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DFB und Adidas vor Vertragsverlängerung?

23. Aug. 2007

Nachdem das neutrale Schiedsgericht in der vergangenen Woche einen Vergleich zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und seinem langjährigen Ausrüster Adidas empfahl, deutet nun alles auf eine scnelle Vertragsverlängerung hin.

Das Fachmagazin Kicker berichtete unter Berufung auf eigene Recherchen, dass sich beide Parteien bereits grundsätzlich auf eine weitere Zusammenarbeit bis 2018 geeinigt hätten. Adidas werde dem DFB demnach ab sofort jährlich 20 Millionen Euro überweisen. Ab 2011 solle sich die Summe auf 25 Millionen Euro erhöhen. Bislang hatte der Herzogenauracher Konzern im Rahmen des laufenden Ausrüstervertrags 11 Millionen Euro pro Jahr gezahlt. Bereits am Freitag werde DFB-Präsident Theo Zwanziger die Vereinbarung dem DFB-Präsidium vorstellen, so der Kicker weiter. Die Zustimmung des Gremiums gelte als sicher.

Auch Adidas-Chef Herbert Hainer gab sich inzwischen zuversichtlich. Auf einer Investorenkonferenz in den USA erklärte er am Mittwoch Presseberichten zufolge, dass nur noch Vertragsdetails ausgearbeitet werden müssten. Er rechne mit einer Einigung "in sehr naher Zukunft", so Hainer weiter. Zu den Details des Abkommens äußerte er sich nicht. Vor dem Hintergrund der überraschenden Wiederannäherung zwischen dem DFB und Adidas ging der US-amerikanische Sportartikelkonzern Nike noch einmal in die Offensive. Der Adidas-Konkurrent hatte dem DFB ein deutlich höheres Angebot unterbreitet und galt zwischenzeitlich als klarer Favorit im Wettbewerb um den prestigeträchtigen Ausrüstervertrag.

In einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" fand Hubertus Hoyt, der Geschäftsführer von Nike Deutschland, klare Worte. Zur möglichen Einigung zwischen Adidas und dem DFB sagte er: " Es wäre auf jeden Fall der größte Verlust in der Geschichte des deutschen Fußballs, egal wie es zu dieser Entscheidung kommt und wer dafür die Verantwortung trägt. Der große Verlierer wäre der Fußball." Das Angebot seines Unternehmens, das Zahlungen in Höhe von 500 Millionen Euro in acht Jahren vorsieht, stehe nach wie vor. Die Frage, die der DFB nun entscheiden müsse, laute, wer "der bessere Partner für den deutschen Fußball" sei, so Hoyt gegenüber der "Welt" weiter: "Ist es derjenige, der an Tradition und eingefahrenen Mechanismen festhält, oder derjenige, der mehr als doppelt so viel zu investieren bereit ist und mit neuen Konzepten frischen Wind herein bringen will?" Bis zum Wochenende könnte es darauf eine Antwort geben.