Zara feiert eine Premiere mit dem neuen Digitalmagazin „The Fold-er“
Die zum spanischen Unternehmen Inditex gehörende Modekette Zara hat die neue redaktionelle Rubrik „The Fold-er“ ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um einen neuen Bereich auf den Online-Plattformen der Marke, der als digitales Magazin konzipiert ist. Er bietet kuratierte Inhalte, die von Influencer und bekannten Trendsetter erstellt werden.
Die neue Rubrik ist bereits weltweit verfügbar und sowohl über den Online-Shop als auch über die offizielle Zara-App zugänglich. Vorerst ist sie innerhalb der Damenmode-Abteilung angesiedelt. Dort findet sie sich neben Kategorien wie „Neuheiten“, „Trends“, „Kollektion“, „Schuhe und Accessoires“, „Parfums“ sowie dem Bereich für die Aufwertungs- und Secondhand-Initiative „Zara Pre-Owned“. Mit „The Fold-er“ wurde nun ein weiteres Kapitel hinzugefügt.
Zum Start von „The Fold-er“, das Zara selbst als „einen Raum für Empfehlungen und persönliche Perspektiven“ beschreibt, bietet die Modekette vier redaktionelle Kolumnen an. Die Beiträge stammen aus New York und London und werden von den Patinnen dieser neuen Stil- und Trendplattform verfasst. Zu ihnen gehören die US-amerikanische Influencerin Leandra Medine, die durch ihren inzwischen eingestellten Blog „The Man Repeller“ bekannt wurde, die New Yorker Unternehmerin Arielle Charnas, Gründerin des Blogs „Something Navy“, aus dem später eine Modemarke hervorging, die belgische Mode-Influencerin Manon De Velder sowie die französische Trendsetterin und Branchenexpertin Laura Roso Vidrequin.
Vidrequin ist Gründerin der Kindermodemarke „Kids O’Clock“ und war in der Vergangenheit als Verkäuferin, Einkäuferin und Beraterin für Marken, Publikationen und Institutionen wie Jean Paul Gaultier, Chanel, Harper’s Bazaar, Moda Operandi, Ralph Lauren, den British Fashion Council, Net-a-Porter sowie die britische Luxuskaufhauskette Harvey Nichols tätig.
Jede von ihnen präsentiert in ihrer jeweiligen Kolumne ihre persönliche Sicht auf aktuelle Trends und gibt Styling-Tipps für den Beginn der Sommersaison 2026. Die Beiträge erscheinen im Stil eines Modemagazins unter Titeln wie Medines „Die besten Looks entstehen am Anfang einer Saison“, Charnas’ „Bei der Wahl meiner Kleidung lasse ich mich immer mehr von meinem Gefühl als vom Anlass leiten“, De Velders „Diese Looks spiegeln die Version von New York wider, die ich am meisten vermissen werde“ sowie Vidrequins „Der einfache Akt des Anziehens kann eine Form der Kommunikation mit der Welt sein“.
Ergänzt werden die Artikel durch eigene Fotos, auf denen die Autorinnen eine kuratierte Auswahl an Kleidung und Accessoires aus der aktuellen Zara-Kollektion tragen. Unter jedem Bild platziert die Modekette direkte Links zu den jeweiligen Produkten – ein Ansatz, der an die „Bazar“-Seiten führender Modemagazine erinnert.
Das „Casita“ von Zara
In einer Zeit, in der Bilder und Kommentare über das beliebte „Casita“ bei den Konzerten des Sängers Bad Bunny in aller Munde sind, lässt sich eine gewisse Parallele zu Zaras neuer Rubrik „The Fold-er“ ziehen. Der Name scheint nicht nur für ein digitales Modemagazin zu stehen, sondern auch für Zaras eigenes „Casita“.
Um diese Wahrnehmung zu vertiefen, muss zunächst verstanden werden, was das „Casita“ von Bad Bunny eigentlich ist. Dabei handelt es sich um eine Art zweite Bühne bei den Konzerten seiner sechsten Welttournee „Debí tirar más fotos World Tour“, die derzeit für viel Gesprächsstoff sorgt. Zu diesem Bereich wird eine kleine Auswahl von Konzertbesucher eingeladen, meist bekannte Persönlichkeiten und Gäste aus dem VIP-Bereich.
Bei einem Konzert in Madrid sorgte insbesondere der Auftritt von Marta Ortega, der nicht geschäftsführenden Vorsitzenden von Inditex, für Aufmerksamkeit. Sie gilt als treibende Kraft hinter den neuen Strategien des spanischen Modekonzerns und wurde tanzend an der Seite des puerto-ricanischen Sängers gesehen – gekleidet in Stücke aus der gemeinsamen Capsule-Kollektion von Bad Bunny und Zara.
Die „Casitas“ bei Bad-Bunny-Konzerten dienen als großes Schaufenster, in dem die bekanntesten Gesichter des Publikums präsentiert werden. Diese Strategie nutzt der Sänger geschickt, um den Wunsch zu wecken, selbst Teil seiner Konzerte zu sein. Hier zeigt sich die Parallele zu Zaras Initiative „The Fold-er“.
Die Rubrik fungiert als Plattform für bekannte Persönlichkeiten aus der Modewelt. Nach der ersten Auswahl an Patinnen scheint Zara gezielt auf Profile zu setzen, die auch von führenden Modemagazinen für ihre redaktionellen Inhalte genutzt werden. Dazu zählen sowohl etablierte Branchenprofis als auch Influencer und Trendsetter.
Ihre Mitwirkung an „The Fold-er“ erfüllt dabei einen doppelten Zweck: Einerseits bietet sie den Kund ein immersiveres Einkaufserlebnis, andererseits trägt sie dazu bei, das Markenimage und den wahrgenommenen Wert von Zara weiter zu steigern, indem die Marke mit einflussreichen Persönlichkeiten der Modebranche in Verbindung gebracht wird.
Das Einkaufserlebnis im stationären und digitalen Handel bereichern
Der Start von „The Fold-er“ ist Teil jener Initiativen, die Zara im Einklang mit den strategischen Leitlinien für das Geschäftsjahr 2026 umsetzt. Diese wurden bereits am 11. März von Inditex-CEO Óscar García Maceiras bei der Präsentation der Geschäftsergebnisse für 2025 angekündigt.
Maceiras betonte damals, dass das Unternehmen weiterhin mit relevanten Persönlichkeiten aus Kultur und Kunst zusammenarbeiten werde, um das bestmögliche Einkaufserlebnis zu schaffen – sowohl im stationären Handel als auch online. Beide Kanäle würden als Einheit betrachtet, die gemeinsam zum Umsatz der verschiedenen Ketten der Gruppe beiträgt.
Für Zara bedeutete dies im ersten Halbjahr unter anderem die Stärkung des stationären Handels durch die Wiedereröffnung der Flagship-Stores in Rom und an der Londoner Oxford Street sowie die Eröffnung eines neuen Geschäfts an der Huaihai Road in Shanghai. Nun wird mit dem Launch von „The Fold-er“ auch der digitale Kanal weiter ausgebaut.
„Wir werden weiterhin neue Wege schaffen, um mit unseren Kund:innen zu interagieren“, betonte der CEO von Inditex im März. Im Rahmen dieser Strategie seien neue Flagship-Stores geplant, darunter der kürzlich eröffnete Standort in Shanghai. Darüber hinaus werde das Unternehmen „weiterhin mit globalen Persönlichkeiten aus Design, Kultur und Kunst zusammenarbeiten“.
Diese Aussage, die ursprünglich vor allem auf neue Kollektionen abzielte, hat mit den Kooperationen von Zara mit Bad Bunny und John Galliano sowie dem Start von „The Fold-er“ eine neue Dimension erhalten. Die Initiative eröffnet Zara zusätzliche Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Persönlichkeiten. Gleichzeitig steht sie im Einklang mit den strategischen Zielen von Inditex für 2026: das Kundenerlebnis weiter zu optimieren und Zara als Marke mit globaler kultureller Relevanz zu positionieren – eine Marke, die laut Unternehmensführung „stärker ist als je zuvor“.
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