Verschiedene Vertreter von Bangladeschs Bekleidungsindustrie entwickelten am Donnerstag

in Dhaka einen 10-Punkte-Plan für die Herstellungsbetriebe von Konfektionsbekleidung, um ein Unglück wie den Einsturz des Rana Plaza Gebäudes, bei dem mehr als 1.100 überwiegend weibliche Arbeiter ums Leben kamen zu verhindern.

Die vom Policy Research Institute (PRI) mit Sitz in Dhaka erstellte “Post-Rana Reform Roadmap” wurde im Laufe des von der Bangladesh Employer’s Federation (BEF), der Metropolitan Chamber of Commerce and Industry (MCCI) und dem PRI organisierten Seminars weiterentwickelt.

Als ersten Schritt sieht der Plan vor, Sicherheitsvorschriften und deren Einhaltung in Angriff zu nehmen. Zu diesem Zweck sollen mindestens 1000 als nicht sicher eingestufte Textilfabriken in sichere Gebäude umgesiedelt werden. Die Kosten von geschätzen 100 Milliarden Bangladeschi Taka (985 Millionen Euro) könnten anfangs von der Regierung und ihren Entwicklungspartnern getragen und in Folgejahren von den Fabrikbesitzern zurückgezahlt werden.

“Die Regierung hat bereits die notwendigen Schritte unternommen, um die nicht sicheren Fabriken zu verlagern. Außerdem haben wir beschlossen, die Anzahl der Inspektoren zu erhöhen, um eine Gesamtüberprüfung aller Fabriken abzuschliessen,” sagte Wirtschaftsminister GM Quader. Ebenso sollte die Verlagerung in Phasen erfolgen, die auch davon abhängen, wieviel geeignetes Land zur Verfügung steht.

Brandschutz ist ein weiteres wichtiges Anliegen des Plans, der vorsieht, in allen Betrieben innerhalb von drei Monaten Brandsicherheitstrainings vorzunehmen und dann durch die Bangladesh Garment Manufacturers Export Association (BGMEA) unangekündigte Brandschutzübungen durchzuführen. Alle Fabrikbesitzer sollten sich zudem genau die Eigentums- und Gebäudedokumente anschauen, bevor sie neue Pachtverträge unterzeichnen.

“Wir brauchen einen einheitlichen Verhaltenscodex, den alle Fabriken befolgen können. Der BGMEA hat bereits alle Fabriken aufgefordert, Berichte zu Boden- und Strukturuntersuchungen der Gebäude einzureichen. Sollte jemand dies nicht in der vorgeschriebenen Zeit tun, so werden wir Strafmaßnahmen ergreifen,” kündigte BGMEA-Vorsitzender Atiqul Islam an.

Ein weiterer wichtiger Punkt, den der Plan anspricht, ist die Erhöhung des Mindestlohns von derzeit 3000 Taka (30 Euro) pro Monat. Dieses sollte mit dem Recht, Gewerkschaften zu gründen einhergehen. Der Plan sieht zweitmonatliche Gespräche zwischen Fabrikbesitzern, Arbeitern und der Arbeitervertretung vor sowie Initiativen wie kostenlosen Schulunterricht für die Kinder der Arbeiter, die Einrichtung einer Sozialkasse und von Trainingcentern, um die beruflichen Fähigkeiten zu verbessern. “Den Arbeitern müssen ordentliche Löhne, Gewerkschaftsrechte und ein sicherer Arbeitsplatz zugesagt werden,” fasste Kalpona Akter, Geschäftsführerin des Bangladesh Center for Workers Solidarity, die Forderungen zusammen.
 

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