Das sinkende Interesse der Verbraucher an Anzügen und Jacken und die schwierige Marktlage in Osteuropa habe dem Modehersteller Ahlers (Pierre Cardin, Baldessarini, Pioneer) das Geschäft verdorben. Das Unternehmen musste am Donnerstag für das Ende November abgelaufene Geschäftsjahr 2017/2018 unter dem Strich einen Verlust von sieben Millionen Euro ausweisen. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 1,9 Millionen Euro eingefahren.

Belastet wurde das Ergebnis nicht nur von einem Umsatzrückgang von 5,4 Prozent auf 223 Millionen Euro. Auch die Millionenkosten des vor einigen Monaten eingeleiteten Effizienzsteigerungsprogramms hinterließen deutliche Spuren in der Bilanz.

"Formelle Kleidung verliert an Stellenwert und wird seltener getragen. Stattdessen wird zunehmend sportlichere, lässigere Kleidung gewählt. Das verringert die Ausgaben für Bekleidung spürbar", beschrieb Firmenchefin Stella Ahlers in einem Brief an die Aktionäre eine der Herausforderungen, mit denen sich das Unternehmen aktuell konfrontiert sieht. Gleichzeitig würden Textil-Discounter und Onlinehändler zulasten des klassischen Modehandels an Boden gewinnen.

Um wieder profitabel zu werden, will Ahlers bis zum Ende des Geschäftsjahres mehr als 100 Arbeitsplätze abbauen. Außerdem will sich der Modehersteller künftig auf Männerbekleidung konzentrieren. Die Produktion von Damenhosen der Marken Pierre Cardin und Pioneer soll im Laufe dieses Geschäftsjahres ebenso eingestellt werden wie die Sportswear Marke Jupiter.

Dennoch rechnet Ahlers auch in diesem Geschäftsjahr mit weiteren Umsatzrückgängen und roten Zahlen. Allerdings sollen die Verluste nicht mehr so hoch ausfallen wie im vergangenen Jahr. Umsatzwachstum und ein "deutlich positives Ergebnis" erwartet Ahlers erst wieder im Geschäftsjahr 2019/2020. (DPA)

 

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