In letzter Sekunde: Lesara verliert Investor und muss aufgeben

Eine für den heutigen 1. Februar geplante Investorenlösung für den insolventen Berliner Online-Händler Lesara ist in letzter Sekunde geplatzt. Der vorläufige Insolvenzverwalter des Unternehmens, Christian Graf Brockdorff, hatte in den letzten Tagen wohl bereits die finalen Details des Kaufvertrages mit einem strategischen Investor ausgehandelt. Kurz vor Unterschrift des endverhandelten Kontrakts habe sich dieser Investor jedoch gestern Abend zu später Stunde überraschend zurückgezogen, lässt das Unternehmen wissen.

„Nach dem überraschenden Rückzug des Investors kann die für die nächsten Tage geplante Übernahme des Geschäftsbetriebs der Lesara AG nicht stattfinden“, so Brockdorff. Weitere ernsthafte Interessenten für den Geschäftsbetrieb der Lesara GmbH, die den markeneigenen Online-Shop betreibt, gebe es derzeit nicht. „Wir konzentrieren uns jetzt zunächst auf die Verhandlungen um eine Übernahme des Logistikzentrums in Erfurt.“ Für das Logistikzentrum, das die Tochtergesellschaft Lesara Logistics SE betreibt, gebe es mehrere Interessenten.

Restbelegschaft organisiert Ausverkauf

Bei der Lesara AG findet soll in den nächsten Monaten mit einer Kern-Mannschaft von rund 50 Mitarbeitern ein Abverkauf des Lagerbestands im Online-Shop stattfinden, der zu diesem Zweck vollständig aufrecht erhalten werden soll. Die übrigen rund 20 Mitarbeiter würden freigestellt, heißt es. Zudem hatten vorsorglich bereits alle Mitarbeiter der Lesara AG diese Woche die Kündigung erhalten, die wohl allerdings auch für den Fall einer Investorenlösung notwendig gewesen wären. Der nun gescheiterte Investorendeal sah vor, dass die Beschäftigten im Rahmen einer sogenannte „Geschäftsbesorgung“ für den neuen Eigentümer tätig sein sollten.

„Der Absprung des Investors ist vor allem für die Lesara-Mitarbeiter bitter, die in den zurückliegenden Monaten enormen Einsatz gezeigt haben“, so Brockdorff, der gemeinsam mit dem Lesara-Gründer Roman Kirsch den Geschäftsbetrieb in vollem Umfang fortgeführt hatte. Das Insolvenzverfahren habe keinerlei negative Auswirkungen auf die Verkäufe gehabt, im Gegenteil: Die Umsätze seien in dieser Zeit sogar zweitweise gewachsen.

Stand heute, wird das Unternehmen bereits in Kürze vollständig vom Markt verschwunden sein. Die Lesara-Website war am heutigen Freitag bereits nicht mehr aufrufbar. Der Geschäftsbetrieb der Logistiktochter soll jedoch vollumfänglich weitergehen. Dort sind derzeit noch rund 80 Mitarbeiter beschäftigt. Infolge des Abverkaufs wird für die nächsten Wochen hier sogar eine besonders hohe Auslastung erwartet. „Das Logistikzentrum verfügt über eine hochmoderne Ausstattung und ein eingespieltes Team von Mitarbeitern“, so Brockdorff. Das mache es auch für Investoren interessant.

Foto: Lesara

 

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