Der Verband schätzt, dass der deutsche Einzelhandel rund 35.000 Betriebe durch Insolvenz oder stille Betriebsaufgabe verloren habe. 2003 seien im Einzelhandel knapp 50.000 Stellen gestrichen worden, mehr als jemals zuvor in einem Jahr. Laut der aktuellen, bundesweiten HDE-Umfrage unter Einzelhandelsunternehmen hielt gut die Hälfte der Betriebe ihren Personalbestand im zweiten Halbjahr 2003 aufrecht, knapp sieben Prozent stockten die Mitarbeiterzahl auf. Aber fast zwei Fünftel (38 Prozent) bauten Personal ab. Gut ein Drittel der befragten Betriebe plane, im ersten Halbjahr 2004 die Zahl der Mitarbeiter nochmals zu verringern. Nur fünf Prozent wollen mehr Beschäftigte einstellen.

Für das erste Halbjahr 2004 erwarteten die Einzelhändler eine allmähliche Stabilisierung ihrer Geschäftslage, so Franzen. Die Geschäftserwartung habe sich deutlich verbessert, sei aber immer noch eingetrübt. Von einer Schönwetterlage sei der Einzelhandel noch meilenweit entfernt.

 

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