Gap hofft trotz schwacher Umsätze auf höheres Quartalsergebnis

Auch im Oktober entwickelte sich der Umsatz des US-amerikanischen Bekleidungskonzerns Gap Inc. wenig erfreulich. Immerhin überzeugte das Unternehmen mit einer überraschend hohen Gewinnprognose für das dritte Quartal. Zum zukünftigen Erfolg soll auch die weitere Expansion

in China und Taiwan beitragen.

Der Konzern musste im vergangenen Monat einen Umsatzrückgang um 2,3 Prozent von 1,29 auf 1,26 Milliarden US-Dollar (1,02 Milliarden Euro) hinnehmen. Er sei „enttäuscht von den Resultaten, insbesondere bei der Marke Gap“, räumte Konzernchef Glenn Murphy ein. Auf vergleichbarer Fläche sanken die Einzelhandelserlöse um drei Prozent. Das Label Gap musste einen flächenbereinigten Umsatzrückgang um sieben Prozent hinnehmen, Banana Republic verlor zwei Prozent, Old Navy konnte immerhin das Vorjahresniveau halten.

Gap hofft trotz schwacher Umsätze auf höheres QuartalsergebnisIm gesamten dritten Quartal, das am 1. November endete, erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz in Höhe von 3,97 Milliarden US-Dollar und damit etwas weniger als im Vorjahreszeitraum (3,98 Milliarden US-Dollar). Die Erwartungen der Analysten wurden klar verfehlt. Auf vergleichbarer Fläche sanken die Erlöse um zwei Prozent, was wiederum der gegenwärtigen Schwäche von Gap (-5 Prozent) geschuldet war. Banana Republic erreichte das Vorjahresniveau, Old Navy konnte sich um ein Prozent verbessern.

Enttäuschte der Konzern bei den Umsatzzahlen, sorgte er mit seiner gleichzeitig veröffentlichten Ergebnisprognose für eine positive Überraschung: Er erwartet nun einen verwässerten Gewinn pro Aktie im Bereich von 0,78 bis 0,79 US-Dollar für das abgelaufene Quartal, was eine kräftige Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum (0,72 US-Dollar) bedeuten würde. Analysten hatten zuvor mit einem Ergebnisrückgang gerechnet.

Die höhere Prognose begründete die Unternehmensleitung damit, dass die Bruttomarge höher und die operativen Kosten niedriger ausgefallen seien, als noch vor wenigen Wochen erwartet worden war. Zudem könne ein einmaliger Steuervorteil verbucht werden, der das Ergebnis je Aktie um 0,06 US-Dollar erhöhe.

In China und Taiwan expandiert der Konzern mit neuen Stores und innovativen Konzepten

Um das Wachstum auch beim Umsatz wieder anzukurbeln, setzt der Konzern weiter auf die Expansion in China. Mitte Oktober eröffnete er den einhundertsten Store der Marke Gap in der Region Greater China, die neben der Volksrepublik einschließlich Hongkong auch Taiwan umfasst. Dort hatte Gap 2010 den Markteintritt vollzogen.

Der Roll-Out des preisgünstigeren Konzepts Old Navy soll dort nun schneller als bisher geplant vonstatten gehen. War die Marke bisher nur in der Metropole Shanghai und der benachbarten Provinz Jiangsu vertreten, werden demnächst die ersten Läden in Süd- und Mittelchina hinzukommen. So soll am kommenden Wochenende ein Store in der Sonderwirtschaftszone Shenzen eröffnet werden, im Dezember dann ein erster Shop in der Hauptstadt Peking folgen. In Taiwan ist die erste Eröffnung des ersten Gap-Filiale außerhalb von Taipei für Ende November geplant. Gap und Old Navy seien von den Kunden gut angenommen worden, sagte Jeff Kirwan, der das China-Geschäft des Konzerns leitet, „das gibt uns das Selbstvertrauen, unsere Expansion in dieser dynamischen Region fortzusetzen.“

Auch im Online-Geschäft konnte der Konzern „starke Zuwächse“ beobachten. Mit Pop-up-Stores und innovativen Konzepten wie „Virtual Wall“-Installationen will Gap die Bekanntheit seiner Marken weiter steigern. Zudem sollen „die Grenzen zwischen den physischen und virtuellen Vertriebskanälen überwunden“ werden, sagte Kirwan. „Wir wollen eine Führungsrolle dabei übernehmen, Omni-Channel-Konzepte nach China zu bringen“, sagte er.

 

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